Erläutern Sie die Gattungen, auf die ein Leser des Neuen Testaments stößt, und zeigen Sie anhand von Beispielen auf, in welchem Gesamtzusammenhang die kleineren und größeren
Texteinheiten des Neuen Testaments stehen.Wie kann eine kanonische Leseart der Texte das Verständnis der Bibel vertiefen?
1. Einleitung 2
2. Großgattungen oder Großformen 3
2.1 Evangelium 3
2.2 Apostelgeschichte 4
2.3 Apostelbriefe 5
2.4 Apokalypse 5
3. Kleinformen 6
3.1 Wundergeschichten 6
3.2 Gleichnisse 7
3.3 Metapher, Parabeln und Allegorien 7
4. Zusammenhang zwischen Großformen und Kleinformen 8
4.1 Beispiel von Großform zu Kleinform 8
4.2 Beispiel von Großform zu Großform 9
4.3 Beispiel von Kleinform zu Kleinform 10
5. Kanonische Leseart der Texte zum Verständnis der Bibel 11
5.1 Allgemein 11
5.2 Beziehung zwischen AT und NT 11
6. Schlussfolgerung 12
7. Literaturverzeichnis 13
1. Einleitung
Die Bibel oder auch das Buch der Bücher genannt besteht aus zwei großen Hauptteilen. Dem Alten Testament und dem Neuen Testament. Es stellt sich nun die Frage, ob das Neue Testament wirklich ein Buch im Sinne der heutigen Zeit ist, denn es besteht aus 27 Einzeltexten, die von mehreren Autoren geschrieben wurden. Oder ist das Neue Testament eine Bibliothek, bei dem man die einzelnen Texte beliebig austauschen kann. Oder hat das Neue Testament eine erkennbare Struktur, eine Reihenfolge in sich, die erst bei genauem Lesen des Neuen Testaments erkannt werden kann?
Wenn man das Inhaltsverzeichnis des Neuen Testaments betrachtet, muss es doch einen Zusammenhang zwischen den Texten geben, obwohl es von verschiedenen Autoren und zu unterschiedlichen Zeiten geschrieben wurde.
Auch muss man die Textformen betrachten, auf die man beim Studieren des Neuen Testaments stößt. Verschiedene Textarten in einem Buch? Da gibt es die Evangelien, die Apostelgeschichte, die Apostelbriefe und die Offenbarung des Johannes
(Apokalypse).
Und was ist mit dem Alten Testament? Ist das Alte Testament nun ungültig oder ist es vom Neuen Testament abgelöst worden, oder ist es eine Fortsetzung des Alten Testaments wie man es aus Filmen aus Hollywood kennt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Großgattungen oder Großformen
2.1 Evangelium
2.2 Apostelgeschichte
2.3 Apostelbriefe
2.4 Apokalypse
3. Kleinformen
3.1 Wundergeschichten
3.2 Gleichnisse
3.3 Metapher, Parabeln und Allegorien
4. Zusammenhang zwischen Großformen und Kleinformen
4.1 Beispiel von Großform zu Kleinform
4.2 Beispiel von Großform zu Großform
4.3 Beispiel von Kleinform zu Kleinform
5. Kanonische Leseart der Texte zum Verständnis der Bibel
5.1 Allgemein
5.2 Beziehung zwischen AT und NT
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die literarische Struktur des Neuen Testaments, um zu klären, ob es sich um eine ungeordnete Ansammlung von Texten oder um eine strukturierte Einheit handelt. Ziel ist es, durch die Analyse von Groß- und Kleinformen sowie deren Zusammenhang das Verständnis für die kanonische Leseart der Bibel zu vertiefen und die fundamentale Verbindung zum Alten Testament aufzuzeigen.
- Analyse der literarischen Großgattungen (Evangelium, Apostelgeschichte, Briefe, Apokalypse)
- Untersuchung von Kleinformen wie Wundergeschichten, Gleichnissen und Parabeln
- Darstellung der systemischen Zusammenhänge zwischen den Textformen
- Erläuterung der kanonischen Leseart zur tieferen Bibelexegese
- Nachweis der inhaltlichen und strukturellen Einheit von Altem und Neuem Testament
Auszug aus dem Buch
2.1 Evangelium
Die erste große literarische Form, die einem Leser des Neuen Testaments begegnet, ist das Evangelium. Das Wort Evangelium bezeichnet ursprünglich eine mündlich überbrachte Frohe Botschaft. Bei den frühen Christen wurde der Begriff Evangelium in zweifacher Weise verwendet.
Zum einen wird bei 1.Kor 15,1-5 vom gestorbenen und auferweckten Christus gesprochen. Zum anderen hat der Evangelist Markus am Anfang seiner Aufzeichnungen (Mk1, 1) vom Evangelium über Jesus Christus geschrieben. Wenn man Markus und den anderen Evangelisten folgen kann, so soll das Evangelium eine Art Biographie von Jesus Christus darstellen. Aber eine Biographie, wie wir sie heute kennen, ist mit einer exakten Chronologie ausgestattet. Da diese genauen Zeitangaben zum größten Teil nicht bei den Evangelisten zu finden ist, spricht man nicht von der literarischen Form der Biographie, sondern es handelt sich viel mehr um eine biographische Erzählung.
Auch hat Markus, der sein Evangelium ungefähr 70 n.Chr. in Rom verfasste, dem Evangelium eine politische Note gegeben. Denn zur Zeit der römischen Herrschaft war der Begriff Frohe Botschaft auch ein Zeichen für die Geburt eines neuen Herrschers im Kaiserreich Rom.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung hinterfragt, ob das Neue Testament lediglich eine Ansammlung von Texten ist oder eine tiefere, erkennbare Struktur besitzt, und legt das methodische Vorgehen der Untersuchung dar.
2. Großgattungen oder Großformen: Dieses Kapitel definiert und analysiert die vier zentralen literarischen Großformen des Neuen Testaments: Evangelien, Apostelgeschichte, Briefe und die Apokalypse.
3. Kleinformen: Der Fokus liegt hier auf den in den Großformen enthaltenen kleineren literarischen Mustern, wie etwa Wunderberichten, Gleichnissen und verschiedenen Redeformen.
4. Zusammenhang zwischen Großformen und Kleinformen: Das Kapitel veranschaulicht die methodische und inhaltliche Verzahnung zwischen den übergeordneten literarischen Gattungen und den integrierten Kleinformen anhand konkreter Textbeispiele.
5. Kanonische Leseart der Texte zum Verständnis der Bibel: Hier wird der Begriff des Kanons erläutert und die notwendige, inhaltliche Brücke zwischen dem Alten und dem Neuen Testament für ein ganzheitliches Verständnis herausgearbeitet.
6. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung resümiert, dass das Neue Testament eine strukturierte Einheit darstellt, die ohne das Alte Testament in ihrer Tiefe nicht vollständig erfasst werden kann.
Schlüsselwörter
Neues Testament, Altes Testament, Evangelium, Apostelgeschichte, Apostelbriefe, Apokalypse, Wundergeschichten, Gleichnisse, Kanonische Leseart, Literaturformen, Heilige Schrift, Exegese, Gotteserkenntnis, Struktur, Bibelauslegung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Struktur des Neuen Testaments und untersucht, wie die verschiedenen Texteinheiten zueinander in Beziehung stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Einteilung in Groß- und Kleinformen, deren gegenseitige Abhängigkeit sowie die kanonische Verbindung zum Alten Testament.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie eine strukturierte, kanonische Leseart das Verständnis der biblischen Texte vertiefen kann und warum eine isolierte Betrachtung nicht ausreicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Untersuchung der Textgattungen vorgenommen, ergänzt durch die Analyse des redaktionsgeschichtlichen und biblischen Zusammenhangs.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Groß- und Kleinformen definiert und anschließend deren systemische Verknüpfung sowie die Beziehung zwischen dem Alten und Neuen Testament analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind literarische Formen, Kanon, Evangelium, Wundergeschichten, Gleichnisse und die Gesamteinheit der Heiligen Schrift.
Warum spielt das Alte Testament eine zentrale Rolle für das Verständnis des Neuen Testaments?
Da die Autoren des Neuen Testaments jüdisch geprägt waren und Jesus als Sohn Abrahams und Davids verstanden, ist das Alte Testament die notwendige Grundlage für das Verständnis der neutestamentlichen Heilsbotschaft.
Was versteht man unter dem Begriff "Großform" in diesem Kontext?
Großformen bezeichnen die umfassenden literarischen Gattungen des Neuen Testaments, nämlich die Evangelien, die Apostelgeschichte, die Apostelbriefe und die Apokalypse.
Welche Bedeutung haben die sogenannten Kleinformen für die Erzählweise?
Kleinformen wie Gleichnisse oder Wundergeschichten dienen dazu, komplexe theologische Sachverhalte anschaulich zu machen und die Botschaft Jesu in konkreten Situationen zu verdeutlichen.
Was ist das Ergebnis der Analyse der "kanonischen Leseart"?
Das Ergebnis ist die Erkenntnis, dass Gott die Bücher beider Bündnisse inspiriert hat, weshalb das Neue im Alten verborgen ist und das Alte durch das Neue seine Erschließung findet.
- Arbeit zitieren
- Michael Dotzel (Autor:in), 2010, Wie kann eine kanonische Leseart der Texte das Verständnis der Bibel vertiefen? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174942