In der Finanzwelt wird zurzeit kaum ein Thema so häufig diskutiert, wie das über
Tradingmethoden der Banker und speziell die der Hedgefonds. In Jahr 2005 noch als
Heuschrecken von Franz Müntefering betitelt, wurden die Hedgefonds ein Jahr später
wiederum von der Finanzwelt als Heilsbringer hochgelobt. Es galt, Hedgefonds erzielen
in jeder Börsenphase Gewinne und tragen richtig eingesetzt zur optimalen Diversifizierung
eines Portfolios bei. Heutzutage nach dem Schrecken der Finanzkrise, gelten
Hedgefonds aufgrund weniger schwarzer Schafe und deren Methoden mit Leerverkäufen
wiederum als hochspekulative Finanzprodukte, als verantwortungsloser Bösewicht
oder als ein Auslöser von Krisen. Oft werden aufgrund der fehlenden Transparenz
dieser Anlageklasse allgemein die Hedgefonds beschuldigt, obwohl es viele Unterschiede
hinsichtlich deren Strategien und Tradingstilen gibt. Diese Ausarbeitung klärt
darüber auf, was genau eine Strategie ausmacht und was ein Tradingstil ist. Diese
Arbeit fasst mögliche Strategien, als Ebenen zu einem Überblick zusammen und verbildlicht
den Entscheidungs- bzw. Entwicklungsprozess zum persönlich angepassten
Tradingstil, indem die einzelnen Stufen anhand von Beispielen aufgezeigt und erläutert
werden.
Natürlich gibt es kein perfektes System und es wird auch keins geben, was immer
funktioniert. Jedoch ist es Tatsache, dass bestimmte Systeme immer wieder Anwendung
finden, funktionieren und auch über bestimmte Zeiträume kontinuierlich Gewinn
abwerfen. Das was man braucht, um erfolgreich am Finanzmarkt zu handeln, ist ein
individuell angepasster Tradingstil, der auf vielen Entscheidungen basiert.
Diese Arbeit soll aufzeigen, welche Optionen zu traden man hat und Denkanstöße geben,
um zu seinem individuellen Tradingstil zu kommen. Daher zielt diese Arbeit darauf
ab, die grundlegenden bekanntesten Tradingansätze zur Verwirklichung der Findung,
eines individuellen Tradingstils, als Übersicht aufzuzeigen. Themen wie Psychologie
des Marktes, Moneymanagement und Risikomanagement sind zur Findung eines geeigneten
Tradingstils unabdingbar, aber da es sich um eine Arbeit über Strategien und
Handelsysteme handelt, werde ich sie hier nicht behandeln und empfehle jedem aktivem
Trader oder dem der es noch werden will, die Lektüre dieser Themen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise und inhaltliche Struktur
2 Hedgefonds und deren Strategien
2.1 Definition
2.2 Bedeutung für den Finanzmarkt
2.3 Hedgefond Strategien
2.4 Kategorisierung von Hedgefond Strategien
2.4.1 Gewichtung der Hedgefondstrategien
2.4.2 Direktionale Strategien
2.4.2.1 Long Short Equity
2.4.2.2 Dedicated Short Bias
2.4.2.3 Emerging Markets - aufstrebende Märkte
2.4.2.4 Commodity Trading Advisors
2.4.2.5 Global Macro
2.4.3 Nicht-Direktionale Strategien
2.4.3.1 Relative-Value-Arbitrage / Marktneutrale Strategien
2.4.3.2 Equity Market Neutral - Statistical Arbitrage
2.4.3.3 Convertible Arbitrage
2.4.3.4 Fixed lncome Arbitrage
2.4.3.5 Event Driven (Ereignisbezogene Strategie)
2.4.3.6 Merger Arbitrage / Risk Arbitrage
2.4.3.7 Distressed Securities
2.4.3.8 Corporate Restructuring
3 Trading-Systeme
3.1 Allgemein
3.1.1 Kategorisierung der nach Konzepten
3.2 Trendfolgen (Momentum)
3.2.1 Slingshots
3.2.2 Darvas Methode
3.2.3 Reversal New Highs
3.2.4 Turtle Methode
3.2.4.1 Turtle Soup von Altucher
3.2.4.2 Turtle soup und Turtle soup(+1)von Cooper
3.2.5 Donchian Channel Breakout
3.2.6 180´s
3.3 Band Trading – Volatilität - Umkehrformationen
3.3.1 Spekulation mit Bändern
3.3.2 5-Minuten-Bollinger-Bänder
3.3.3 1-2-3er Ross-Methode
3.3.4 1-2-3-4er
3.3.5 lizard's day
3.3.6 Boomers
3.3.7 Warum bewegen sich Märkte in diesen Bändern
3.4 Ausbruch Trading
3.4.1 expansion breakout (ohne ADX und relative Stärke)
3.4.2 Bollinger Ausbrüche
3.4.3 expansion pivots
3.4.4 Dreiecksformationen
3.5 sonstige kurzfristige Methoden
3.5.1 Gaps
3.5.2 Gilligans Island (Gaps)
3.5.3 ticks nutzen
3.5.4 Momentitäts-Trading
3.6 Optionsstrategien
3.6.1 Spreading
3.6.2 Arbitrage
3.6.3 Hedging
3.6.3.1 Kategorisierung nach zeitlichem Rahmen
3.6.3.2 Scalping
3.6.3.3 Day-Trading
3.6.3.4 Overnight Trading
3.6.3.5 Swingtrading
3.6.3.6 Positionstrading
3.6.3.7 Value Trading
3.7 Verlustbegrenzung durch Stopp Management
3.7.1 Absolute-Stops
3.7.2 Trailing-Stops
3.7.3 Volatilitäts-Stopps
4 Schlussfolgerung
4.1 Zusammenfassung
4.2 Kritische Darstellung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, dem Leser durch die Analyse grundlegender Tradingansätze und Hedgefonds-Strategien Denkanstöße für die Entwicklung eines individuellen Tradingstils zu geben. Dabei wird aufgezeigt, wie durch die Kombination von verschiedenen Handelskonzepten, einer klaren Systematik und einem disziplinierten Risikomanagement ein erfolgreich anpassbarer Ansatz für den Finanzmarkt erarbeitet werden kann.
- Grundlagen und Klassifizierung verschiedener Hedgefonds-Strategien
- Technische Analyse von Tradingsystemen (Trendfolge, Band Trading, Ausbruchs-Strategien)
- Entscheidungsprozess zur Findung eines persönlich angepassten Tradingstils
- Methoden des Risikomanagements und der Verlustbegrenzung (Stopp-Management)
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Spekulation mit Bändern
Bollinger Bänder sind Kursspannen, welche durch die gleitenden Durchschnitte von Aktien festgelegt werden. Sie sollen zeigen ob der Mark überkauft oder überverkauft ist. Bollinger Bänder erstellt man indem man einen gleitenden Durchschnitt erstellt. Je nachdem, ob man kurzfristig, mittelfristig oder eher langfristig handelt benutzt man einen 10-Tage, 20-Tage, 100 Tage oder sogar 200-Tage gleitenden Durchschnitt. Nun zieht man parallel drüber und drunter im Abstand von x Standartabweichungen eine obere und untere Linie, welche ein Band aus drei Linien entstehen lässt. Allgemein heißt es, wenn der Kurs sich dem oberen Ende des Bandes nähert oder gar berührt ist die Aktie überkauft und an der unteren Linie eher überverkauft, da man davon ausgeht das der Preis sich langfristig dem gleitenden Durchschnitt annähert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert die Problemstellung und Zielsetzung und beschreibt den Aufbau der Arbeit.
2 Hedgefonds und deren Strategien: Hier werden Hedgefonds definiert, ihre Bedeutung für den Finanzmarkt erläutert und die verschiedenen direktionalen sowie nicht-direktionalen Handelsstrategien im Detail kategorisiert.
3 Trading-Systeme: Dieser Hauptteil widmet sich der technischen Kategorisierung von Tradingsystemen, von Trendfolge und Band Trading bis hin zu Ausbruchs- und Optionsstrategien inklusive Stopp-Management.
4 Schlussfolgerung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bietet eine kritische Darstellung sowie einen Ausblick auf die praktische Anwendung der entwickelten Ansätze.
Schlüsselwörter
Tradingstil, Hedgefonds, Finanzmarkt, Trendfolge, Band Trading, Risikomanagement, Kursanalyse, Arbitrage, Volatilität, Anlagestrategie, Charttechnik, Bollinger Bänder, Stopp Management, Performance, Investmentfonds
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit im Kern?
Es geht um die Entwicklung eines individuellen Tradingstils, der auf der Analyse bestehender Hedgefonds-Strategien und technischer Handelskonzepte basiert.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt Hedgefonds-Strategien (direktional/nicht-direktional), verschiedene Tradingsysteme wie Trendfolge und Band Trading, sowie essenzielle Aspekte des Risikomanagements.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser einen Überblick über verschiedene Tradingansätze zu geben, um ihm dabei zu helfen, ein eigenes, auf seine Bedürfnisse zugeschnittenes Handelssystem zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Studium technischer Trading-Methoden sowie der Systematisierung von Handelsansätzen erfahrener Trader und Hedgefonds-Manager.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Detaillierung von Handelsstrategien wie Trendfolgen, Band-Trading, Ausbruchs-Trading und der Implementierung von Stopp-Loss-Management zur Verlustbegrenzung.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Tradingstil, Hedgefonds-Strategien, technische Analyse, Risikomanagement und Volatilität.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Strategie“ und „Methode“ eine Rolle?
Die Arbeit betont diese Trennung, da eine Strategie den übergeordneten Rahmen (z.B. Marktrichtung) definiert, während die Methode die konkrete operative Umsetzung (Einstieg, Ausstieg, Haltedauer) festlegt.
Welche Rolle spielt das „Backtesting“ für den Autor?
Der Autor betont, dass ein theoretisch entwickelter Tradingstil zwingend virtuell mittels Backtesting geprüft werden muss, um dessen Funktionalität in historischen Marktphasen zu validieren.
- Quote paper
- Mirek Miedzinski (Author), 2009, Entwicklung des individuellen Tradingstils, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175093