Normalität der rassistischen Präsupposition


Seminararbeit, 2011
19 Seiten, Note: 1,0

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Inhaltsverzeichnis

1. Prolog

2. Begriff der rassistischen Disposition

3. Zur rassistischen Transformation der Gesellschaft

4. Die Konstruktion des Anderen

5. Die Nation

6. Der Nationalismus

7. Rassistische Normalität

8. Fazit

9. Literatur

1. Prolog

Es mutet schon beklemmend an - aus allen Ecken weht ein Wind staatlichen Partikularismus. Überall werden Stimmen laut und lauter, die mit immer größerer Emphase nach einem Besinnen auf die eigene imaginierte Gemeinschaft unter Ausschluss des Anderen rufen. Unter der Fahne von Platitüden wie „wir zuerst“, „Recht auf Heimat“ oder des im Ansatz kontradiktorischen Beteuerns, ja nichts gegen „das Andere“ zu haben, aberja wohl zu Recht deren Anpassung - i.e. deren Nichtanderssein - fordern zu können, gewinnen Abgrenzungs­und Ausschließungstopoi an Boden und Saloonfähigkeit. Und längst ist dies kein Phänomen mehr unter „rechts“ gesinnten Menschen. Im Gegenteil, es erfasst mehr und mehr Menschen aus allen „politischen“ Lagern; selbst „links“ gesinnte Menschen stimmen in diesen neuen gesellschaftlichen Konsens ein, sodass keine etablierte politische Partei mehr, so sie dies bleiben will, es sich leisten kann, dieser gesellschaftlichen Dynamik keine affirmative Agenda einzuräumen. Als Ausdruck dieser virulenten gesellschaftlichen Dynamik driften die Menschen, ungeachtet dieser meist zögerlichen Bemühungen aller Lager, scharenweise zu den genuinen Experten der partikularistischen Logik - den Rechtsparteien. Einer kürzlich lancierten Umfrage zu Folge rangierte in Österreich die FPÖ gerade auf Platz 1 in der Wählergunst (vgl. Presse 2011, o.S) Aber auch in sämtlichen anderen Ländern verzeichnen „Heimatparteien“ à la FPÖ einen unglaublichen Zuwachs an Stimmen. Von „Rechtsruck“ ist die Rede; die Gesellschaften würden rassistischer. Man gewinnt den Eindruck, es hätte sich etwas in der gesellschaftlichen Disposition geändert. Der Begriff „Rechtsruck“ insinuiert bereits ein „Verrücken“ des gesellschaftlichen Bewusstseins von heterogenen Dispositionen a zu der einen, „rassistischen“ Disposition b. Großes Rätseln um dieses Phänomen einer gesellschaftlichen „Veränderung“. Talkshows, Diskussionssendungen versuchen ihm bei zu kommen und spekulieren über den Grund dieser „gesellschaftlichen Gesinnungstransformation“, dessen Identifizierung dann auch schon einmal in dem ratlos­zynischen Club2[1] -Diktum: „die Leute findend lustig“ (Horaczek 2011, o.S.)[2] kulminiert. Doch haben wir es hier tatsächlich mit einem Gesinnungswandel zu tun? Sämtliche Gesellschaften entwickeln plötzlich eine rassistischere Disposition? Ich halte dies für sehr fraglich.

Die vorliegende Arbeit soll der Frage auf den Grund gehen, warum sämtliche Menschen ungeachtet ihrer genuinen politischen Gesinnung in diesen neuen partikularistischen Konsens einstimmen; warum also eine Art Omnipräsenz einer rassistischen Disposition existiert.

2. Begriff der rassistischen Disposition

Was ist mit rassistischer Disposition überhaupt gemeint? Viele würden sich angesichts einer solchen Unterstellung empören, sie emphatisch zurückweisen. Rassistisch, und sei es auch nur im Ansatz, möchte niemand sein. Für wahr gibt es wohl auch eine beachtliche Diskrepanz zwischen verschiedenen gebräuchlichen Deutungsschematas des Begriffs. Und jene im Common Sense gebräuchliche Konnotation entspricht tendenziell noch einem tradierten engen, hoch emotional und negativ aufgeladenen Begriff, der in Assoziation etwa mit dem Dritten Reich, also einer wirkmächtigen Ideologie hierarchisierter menschlicher Rassen, steht (vgl. Baumgartner 2009: 5 f.). Natürlich will sich damit in der Regel zurecht niemand assoziiert wissen. Wenngleich auch tatsächlich durchaus einiges für einen sorgsameren und differenzierteren begrifflichen Umgang mit unterschiedlichen Phänomenen rund um Xenophobie und Ausgrenzung spräche, wie ich in der Arbeit „Obstruktive Performativität des Rassismusbegriffs“ zu erläutern versucht habe (vgl. Baumgartner 2009), kann natürlich auch eine strukturelle, algorithmische Verwandtnis unterschiedlicher solcher Phänomene nicht von der Hand gewiesen werden, weshalb sich auch seit den Neunzigern ein weiter Rassismusbegriff etablieren konnte, der - vor allem in der praktischen Anwendung nicht immer ganz unproblematisch - versucht, sämtliche xenophobiale, also die fremdeninduzierte, implizit immer exkludente Unlust betreffenden, Phänomene dem Begriff Rassismus zu subsumieren (vgl. ebd: 6 f.). Ein weiter Rassismusbegriff geht davon aus, dass die Logik des Rassismus auch, wenn er nicht mehr von Rassen spricht, persistiert hat: Rassismus ist somit die Besetzung jedweder Merkmale von Menschen mit negativ bewerteter Bedeutung zur Konstruktion einer ausgrenzbaren Gruppe. Diese negative Bewertung der Anderen ist dabei immer eine gegenüber der eigenen Gruppe negative. In der Begriffstheorie wird hier, wie ich identifizieren konnte, vor Allem auf diese Hierarchisierung zwischen der Bewertung der eigen und jener der anderen Gruppe verwiesen und zudem in der Regel von einer diesbezüglichen Ideologie wie auch oft von einer Naturalisierung der attributierten negativ konnotierten Merkmale geredet. Die Begriffstheorie ist hier also trotz weiter Begriffsauslegung noch um eine gewisse Differenzierung bemüht. In der Begriffspraxis des weiten Rassismusbegriffs wird mit diesen Kriterien eher locker umgegangen, weshalb es der Begriffspraxis gelingt, so gut wie alle xenophobialen- oder Ausgrenzungsphänomene dem Begriff Rassismus beizuordenen. (vgl. ebd.: 6 ff.)

Wenngleich ich mich in obgenannter Arbeit wie angedeutet aus verschiedenen, durchaus virulenten Gründen für eine differenziertere Begriffsfassung xenophobialer Phänomene, allenfalls die Einhaltung der begriffstheoretischen Kriterien ausgesprochen habe (vgl. ebd. 11 ff.), möchte ich mich in dieser Arbeit aus methodischen-perspektivischen Gründen eher an der undifferenzierteren Praxis des weiten Begriffs von Rassismus orientieren, als sie nicht die Heterogenität xenophobialer Phänomene, sondern den weiten partikularistischen Konsens und damit genau gegenteilig, deren gemeinsamen Nenner - ihre basialen strukturell­algorithmische Analogien - im Blickpunkt hat. Wenn ich daher von rassistischer Disposition der Gesellschaft spreche, so ist damit angelehnt an die gängige weite Begriffspraxis ganz allgemein eine Disposition zur ideellen und/oder manifesten Ausgrenzung einer imaginierten, konstruierten Gruppe von Anderen/Fremden vermittels jedweder Merkmale, denen negativ bewertete Eigenschaften attributiert werden, gemeint. Damit wird im Wesentlichen nur vom begriffstheoretischen Kriterium der Ideologie abstrahiert und durch die „Idee“ ersetzt. Die Begriffswahl soll zudem die Andockung dieser Arbeit an den Diskurs einer rassistischer werdenden Gesellschaft befördern und außerdem die Ergebnisse illustrativer pointieren.

3. Zur rassistischen Transformation der Gesellschaft

Die Etablierung dieses weiten Begriffs von Rassismus hat wohl auch beträchtlich zu der veränderten Sensibilität für xenophobiale Phänomene beigetragen. Ob unter Anwendung des Begriffs Rassismus, oder anderer Termini, sämtliche Ausgrenzungsvorgänge gegenüber

Fremden wirken seither potentiell stigmatisch: Die Verknüpfung des negativ konnotierten Begriffs Rassismus mit der zuvor schon fast zum guten Ton gehörenden Ausländerfeindlichkeit, hat wohl die Wahrnehumg der letzteren extremisiert und unter Sanktion gestellt. Schon dieser Begriffswandel und die damit einhergehende Wahrnehmung xenophobialer Phänomene soll einen Hinweis darauf geben, dass sich nicht so sehr die gesellschaftliche Disposition geändert hat, sondern Begriffe und Bedeutungen von sozialer Realität einen Wandel durchlaufen haben: Durch den weiteren Rassismusbegriff und die geänderte Wahrnehmung xenophobialer Phänomene, stellt sich die Gesellschaft rassistischer und ausländerfeindlicher dar, als zu Zeiten eines engen Rassismusbegriffs und einer kavaliersdeliktischen, wenn nicht sogar tugendhaften Ausländerfeindlichkeit - wenn der Begriff Rassismus, der zuvor lediglich Phänomene der Überzeugung einer Existenz von menschlichen Rassen mit unterschiedlichen besseren oder schlechteren Attributen bezeichnete, plötzlich auch Ausländerfeindlichkeit erfasst, vermehrt sich Rassismus auch ganz ohne irgendeiner Bewegung im gesellschaftlichen Bewusstsein, da ihm eine größere Anzahl von Phänomenen subsumiert wird. Und wenn Ausländerfeindlichkeit dadurch mit einem Tabu belegt wird, ist deren Emergenz weit kontrastierter, auffälliger und wahrnehmbarer - sie erhöht sich putativ auch bei gesellschaftlicher Konstanz.

4. Die Konstruktion des Anderen

Was hat es nun mit dem Partikularismus, in den nunmehr alle einstimmen eigentlich auf sich? Partikularismus zielt auf die Eingrenzung eines Kollektivs durch Abgrenzung nach außen. Es herrscht der Topos einer homogenen Gemeinschaft des Eigenen - des „Wir“ - , und eines oder mehrerer außerhalb dieser Wir-Gemeinschaft liegenden Anderen, Fremden - das „Sie oder zumeist objektivierende „Die“ - durch das sich das „Wir“ erst konstituiert. Sozialpsychologisch gesprochen meint Partikularismus die Konstruktion einer „Ingroup“ über die Abgrenzung nach außen - der/den „Outgroup(s)“ (vgl. Taylor 1997: 177). Diese Abgrenzung ist in der Lage, subjektive Identität zu konstituieren. Das Subjekt ist sodann Teil eines größeren Ganzen und wächst über sich hinaus, wofür es ob einer imaginierten Prekarität der nur individuellen Identität, also der singulären Abgrenzung und Abhebung, empfänglich ist (vgl. Baumann 2009: 24). Kurz: eine Gruppe - die Essenz des Partikularismus - erlebt sich also als „abgrenzbare, soziale Einheit und ist durch Gruppenidentität (Wir-Gefühl) verbunden“ (Hartung 2010: 104). Psychoanalytisch betrachtet konstituiert sich diese Gruppenidentität durch ein gemeinsames Objekt, das sich anstelle des Ich-Ideals (Über-Ich) - alsojener psychoanalytischen Instanz des psychischen Strukturmodells, das die „moralischen und ethischen Ge- und Verbote sowie die handlungsleitenden Ideale vertritt“ (Schuster/Springer 1997: 44) - setzt und so einen sodann bei allen Zugehörigen identen Ethos stiftet (vgl. Wetzel 2008: 48). Das menschliche Streben nach dieser Identität entspringt dem Bedürfnis nach einem positiven Selbstwertgefühl (vgl. Hartung 2010: 129). Der Preis für deren kolletivistischen Bezug ist allerdings hoch, als sich dies funktional nur über eine verzerrende Konstruktionen der Realität ermöglicht. Zunächst ist sie, wie bereits evident, nur über die Ab- und damit gleichzeitig Ausgrenzung gegenüber dem und des Anderen/Fremden zu haben (vgl. ebd.). Dies ist ein mentaler Kraftakt, der eine künstliche, imaginierte Grenze qua Kassierens der realen Heterogenität der Individuen konstruiert. Und zwar in zwei Richtungen. Es muss sowohl die Ingroup als relativ homogen gezeichnet und imaginiert werden, wie auch die Outgroup (vgl. ebd.). Nur so kann die Illusion eines kohärenten Kollektivs und damit die Identität perpetuiert werden. Die Folge ist eine künstliche unselige Segregation genuin gleicher Menschen in Wir und Die. Diese homogenisierten Gruppen verlangen nach Attributen, Eigenschaften, die den Gruppen zukommen. In Ausblendung singulärer, individueller Differenzen, werden die Kollektive mit Eigenschaften assoziiert, die sodann fürjeden Zugehörigen angenommen werden - man sprich von Stereotypen (vgl. ebd.). Diese Gruppenattributierungen konstruieren sich so, dass sich In- und Outgroup erkennbar unterscheiden (vgl. ebd.: 128). Doch reicht die Konstruktion von kontrastierten Attributen und Merkmalen alleine nicht aus. Damit über die Gruppe Selbstwert bezogen, erhöht und geschützt werden kann, muss die Ingroup auf-, und die Outgroup abgewertet werden (vgl. ebd.: 129). Die Attribute der eigenen Gruppe werden positiv(er) bewertet, die Merkmale positiv(er) konnotiert und jene der „Anderen“ werden negativ(er) bewertet und konnotiert. Dies zu ermöglichen, ist der eigentliche Zweck von Stereotypen, weshalb der Outgroup, bei der zum Erreichen des Selbstwertzieles die Stereotypisierung unbedingt ermöglicht bleiben muss, auch unabdingbar jede Heterogenität abgesprochen wird, während der Ingroup eine gewisse Differenz seiner Individuen konzediert wird (vgl. ebd.). Die Stereotypisierung ist also konstitutiv für die Identitätsbildung qua Gruppe. Seine Derivate sind evident: Deindividuation von Menschen, die als Zugehörige der/einer Outgroup anhand von Merkmalen identifiziert werden, durch Projektion der in die Outgroup-Stereotypen eingeschriebenen Eigenschaften auf das als ihr zugehörig vorgestellte Individuum - die Vorurteile (vgl. Taylor 1997: 177). Dieser Algorithmus ist in jeder Gruppe angelegt, ist Gruppen immanent. Sie sind immer exklusiv, da dies ihre Existenzbedingung ist und abwertend gegenüber dem Außen, da dies ihr Zweck der selbstwertforcierenden Identitätsstiftung erfordert. Virulent und sichtbar werden diese gruppenimmanenten Dispositionen natürlich vor allem dann, wenn sich Gruppen identitäts- bzw. selbstwertbedrohlich tangieren und/oder in Konkurrenz um begrenzte Ressourcen treten (vgl. Hartung: 126, 130). Inwieweit Individuen diesem Algorithmus stärker oder schwächer folgen, sich positiv-affirmativ, unbewusst-folgend oder gar emanzipativ- suspendierend auf ihn beziehen, ist eine Frage der individuellen Disposition. Dabei spielen Variablen wie etwa Bildung, Erziehung, Zufriedenheit, Möglichkeiten von Identitätsalternativen, Reflexionsvermögen, Erfolg etc. eine Rolle (vgl. ebd. 133 f.). Eine Änderung des Gruppenalgorithmus wäre maximal im Bereich der Identitätsstiftung denkbar - so Menschen lernten, Identität vermehrt aus sich selbst und nicht über Kollektive zu generieren, was aber gegenwärtig nicht der Fall zu sein scheint; im Gegenteil, scheinen die Menschen einer bürgerlich-kapitalistisch organisierten Gesellschaft vermehrt unvermögend, Identität aus sich zu beziehen (vgl. Grigat 2009: Min.16:25). Aber gegebenen Falls könnte so mitunter ein Auslöser des abwertenden Effekts obsolet werden. Doch auch dann blieben noch andere, zumeist konkurrenzielle Berührungspunkte abwertungs- und vorurteilsinduktiv. Das Segregationistische von Gruppen und ihr Exklusionscharakter erscheinen mir gänzlich unauflösbar, als sie nur aus ihnen heraus zu denken sind. Es scheint fast so, dass solange wir uns der Kollektive nicht entäußern, Aspekte des unerfreulichen Carl-Schmittschen Topos eines immer latent schlummernden Freund/Feind-Schemas, das in Zeiten der Virulenz notfalls in einen martialischen Habitus kulminiert (vgl. Schmitt 1963: 20 ff.), nicht ganz außerhalb der Realität situiert sind. Was daher in Frage zu stellen und mit vielmehr Skepsis zu betrachten wäre, sind Kollektivierungen selbst.

5. Die Nation

Ein gängiger Begriff, der zumeist ohne weitere Überlegungen gebraucht wird. Worum handelt es sich dabei eigentlich? Ist es der Staat? Immerhin ist von Nationalstaat die Rede. Nun, zweifelsohne steht sie mit dem Staat in Verbindung; und dennoch ist von ihm verschieden; alleine schon deshalb da Staat und Nation zwei Abstraktionen unterschiedlicher Güte und Zwecke sind. So könnte man den Staat als Realabstraktion und die Nation als Gedankenabstraktion bezeichnen (vgl. Schandl 1995: 177). Staat ist zunächst nicht mehr als eine gedachte geographische Eingrenzung - ein Stück Globus - auf dem Menschen leben, die er organisiert. Diese Organisation soll per se das Leben und die Reproduktion der Menschen innerhalb dieses Gebietes gewährleisten. Dies erfolgt durch ein formelles Regelwerk - das Recht -, deren Wirkweite und Gültigkeit den geographischen Grenzen entspricht. Diese geographische Eingrenzung ist zutiefst kontingent. Sie resultiert aus geschichtlichen Zufällen, strategischen Kalkülen, die allesamt den Gedanken einzelner weniger, in Debatte stehender Menschen entsprungen sind. Ebenso kontingent sind die Bezeichnungen dieser geographischen Ariale. ,,[D]ie Franzosen hätten genausogut Burgunder werden können wie Österreicher zu Steirern. Zu Beginn des Hochmittelalters war da noch nichts entschieden. Keinem Steirer wäre damals eingefallen, ein Österreicher zu sein, kein Burgunder sah sich als Franzose.“(ebd.: 176). Doch mit dieser geographisch-rechtlichen Realabstraktion ist realiter nicht viel Staat zu machen. Territorialstaaten wie wir sie heute kennen, sindjüngeren Datums. Sie sind ein Derivat der Moderne, in der die neuen, die Aristokratie ablösenden, bürgerlichen Machthaber, die diffusen Naturverbände des sich auflösenden Feudalismus zu ihren Zwecken einer kapitalistischen Produktionsweise zu integrieren suchten (vgl. ebd. 175). Der moderne Staat war eine künstliche Zwangsintegration heterogener Kleinverbände zu einem zentralistisch geführten, die kapitalistische Produktionsweise ermöglichenden Organisationseinheit. Mehr als je zuvor gab es eine alle Lebenslagen transzendierende und Staatsökonomien ermöglichende Rechtsordnung. Die Menschen wurden zu einer fremden Produktionsweise in einer formellen Gemeinschaft von Fremden genötigt, die zu allem Überdruss eines bisher dagewesenen transzendenten Bindungsobjektes entbehrten. Der neue moderne Territorialstaat war ein säkularer - der Bezug auf Gott, als Stifter eines größeren Gemeinschaftszusammenhanges entfiel. Diese explosive Mischung war sehr instabil. Es bedurfte daher eines neuen Kohäsionsmittels, einer Überhöhung des neuen Staates, eine Identifikationsfigur, einen Titel unter dessen Ägide Menschen bereit waren, diese neuen Formationen und Zumutungen zu ertragen und sie zu affirmieren (vgl. ebd.). Und all diese schaffte das Gedankenabstraktum der Nation. Ein identiäres Surrogat des tranzendenten Bindungsobjektes (vgl. ebd.: 177). Sie war in der Lage, „ökonomische [...] und ideologische Ressourcen zu mobilisieren [...] [,] ermöglichte Wachstum, [...] flächendeckende

Durchsetzung politscher Herrschaft auf [ihrem] Territorium sowie die Loyalität der Bevölkerung“ (Brand 2010: 216). Sie ist der Mythos von in der Vergangenheit geborener Gemeinsamkeiten, einer Schicksalsgemeinschaft, die unter zu Hilfenahme von zugegebenen Merkmalen und Attributen, wie etwa Sitte, Kultur, Psyche, ein homogenes, historisch gewachsenes „Wir“ insinuiert und konstruiert, bei dem einem warm werden soll; eine pathetische Überhöhung des Staates, der die Menschen freiwillig, gleich einer natürlichen, von jeglichem Zwang abstrahierenden Pflicht, an den Staat binden und seine Zumutungen affirmieren lassen soll (vgl. Schandl 1995: 176 ff.). Alles von ihr „Aufgeherrschte erscheint selbstverständlich und vorgegeben, ja noch stärker: angeboren“ (ebd. 177). Aus dem Müssen der Staatsunterworfenen wird ein Wollen (vgl. ebd.). Sie verbrämt den Staat, als sie ihm vermittels einer anderen Konnotation, das mit einer Leichtigkeit und Freiwilligkeit ermöglicht, was ihm als rein formelles Konstrukt, der Realabstraktion Staat, nur schwer oder nicht gelänge: seine Interessen durchzusetzen.

6. Der Nationalismus

Der ebenso etwas diffuse und daher oft unterschiedlich konnotierte Begriff Nationalismus bezeichne sodann nichts anderes, als die Durchsetzung des Nationszieles: Der manifeste Glaube an sie, die real gewordene Fiktion, die internalisierte „Wir“-Konstruktion - ein Wir- Gefühl -, die die Suggestionen der Nation für wahr, natürlich wie auch selbstverständlich hält und die Menschen gefügig macht. Er ist somit die geglückte Identifizierung mit dem Staat (vgl. ebd.: 179), die Projektion der individuellen Existenz (vgl. ebd.: 177) auf seine imaginierte überhöhte, mythifizierte Version; eine realisierte Identität mit ihm, die seine Leistungen, als individuelle Leistungen - die als Substitute des persönlichen Glücks empfunden werden können (vgl. ebd..) - , seine Verletzungen als persönliche Verletzung und schließlich seine Ziele als persönliches Ziel erscheinen lassen. Und er ist omnipräsent. Kaum Menschen, die nicht von ihm erfasst sind, was an der Omnipräsenz der Nation selbst liegt, auf die hin sie sozialisiert werden und die unermüdlich reproduziert wird: Von Kindheit an wird man auf die Nation qua Schule, Erziehung und Medien eingeschworen durch Narrative, Traditionen, das Denken der Welt in ihrer Form, Feiertagen, das erlernen ihrer Symbole und Hymnen und hunderten weiteren subtilen Anrufungen des Subjektes (Althusser 1977: 140 ff.) durch das Konstrukt der Nation. Und es endet nicht. Tagtäglich wird unmerklich an das nationale „Wir“ appeliert: kein Tag an dem man nicht in Nachrichtensendungen, Zeitungen, Filmen, Gesprächen auf das „Wir“ in Abgrenzung zu den „Anderen“ sublim verwiesen wir. Ob es in welcher Deklination auch immer „unsere Wirtschaft“, „unsere Arbeitslosenzahlen“, „unsere Kultur“, das „wir haben ... im Gegensatz zu ...“, „unsere Berge“, „unsere Sehenswürdigkeiten“ oder hunderte andere subtile Verweise auf das nationale Konstrukt sind, es wird das nationale Wir-Gefühl tagtäglich reproduziert. Nicht zuletzt auch durch das unglaublich wirkmächtige Surrogat des Krieges: den Leistungssport (vgl. Schandl 2005: 178), in dem einzelne Sportler oder Sportgruppen unter dem Banner der Nation, pathetisch mit Hymnen und Fahnen aufgeputzt, einen sportlichen Krieg gegen andere Nationen ausfechten. Jeder vernunftsbegabte Mensch, der auch nur im Ansatz je eine Genugtuung, einen Funken persönlichen Glücks oder Stolzes dabei empfunden hat, wenn eine einzelne, ihm völlig fremde Person auf irgendeinem „Spielplatz“ um eine tausendstel Sekunde irgendetwas schneller erledigt hat als eine andere ihm ebenso fremde Person, nur weil man die pathologisch anmutende Vorstellung suggeriert bekommen hat, diese einzelne Person wäre äquivalent mit neun Millionen Menschen und einem Staat, kann man sich eine Vorstellung davon machen, wie wirkmächtig und effizient das Konzept der Nation ist. Wie das in solchem Kontext postulierte „wir haben gewonnen“ bereits verspricht, manifestiert sich das irrationales Gefühl, selbst einen Sieg errungen, etwas geleistet zu haben - ein Gefühl des Stolzes, das jeder Rationalität entbehrt und das eben dieser illusorischen Identität von Staat und Selbst, der Identifizierung mit dem ihm, entspringt, die ihn zu einem selbst werden und seine Leistung als die eigenen imaginieren lassen. An Stärkung und Eigendynamik gewinnt dieses identitäre Konzept auch noch durch die Konformitätszwangdynamik, die ein Abweichen von dieser Illusion mit Sanktionierungen versieht, welche lerntheoretisch internalisiert werden und jede ohnehin schwierige Emanzipation aus diesem Konstrukt zusätzlich erschweren. Man ist dieser omnipräsenten Nation also ständig ausgesetzt und kann sich ihr nicht entziehen. Nationalismus ist ihre ebenso omnipräsente Erfüllung, derer man sich nur schwer entziehen kann, wozu es a priori auch keinen Anlass gibt. Im Gegenteil: Ein positiver, affirmativer Bezug auf den Staat als Nation wird gefordert, gewünscht, belohnt, geradezu zur Tugend erhoben - dessen Verfehlung, wie angedeutet, sanktioniert. Man soll ja nationalistisch sein. Er ist es, was gefordert, worauf appelliert und was von Kindheit an bis ins hohe Alter täglich zu reproduzieren gesucht wird. Er ist die Normalität. Allein der Signifikant ist unbeliebt. In latenter Antizipation seiner Schattenseiten, die nicht zuletzt durch die historische Empirie semantisch angereichert wurde, ist der Begriff negativ konnotiert und spricht man nicht von ihm. Vielmehr wird er entweder unbewusst gehalten oder maximal als positiv konnotierter „Patriotismus“ verbrämt (vgl. auch Grigat 2009, Min. 6:25). Doch egal, ob und wie man ihn bezeichnet, Nationalismus, der eingelernte, affirmativ-identitäre Bezug auf den als Nation verbrämten Staat, ist über alle politischen und ideologischen Grenzen hinweg präsent - es ist die fast alle pluralistischen Ideologien und Interessen am Ende doch integrierende Basisideologie -; und damit aber ebenso seine Implikationen und Konsequenzen.

7. Rassistische Normalität

Denn was so harmlos, normal, allgegenwärtig und fast jedem inhärierend daher kommt, ist nichts anderes als das Imaginieren und Zugehörigfühlen zu einer Gruppe; die Nation nichts anderes als ein staatlich verordnetes Gruppenkonstrukt das einem qua Geburt aufgepflichtet wird. Ihr immaniert der Topos eines homogen „Wir“, das sich nur in Abgrenzung zu einem homogenen „Die“, einem Fremden, Anderen, konstituieren kann. Eine „Ingroup“ die durch die Konstruktion einer „Outgroup“ erst Substanz erhält. Sie zielt auf Identität mit ihr, auf die identitäre Sublimierung des individuellen Subjekts in ihr. Sie ist eine „abgrenzbare, soziale Einheit [, die] durch Gruppenidentität (Wir-Gefühl) verbunden [ist]“ (Hartung 2010: 104). Ihr werden homogene, für alle Zugehörigen geltende Eigenschaften und Merkmale zugeschrieben, die immer nur positiv konnotiert sind und die sie notwendig qua Attributierung von weniger positiv bewerteten Eigenschaften und Merkmalen an die imagnierte(n) Outgroup(s) auszeichnen. Die oben erörterten gruppenimmanten Dynamiken und Mechanismen wirken hier also ebenso, wie bei jeder anderen Gruppe. Identität, Selbstwertstabilisierung, Stereotype, Vorurteile, Deindividuation, Realitätsverzerrung, Ab- bzw. Ausgrenzung und Abwertung sind in das Gruppenkonstrukt Nation ebenso eingeschrieben, wie in jede andere Gruppe. Und ebenso wie jede andere Gruppe konstituiert sie sich durch diese Momente, kann nur durch sie bestehen. Der Algorithmus ist immer der Gleiche. So schreibt Franz Schandl (2005: 178) richtig und sehr treffend: „Der Nationalismus baut auf einem identitären 'Wir-Gefühl', er setzt auf Abgrenzung nach außen. Alles Fremde ist ihm außen, und alles Äußere ist ihm fremd. Der Fremde hat daher draußen zu bleiben: Das Nahe ist einem näher, weil es nahe ist, das Ferne ist einem ferner, weil es ferne ist. Das eine ist da, das andere ist weg. Ist auf einmal da, was normal weg ist, reagiert der Bürger mit Entsetzen, ohne sich freilich zu fragen warum es auf einmal da ist. Daß die Ferne kommt, erfährt er nicht als objektive Gesetzmäßigkeit, sondern als subjektive Böswilligkeit der Anderen, die es abzuwehren gilt. Sie sollen daher das Weite suchen, und das in einer Epoche, wo das Kapital sie geradezu anzieht.“ Die oben erörterte, in Gruppen eingeschriebene Abwehr alles mutmaßlich für die Identität und damit den Selbstwert und/oder für etwaige imaginierte begrenzte Ressourcen Bedrohlichen, wirkt als natürlich auch in der Gruppe Nation. Und wie aus alledem bereits evident wird: die die Outgroup betreffenden Implikationen des Gruppenalgorithmus entsprechen den Kriterien des Rassismusbegriffs: Die Imagination einer als fremd, anders und homogen perzipierten Outgroup, welcher abwertungsintendierte negativ konnotierte Attribute - Stereotypen - beigeordnet werden und die unter Bezug auf ein „Wir“ ausgegrenzt wird. Man kann also sagen, dass Rassismus in das Wesen von Gruppen eingeschrieben, ihnen immanent ist. Wenn die Nation daher eine staatliche verordnete Gruppe ist und Gruppen immanent rassistisch sind, dann kann man sich des Topos nicht entäußern, dass die Nation letztlich nichts anderes, als ein staatlich verordneter Rassismus ist. Und in genau dem Maße, in dem der oben erörterte Nationalismus Normalität ist, ist es auch der Rassismus. Die Nation ist die Präsupposition des staatsorientierten Rassismus.

8. Fazit

Was bedeutet dies nun für die Ausgangsfrage? Es scheint mir aus dem Vorangegangen evident, dass die Omnipräsenz der rassistischen Disposition aus der Omnipräsenz des Nationalismus erwächst. Wenn es kaumjemanden gibt, der sich dem Imperativ der nationalen Ideologie entziehen kann, dann gibt es auch kaumjemanden der keine rassistische Disposition hätte, da Erstere die Letztere bedingt, Letzere in Erstere eingeschrieben ist. Die Verordnung der nationalen Ideologie ist nun kein erstjetzt emergierendes Novum, sondern ist seit langem Bestandteil der menschlichen Lebenswelt moderner Gesellschaften - konstituiert die Moderne geradezu -, weshalb eine rassistische Disposition der Gesellschaft ebensowenig ein Novum der letzten Jahre darstellen kann. Insofern erscheint es mir vergebens, nach Gründen für eine plötzlich rassistischere Gesellschaft zu suchen, nach dem Grund eines gesellschaftlichen Gesinnungswandles. Die Gesinnung, das Bewusstsein, schlicht: die Disposition nationaler Gesellschaften hat sich diesbezüglich nicht geändert; sie war immer schon eine rassistische. Geändert hat sich zum Einen nur die weiter oben genannte Semantik der Begriffe Rassismus und Ausländerfeindlichkeit, was wie dargestellt schon einmal per se die Potenz hat, die dispositionale Änderung einer unverändert disponierten Gesellschaft zu insinuieren. Zum Anderen aber hat sich vor Allem die Einbettung dieser nationalen Konstante geändert: Die tagtäglich forcierte nationale Ingroup zeitigt subjektiv die oben ausgeführte identitäts-, selbstwert- und ressourcenbedrohliche Tangierung mit der Outgroup. Die simple Vergrößerung der auf Tuchfühlung situierten, imaginierten Outgroup macht die in die Nation immer schon eingeschriebene Normalität der rassistischen Disposition virulent und holt sie in den Bereich der sinnlichen Wahrnehmung. Die rätselhafte, putative dispositionale Varianz der Gesellschaft ist lediglich die extrinsisch evozierte Emergenz einer intrinsischen Normalität. Einer gesellschaftlichen Normalität, die ihr entsprechend wie oben bereits ausgeführt, jenseits sonstiger ideeller Verwerfungen einer gesellschaftlichen Majorität teilhaftig ist. Die Omnipräsenz der rassistischen Disposition ist daher weder etwas neues, noch mirakulöses, sie transzendiert nur je nach Situation ihrer extrinsischen Bedingungen mal mehr und mal weniger die Sphären empirschen Erlebens. Ihr Grund ist der nationale Imperativ. Der partikularistische Konsens, in den scheinbar fast alle einstimmen, ist nichts anderes, als die Sichtbarwerdung des nationalistischen Konsenses, der besteht. Der proklamierte „Rechtsruck“ mit seiner Verlagerung der politischen Machtverhältnisse ist die Manifestation einer virulent gewordenen gesellschaftlichen Disposition. Seine Vermeidung bedarf einer objektiven oder subjektiven Dekonstruktion ihrer Grundlage: der Nation - die reale oder subjektive Suspendierung dieses Konzepts. Denn entgegen der allzu üblichen und zumeist fehlerhaften Ideologie einer Individualisierung, Psychologisierung, schlicht Personalisierung von sozial unerwünschtem Verhalten, geht man auch hier irr in der Annahme, es handle sich bei der gegenständlichen Disposition um individuelle Fehler (vgl. Güttler 2000: 181). In solch einem Topos wird die Disposition bzw. Gesinnung sodann als nur Einzelnen anhaftende, deviante Pathologie imaginiert. Eine derartige Darstellung abstrahiert von der hier dargestellten Matrix des Nationalen und hält keine adäquate Erklärung für die rezenten, hier zum Thema stehenden Vorgänge bereit. Diese Perspektive der individuellen Devianz verschleiert die Matrix der Vorgänge gleich doppelt: Nicht nur dass sie die Implikationen des Nationalismus tabuisiert, zeichnet sie das, was die von ihm induzierte Normalität ist, als ihre Abweichung. Sie kann daher, wie schon die oben ausgewiesene Verbrämung des Nationalismus als Patriotismus, als eine der Hauptinstrumentarien zur Immunisierung und Perpetuierung des Konzepts der Nation begriffen werden. Und leider ist sie hier wie überall leicht durchzusetzen und zu kontinuieren, entspricht sie doch dem „fundamentalen Attributionsfehler“, den Menschen in der Regel begehen: der Neigung, die Ursache menschlichen Verhaltens nicht in ihren äußeren Umständen sondern ihrer inneren Verantwortung zu verorten (Bierbauer 2005: 119).

Die rassistische Disposition der Gesellschaft ist also kein individuelles Defizit, sondern primordial ein Derivat des Nationskonzeptes und kann daher im Wesentlichen auch nur qua dessen Dissoziation, sei sie real (institutionell) oder nur subjektiv, überwunden werden. Wie bereits dargestellt: So lange die identitässtiftende Illusion der nationalen Gruppe Platz greift in der Vorstellung der Menschen, wirkt auch deren Algorithmus. Die individuelle Intensität der Verworfenheit auf sie hängt, siehe oben, von verschieden, sehr kontingenten Umständen der Menschen ab, welche im Gros der Empirie bedauerlicher Weise wohl eher auf eine intensivere Verworfenheit verweisen. Antirassistische Projekte sollten daher auf die reale/subjektive Demontage der Nation zielen. Die personalisierte Tadelung von symptomatischen Verhalten wird unfruchtbar bleiben, da dieses Verhalten mit dem seiner kollektivistischen Provenienz ungewahren, verhaltensbestimmenden Ethos, dessen rassistisch disponierte Werteordnung sich den Menschen als Selbstverständlichkeit darstellt, konkordant ist und daher weder emotional noch rational für eine einem anderen Ethos, einer anderen Logik folgenden Kritik empfänglich ist. Die Kritik kann keinen Zugang finden, da sie auf anderen Selbstverständlichkeiten, einer anderen ontologischen Basis operiert und damit beim Empfänger keine Validität besitzt. Derartige Debatten erzielen in der Regel keinen Sinn und führen eher zu Zuständen der Konfusion - ein für beide Seiten als hoch frustrierend erlebtes Scheitern von Kommunikation im Sinne einer erfolglosen Übermittlung von Botschaften aufgrund differierender Wirklichkeitsauffassungen (Watzlawick 2007: 13 ff.). Fällt allerdings die Ursache des kollektivistischen Ethos - die Illusion der Nation - wird der Ethos und dessen verhaltenstiftendes Bewertungssystem zusammenbrechen, die rassistische Disposition verlöschen.

9. Literatur

> Althusser, Louis (1977): Ideologie und ideologische Staatsapparate. In: ders. (Hg.): Ideologie und ideologische Staatsapparate: Aufsätze zur marxistischen Theorie; Hamburg/Berlin: VSA, 108-153.

- Baumann, Zygmunt (2009): Gemeinschaften. Auf der Suche nach Sicherheit in einer bedrohlichen Welt; Frankfurt/Main: Suhrkamp
- Baumgartner, Markus (2009): Obstruktive Performativität des Rassismusbebriffs; http://textfeld.ac.at/text/1644/ ; 25.6.11
- Bierbauer, Günter (2005): Sozialpsychologie; Stuttgart: Kohlhammer Verlag
- Brand, Ullrich (2010): Internationale Politik. In: Reinhard Sieder et. al (Hg.): Globalgeschichte 1800-2010; Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag, 213-253
- Grigat, Stephan (2009): Zur Kritik der Nation - Magdeburg 21.5.2009; http://www.megaupload.com/?d=Q26H90OY ; 25.6.11
- Güttler, Peter O. (2000): Sozialpsychologie; München: Oldenburg Verlag
- Hartung, Johanna (2010): Psychologie in der sozialen Arbeit. Band 3. Sozialpsychologie; Stuttgart: Kohlhammer Verlag
- Horaczek, Nina (2011): Wie rechts ist Österreich? In: Club 2 (ORF-TV-Sendung); 12.5.2011
- Presse.com, Die (2011): Platz 1: FPÖ zieht in Umfrage an SPÖ und ÖVP vorbei; 1.4.2011; http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/646709/Platz-1_FPQe-zieht- in-Umfrage-an-SPOe-und-OeVP-vorbei; 25.6.11, o.S.
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[...]


[1] ORF (Österreichischer Rundfunk) -TV Debatten-Sendung zum Thema: „Wie rechts ist Österreich?“

[2] Man verzeihe mir diese etwas perfide, aus dem Kontext gerissene Spitze, die sich keinesfalls gegen die Autorin des Diktums richtet, sondern nur aus illustrativen Zwecken die eigentlich allgemeine Ratlosigkeit symbolisieren soll.

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Details

Titel
Normalität der rassistischen Präsupposition
Hochschule
Universität Wien  (Politikwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V175060
ISBN (Buch)
9783640959297
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nation, Nationalismus, Rassismus, Staat, Xenophobie, Rechtsruck, FPÖ
Arbeit zitieren
Markus Baumgartner (Autor), 2011, Normalität der rassistischen Präsupposition, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175060

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