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Die politische Partizipation des Volkes im antiken Rom

Das Volk als manipulierbare Masse oder Souverän?

Title: Die politische Partizipation des Volkes im antiken Rom

Seminar Paper , 2011 , 18 Pages , Grade: 2,1

Autor:in: Claudio Scharf (Author)

World History - Early and Ancient History
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In der hier vorliegenden Semesterarbeit im Rahmen des Proseminars der Antike soll das „Commentariolum petitionis“ des Quintus Tullius Cicero thematisiert werden. Quintus ist der Bruder des bekannteren Marcus Tullius Cicero, dem wohl berühmtesten Redner des antiken Roms und Konsul des Jahres 63 v. Chr.
Das Thema ist von besonderer Relevanz da auch gerade hier in Deutschland erneut ein Superwahljahr begonnen hat. Es wird interessant sein zu erfahren, was die alten Römer von unserem Superwahljahr gehalten hätten, denn zur ihrer Zeit galt jedes Jahr als Super-wahljahr. Die Bürger Roms waren demnach mehrmals im Jahr zu Wahlen aufgerufen, ob diese häufigen Wahlen ein Zeichen für den besonders hohen Grad der Demokratisierung des politischen Systems der Römischen Republik war, soll an späterer Stelle geklärt wer-den. Außerdem lassen sich noch weitere Parallelen zu heutigen Wahlkämpfen erkennen, auf die in dieser Arbeit an einigen Stellen auch hingewiesen werden wird.
Der wichtigste Forschungsgegenstand wird in dieser Arbeit die Rolle des Wählers sein. Wie groß waren seine Möglichkeiten der politischen Partizipation? Wie lässt sich anhand des Commentariolum die Rolle des Volkes deuten? War es eher manipulierbare Masse oder Souverän? In welchem Verhältnis standen die Schicht der Oligarchie und die Volksmasse zueinander? Die Klärung dieser Fragen ist notwendig, um das Commentariolum zu verstehen. Das Commentariolum soll somit auf seine für meine Fragestellung signifikanten Aspekte hin untersucht werden, jedoch erst nachdem ein Einblick in das Machtgefüge Roms erfolgt ist. Im Anschluss an die Analyse der Quelle sollen ein paar weitere Aspekte des Wahlkampfs aus der Sekundärliteratur beleuchtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Volk und die Oligarchie

2.1. Möglichkeiten und Grenzen der Masse

2.2. Eigenschaften und Merkmale der Oligarchie

2.3. Das Verhältnis zwischen Volk und Oligarchie

3. Wahlen und Wahlkampf im antiken Rom

3.1. Zur Echtheit des "Commentariolum petitionis"

3.2. Die Erfolgsfaktoren eines Kandidaten

3.3. Wahlkampf im antiken Rom

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Machtgefüge der Römischen Republik, mit einem spezifischen Fokus auf die Rolle des Volkes bei Wahlvorgängen. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die römische Bevölkerung als souveräne politische Instanz agierte oder lediglich eine durch die Oligarchie manipulierbare Masse darstellte, wobei das "Commentariolum petitionis" als maßgebliche Primärquelle dient.

  • Strukturanalyse des antiken Wahlkampfs und dessen Personalisierung.
  • Untersuchung des Abhängigkeitsverhältnisses zwischen Oligarchie und Plebs.
  • Bewertung des Einflusses von Klientelwesen und Euergetismus (z.B. Spiele).
  • Kritische Reflexion der "Demokratie" in der Römischen Republik anhand sozio-politischer Faktoren.

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Erfolgsfaktoren eines Kandidaten

In diesem Kapitel sollen die Erfolgsfaktoren eines Kandidaten für die Konsulwahlen anhand des „Commentariolum petitionis“ erläutert werden. Hierzu werden einzelne Abschnitte des Ratgebers herausgezogen und erläutert werden.

Gleich zu Beginn des Commentariolum erläuter Quintus die Intention seines Briefes. Er möchte seinen Bruder Marcus nicht belehren, sondern ihm lediglich Altbekanntes systematisch strukturieren. Drei Dinge sind es, die sich Marcus besonders zu Herzen nehmen soll: „Nahezu täglich musst du, während du auf das forum hinabsteigst, an folgendes denken: ‚Ich bin ein politischer Aufsteiger, ich bewerbe mich um das Amt des Consuls, es handelt sich um Rom‘.“ Der Begriff des politischen Aufsteigers bezieht sich auf den Status Marcus‘ als „homo novus“, also neuer Mensch. Genauer gesagt handelt es sich hierbei um einen neuen Menschen in der Politik und nicht tatsächlich um einen neuen Menschen. Neu bedeutet in diesem Sinne, dass Cicero nicht aus der Nobilität stammt, sondern aus der niederen, aber nicht weniger reichen Schicht der „equites“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das "Commentariolum petitionis" von Quintus Tullius Cicero ein und legt den theoretischen Rahmen sowie die Forschungsfrage zur politischen Partizipation des Volkes in der Römischen Republik fest.

2. Das Volk und die Oligarchie: Dieses Kapitel analysiert die soziopolitische Spaltung zwischen der exklusiven Nobilität und der heterogenen Masse des Volkes, wobei institutionelle Grenzen der Partizipation sowie das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis beleuchtet werden.

3. Wahlen und Wahlkampf im antiken Rom: Hier werden die Echtheit der Primärquelle sowie spezifische Mechanismen des römischen Wahlkampfs untersucht, wobei insbesondere auf Erfolgsfaktoren, die Bedeutung von Klientelwesen und die stark personalisierte Natur der Wahlwerbung eingegangen wird.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das römische System ein deutliches Demokratiedefizit aufwies, in dem die breite Masse primär manipulierbar blieb und nicht als souveräner Akteur agierte.

Schlüsselwörter

Römische Republik, Commentariolum petitionis, Marcus Tullius Cicero, Konsulat, Wahlkampf, Oligarchie, Plebs, Politische Partizipation, Homo novus, Euergetismus, Ambitus, Klientelwesen, Demokratiedefizit, Wahlentscheidung, Personalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische System der späten Römischen Republik und die reale politische Mitsprachemöglichkeit des Volkes bei Wahlen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Machtdynamik zwischen der Oligarchie und der Plebs sowie den spezifischen Methoden der römischen Wahlkampfführung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird der Frage nachgegangen, ob das römische Volk als "manipulierbare Masse" oder als "Souverän" innerhalb des politischen Geschehens einzuordnen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse des antiken Quellentextes "Commentariolum petitionis" in Verbindung mit einer Auswertung einschlägiger moderner Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der soziologischen Klassenstruktur, die Analyse der Erfolgsstrategien für Konsulatskandidaten und die Beleuchtung der Merkmale antiker Wahlkämpfe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie "Homo novus", "Euergetismus", "Dignitas" und das "Demokratiedefizit" der römischen Antike.

Warum war Cicero als "Homo novus" besonders herausgefordert?

Da er nicht aus der etablierten Nobilität stammte, musste er sich das Vertrauen der herrschenden Schicht mühsam erarbeiten, was seine Ausgangslage im Wahlkampf erschwerte.

Welche Rolle spielte das "Beneficum"-System für den Wahlerfolg?

Das System gegenseitiger Verpflichtungen war zentral, da ein Kandidat auf die Unterstützung durch langjährige "Amici" und durch ihn persönlich profitierende Klienten angewiesen war.

Wie lässt sich die angebliche "Scheindemokratie" in Rom belegen?

Die Arbeit verweist auf die räumliche Unmöglichkeit der Teilhabe aller Bürger sowie den Ausschluss großer Bevölkerungsgruppen (Frauen, Sklaven) und die Dominanz reicher Zenturien.

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Details

Title
Die politische Partizipation des Volkes im antiken Rom
Subtitle
Das Volk als manipulierbare Masse oder Souverän?
College
Martin Luther University  (Institut für Geschichte)
Course
Tullius Cicero - Leben und Karriere eines ungewöhnlichen römischen Politikers
Grade
2,1
Author
Claudio Scharf (Author)
Publication Year
2011
Pages
18
Catalog Number
V175236
ISBN (eBook)
9783640960798
ISBN (Book)
9783640960972
Language
German
Tags
Cicero Wahl Antike Rom Wahlkampf Oligarchie Commentariolum petitionis Quintus Tullius
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudio Scharf (Author), 2011, Die politische Partizipation des Volkes im antiken Rom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175236
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