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Zur Shop-Startseite › Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Verstädterung als Folge von Migration

Lösungsansätze für eine nachhaltige Stadtentwicklung und Verminderung städtischen Wachstums am Beispiel Nairobi

Titel: Verstädterung als Folge von Migration

Bachelorarbeit , 2010 , 35 Seiten

Autor:in: Antonia Binder (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Noch lebt der Großteil des afrikanischen Volks überwiegend in ländlichen Gebieten. Doch der Anteil der städtischen Bevölkerung nimmt seit Jahren explosionsartig zu. Insbesondere die zunehmende Landflucht trägt dazu bei, dass durch Mangel an Wohnraum und Perspektiven der Neuankömmlinge die informellen Siedlungen und die Armutsrate in den urbanen Zentren stetig wachsen. Die Behörden haben weder die finanziellen Ressourcen noch das Wissen um den Folgeerscheinungen der Verstädterung in den afrikanischen Ländern entgegenzuwirken. Ziel dieser Arbeit ist, die Problematik der Städte in den Entwicklungsländern am Beispiel Nairobi zu erfassen und Lösungswege zur Besserung der Lage auszuarbeiten. Als theoretische Grundlage wird ein Überblick über die verschiedenen Migrationsmodelle gegeben und eine Verbindung zwischen Verstädterung und Migration hergestellt. Anschließend wird auf die Beweggründe der Migration anhand der städtischen Entwicklung Nairobis und die damit verbundenen Schwierigkeiten sowie Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen eingegangen. Mögliche Lösungsansätze sind die Verminderung des Wachstums und eine nachhaltige Stadtentwicklung, welche mittels aktueller Projekte vorgestellt werden. Die historischen Entwicklungen zeigen, dass die großen Bevölkerungsansammlungen, welche die heutigen Metropolen in Afrika bilden, erst in der Kolonialzeit durch die Arbeitsmigration entstanden sind und rural-urbane Migration, entgegen der gängigen Theorien, oft nicht aus freien Stücken erfolgt. Lösungsansätze sollten berücksichtigen, dass in erster Linie die Armut in den Entwicklungsländern bekämpft werden muss um das soziale Gleichgewicht wieder herzustellen. Finanzielle und organisatorische Hilfe der Industrieländer, NGOs und der Weltbank ist unerlässlich, kann aber nur in Zusammenarbeit mit einer verantwortungsbewussten Regierungsführung von Erfolg sein. Des Weiteren muss eine nachhaltige Stadtentwicklung dauerhaft und gewissenhaft verfolgt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Modelle und Definitionen zu Migration und Verstädterung

2.1. Migrationstheorien

2.1.1. Klassische Migrationstheorien

2.1.2. Neuere Ansätze in der Migrationsforschung

2.2. Verstädterungsdynamik

2.2.1. Definition Verstädterung/Urbanisierung

2.2.2. Zusammenhang zwischen Migration und Verstädterung

3. Städtisches Wachstum und Auswirkungen am Beispiel Nairobi

3.1. Stadtentwicklung Nairobis

3.1.1. Historische Einwohner- und Stadtentwicklung

3.1.2. Beweggründe der Migration

3.1.3. Aktuelle Zahlen

3.2. Auswirkung der Verstädterung

3.2.1. Sozioökonomische Auswirkungen

3.2.2. Ökonomische Auswirkungen

3.2.3. Strukturelle Auswirkungen

4. Lösungsansätze für eine nachhaltige Stadtentwicklung und Verminderung städtischen Wachstums

4.1. Verminderung städtischen Wachstums/Eingrenzung

4.1.1. Reduzierung des Bevölkerungswachstums

4.1.2. Förderung des ländlichen Sektors

4.1.3. Mikrofinanzierung: Projekt Kaputei

4.2. Nachhaltige Stadtentwicklung

4.2.1. Sanierungskonzepte durch ortsansässige Hilfsorganisationen

4.2.2. Good Governance

4.2.3. Reduktion der Umweltverschmutzung durch verbesserte Abfallwirtschaft

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Problematik der rasanten Verstädterung in Entwicklungsländern anhand von Nairobi. Ziel ist es, die Ursachen der Bevölkerungsabwanderung aus ländlichen Regionen zu analysieren und Lösungsansätze zu identifizieren, die eine nachhaltige Stadtentwicklung ermöglichen und das unkontrollierte städtische Wachstum begrenzen.

  • Analyse der kausalen Zusammenhänge zwischen ländlicher Migration und urbanem Wachstum.
  • Untersuchung der historisch gewachsenen sozialen, wirtschaftlichen und strukturellen Folgen in Nairobi.
  • Evaluation von Maßnahmen wie Mikrofinanzprojekten zur Förderung ländlicher Perspektiven.
  • Diskussion über nachhaltige Sanierungskonzepte (Slum Upgrading) und Good Governance.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Historische Einwohner- und Stadtentwicklung

Betrachtet man die Entwicklung Nairobis in der frühkolonialen Geschichte erkennt man deutliche Ansätze der heutigen Stadt- und Siedlungsstruktur. Mit dem Bau der Trasse der Uganda-Bahn 1899 wurde Nairobi zum administrativen Zentrum Kenias und zum Zielort für Migranten aus dem ganzen Land. Die Kolonialherrscher verfolgten das Ziel der Rassentrennung. Daher grenzten sich Siedlungen der europäischen Beschäftigten und der indischen Bahnarbeiter deutlich von den afrikanischen Siedlungen am Rande der Stadt ab.

Während Afrikaner in Wellblechhütten ohne jegliche städtischer Infrastruktur lebten, erwarben die reichen Europäer riesige Ländereien. Da es keine Stadtplanung gab wurden Grundstücke unter der Hand verteilt und darauf möglichst viele Häuser, meist ohne Genehmigung, gebaut um diese vermieten zu können. Obwohl die Afrikaner nur als temporäre Bewohner geduldet waren und im Sinne der Kolonialisten nach dem Ende der Beschäftigung wieder in ihre ländliche Heimat zurückkehren sollten, siedelten sich immer mehr Migranten aus den ländlichen Regionen auf nichtverplantem Land an. Dies geschah auf illegale Weise und ohne Wohnrecht, da die Stadtverwaltung weder Land an afrikanische Einheimische vergab noch Wohnungen für sie baute.

Statt die bereits bestehenden Siedlungen anzuerkennen wurden etliche illegale Siedlungen von der Stadtverwaltung zerstört und neue Siedlungen, wie beispielsweise Pangani für Afrikaner geplant. Nach dem ersten Weltkrieg und dem dadurch entstehenden wirtschaftlichen Aufschwung erfolgten weitere Migrationsschübe, welche die Kolonialherrschaft mit Vergabe von Wohnrechten nur für jene Afrikaner mit einem Beschäftigungsverhältnis einzudämmen versuchte. Obwohl die Stadt weiterhin Siedlungen für Afrikaner baute, konnte der Bedarf nicht gedeckt werden und es entstanden weitere illegale Siedlungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der ländlich geprägten afrikanischen Kontinente und die drastischen Folgen der unkontrollierten Urbanisierung am Beispiel von Nairobi.

2. Theoretische Modelle und Definitionen zu Migration und Verstädterung: Vermittlung theoretischer Grundlagen zu Migrationstheorien sowie eine Erläuterung der Begriffe Verstädterung und Urbanisierung im Kontext der Entwicklungsforschung.

3. Städtisches Wachstum und Auswirkungen am Beispiel Nairobi: Detaillierte Analyse der historischen Stadtentwicklung Nairobis und der sozioökonomischen, ökonomischen sowie strukturellen Auswirkungen der Verstädterung.

4. Lösungsansätze für eine nachhaltige Stadtentwicklung und Verminderung städtischen Wachstums: Untersuchung von Strategien wie der Förderung des ländlichen Sektors, Mikrofinanzierungen und städtischen Sanierungskonzepten zur Eindämmung des Wachstums.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse mit dem Hinweis, dass eine nachhaltige Entwicklung eine langfristige, transparente Regierungsführung erfordert.

Schlüsselwörter

Verstädterung, Migration, Nairobi, Urbanisierung, Landflucht, Slum Upgrading, Nachhaltige Stadtentwicklung, Mikrofinanzierung, Jamii Bora, Informelle Siedlungen, Bevölkerungswachstum, Good Governance, Armutsbekämpfung, KENSUP, Arbeitsmigration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen der schnellen Verstädterung in Entwicklungsländern, wobei Nairobi als zentrales Fallbeispiel dient, um die Auswirkungen von Migration auf die urbane Struktur aufzuzeigen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen Migrationstheorien, die historische Stadtentwicklung Nairobis, Probleme informeller Siedlungen sowie Lösungsansätze wie Mikrofinanzierung und Good Governance.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Wege zu finden, wie städtisches Wachstum durch eine Förderung des ländlichen Raums und nachhaltige Konzepte innerhalb der Stadt eingegrenzt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine theoretische Aufarbeitung durch Migrationstheorien in Kombination mit einer empirischen Analyse historischer und aktueller Daten zur Entwicklung der Stadt Nairobi durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der historischen Genese der Siedlungsstruktur Nairobis, den Beweggründen für Migration sowie einer kritischen Bewertung ökonomischer und sozioökonomischer Folgen der Verstädterung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Verstädterung, informelle Siedlungen, Landflucht, nachhaltige Stadtentwicklung und Armutsbekämpfung charakterisieren.

Was unterscheidet das Projekt "Kaputei" von anderen Ansätzen?

Das Projekt Kaputei ist eine ganzheitliche Öko-Stadt, die von Slumbewohnern selbst durch Mikrofinanzkredite errichtet wurde und durch Solarenergie sowie Wasserrecycling auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist.

Welche Rolle spielt die "Good Governance" für Nairobis Zukunft?

Eine verantwortungsbewusste Regierungsführung ist essenziell, um durch Transparenz und den Abbau von Korruption eine nachhaltige Flächennutzung und Verbesserung der Lebensbedingungen der Armen zu ermöglichen.

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Details

Titel
Verstädterung als Folge von Migration
Untertitel
Lösungsansätze für eine nachhaltige Stadtentwicklung und Verminderung städtischen Wachstums am Beispiel Nairobi
Hochschule
Fachhochschule Kufstein Tirol
Veranstaltung
Studiengang Internationale Wirtschaft und Management
Autor
Antonia Binder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
35
Katalognummer
V175027
ISBN (eBook)
9783640958924
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migration Afrika Nairobi Verstädterung Dritte Welt Bevölkerungswachstum Nachhaltige Stadtentwicklung Informelle Siedlungen Slums Landflucht Urbanisierung Kenia Entwicklungsländer rural-urbane Migration Metropolen Megacities Migrationstheorien Marginalisierung Wohnraumproblematik Ravensteins Gesetze
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Antonia Binder (Autor:in), 2010, Verstädterung als Folge von Migration, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175027
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Leseprobe aus  35  Seiten
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