Vorgestellt werden die wichtigsten Forschungsdesigns qualitativer Sozialforschung auf der Grundlage der Literatur von Uwe Flick.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Basisdesigns qualitativer Sozialforschung. Dabei stützt sich die inhaltliche und strukturelle Form der Arbeit auf die Literatur Flick 2007: Qualitative Sozialforschung, Kapitel 12 Designs qualitativer Forschung – Ein Überblick. Die Inhalte wurden aufgearbeitet, wesentliche Teilaspekte durch Hinzuziehen weiterer Literatur in ihrer Bedeutung hinterfragt und in der vorliegenden Arbeit beschrieben. Die weiterführende Literaturrecherche, d. h. über den zugrunde gelegten Text hinaus, erfolgte an den Punkten, an denen es aus meiner Sicht Verständnisprobleme gab. Eine Bewertung der vorgestellten Forschungsdesigns außerhalb der hinzugezogenen Literatur erfolgt nicht.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkungen
2. Einleitung
3. Basisdesigns qualitativer Forschung
3.1. Formale Aspekte
3.2. Basisdesigns in der qualitativen Forschung
3.2.1. Fallstudien
3.2.2. Vergleichsstudie
3.2.3. Retrospektive Studien
3.2.4. Momentaufnahmen
3.2.5. Längsschnittstudien
4. Anhaltspunkte für die Auswahl von Forschungsdesigns
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die strukturierte Darstellung und methodische Einordnung verschiedener Forschungsdesigns in der qualitativen Sozialforschung, um Forschern als Orientierungshilfe bei der Konzeption eigener Studien zu dienen.
- Grundlagen und Abgrenzung qualitativer von quantitativer Sozialforschung
- Methodische Aspekte der Erstellung eines Forschungsdesigns
- Detaillierte Analyse verschiedener Basisdesigns (Fallstudien, Vergleichsstudien etc.)
- Kriterien für die Auswahl eines geeigneten Studiendesigns
- Gegenüberstellung linearer und zirkulärer Forschungsprozesse
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Fallstudien
Fallstudien in der qualitativen Sozialforschung sind genaue Beschreibungen oder Rekonstruktionen von Einzelfällen. Der Fall ist eine Familie, eine Institution, eine Gemeinschaft o.ä. (vgl. Flick 2007, S. 177f). Das Ziel der Forschungsarbeit ist nicht, über einen einzelnen Fall Aussagen zu treffen. Vielmehr soll dieser ein typisches Beispiel für ein allgemeines Phänomen darstellen. Aus diesem Anspruch ergibt sich methodisch die Herausforderung, den aussagekräftigen Fall zu finden, mittels dessen der Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhoben werden kann und Kriterien zu finden, nach denen der typische Fall ausgewählt wird. Weiterhin bedarf es der Klärung, was zum Fall noch dazugehört (z. B. Rahmen- oder Kontextbedingungen), wie der Fall begrenzt wird und die Klärung der Frage, welcher methodischen Zugänge es bedarf, den einzelnen Fall zu rekonstruieren. Der Forscher soll nach der Datenerhebung in die Lage versetzt werden, allgemeingültige Schlüsse zum untersuchten Phänomen zu ziehen (ebd.).
Fallanalysen können das Geschehen sehr genau und detailliert erfassen. Vorteilhaft ist, dass sie nicht durch Restriktion (Begrenzung) aufgrund angestrebter Vergleichbarkeit eingeschränkt sind. Die Stichprobe (Sampling) wird gezielt aufgrund bestimmter fallspezifisch zugrundegelegter Kriterien ausgewählt. Methodisch werden offene fallorientierte Verfahren wie das narrative Interview (erzählend, lat. narrare = erzählen), Ethnographie in der Datenerhebung und fallrekonstruktive, hermeneutische Verfahren (Hermeneutik = erklärend) empfohlen; die Triangulation methodischer Zugänge wird hierbei zu aufschlussreichen Ergebnissen (vgl. Flick 2007, S. 177f). Nachfolgend wird erklärend auf die Methoden narratives Interview, Ethnographie in der Datenerhebung und fallrekonstruktive, hermeneutische Verfahren sowie Triangulation eingegangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbemerkungen: Einführung in die methodische Basis der Arbeit, die sich primär auf die Literatur von Flick (2007) stützt.
2. Einleitung: Definition der qualitativen Sozialforschung als theoriegenerierendes Verfahren und Abgrenzung zur quantitativen Forschung.
3. Basisdesigns qualitativer Forschung: Umfassende Darstellung der wichtigsten Studiendesigns, einschließlich formaler Aspekte und methodischer Herausforderungen.
4. Anhaltspunkte für die Auswahl von Forschungsdesigns: Erläuterung der Entscheidungskriterien für Forschungsdesigns, insbesondere hinsichtlich linearer versus zirkulärer Prozessmodelle.
5. Schluss: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse über die Stärken und Schwächen der verschiedenen Forschungsdesigns.
Schlüsselwörter
Qualitative Sozialforschung, Forschungsdesign, Fallstudie, Vergleichsstudie, Retrospektive Studien, Momentaufnahme, Längsschnittstudie, Theoretisches Sampling, Grounded Theory, Datenerhebung, Datenanalyse, Theoriebildung, Konstruktivismus, Triangulation, Methodik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Basisdesigns der qualitativen Sozialforschung und deren Anwendung im wissenschaftlichen Forschungsprozess.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Gestaltung qualitativer Studien, der Auswahl von Forschungsdesigns und der Unterscheidung zwischen verschiedenen Designansätzen wie Fallstudien oder Vergleichsstudien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Forschern die notwendigen Grundlagen zu vermitteln, um ein geeignetes Forschungsdesign für ihre spezifische Fragestellung auszuwählen und umzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die sich primär auf das Standardwerk von Uwe Flick (2007) bezieht und die Inhalte für die Präsentation aufbereitet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden fünf spezifische Basisdesigns (Fallstudien, Vergleichsstudien, retrospektive Studien, Momentaufnahmen und Längsschnittstudien) detailliert vorgestellt und kritisch beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie qualitative Sozialforschung, Forschungsdesign, Grounded Theory, Sampling und Datenanalyse charakterisiert.
Warum spielt das "theoretische Sampling" eine so wichtige Rolle?
Das theoretische Sampling ist für zirkuläre Ansätze zentral, da es eine enge Verzahnung von Datengewinnung, -analyse und Theoriebildung ermöglicht, statt auf einer starren Vorabfestlegung zu basieren.
Wie unterscheidet sich eine "Momentaufnahme" von anderen Studiendesigns?
Im Gegensatz zu retrospektiven oder Längsschnittstudien bildet die Momentaufnahme keinen Entwicklungsprozess ab, sondern dient der pragmatisch-fokussierten Bestandsaufnahme eines Zustands zum Forschungszeitpunkt.
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- Franziska Misch (Author), 2011, Forschungsdesigns in der qualitativen Sozialforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175299