Das Buch Daniel beschreibt das Reich Gottes als einen idealen und den irdischen Kontext transzendierenden Zustand. In dieser Arbeit wird entsprechend auf Basis politisch-eschatologischer Theorie geprüft, inwiefern die Verheißung des Buches Daniel mit dem aristotelischen Idealzustand einer Gemeinschaft als Polis analog sein kann.
Die Trennung von Religion und Politik ist einer der zentralen Markenkerne vieler moderner westlicher Demokratien. Das Gebot der Laizität, mindestens aber der Säkularität wird oftmals, ähnlich einer Monstranz, vor den politischen Gemeinwesen hinweggetragen, wenn religiöse Einflüsse auf staatliche Organe einzuwirken versuchen. Gleichwohl bestreitet in diesem Kontext wohl kaum noch jemand die große Bedeutung der Religionsfreiheit, sowohl in ihrer positiven, als auch in ihrer negativen Ausprägung. Die Trennung des Politischen und des Religiösen nimmt ihren Ausgangspunkt allerdings mitnichten erst in der Moderne, im Zuge der weitreichenden Demokratisierung in der Folge der Französischen Revolution, sondern lässt sich ideengeschichtlich deutlich weiter zurückverfolgen. Die aristotelische Theorie des Politischen wurde bewusst ebenfalls ohne jedweden Gottesbezug verfasst und weist keinerlei Auseinandersetzung mit dem Göttlichen oder der Theodizee auf.
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- Alexander Berghaus (Autor), 2023, Das Reich Gottes als Polis. Analogien zwischen aristotelischer politischer Theorie und der Apokalyptik des Buches Daniel, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1749222