Bis heute ist es für die Frauen auf dem Arbeitsmarkt schwieriger als für die Männer, einen unbefristeten Arbeitsplatz zu finden. Bis heute erhalten die Frauen geringere Löhne als die Männer.
Mit „die Frauen“ und „die Männer“ wird eine Universalisierung der Geschlechter angedeutet, die sich aus der Entwicklung der Dichotomie der Geschlechter und der Festsetzung der Geschlechtscharaktere für Männer und Frauen ergibt.
Dies macht es schwer, jedes Individuum als dieses anzusehen, denn jedes Individuum wird als erste Handlung des Gegenübers und seiner Umwelt in Bezug zu seinem Geschlecht kategorisiert und eingeordnet.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Einleitung
- Historischer Überblick der Entwicklung der Geschlechtscharaktere
- Familie
- Die gesellschaftliche Konstruktion von Geschlecht und geschlechtsspezifische Sozialisation
- Bildung und Ausbildung
- Auswirkungen der Geschlechtscharaktere auf die Erwerbsarbeitswelt von Frauen
- Männliche und weibliche Berufe? Männliche und weibliche Bezahlung?
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Der Text analysiert die Entwicklung und Manifestierung von Geschlechtscharakteren, insbesondere im Kontext der Industrialisierung und deren Auswirkungen auf die Lebenswelten von Frauen, speziell im Bereich der Erwerbsarbeit.
- Die historische Entstehung der Geschlechtscharaktere und deren gesellschaftliche Konstruktion
- Der Einfluss von Industrialisierung und gesellschaftlichen Umbrüchen auf die Entwicklung der Geschlechterrollen
- Die Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben im Zusammenhang mit der Polarisierung der Geschlechtercharaktere
- Die Auswirkungen von Geschlechtscharakteren auf die berufliche Situation von Frauen, insbesondere hinsichtlich Berufswahl und Bezahlung
- Die kritische Auseinandersetzung mit der Festlegung von Geschlechtscharakteren und deren Bedeutung für die Gleichstellung der Geschlechter
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Die Einleitung beleuchtet die bis heute bestehende Benachteiligung von Frauen in der Gesellschaft und führt den Begriff der Geschlechtscharaktere ein, die sich aus der Dichotomie der Geschlechter und der Festlegung von Aufgaben für Männer und Frauen entwickeln.
Der historische Überblick der Entwicklung der Geschlechtscharaktere stützt sich auf den Aufsatz von Karin Hausen und analysiert die Gründe für die Entwicklung einer zweigeschlechtlichen Gesellschaft. Es wird argumentiert, dass die Industrialisierung Ende des 18. Jahrhunderts als Triebkraft für die Dissoziation und Polarisierung der Geschlechter fungierte.
Das Kapitel über die Familie beleuchtet, wie das bürgerliche Familienmodell durch die Trennung von Erwerbs- und Familienleben geprägt wurde. Die Frau, die zu Hause blieb, wurde als Zeichen der Prosperität und gleichzeitig als finanziell abhängiges Individuum betrachtet. Die Charakteristika von Mann und Frau wurden dabei auf biologische Unterschiede und die zugehörigen Lebensbereiche reduziert.
Das Kapitel zur gesellschaftlichen Konstruktion von Geschlecht und geschlechtsspezifischer Sozialisation zeigt, wie das Körperbild durch die "moderne" Medizin eine entscheidende Rolle in der Festschreibung geschlechtstypischer Eigenschaften spielte. Die „Wahrheit“ über Mann und Frau wurde durch die vergleichende Anatomie des Körpers ausgelotet.
Schlüsselwörter (Keywords)
Geschlechtscharaktere, Polarisierung, Dichotomie, Industrialisierung, Familienmodell, Erwerbsarbeit, Geschlechterrollen, Dissoziation, bürgerliche Gesellschaft, Bezahlung, Gleichstellung.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter der Dichotomie der Geschlechter?
Es bezeichnet die strikte Zweiteilung der Gesellschaft in zwei gegensätzliche Geschlechterrollen (männlich/weiblich), denen spezifische Eigenschaften und Aufgaben zugewiesen werden.
Wie beeinflusste die Industrialisierung die Geschlechterrollen?
Durch die Trennung von Erwerbsarbeit (außer Haus) und Familienleben (im Haus) wurden Männer dem öffentlichen Raum und Frauen dem privaten Raum zugeordnet, was die Abhängigkeit der Frauen verstärkte.
Warum verdienen Frauen oft weniger als Männer?
Historisch gewachsene Geschlechtscharaktere führten dazu, dass „weibliche“ Berufe geringer geschätzt und schlechter bezahlt wurden, während der Mann als Hauptverdiener galt.
Welche Rolle spielte die Medizin bei der Festschreibung von Geschlechtern?
Die vergleichende Anatomie versuchte im 18. und 19. Jahrhundert, soziale Unterschiede biologisch zu begründen und so die Unterordnung der Frau als „natürlich“ darzustellen.
Was bedeutet geschlechtsspezifische Sozialisation?
Es ist der Prozess, in dem Individuen von Kindheit an lernen, welche Verhaltensweisen, Berufe und Eigenschaften in ihrer Kultur als „typisch männlich“ oder „typisch weiblich“ gelten.
- Arbeit zitieren
- Carola Beck (Autor:in), 2008, Die Entwicklung und Manifestierung der Geschlechtscharaktere und deren Auswirkungen auf die Lebenswelten der Frauen im speziellen auf die Erwerbsarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175300