Das Thema der ,,Jugendsprache" hat mich insofern interessiert, da es zum einem eine Sprache ist, die ich selbst als Jugendliche benutzt habe, zum anderen studiere ich das Fach Germanistik auf L1 und ich werde mit der Sprache der Jugendlichen in Zukunft täglich konfrontiert sein.
Ein weiterer wichtiger Punkt liegt darin, dass ich zwar den Begriff der ,,Jugendsprache" immer wieder vernommen habe, das Thema sogar zu meiner Schulzeit im Unterricht behandelt wurde, doch eindeutig was Jugendsprache bedeutet/beinhaltet oder warum sie entstanden ist blieb für mich damals unklar. Als das Thema in der Schule besprochen wurde, traf es auf allgemeines Interesse in der Klasse. Es war endlich ein Thema, von dem man sich selbst angesprochen fühlte.
In meiner Arbeit stelle ich mir die Fragen, warum Jugendliche überhaupt eine ,,Jugendsprache" benutzen und ob nur Jugendliche diese Sprache sprechen, oder nicht auch Erwachsene? Was gilt eigentlich als Jugendsprache? Fällt schon das Wort ,,Scheiße" unter Jugendsprache oder erst das Wort ,,supergeil"?
Mit meinem Referat möchte ich versuchen, folgende Fragen zu beantworten: Was ist ,,Jugendsprache"? Wer spricht die Sprache der Jugend? Warum wird die ,,Jugendsprache" gesprochen? Wie wird die ,,Jugendsprache" von anderen gesehen (Eltern, Lehrer)?
Um diese Fragen zu klären, versuche ich in Punkt 2 den Begriff der ,,Jugendsprache" und seinen Ursprung zu klären. Unter Punkt 3 stelle ich die Frage: Was ist Jugend, betrachtet aus der Sicht der Soziologie. Punkt 4 geht auf die Frage ein, wie sich die sich Jugendlichen sehen in Bezug auf ihre Sprache.
Der Punkt 5 geht auf die Erwachsenen (Lehrer und Eltern) und ihr Verständnis von Jugendsprache ein. Der 6. Punkt soll die Frage, warum Jugendliche eine eigene Sprache entwickeln, klären. Punkt 7 beleuchtet noch einmal das Meinungsbild von Androutsopollos Jannis bezüglich der Jugendsprache.
Der 8. Punkt ist meine persönliche Einschätzung zu diesem Thema und somit die Schlussfolgerung. Der letzte Punkt beinhaltet die Quellenangabe.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff der Jugendsprache und sein Ursprung
3. Was ist Jugend
3.1 Anette Last: zu dem Begriff der Jugend
4. Wie sehen Jugendliche sich und ihre Sprache
5. Was verstehen Erwachsene unter „Jugendsprache“ und wie bewerten sie jugendsprachliche Sprach prägungen?
6. Warum entwickelt die Jugend eine Sprache?
7. Jugendsprache aus der Sicht von Androutsopollos Jannis
8. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die soziolinguistischen Hintergründe der sogenannten Jugendsprache, ihre Entstehung und die Wahrnehmung durch Jugendliche und Erwachsene. Das primäre Ziel ist es, den Begriff kritisch zu hinterfragen, die Funktionen der Sprache innerhalb jugendlicher Gruppen zu analysieren und die Diskrepanz zwischen der wissenschaftlichen Sichtweise und dem alltäglichen Verständnis zu beleuchten.
- Soziologische Definition und Abgrenzung des Jugendbegriffs
- Empirische Untersuchung von Spracheinstellungen bei Jugendlichen
- Die Perspektive der Erwachsenengeneration auf jugendsprachliche Prägungen
- Die psychologische und kommunikative Funktion von Jugendsprache
- Kritische Analyse linguistischer Forschungsansätze
Auszug aus dem Buch
3 Was ist Jugend ?
Wenn man versuchen möchte, sich mit dem Thema der „Jugendsprache“ oder der Sprache der Jugend auseinander zu setzen, so muss man sich zuerst einmal mit dem Begriff der Jugend auseinandersetzen.
Aus der Sicht der Soziologie betrachtet, sind „Jugendphänomene selbstverständlich Phänomene, nicht zu erklären ohne die ökonomische und politische Struktur der Gesellschaft, die familialen Beziehungen, den Staus der Jugend, der jugendspezifischen Institutionen“ (Bezzel/Bruder 1984:3).
Jugend kann nach Schäfer (1985) in verschiedene Parameter eingeteilt werden, zum einem Jugend als biologische Altersphase mit Einsetzen der Pubertät, Jugend als soziale Altersphase (Teilreife wie z. B. Strafmündigkeit, Eidsfähigkeit u. s. w., Jugend als soziale Altersgruppe (peer-group), oder Jugend als Subkultur, als Problemgruppen, oder Teilnehmer an verschiedenen Organisationsformen (bspw. Sportjugend).
Scheuch (1975) meint, dass es im Grunde genommen keine „Jugend“ gibt. Er spricht sich eher für die Schnittmenge von Gemeinsamkeiten aus, wonach soziale Differenzierungen möglich sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasserin motiviert die Wahl des Themas durch ihre Germanistikstudien und persönliche Erfahrungen, wobei sie zentrale Forschungsfragen zur Bedeutung und Entstehung der Jugendsprache formuliert.
2. Der Begriff der Jugendsprache und sein Ursprung: Dieses Kapitel erläutert, dass der Begriff historisch gewachsen ist, jedoch nicht direkt aus der Linguistik stammt, und betont die Notwendigkeit, das Phänomen wissenschaftlich neu zu konstituieren.
3. Was ist Jugend: Hier wird der Jugendbegriff aus soziologischer Perspektive durch verschiedene Parameter wie biologische und soziale Altersphasen differenziert.
3.1 Anette Last: zu dem Begriff der Jugend: Die Autorin analysiert die Ansichten von Anette Last, die vor einer zu starken Reduzierung der Jugendsprachforschung auf die reine Lexik warnt.
4. Wie sehen Jugendliche sich und ihre Sprache: Auf Basis einer soziolinguistischen Studie wird beleuchtet, wie Jugendliche durch ihre Sprachwahl eine bewusste Abgrenzung zur Erwachsenenwelt vollziehen.
5. Was verstehen Erwachsene unter „Jugendsprache“ und wie bewerten sie jugendsprachliche Sprach prägungen?: Das Kapitel kontrastiert die Sichtweisen von Lehrern und Eltern, die Jugendsprache oft als Gefahr oder Sprachverarmung wahrnehmen, mit der Realität des Sprachgebrauchs.
6. Warum entwickelt die Jugend eine Sprache?: Psychologische Aspekte des Lebensgefühls, des sozialen Drucks und der Identitätsfindung stehen hier im Fokus als Gründe für die Sprachinnovation.
7. Jugendsprache aus der Sicht von Androutsopollos Jannis: Es werden die linguistischen Erkenntnisse von Jannis Androutsopoulos vorgestellt, der die Jugendsprache als variantenreiches, produktives Sprachsystem begreift.
8. Schlusswort: Die Verfasserin reflektiert ihre eigenen Erfahrungen mit Jugendsprache und plädiert für eine didaktische Integration des Themas im Deutschunterricht.
Schlüsselwörter
Jugendsprache, Soziolinguistik, Identitätsfindung, Jugendkultur, Sprachwandel, Generationskonflikt, Sprachwitz, Gruppenidentität, Standardsprache, Sprachinnovation, Kommunikation, Sprachnormen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Sprache von Jugendlichen, ihren soziologischen Wurzeln und der Art und Weise, wie dieses Phänomen sowohl von den Jugendlichen selbst als auch von Erwachsenen wahrgenommen und bewertet wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition von Jugend, die Funktionen der Jugendsprache als Identitätsmerkmal, der Konflikt zwischen Jugend- und Standardsprache sowie die wissenschaftliche Einordnung des Phänomens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis für Jugendsprache zu entwickeln und zu zeigen, dass es sich dabei nicht um ein statisches oder "falsches" Sprachgebilde handelt, sondern um einen dynamischen, kreativen Prozess.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung soziolinguistischer Studien, wie beispielsweise der Arbeit von Susanne Wachau.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ursprünge des Begriffs, die soziale Verortung von Jugend, die Selbstwahrnehmung Jugendlicher, das Meinungsbild von Erwachsenen und die linguistischen Beobachtungen verschiedener Forscher.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jugendsprache, Identitätsfindung, Sprachwandel, Gruppenidentität und die Interaktion zwischen Jugendlichen und Erwachsenen.
Warum wird Jugendsprache oft als "primitiv" angesehen?
Erwachsene bewerten sie oft negativ, da sie die kreativen, gruppendynamischen Prozesse wie Sprachwitz oder Neuschöpfungen ignorieren oder als Abweichung von der korrekten Standardsprache missverstehen.
Welchen pädagogischen Nutzen sieht die Autorin im Thema?
Die Verfasserin schlägt vor, Jugendsprache im Deutschunterricht zu behandeln, um die Interessen der Schüler ernst zu nehmen und ihre Ausdrucksfähigkeit sowie ihr sprachliches Bewusstsein zu fördern.
- Quote paper
- Fatima Oturak-Pieknik (Author), 2000, Jugendsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1750