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Afrikanische Einflüsse im amerikanischen Spanisch

Titel: Afrikanische Einflüsse im amerikanischen Spanisch

Hausarbeit , 2005 , 13 Seiten

Autor:in: Anna-Lena Storch (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei Betrachtung der lateinamerikanischen Geschichte stößt man unweigerlich auf den regen Sklavenhandel, der zwischen dem 16. und 19.Jahrhundert zwischen den Kontinenten betrieben wurde. Hispanisten stellen sich seit einigen Jahren die Frage, ob es im amerikanischen Spanisch durch die große Zahl an Schwarzafrikanern eine sprachliche Interferenz gegeben hat, aber sie gehört heute immer noch zu einer der strittigsten Fragen in der Hispanistik. Das Thema der afrikanischen Beeinflussung hat nur sehr wenig Aufmerksamkeit in Lateinamerika und so gut wie keine in Spanien erregt. Ein wesentliches Problem für eine genaue sprachgeschichtliche Untersuchung stellt der geringe Bestand an entsprechend geeigneten Quellen für die gesprochene Sprache dar. Für konkretere Beurteilungen müssen zudem in den folgenden Jahren noch genauere Studien in den entsprechenden Gebieten durchgeführt werden. Diese Arbeit untersucht nun, mit den derzeitig vorhandenen Quellen, ob das lateinamerikanische Spanisch, mit besonderem Blick auf die karibischen Inseln, eine nachhaltige Beeinflussung durch afrikanische Sprachen erfahren hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hintergründe zur Situation in Lateinamerika

1. Grundlegendes zum Sklavenhandel

2. Entwicklung des Spanischen in Amerika

2.1 Situation in Lateinamerika

2.2 Situation in Kuba

2.3 Situation in Puerto Rico

3. Pidginisierung des karibischen bozal-Spanisch

4. 'Afrikanisierte' Texte in Lateinamerika und Spanien

III. Vermutete afrikanische Einflüsse

1. Einflüsse auf den Wortschatz des karibischen Spanisch

2. Mögliche Einflüsse im Bereich der Phonetik/Phonologie

IV. Epilog

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der aktuellen Quellenlage, ob das lateinamerikanische Spanisch, insbesondere in der Karibik, eine nachhaltige sprachliche Beeinflussung durch afrikanische Sprachen erfahren hat und wie sich diese in der historischen Entwicklung niederschlägt.

  • Historische Hintergründe des Sklavenhandels in Lateinamerika
  • Entwicklungsprozesse des amerikanischen Spanisch und der bozal-Varietät
  • Analyse afrikanisierter Texte im spanischsprachigen Raum
  • Untersuchung von Wortschatz und phonetisch-phonologischen Interferenzen
  • Diskussion zur Rolle von Adstrat- und Substrateinflüssen

Auszug aus dem Buch

3. Pidginisierung des karibischen bozal-Spanisch

Ein Großteil der versklavten Afrikaner hatte durch die Isolation auf den Plantagen nicht die Möglichkeit, ein fehlerfreies Spanisch zu erlernen, denn größtenteils kommunizierten sie nur mit Aufsehern und Sklaventreibern, die auch nur ein fehlerhaftes Spanisch sprechen konnten. Bei Noll heißt es dazu, dass sich „[...] den Menschen bei einem stark überzähligen Sprecherverhältnis keine Möglichkeit (bot), die Sprache der Kolonialherren in der bestehenden Form zu assimilieren.“ (Noll 2001: 71)

Das Problematische an dieser Situation war, dass das Spanische zur gegenseitigen Verständigung zwischen den unterschiedlichen Ethnien absolut notwendig war. Auf Grund dieser Notwendigkeit und dem Mangel an Muttersprachlern bildete sich eine pidginisierte, beziehungsweise eine reduzierte Form des Spanischen heraus, nämlich das bozal. Hispanisten sind sich aber untereinander nicht einig, ob das bozal je eine Kreolsprache war, das heißt, ob es je Muttersprachler des bozal gegeben hat. (Lipski 2005: 11/12).

Man fand jedoch heraus, dass es in isolierten Plantagen ein kreolisiertes Spanisch für etwa eine Generation gegeben hat, welches aber nur eine flüchtige Erscheinung war, denn nach Abschaffung der Sklaverei hatten Afrikaner mit einer Vielzahl von Muttersprachlern Kontakt (Lipski 2005: 12).

Was Hispanisten aber nicht leugnen können, ist die Existenz eines pidginisierten Spanisch bei älteren Afroamerikanern und Einwohnern entlegener Ortschaften, mit einer relativ homogenen schwarzen Bevölkerung (Perl 1992: 546).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, ob und wie das amerikanische Spanisch durch afrikanische Sprachen beeinflusst wurde, und benennt den Mangel an Quellen als Hauptschwierigkeit.

II. Hintergründe zur Situation in Lateinamerika: Dieses Kapitel erläutert die demografischen und historischen Bedingungen des Sklavenhandels sowie die sprachliche Genese des Spanischen in Kuba und Puerto Rico.

III. Vermutete afrikanische Einflüsse: Hier werden konkrete sprachliche Phänomene im Wortschatz sowie phonetische und phonologische Besonderheiten des karibischen Spanisch untersucht.

IV. Epilog: Das Schlusskapitel resümiert, dass die Frage der Beeinflussung subjektiv bleibt und weitere linguistische Studien erforderlich sind.

Schlüsselwörter

Amerikanisches Spanisch, Sklavenhandel, Afrikanismen, Karibisches Spanisch, bozal, Pidginisierung, Kreolsprachen, Sprachkontakt, Phonetik, Phonologie, Substrateinfluss, sprachliche Interferenz, Sprachgeschichte, Hispanistik, Lateinamerika

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Fragestellung, ob afrikanische Sprachen einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des amerikanischen Spanisch, speziell im karibischen Raum, ausgeübt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte des Sklavenhandels, der Entstehung des sogenannten bozal-Spanisch, der Analyse historischer Texte und der Untersuchung potenzieller afrikanischer Einflüsse auf Wortschatz und Phonetik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, auf Basis der vorhandenen Forschungsliteratur zu evaluieren, ob das karibische Spanisch tatsächlich eine dauerhafte sprachliche Interferenz durch afrikanische Sprachen erfahren hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender sprachwissenschaftlicher Quellen und Studien, um verschiedene Hypothesen zur afrikanischen Beeinflussung gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Sklavenbewegungen, die Entstehung pidginisierter Sprachformen und die literarische Darstellung afrikanisierter Sprechweisen (habla de negros).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie bozal, Pidginisierung, afrikanisches Substrat, karibisches Spanisch und sprachliche Interferenz.

Inwiefern unterscheidet sich die Situation in Kuba von der in Puerto Rico?

Während in Kuba aufgrund der hohen Sklavenanzahl afrikanische kulturelle und sprachliche Überreste deutlicher vorhanden sind, fehlen diese in Puerto Rico weitgehend, da keine ethnisch homogenen Sklavengruppen eine afrikanische Kultur etablieren konnten.

Was genau versteht man unter dem Begriff "bozal"?

Der Begriff bezeichnete ursprünglich ungezähmte Pferde und wurde später für Sklaven verwendet, die in Afrika geboren wurden und Spanisch erst im Erwachsenenalter, oft fehlerhaft, als Zweitsprache lernten.

Welche Rolle spielt die Phonetik bei der Bestimmung afrikanischer Einflüsse?

Die Forschung untersucht insbesondere die Neutralisierung von [r] und [l], die Nasalisierung sowie die Auslassung des finalen [s], wobei diskutiert wird, ob dies direkte afrikanische Einflüsse oder interne Entwicklungen des Spanischen sind.

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Details

Titel
Afrikanische Einflüsse im amerikanischen Spanisch
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Romanistik)
Veranstaltung
Das Spanische in Amerika
Autor
Anna-Lena Storch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V175181
ISBN (eBook)
9783640960538
ISBN (Buch)
9783640961191
Sprache
Deutsch
Schlagworte
amerikanisches Spanisch bozal afrikanischer Einfluss
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna-Lena Storch (Autor:in), 2005, Afrikanische Einflüsse im amerikanischen Spanisch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175181
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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