Diese Masterarbeit untersucht, wie Facetten der Feedbackkultur das subjektive Produktivitätsempfinden in einer hybriden Arbeitsorganisation der Kreativbranche beeinflussen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Produktivität nicht nur über objektive Leistungskennzahlen, sondern auch über individuelle Wahrnehmungen und Bewertungen der eigenen Arbeit bestimmt wird. Auf Basis des Feedback-Environment-Modells von Steelman, Levy und Snell (2004) werden sieben Facetten der Feedbackkultur analysiert, darunter Glaubwürdigkeit der Feedbackquelle, Feedbackqualität, Feedbackvermittlung, positives und kritisches Feedback, Verfügbarkeit von Feedback sowie organisationale Ermutigung zur Feedbacksuche.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden halbstrukturierte Leitfadeninterviews mit Mitarbeitenden einer Kommunikationsagentur durchgeführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2024) ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere Feedbackqualität, Glaubwürdigkeit der Feedbackquelle und zeitnahe Verfügbarkeit von Feedback einen starken Einfluss auf das subjektive Produktivitäts-empfinden haben. Feedback wirkt dabei vor allem über die Mechanismen Orientierung, Selbstwirksamkeit und Motivation. Positives Feedback erhöht Motivation und Engagement, während konstruktiv formulierte Kritik Lernprozesse und Leistungsverbesserungen unterstützen kann.
Die Studie zeigt zudem, dass hybride Arbeitsformen neue Anforderungen an Feedbackprozesse stellen, da spontane Rückmeldungen seltener auftreten und stärker durch strukturierte Kommunikationsformate ersetzt werden müssen. Die Ergebnisse liefern damit sowohl theoretische Impulse für die Feedbackforschung als auch praktische Ansatzpunkte zur Gestaltung wirksamer Feedbackkulturen in hybriden Arbeitsorganisationen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), Facetten einer Feedbackkultur und ihr Einfluss auf subjektives Produktivitätsempfinden in der Kreativbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1750970