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Max Horkheimer - Was ist traditionelle Theorie?

Titel: Max Horkheimer - Was ist traditionelle Theorie?

Essay , 2011 , 9 Seiten

Autor:in: Jacques Lantin (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Max Horkheimer definiert den Begriff der traditionellen Theorie als Inbegriff von
Sätzen, die etwas über ein spezifisches Fachgebiet aussagen und so untereinander
verknüpft sind, dass bei Vorkommnis nur einiger dieser Sätze, die übrigen von ihnen
abgeleitet werden können (Deduktion). Wobei die Qualität einer Theorie oder der Grad
an Perfektion darin erkennbar ist, wie das Verhältnis der Anzahl der höchsten
Prinzipien zu den aus diesen deduzierten Konklusionen ist. Mit den Maßstäben der
realen Gültigkeit, der Koinzidenz der abgeleiteten Sätze und den tatsächlich erfahrbaren
Ereignissen, wird der Wahrheitsgehalt einer Theorie bewertet. Wird aber deren
Inkommensurabilität evident, führt dies notwendig zur Revidierung bzw. Modifizierung
des Aussagensystems (Prinzip der Falsifikation). Die Theorie hat also, in der
Einbeziehung möglicher Widersprüche zwischen Theorie und Empirie/Erfahrung, nur
einen hypothetischen Charakter. Das Ziel der Bildung einer Theorie ist, die
Verallgemeinerung von Tatsachen, so intendiert, dass der allgemeine Nutzeffekt
gesteigert wird. Der Versuch besteht in der Annäherung an das Ideal einer einzigen
Methode, so dass – wobei vorauszusetzen ist, dass die Regeln des Deduzierens, des
Zeichenmaterials, sowie das Verfahren des Vergleichs von abgeleiteten Sätzen mit der
Empirie/Erfahrung bekannt sind – die Trennung der Einzelwissenschaften aufgehoben
werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Was ist traditionelle Theorie?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der traditionellen Theorie nach Max Horkheimer und analysiert deren methodologische Grundlagen sowie die Einbettung wissenschaftlichen Arbeitens in das gesellschaftliche Gesamtsystem.

  • Definition und Charakteristik der traditionellen Theorie
  • Die Rolle der Deduktion und mathematischer Zeichensysteme
  • Das Verhältnis von Theorie, Empirie und gesellschaftlicher Praxis
  • Kritik an der scheinbaren Objektivität und Unabhängigkeit wissenschaftlicher Arbeit
  • Der Einfluss gesellschaftlicher Arbeitsteilung auf das wissenschaftliche Bewusstsein

Auszug aus dem Buch

Was ist traditionelle Theorie?

Max Horkheimer definiert den Begriff der traditionellen Theorie als Inbegriff von Sätzen, die etwas über ein spezifisches Fachgebiet aussagen und so untereinander verknüpft sind, dass bei Vorkommnis nur einiger dieser Sätze, die übrigen von ihnen abgeleitet werden können (Deduktion). Wobei die Qualität einer Theorie oder der Grad an Perfektion darin erkennbar ist, wie das Verhältnis der Anzahl der höchsten Prinzipien zu den aus diesen deduzierten Konklusionen ist. Mit den Maßstäben der realen Gültigkeit, der Koinzidenz der abgeleiteten Sätze und den tatsächlich erfahrbaren Ereignissen, wird der Wahrheitsgehalt einer Theorie bewertet. Wird aber deren Inkommensurabilität evident, führt dies notwendig zur Revidierung bzw. Modifizierung des Aussagensystems (Prinzip der Falsifikation).

Die Theorie hat also, in der Einbeziehung möglicher Widersprüche zwischen Theorie und Empirie/Erfahrung, nur einen hypothetischen Charakter. Das Ziel der Bildung einer Theorie ist, die Verallgemeinerung von Tatsachen, so intendiert, dass der allgemeine Nutzeffekt gesteigert wird. Der Versuch besteht in der Annäherung an das Ideal einer einzigen Methode, so dass – wobei vorauszusetzen ist, dass die Regeln des Deduzierens, des Zeichenmaterials, sowie das Verfahren des Vergleichs von abgeleiteten Sätzen mit der Empirie/Erfahrung bekannt sind – die Trennung der Einzelwissenschaften aufgehoben werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

Was ist traditionelle Theorie?: Das Kapitel erläutert den Begriff der traditionellen Theorie nach Max Horkheimer als deduktiv strukturiertes Aussagensystem, das nach universeller Anwendbarkeit und gesellschaftlicher Verwertbarkeit strebt, dabei jedoch Gefahr läuft, gesellschaftliche Zusammenhänge zu verkennen.

Schlüsselwörter

Traditionelle Theorie, Max Horkheimer, Deduktion, Empirie, Wissenschaftstheorie, gesellschaftliche Praxis, Kapitalismus, Arbeitsteilung, Rationalisierung, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Erkenntnistheorie, Positivismus, Metatheorie, Faktizität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Definition und philosophischen Einordnung der sogenannten traditionellen Theorie, insbesondere basierend auf den Ausführungen von Max Horkheimer.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der wissenschaftliche Theoriebegriff, die Rolle der Logik und Mathematik in der Forschung, sowie die Verflechtung von Wissenschaft mit ökonomischen und gesellschaftlichen Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie traditionelle wissenschaftliche Theoriebildung arbeitet und warum sie oft die gesellschaftliche Bedingtheit ihrer eigenen Existenz übersieht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine philosophisch-kritische Methode, die sich auf die Analyse begrifflicher Strukturen und deren sozio-ökonomische Einbettung konzentriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die deduktive Struktur von Theorien, die Anwendung mathematischer Verfahren, das Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt in der Wahrnehmung sowie die Kritik am positivistischen Wissenschaftsverständnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Traditionelle Theorie, Kritische Theorie, Deduktion, gesellschaftliche Praxis, Objektivität, Arbeitsteilung und Erkenntnistheorie.

Wie unterscheidet sich die traditionelle Theorie laut Text von anderen Ansätzen?

Sie zeichnet sich durch den Versuch aus, ein in sich geschlossenes, deduktives System zu schaffen, das von der gesellschaftlichen Praxis abstrahiert und diese in Form von verwertbaren Resultaten rationalisiert.

Welche Rolle spielt der Begriff der Arbeitsteilung in der Argumentation?

Die Arbeitsteilung erklärt, warum Wissenschaftler ihr Handeln oft als unabhängig oder frei betrachten, obwohl sie in Wirklichkeit Teil eines unübersichtlichen gesellschaftlichen Gesamtzusammenhangs sind.

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Details

Titel
Max Horkheimer - Was ist traditionelle Theorie?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Autor
Jacques Lantin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
9
Katalognummer
V175443
ISBN (eBook)
9783640963874
ISBN (Buch)
9783640964048
Sprache
Deutsch
Schlagworte
horkheimer theorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jacques Lantin (Autor:in), 2011, Max Horkheimer - Was ist traditionelle Theorie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175443
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Leseprobe aus  9  Seiten
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