Der Arzneimittelbeauftragte im Rettungsdienst ist Hüter der Medikamente. Die Änderung des Apothekengesetztes schreibt vor, dass eine sachkundige Person auf JEDER Rettungwache benannt werden muss. Der Arzneimittelbeauftragte erwirbt die Sachkenntnis mit einem 2-tätigen Lehrgang incl. Prüfung. Dieses Buch bereitet darauf vor. Der Titel und das didaktische Konzept "Arzneimittelbeauftragter im Rettungsdienst" ist durch den Autor urheberrechtlich geschützt und ein eingetragenes Wahrenzeichen.
Inhaltsverzeichnis
Galenik – die Kunst der Verpackung
Freisetzungskinetik unterschiedlicher Arzneiformen
Orale Arzneiformen
Tabletten
Dragees
Filmtabletten
Kapseln
Sublinguale und buccale Formen
Modifizierung der Arzneistofffreisetzung
Arzneiformen zur pulmonalen Anwendung
Atemtechnik
Gerätetypen
Nasale Arzneiformen
Ophtalmica
Injektionen/Infusionen
Transdermale Therapeutische Systeme (TTS)
Rectale Arzneiformen
Suppositorien
Klistiere
Umgang mit Medikamenten im Rettungsdienst
Off-Label-Use
Beschaffung von Arzneimitteln
Änderung von § 14 Apothekengesetz (ApoG)
Zusammenarbeit mit der Apotheke als Kooperationspartner
Welche Apotheke darf liefern?
Inhalte des Arzneimittel Versorgungsvertrags
Allgemeine Pharmakologie
Pharmakokinetik - echt bewegend!
Pharmakodynamik
Rezeptor - Schloß ohne König
Kampf um´s Schloß
Es geht auch ohne Schloß
Nebenwirkungen - muß das sein?
Autonomes Nervensystem - richtig wichtig!!!
Sympathikus - echt sympathisch!
Parasympathikus - voll daneben
Medikamente in der Kompetenz der Not ...einfach verstehen....
Adrenalin – Starter für das Herz
ß-2-Sympathomiketika
Nitrokörper
Benzodiazepine - die HWZ ist nicht immer nett!
Glucose: süß und gefährlich
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, dem Rettungsdienstpersonal ein fundiertes Verständnis für die Pharmakologie und den rechtssicheren sowie korrekten Umgang mit Notfallmedikamenten zu vermitteln, um die Qualität der präklinischen Versorgung zu optimieren.
- Grundlagen der Galenik und Arzneiformen im Rettungsdienst.
- Rechtliche Rahmenbedingungen für Beschaffung und Anwendung (Notkompetenz & Off-Label-Use).
- Pharmakologische Basisprinzipien (Pharmakokinetik und Pharmakodynamik).
- Spezifische Wirkweise und Handhabung notfallmedizinisch relevanter Medikamentengruppen.
- Strukturierte Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Apotheken.
Auszug aus dem Buch
Galenik – die Kunst der Verpackung
Galenos, der griechische Arzt, hätte es sich vor nahezu 2000 Jahren bestimmt nicht träumen lassen, was aus seiner nach ihm benannten „formgebenden“ Lehre geworden ist. Obwohl Begriffe wie Freisetzungskinetik, osmotische Systeme und Liposome zu dieser Zeit nicht existierten, war man immer schon erfinderisch, wenn es darum ging, Arzneimittel in den Körper zu schleusen. Die Hexensalben von Einst sind, elegant verändert, unsere heutigen Transdermalen Therapeutischen-Systeme (TTS) und gepreßte Tonerde sind die Vorgänger der Tablette. Aus der Zeit, in der die Apotheke noch deutlich mehr mit der Eigenherstellung von Arzneimitteln beschäftigt war, stammt auch die umgangssprachliche Berufsbezeichnung „Pillendreher“.
Doch jeder Fortschritt kann auch nachteilig sein. Wie man ein Dragee benutzt, weiß jeder. Was nützt jedoch das innovative Dosieraerosol, wenn der Patient es falsch anwendet? Mit zunehmenden galenischen Fortschritt ist deshalb gerade die Beratungskompetenz der Apotheke gefragt, damit der Kunde sein Arzneimittel richtig und somit effizient handhabt. Man sollte dabei von einem geringen Grundwissen des Anwenders ausgehen. Dies gilt insbesondere für ältere Patienten und solche, die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben. Nichts ist unmöglich! Die Anwenderin, die ein orales Kontrazeptivum einführt oder der Anwender, der ein Suppositorium schluckt ist nicht Witz, sondern (seltene) Realität.
Zusammenfassung der Kapitel
Galenik – die Kunst der Verpackung: Einleitende Betrachtung zur Entwicklung von Arzneiformen und der Bedeutung von Beratungskompetenz bei der Medikamentenanwendung.
Umgang mit Medikamenten im Rettungsdienst: Erläutert die besonderen Herausforderungen bei der Beschaffung, Lagerung und den rechtlichen Grauzonen der Notkompetenz im Rettungsdienst.
Off-Label-Use: Diskutiert die rechtlichen Implikationen und Haftungsfragen bei der Anwendung von Medikamenten außerhalb der zugelassenen Indikation.
Beschaffung von Arzneimitteln: Beschreibt die historische und aktuelle Versorgung von Rettungswachen durch Krankenhaus- und öffentliche Apotheken.
Änderung von § 14 Apothekengesetz (ApoG): Erläutert die gesetzliche Gleichstellung von Rettungsdienststandorten mit Krankenhausstationen hinsichtlich der Arzneimittelversorgung.
Zusammenarbeit mit der Apotheke als Kooperationspartner: Detaillierte Auflistung der Anforderungen und Inhalte eines rechtssicheren Versorgungsvertrags zwischen Rettungsdienst und Apotheke.
Allgemeine Pharmakologie: Vermittelt Grundlagen zu Pharmakokinetik (Resorption, Verteilung, Umwandlung, Ausscheidung) und Pharmakodynamik (Rezeptoren, Agonisten/Antagonisten).
Es geht auch ohne Schloß: Erklärt Arzneimittelwirkungen über Ionenkanäle, Enzyme und Hormone statt über klassische Rezeptoren.
Nebenwirkungen - muß das sein?: Systematische Einteilung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Faktoren der Dosierung.
Autonomes Nervensystem - richtig wichtig!!!: Detaillierte Darstellung der Funktionsweise von Sympathikus und Parasympathikus für das Verständnis der Wirkweise von Notfallmedikamenten.
Medikamente in der Kompetenz der Not ...einfach verstehen....: Konkrete Anwendungshinweise und Wirkmechanismen der in der Notkompetenz üblichen Medikamente wie Adrenalin, Nitrate und Diazepam.
Schlüsselwörter
Pharmakologie, Notfallmedizin, Notkompetenz, Galenik, Arzneimittelsicherheit, Pharmakokinetik, Pharmakodynamik, Rezeptoren, Sympathikus, Parasympathikus, Adrenalin, Off-Label-Use, Rettungsdienst, Apothekenkooperation, Medikamentenversorgung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Ziel dieser Publikation?
Das Ziel ist es, dem Rettungsdienstpersonal die komplexen Zusammenhänge der Pharmakologie sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Notkompetenz praxisnah und verständlich zu vermitteln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden in der Arbeit behandelt?
Der Fokus liegt auf der Anwendung pharmakokinetischer und pharmakodynamischer Prinzipien, um Medikamentenwirkungen und Nebenwirkungen im klinischen Alltag des Rettungsdienstes logisch abzuleiten.
Welche zentralen Themenfelder deckt das Buch ab?
Das Buch deckt die Bereiche galenische Formen, gesetzliche Regelungen zur Medikamentenversorgung, Grundlagen der Pharmakologie und das vegetative Nervensystem sowie spezifische Notfallmedikamente ab.
Wie definiert die Arbeit den sogenannten Off-Label-Use?
Der Off-Label-Use wird als Anwendung eines Arzneimittels außerhalb der zugelassenen Indikation definiert, wobei rechtliche Aspekte und die Verantwortung des Arztes besonders beleuchtet werden.
Welche Rolle spielt die Apotheke für den Rettungsdienst?
Die Apotheke agiert als wichtiger Kooperationspartner für die Qualitätssicherung, pharmazeutische Betreuung und rechtssichere Bevorratung von Notfallmedikamenten.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist der Inhalt charakterisiert?
Die zentralen Charakteristika sind Pharmakologie, Notkompetenz, Arzneimittelsicherheit, sympathische/parasympathische Einflüsse und patientenorientierte Arzneimittelanwendung.
Warum ist das Verständnis des autonomen Nervensystems für Notfallsanitäter wichtig?
Weil viele Notfallmedikamente direkt in die Steuerung des Sympathikus oder Parasympathikus eingreifen; wer diese Steuerung "bildlich" versteht, kann Wirkungen und Nebenwirkungen sicher ableiten.
Wie unterscheidet sich die Wirkung von Adrenalin bei unterschiedlichen Rezeptoren?
Adrenalin wirkt an Alpha-Rezeptoren gefäßverengend, an Beta-1-Rezeptoren steigernd auf die Herzparameter und an Beta-2-Rezeptoren bronchienentspannend, was verschiedene Indikationen wie Reanimation oder Asthma ermöglicht.
- Citar trabajo
- Matthias Bastigkeit (Autor), 2011, Arzneimittelbeauftragter im Rettungsdienst, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175112