Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Pluralisierung von Lebensformen. Der Begriff "Familie" wird in jedem Zeitalter neu geprägt. Eine Definition dieses Begriffs muss immer wieder überarbeitet werden. Hat sich aus "der" Familie eine Vielzahl an Lebensformen entwickelt oder gab es schon immer eine größere Anzahl an familiären Lebensformen? Welche Familienformen gibt es in der Moderne?
Warum findet eine Pluralisierung der klassischen Familienform statt?
Diese Fragen versucht meine Hausarbeit zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Definition Familie
1.1. Allgemeine Definition
1.2. Tilmann Allert über die Familie
1.3. Definition von Hill und Kopp
1.4. Definition nach Rosenbaum
1.5. Definition nach Helmut Kohl
1.6. Definition nach Böhnisch und Lenz
1.7. Zusammenfassung
2. Familienformen
2.1. Familienformen in früherer Zeit
2.2. Familienformen in der heutigen Zeit
3. Bedeutung, Struktur und Funktion der Familie
3.1. Bedeutung der Familie
3.2. Struktur der Familie
3.3. Funktionen der Familie
4. Demographischer Strukturwandel
4.1. Eheschließungen und Scheidungen
4.2. Geburtenziffern, Alter der Mütter bei der ersten Geburt
4.3. Haushaltstypen
4.4. Familienformen
5. Gründe für die Pluralisierung von Lebensformen
5.1. Erklärungsansatz von Rosemarie Nave- Herz
5.2. Erklärungsansatz nach Ulrich Beck
5.3. Erklärungsansatz nach Stefan Hradil
6. Zusammenfassung
7. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den soziologischen Wandel familiärer Strukturen und die zunehmende Pluralisierung von Lebensformen in der Bundesrepublik Deutschland, wobei insbesondere die Gründe für diesen Wandel sowie die veränderte Bedeutung von Ehe und Familie analysiert werden.
- Definitionen und soziologische Konzepte von Familie
- Wandel von Familienformen im historischen Kontext und der Gegenwart
- Demographische Analysen zu Heirats-, Scheidungs- und Geburtenraten
- Funktionen der Familie in der modernen Gesellschaft
- Theoretische Erklärungsansätze zur Pluralisierung von Lebensformen
Auszug aus dem Buch
1.1. Allgemeine Definition
Die Familie ist ein Ort sozialer Interaktion. In der Familie gibt es verschiedene Beziehungen, welche die Mitglieder untereinander führen. Die Paarbeziehung findet zwischen den Eheleuten bzw. dem Paar statt, die Eltern- Kind Beziehung zwischen dem jeweiligen Elternteil und dem Kind und die Geschwisterbeziehung findet zwischen den Geschwistern statt.
Eine Familie besteht aus einer Triade, in diesem Gefüge treffen wir auf den Vater, die Mutter und das Kind bzw. die Kinder. Diese Triade besteht aus Ausschlüssen und Einschlüssen. Wenn ein Elternteil sich mit dem Kind beschäftigt, entsteht eine dyadische Beziehung, aus der das andere Elternteil ausgeschlossen wird. Sobald die Eltern ihrerseits untereinander kommunizieren oder ein gemeinsames Ereignis begehen, wird das Kind aus dieser dyadischen Beziehung ausgeschlossen.
Die Aufrechterhaltung eines Systems, hier speziell das der Familie, zieht Interaktionsprozesse mit sich. Um ein Zusammenleben zu ermöglichen, sollte die Familie untereinander kommunizieren.
Der Familie obliegen 2 widersprüchliche Aufgaben, sie sollte Grenzen nach außen hin konstituieren, aber auch ihren Mitgliedern die soziale Integration ermöglichen. Wo und inwieweit eine Familie ihre Grenzen zur Außenwelt zieht obliegt ihrem ermessen. So wird im jeweiligen Gefüge festgelegt, wer als Fremder angesehen wird und wie man sich einem solchen gegenüber verhält. Die Eltern sollten ihren Kindern allerdings einen Kontakt zur Außenwelt ermöglichen, zum Beispiel durch den Besuch im Kindergarten oder der Mitgliedschaft in Vereinen. Jedem Familienmitglied sollte es möglich sein, sich in der Umwelt zu integrieren und mit Personen aus der Außenwelt zu kommunizieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition Familie: Verschiedene soziologische Definitionen von Familie werden vorgestellt, die von der Kernfamilie bis zu moderneren, flexibleren Konzepten reichen.
2. Familienformen: Dieses Kapitel vergleicht häusliche Gemeinschaften vom 16. bis 18. Jahrhundert mit der heutigen Vielzahl an Lebensformen wie Stieffamilien oder Patchwork-Familien.
3. Bedeutung, Struktur und Funktion der Familie: Es wird untersucht, welche Rolle die Familie als Zufluchtsort spielt und welche grundlegenden Funktionen (Reproduktion, Sozialisation, Wirtschaft, Regeneration) sie erfüllt.
4. Demographischer Strukturwandel: Hier werden statistische Trends wie sinkende Eheschließungen, steigende Scheidungsraten, veränderte Geburtenziffern und die Verkleinerung der Haushaltstypen analysiert.
5. Gründe für die Pluralisierung von Lebensformen: Anhand theoretischer Ansätze von Nave-Herz, Beck und Hradil werden die Ursachen für den Wandel, wie Individualisierung und gesellschaftlicher Wertewandel, dargelegt.
6. Zusammenfassung: Die Kernaussagen der Arbeit werden rekapituliert und die These eines Bedeutungswandels der Ehe gegenüber einem reinen Bedeutungsverlust bekräftigt.
7. Ausblick: Eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen wird gegeben, wobei betont wird, dass keine genauen Prognosen möglich sind, da sich neue Lebensweisen dynamisch entwickeln.
Schlüsselwörter
Familie, Lebensformen, Pluralisierung, Soziologie, Kernfamilie, demographischer Wandel, Ehe, Individualisierung, Geburtenziffern, Scheidungsrate, Sozialisation, Strukturwandel, Lebensentwürfe, Haushaltsgröße, Wertewandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Wandel der familiären Strukturen in der deutschen Gesellschaft und die damit einhergehende Pluralisierung verschiedener Lebensformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Definitionen von Familie, der historische Vergleich von Haushaltsstrukturen, demographische Veränderungen und die soziologische Erklärungsbasis für alternative Lebensentwürfe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Frage zu beantworten, wie Familie in der Soziologie definiert wird, welche neuen Lebensformen entstanden sind und aus welchen Gründen dieser Wandel stattgefunden hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und theoriebasierte Arbeit, die soziologische Fachliteratur mit aktuellen statistischen Daten der amtlichen Statistik verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsbestimmung, eine Darstellung historischer und aktueller Familienformen, eine Analyse der Funktionen der Familie sowie eine detaillierte Untersuchung demographischer Daten und soziologischer Erklärungsmodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Pluralisierung, Individualisierung, demographischer Strukturwandel, Kernfamilie und Bedeutungswandel der Ehe.
Warum wird heute seltener geheiratet als früher?
Die Arbeit führt dies unter anderem auf einen Bedeutungswandel der Ehe zurück, da sie ihre Monopolstellung als einzige gesellschaftlich anerkannte Grundlage für Familiengründungen verloren hat und durch wirtschaftliche sowie soziale Freiheiten alternative Lebensformen möglich wurden.
Spielt die Individualisierung eine Rolle beim Kinderwunsch?
Ja, der Text verdeutlicht, dass die moderne Individualisierung dazu führt, dass sich viele Menschen bewusst gegen Kinder entscheiden, um ihre persönliche Freiheit nicht einzuschränken, wobei dies zusätzlich durch ökonomische und zeitliche Belastungen verstärkt wird.
- Quote paper
- Olivia Stockhause (Author), 2003, Pluralisierung von Lebensformen – Veränderung familiärer Strukturen und innergesellschaftlicher Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175332