Intertextualität in dem Roman 'El mundo alucinante' von Reinaldo Arenas


Examensarbeit, 2009

89 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung

Einleitung

Teil I: Theoretische Grundlegung
I.1 Intertextualität und Intertextualitätstheorien
I.1.1. Dialogizität und Karnevalisierung der Literatur
I.1.2 Intertextualität als Vorstellung eines universalen Intertextes
I.1.3 Intertextualität als spezifische Eigenschaft von Texten und Textsorten
I.2. Formen von Intertextualität
I.2.1. Transtextualität und intertextuelle Beziehungen nach Genette
I.2.2 Einzeltext- und Systemreferenz
I.2.3 Die hypertextuellen Verfahren Transformation und Nachahmung
I.2.4 Transpositionen
I.2.5 Paratextualität
I.3. Kriterien zur Ermittlung intertextueller Spuren
I.3.1 Die Integration und Kennzeichnung von Fremdtextteilen
I.3.2 Markierung im äußeren oder inneren Kommunikationssystem
I.3.3 Formen intertextueller Markierung
I.4 Funktionale Aspekte
I.4.1 Intertextualität als literarisches Verfahren zur Wirklichkeitsmodellierung
I.4.3 Funktionen markierter Intertextualität
I.5 Fazit und Vorgehensweise im II. Teil

Teil II: Intertextualität in El mundo alucinante von Reinaldo Arenas
II.1.1 Der manifeste Text und seine impliziten Texte
II.1.2 El mundo alucinante - der Hypertext
II.1.3 Der Hypotext- die Memorias
II.1.4 Kommunikativität, Referentialität, Selektivität und Markierung
II.1.5 Strukturalität
II.1.6 Autoreflexivität
II.1.7. Die hypertextuellen Verfahren
II.1.8 Hypertextualität, Dialogizität und Karnevalisierung
II.1.9 Dialogizität
II.2. Das Verhältnis von EMA zu El siglo de las luces
II.2.1 Der Hypotext
II.2.2 Art der Markierung, Referentialität, Kommunikativität und Autoreflexivität
II.2.3 Strukturalität, Selektivität
II.2.4 Dialogizität
II.3. Das Verhältnis von EMA zu Orlando
II.3.1 Der Hypotext
II.3.2 Markierung, Referentialität, Kommunikativität, Autoreflexivität
II.3.3 Strukturalität, Selektivität und Dialogizität
II.4 Fazit
III.1 Literatur
III.2 Tabelle: Einschreibungen Zahl & Streubreite

Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Intertextualität in dem Roman El mundo alucinante (EMA) des kubanischen Autors Reinaldo Arenas (1943-1990). Der erste Teil der Arbeit umreißt die theoretischen Grundlagen, die für die Analyse und Interpretation intertextueller Verweise im Roman El mundo alucinante notwendig sind, der zweite beschäftigt sich dann mit der Untersuchung intertextueller Einschreibungen in dem Roman El mundo alucinante.

Intertextualität wird in der Literaturwissenschaft unterschiedlich definiert, wobei sich die Definitionen teilweise ergänzen, teilweise aber auch widersprüchlich zueinander verhalten. Daher gestaltet es sich schwierig, die verschiedenen Intertextualitätstheorien in ihrer Gesamtheit überblicksartig darzustellen. Deswegen wird der wissenschaftliche Diskurs zur Intertextualität lediglich in Ausschnitten präsentiert, wobei der Fokus auf diejenigen Theorien gerichtet ist, bei denen konkrete Text-Text-Bezüge auszumachen sind.

Ausgehend von einem enger gefassten Intertextualitätsbegriff, der es erlaubt konkrete Bezüge zu anderen Texten zu beschreiben und zu klassifizieren, soll der Text von Arenas nach intertextuellen Spuren untersucht werden. Weil der Roman zahlreiche Spuren verschiedener Fremdtexte enthält, wird der Fokus auf drei ausgesuchten Referenztexten liegen: Zuerst soll die Beziehung des manifesten Textes zu den Memorias von Fray Servando Teresa de Mier, zweitens zum Roman El siglo de las luces von Alejo Carpentier und drittens zu Virginia Woolfs Roman Orlando analysiert werden. Ziel ist es, den Einfluss der Prätexte auf den neuen Text zu beurteilen und die Wirkung der Texte untereinander zu bestimmen. Dazu ist es notwendig das Ausmaß der Spuren auszumachen sowie ihre Integration in den neuen Text und die Art ihrer Kennzeichnung zu untersuchen. Die genaue Vorgehensweise bei der Analyse der Einschreibungen wird am Ende des ersten, theoretischen Teils erläutert.

I.1 Intertextualität und Intertextualitätstheorien

Intertextualität, im Sinne des Auftretens von Spuren eines oder verschiedener literarischer Texte in Folgetexten, d. h. der Bezug von Texten zu Vorgängertexten, lässt sich bereits in den Werken römischer Klassiker beobachten, denn diese ahmten ihre hellenistischen Vorbilder wetteifernd nach. Die Anerkennung der Überlegenheit kanonisierter Vorgängertexte durch den Verfasser bei der antiken imitatio bzw. aemulatio ist jedoch nur eine von vielen Ausprägungen von Intertextualität. Intertextualität bezeichnet also zunächst lediglich die Eigenschaft von Texten, insbesondere literarischen, auf andere Texte bezogen zu sein.1

Die verschiedenen Intertextualitätstheorien versuchen nun die Beziehungen zwischen Texten zu beschreiben, zu erläutern und zu systematisieren. Es lassen sich grundsätzlich zwei Tendenzen von Intertextualitätsmodellen unterscheiden: Bei der einen Konzeption steht Intertextualität als deskriptive Größe für Text-Text-Beziehungen, bei der anderen wird Intertextualität „in einem umfassenderen ontologischen Sinn zur qualitativen Bezugnahme auf sämtliche Arten bedeutungstragender Äußerungen verwendet.“2

Der letzteren Definition nach wird Intertextualität unter dem Einfluss des Poststrukturalismus und Dekonstruktivismus insoweit erweitert, als dass sie die Beziehungen zu sämtlichen Texten bezeichnet, d. h. jeder Text gilt als intertextuell, da er sich aus Zeichen von anderen Texten zusammensetzt.3 Der Intertextualitätsbegriff selbst wurde jedoch erst in den späten 60er Jahren von Julia Kristeva geprägt und ausgehend von dem Konzept der Dialogizität des russischen Literaturwissenschaftlers Michail Bachtins entwickelt.4

I.1.1 Dialogizität und Karnevalisierung der Literatur

Bachtins Konzept der Dialogizität beruht auf seinem Verständnis sprachlicher Kommunikation; demnach ist Sprache ein soziales Medium und jede sprachliche Äußerung „ein kommunikativer, dynamischer Prozess, der als Sprechakt auf den anderen oder andere gerichtet ist und zur Gegenrede auffordert.“5 Äußerungen, Worte und Texte stellen Konfliktfelder unterschiedlicher Stimmen dar, in denen verschiedene Registerebenen, aber auch Werte und Normen, repräsentiert sind. Innerhalb der Literatur realisiert sich Dialogizität6 paradigmatisch im mehrstimmigen Roman.7

Bachtin, der gegen die Erstarrung und Vereinheitlichung der Literatur schrieb und sich gegen eine Kanonisierung des sozialistischen Realismus wandte, die seinerzeit von der sowjetischen Kulturpolitik gefördert wurde, beschreibt Monologizität und Dialogizität als zwei Prinzipien, die sich in der Gesellschaft, der Sprache und der Kunst widerspiegeln. In einer hierarchisch gegliederten, autoritär organisierten Gesellschaft etablieren sich monologisch, affirmative Diskurse, die eine allgemeingültige Wahrheit zu manifestieren versuchen. Dem gegenüber sieht er die Diskurse, die nach dem Prinzip der Dialogizität versuchen, etablierte, erstarrte Wahrheiten zu demaskieren und der Vereinheitlichung der Sprache und Ausdrucksweisen entgegenzuwirken.8 Bachtin leitete das Konzept der Dialogizität aus der karnevalistischen, volkstümlichen Lachkultur des Mittelalters ab, deren Grundzüge er folgendermaßen beschreibt: Das karnevalistische Lachen errichtet eine Gegenwelt zur offiziellen Welt, die von Ernsthaftigkeit, Verbot, Einschränkung und Gewalt geprägt ist. Das karnevalistische Weltempfinden hat die Eigenschaft, von der alltäglichen, einengenden Ernsthaftigkeit zu befreien und dem Bewusstsein neue Gedanken und Möglichkeiten zu eröffnen. Es steht in engem Zusammenhang mit der Freiheit. Der Karneval und die damit zusammenhängenden Parodien auf die autoritären Mächte räumt der nichtoffiziellen Wahrheit des Volkes Raum ein, sich zu entfalten. Zwischen dem Lachen und der inoffiziellen Wahrheit des Volkes besteht eine wesentliche Verbindung. Das Lachen setzt die Überwindung der Furcht voraus, ist also Zeichen des Sieges über die Furcht.9 „Das Lachen befreit nicht nur von der äußeren Zensur, sondern vor allem vorm größeren, inneren Zensor, vor der in Jahrtausenden dem Menschen anerzogenen Furcht vor dem Geheiligten, dem autoritären Verbot, dem Vergangenem, der Macht.“10 Oft wird Bedrohliches ins Komische verkehrt, eine Grenze zwischen Furchtbarem und Komischen ist nicht strikt definiert; es ist schwer zu bestimmen, wo die besiegte Furcht aufhört und wo die Fröhlichkeit beginnt.11 Dabei sieht er den Kern des karnevalistischen Weltempfindens im Pathos des Wechsels und der Veränderung. Er bezeichnet den Karneval „als umgestülpte Welt“ und das karnevalistische Leben als ein Leben, das aus der Bahn des Gewöhnlichen herausgetreten ist.“12 Bachtin liest die Karnevalisierung an vier Kriterien ab: 1. an der Familiarität, die herkömmliche Standes- und Klassengrenzen durch den zwischenmenschlichen Kontakt aufhebt, 2. an der Exzentrizität, bei der die sinnliche Wahrnehmung während des Karnevals im Vergleich zum Alltag unfunktional, maßlos, obszön und grotesk erscheint, 3. an der Mesalliance, die die Annäherung der Gegensätzlichkeiten, die Verbindung zwischen Heiligem und Profanen, Großem und Nichtigem, Weisen und Dummen zum Ausdruck bringt und 4. an der Profanierung, die den Geltungsanspruch des allseits Anerkannten, des Geheiligten durch Obszönität, Lästerung und Parodie relativiert.13

Er sieht die Karnevalisierung der Literatur in der Konzeption des polyphonen Romans, der sich aus der karnevalistischen Tradition entwickelte, verwirklicht. Im polyphonen Roman kommen Hochsprache, Dialekte, Soziolekte und Idiolekte in den unterschiedlichsten Stimmen zum Ausdruck, wobei die monologische Stimme des Autors von einer Vielzahl an Stimmen überlagert wird. So können dialogische Beziehungen zwischen Sprachstilen und Soziolekten entstehen, „sofern sie als fremde Bedeutungspositionen aufgefasst werden, gewissermaßen als Sprach-Weltanschauungen.“14

Bei der Untersuchung der Redevielfalt im Roman unterscheidet er einerseits zwischen Erzählerrede und der ihr enthaltenen Figurenrede, andererseits unterscheidet er die zweifache Gerichtetheit des Wortes, zum einen auf den Gegenstand der Rede und zum anderen auf das Wort der fremden Rede. Es ergeben sich daraus drei Typen des Prosawortes: 1. Das direkt und unmittelbar auf den Gegenstand gerichtete Wort mit einer benennenden und darstellenden Funktion. 2. Das objekthafte Wort der Figuren, das gleichzeitig aber Gegenstand einer fremden Gerichtetheit, nämlich der des Autors ist und 3. Das zweistimmige Wort mit Ausrichtung auf ein anderes Wort, in welchem die zwei ersten Typen zusammenklingen, d. h. die Figurenrede, in der sich das Wort des Autors bricht15: „Es dient gleichzeitig zwei Sprechern und drückt zwei verschiedene Intentionen aus. […] In einem solchen Wort sind zwei Stimmen, zwei Sinngebungen und zwei Expressionen enthalten. Zugleich sind diese beiden Stimmen dialogisch aufeinander bezogen.“16

Bachtin klassifizierte die Sprache des polyphonen Romans aufgrund ihrer Vielstimmigkeit und Polyvalenz im Gegensatz zur monologischen Sprache anderer Gattungen (wie der des Epos, des realistischen Romans oder der Poesie) als dialogisch. Renate Lachmann nennt Bachtins Romankonzeption „die Hypostase des dialogischen Bezugs“, in dem die Überlagerung verschiedener Stimmen, Äußerungen und Texte die Eindeutigkeit monologischer Diskurse ersetzt. Der Romantext, der keine einzig gültige Wahrheit abbildet, ist Ort eines „unabschließbaren Dialogs“, der auf den sozialen Raum zurückweist und nur in diesem funktioniert.17 Nur innerhalb des sozialen Raums, auf den die Texte zurückweisen, kann die Stimmenvielfalt, die Polyphonie, einen unendlichen Verstehensprozess auslösen, daher ist die dialogische Interpretation niemals abgeschlossen.

Bachtins Konzept der Dialogizität bezieht sich jedoch nicht ausschließlich auf den Dialog der Stimmen innerhalb eines Textes, sondern „jedes Wort (jedes Zeichen) eines Textes führt über seine Grenzen hinaus. Es ist unzulässig, die Analyse (von Erkenntnis und Verständnis) allein auf den jeweiligen Text zu beschränken. Jedes Verstehen ist das In-Beziehung-Setzen des jeweiligen Textes mit anderen Texten und die Umdeutung im neuen Kontext (in meinem, im gegenwärtigen, im künftigen).“18

Der Dialogizitätsbegriff Bachtins deutet im Sinne einer diachronen Sprachauffassung auf den Austausch und die Verschmelzung verschiedener Diskurse und Stimmen hin und ist daher sicher auch Ausgangspunkt für Kristevas Intertextualitätskonzeption gewesen. Denn, als sie die dialogischen Beziehungen aller Texte untereinander postuliert, beruft sie sich auf Bachtins Dialogizität.

I.1.2. Intertextualität als Vorstellung eines universalen Intertexts

Im Gegensatz zu Bachtin unterscheidet Julia Kristeva nicht mehr zwischen monologischen und dialogischen Diskursen, sondern sieht Intertextualität als generelle Eigenschaft von Texten. Jeder Text baut sich „als Mosaik von Zitaten auf, jeder Text ist Absorption und Transformationen eines anderen Textes.“19 Sie erweitert den Textbegriff, indem sie jedes kulturelle System und jede kulturelle Struktur als Text begreift, wodurch jeder Text prinzipiell intertextuell ist, d. h. sie setzt Intertextualität mit Textualität gleich.

Kristeva überträgt die Produktivität des Textes auf den Text selbst, sie negiert den Autor als intentionale, subjektive Instanz. Durch dieses Nicht-Anerkennen des individuellen Subjekts des Autors wird jedem Text seine Individualität abgesprochen und jeder Text wird Teil eines universalen Kollektivtexts. Hier weicht Kristeva von der Dialogizität Bachtins ab, denn er sieht jeden Text an einen Autor, jede Äußerung an ein Subjekt gebunden.

Die Vorstellung eines völlig entgrenzten Textbegriffes und subjektloser Einzeltexte, die auf alle anderen Texte verweisen, ist theoriegeschichtlich in den Poststrukturalismus und Dekonstruktionismus einzuordnen.20

I.1.3 Intertextualität als spezifische Eigenschaft von Texten und Textsorten

Im Anschluss an die von Kristeva ausgelöste Debatte sind zahlreiche, sich verzweigende, terminologisch ausufernde Intertextualitätskonzeptionen in den wissenschaftlichen Diskurs eingegangen. Renate Lachmann bezeichnet den Intertextualitätsbegriff als „nicht disziplinierbar und seine Polyvalenz irreduzibel.“21

In ihren Untersuchungen zur Intertextualität in „Literatur und Gedächtnis“ bemüht sie sich um eine Zusammenführung der verschiedenen Positionen und versucht die Extension des Intertextualitätsbegriffes durch eine Aufteilung in drei verschiedene Perspektiven zu verringern, indem sie von a) einer texttheoretischen, b) einer textdeskriptiven und c) einer text- bzw. literaturkritischen Perspektive ausgeht. Im Sinne von a) gilt Intertextualität als generelle (mehrdeutige) Dimension von Texten, im Sinne von b) als eine Beschreibungskategorie für intertextuell organisierte (schriftliche) Texte und im Sinne von c) wird Intertextualität, ausgehend von einem postrukturalistischen Textverständnis, mit literatur-kulturkritischem Potential in Beziehung gesetzt.

Lachmann betrachtet Intertextualität aus diesen unterschiedlichen Perspektiven, sie beschreibt Intertextualität als vorrangig semantisches Phänomen und nennt die Sinnkomplexion, die bei der Berührung der Texte mittels unterschiedlicher intertextueller Verfahren eine ästhetische und semantische Differenz erzeugen, eine semantische Explosion, die es zu entschlüsseln gilt. Bei der Bestimmung der Sinnkomplexion fungiert der Rezipient als „Intertexter“, als Autor, der den Sinn des „impliziten Texts“ bestimmt. Der implizite Text ist „der Ort der Überschneidung von präsentem und absentem Text, d. h. der Ort der Interferenz von Texten, die kulturelle Erfahrungen als kommunikative vermitteln und kodieren.“22

Der intertextuell organisierte Text, in dem sich die Zeichen zweier Kontexte treffen, ist doppelkodiert. Die Begriffe „Anagramm“, „Palimpsest“ und „Überdeterminierung“ sind Begriffe, die sowohl auf die Präsenz als auch auf die Latenz eines Referenztextes und dessen Bedeutung im neuen Kontext hinweisen.23 Die Präsenz fremder Zeichen kann durch Referenzsignale, d. h. durch die Markierung der Fremdtextelemente mehr oder weniger deutlich angezeigt werden. Lachmann nennt vier Größen, die bei der Analyse eines intertextuell organisierten Textes von Bedeutung sind: 1. den manifesten Text, 2. den Referenztext, 3. das Referenzsignal, 4. die Intertextualität als neue textuelle Qualität, die die Sinnkomplexion beider Texte modifizieren kann. Zwischen manifestem und Referenztext unterscheidet sie zwei Beziehungstypen: Zum einen die Kontiguitätsbeziehung, die vorliegt, wenn konstitutive Elemente oder signifikante Textstrategien von Fremdtexten im manifesten Text erscheinen, so dass der bzw. die Referenztexte evoziert werden. Auf struktureller Ebene wird die Verknüpfung der fremden Zeichen untereinander als Kontamination bezeichnet. Diese ist das Ergebnis der Selektion und Kombination von Einzelelementen und Textstrategien der verschiedenen Fremdtexte. Zum anderen nennt sie die Similaritätsbeziehung, die vorliegt, wenn in formaler und funktionaler Hinsicht äquivalente Strukturen und analoge Strategien wie im Referenztext auftreten. Auf der Ebene der Struktur wird dies als Anagramm bezeichnet. Die Fremdtextelemente sind beim Anagramm über den gesamten manifesten Text verteilt und zeigen beim Wiederzusammenfügen die kohärente Struktur des Referenztextes auf.24

Anspruch auf Analysierbarkeit hat nach Lachmann nur die markierte und die im manifesten Text thematisierte Intertextualität, d. h. die Metaintertextualität.25 Für meine Textanalyse im zweiten Teil werde ich im Text noch einmal auf eben diese Punkte zurückkommen. Zunächst aber möchte ich noch einen Blick auf die Problematik von Intertextualität vor dem Hintergrund von Gedächtnis und Gedächtnisrepräsentationen werfen, da Lachmann sie in ihrem Aufsatz „Mnemotechnik und Simulakrum“ auf funktionaler Ebene in diesen Bereich rückt. Dort sieht sie Texte und Texträume als artifizielles Gedächtnis, das sich in die Texte einschreibt und durch deren Intertextualität Bestand hat.26 Lachmann unterscheidet drei intertextuelle (Gedächtnis-) Strategien: 1. die Partizipation, 2. die Transformation und 3. die Tropik, hinter deren Konzeption sich das Erinnern in Form von Weiter-, Um- und Wiederschreiben verbirgt.27 Die Partizipation verweist auf die dialogische Teilhabe an Texten der Kultur. Der partizipierende Text schreibt sich in ein offenes Textuniversum ein, indem er den Fremdtext berührt, die Transformation dagegen usurpiert den fremden Text, sie tendiert als transformierender Gedächtnisakt dazu, den früheren Text zu verändern, ihn umzupolen und umzuschreiben. Die Tropik ist die Abwendung des Vorläufertextes und knüpft an Harald Blooms Tropik-Begriff an. Bloom versteht die Literaturgeschichte als ständigen Kampf mit den Vorgängertexten und -dichtern. In diesem Sinne versteht man unter Tropik den Versuch, den Vorläufertext zu überbieten und seine Spuren zu verwischen, ihn quasi durch Neuschrift abzuwehren.28

Dem Weiter-, Wieder- und Umschreiben von Texten gesteht Lachmann Gedächtnisfunktion zu. Je nach Art der angewandten Strategie wird der Referenztext mehr oder weniger gewürdigt und gleichzeitig auch neu interpretiert. Bei der Funktionsbestimmung von Intertextualität, als Sinnkonstitution, die durch die Relation von altem zu neuem Text entsteht, betont sie die Notwendigkeit einer synchronen und diachronen Differenzierung. Seit dem 20. Jahrhundert sieht sie das Intertextualitätskonzept in einer Doppelfunktion: Erstens bewirkt Intertextualität eine Reinterpretation „bekannter außenseiterischer Texte, die den klassischen Kanon der Literatur von jeher provoziert haben“, zweitens eine Erstinterpretation von zeitgenössischen Werken, die durch intertextuelle Einschübe verfeinert und radikalisiert erscheinen.29

Lachmann meint zwei Tendenzen innerhalb der textanalytischen Intertextualitätsdebatte zu erkennen, und zwar zum einen die Forschungsrichtung, die versucht eine Art Intertextualitätsgrammatik zu erstellen, indem sie die Markierungen zu erfassen versucht, die auf eine Doppel- oder Mehrfachkodierung verweisen, und zum anderen die, die sich auf die Beschreibung von Text-Text-Relationen konzentriert.30

Der zweiten Tendenz ist u. a. Gerard Genette zuzuordnen, der sich in der Monographie ’Palimpseste - Die Literatur auf zweiter Stufe’ extensiv mit der Systematisierung intertextueller Beziehungen auseinandersetzt. Genette nimmt dort zunächst, aufgrund des inflationären Gebrauchs des Intertextualitätsbegriffs, eine Neudefinition vor und entwickelt eine Terminologie für die unterschiedlichen Formen von Text-Text-Beziehungen, die im Folgenden in Ausschnitten vorgestellt wird. Auf die Problematik der intertextuellen Markierung gehe ich weiter unten ein.

I.2 Formen von Intertextualität

I.2.1 Transtextualität und intertextuelle Beziehungen nach Genette

Genette meidet den inflationären Gebrauch des Intertextualitätsbegriffs, indem er ihn auf die erkenntliche Präsenz eines Prätextes im manifesten Text reduziert, d. h. nach Genettes Definition liegt Intertextualität in einfachster und wörtlichster Form bei einem Zitat vor, wobei dieses durch Anführungszeichen und ggf. mit Angabe der Quelle markiert wird. Ist Intertextualität wörtlich und nicht deklariert, handelt es sich um ein Plagiat. Wenn sie aber implizit und weniger wörtlich ausgeprägt ist, dann liegt eine Anspielung bzw. eine Allusion vor. Die generelle Beziehung zwischen Texten hingegen, „die Transzendenz eines Textes“, also alles, was einen Text in eine verborgene oder offensichtliche Beziehung zu anderen Texten bringt, bezeichnet Genette als Transtextualität. Insgesamt differenziert er fünf Formen von Transtextualität und weist den fünf Typen noch einmal hierarchisch nicht geordnete Subkategorien zu, die er mit zahlreichen Beispielen illustriert. Eine dieser Kategorien ist die oben genannte Intertextualität. Zur zweiten Kategorie, der Paratextualität, zählt er alle Texte und Textsegmente, die sich um den eigentlich literarischen Text herum gruppieren, wie Titel, Vorworte, Motti, und ähnlichem, die entweder vom Autor selbst stammen oder allographer Natur sein können. Dem dritten Typus, der Metatextualität, die im übrigen nicht mit der Lachmanns übereinstimmt, ordnet er alle Texte zu, die sich mit dem eigentlichen Text auseinandersetzen, ohne ihn gezwungenermaßen zu zitieren oder anzuführen, dazu zählt z. B. der Kommentar oder die Literaturkritik.31 Als zwei weitere Kategorien führt er die Architextualität und die Hypertextualität an, wobei sich diese Kategorien inhaltlich mit den zwei, weiter unten erläuterten Begriffen der Einzeltextreferenz und Systemreferenz überschneiden. Die Kategorie der Architextualität verweist auf die Zugehörigkeit eines Textes zu „seiner“ literarischen Gattung. Genette ist sich der Problematik dieser Kategorie durchaus bewusst, und nennt diesen Typus deshalb auch besonders „abstrakt und implizit“.32 Denn sowie die Einordnung eines Textes in eine Gattung generell schwierig sein kann, so erfolgt Gattungszuordnung in der Regel ohnehin nicht durch den Text selbst, sondern entweder durch den Rezipienten oder durch die Kritiker in metatextueller Form, oder durch eine Kennzeichnung im Paratext, was eine häufig zu findende Variante darstellt. Hier wird deutlich, dass die Kategorien kaum voneinander trennbar sind, da sie sich überschneiden und gegenseitig überlagern.33 Nach Broich & Pfister liegt die Schwierigkeit der Trennung vor allem darin begründet, dass die Bezüge eines Textes gleichzeitig auf einzelne Texte wie auch auf Konventionen literarischer Gattungen zurückgehen.34

I.2.2 Einzeltext- und Systemreferenz

Die Differenzierung der Bezüge entweder zu individuellen Texten oder zu ganzen Textsystemen werden von Broich & Pfister mit dem Begriffen Einzeltextreferenz und Systemreferenz benannt, wobei sie die Einzeltextreferenz dem Kernbereich und die Systemreferenz der Randzone der Intertextualität zurechnen. Systemreferenzen stellen nach Pfister den Kern der Intertextualitätskonzeption Bachtins und Kristevas dar, wobei er jedoch im Gegensatz zu dem völlig entgrenzten Textbegriff Kristevas die Systemreferenz auf sprachliche bzw. versprachlichte Systeme einengt. Systemreferenz tritt in einzelnen Passagen eines Textes oder im Text insgesamt in Erscheinung. Der am weitesten gefasste Bereich der Systemreferenz bezieht sich auf die Übernahme sprachlicher Codes, etwas prägnanter ist der Bezug zu konkreten Diskurstypen z. B. zum politischen, philosophischen oder wissenschaftlichen Diskurs. Als intertextuelle Systemreferenz versteht Pfister auch den Bezug auf Archetypen und Mythen, da diese auf zahlreiche Varianten mündlicher und schriftlicher Erzählmotive zurückgehen.35

I.2.3 Die hypertextuellen Verfahren Transformation und Nachahmung

Doch komme ich noch einmal auf die von Genette umfassend erörterte transtextuelle Kategorie der Hypertextualität zurück. Dieser Typus verweist auf die Beziehungen zwischen dem manifesten Text, d. h. dem Hypertext, und dem Referenztext, dem so genannten Hypotext, außerdem auf die, durch die hypertextuellen Bezugsverfahren herbeigeführten, Ableitungen. Bei den hypertextuellen Verfahren differenziert er in struktureller Hinsicht zwei Grundtypen: Die Transformation und die Nachahmung, die er abhängig von ihrem Register (spielerisch/ satirisch/ ernst) noch einmal funktional in die jeweiligen Praktiken (Parodie, Travestie, Persiflage, Pastiche) klassifiziert.

Die Ableitungen Parodie, Travestie, Persiflage und Pastiche werden aufgrund ihrer gemeinsamen funktionellen Übereinstimmung, nämlich der komischen Wirkung des „parodierten“ Textes, oft durcheinander gebracht. Da man vor allem das Wort „Parodie“ für unterschiedliche Phänomene verwendet, bemüht sich Genette um eine Fixierung der Begriffe.

Als Parodie bezeichnet er die minimale Transformation eines Textes. Unter Beibehaltung des Stils bzw. der Form des Textes wird das Thema bzw. die Bedeutung geändert. Diese minimale Transformation ist eine semantische Transformation.

Die Travestie arbeitet ebenfalls mit der Transformation des Textes, jedoch auf stilistischer Ebene, d. h. sie modifiziert den Stil und belässt das Thema. Die Travestie ist eine stilistische Transposition. Der Unterschied zwischen Parodie und Travestie liegt vor allem im Ausmaß der Deformation des Hypotextes.

Parodie und Travestie arbeiten also mit der Transformation eines Textes, das Pastiche und die Persiflage dagegen mit der Nachahmung. Das Pastiche gilt dennoch als eine Unterart der Parodie und ahmt, wie die Persiflage, einen Text nach. Im Gegensatz zum Pastiche ist die Persiflage eine in satirisch-ironischer Absicht unternommene Imitation.36 Genette widerspricht der weit verbreiteten Annahme, eine Parodie trage stets satirischen Charakter und wirke komisch und fügt daher der funktionalen Ebene einen ernsten Register hinzu und unterteilt noch einmal die vereinfachte Unterscheidung von satirisch und nicht satirisch in spielerisch, satirisch und ernst. Demnach gehen aus den Hypotexten durch die Anwendung der hypertextuellen Verfahren Transformation und Nachahmung spielerische, satirische oder ernste Hypertexte hervor, wobei die Übergänge zwischen den drei Registern fließend sind. Die ernsten Transformationen nennt er „Transpositionen“ und die ernsten Nachahmungen „Nachbildungen“.37 Zu den spielerischen rechnet Genette also die Parodie und Pastiche, zu den satirischen Travestie und Persiflage und zu den ernsten die Transposition und die Nachbildung.38

Der groben Dreiteilung der funktionalen Ebene versucht Genette durch die Hinzufügung der Register „ironisch“, „humoristisch“, „polemisch“ beizukommen, wobei er eine verfeinerte Differenzierung im Verlauf der Darlegung der einzelnen Verfahren anhand von Beispielen vornimmt. Von den einzelnen Verfahren soll an dieser Stelle nur die Transposition bzw. ernste Transformation näher betrachtet werden, da sie Techniken darstellen, die für den zweiten Teil der Arbeit relevant sind.

I.2.4. Transpositionen

Die Transposition wertet Genette aufgrund ihrer Bandbreite und Vielfalt der eingesetzten Verfahren als wichtigste hypertextuelle Praktik und bemüht sich um eine Darstellung der verschiedenen Spielarten, wobei er betont, dass eine taxonomische Systematisierung in naturwissenschaftlicher Manier, bei der jedes Element in nur eine Sparte fällt, kaum realisierbar und nicht Ziel seiner Arbeit sei, denn Einzeltranspositionen sind meistens mit mehreren, verschiedenen Praktiken verbunden. Einige, für unsere Zwecke relevante Praktiken werden im Folgenden überblicksartig dargestellt.

Grundlegend unterscheidet Genette die formale von der thematischen Transposition. Als Beispiele für formale Transpositionen führt er Übersetzungen, Übertragungen in Verse (= Versifikation), in Prosa (= Prosifikation), in ein anderes Metrum (= Transmetrisierung) oder einen anderen Stil (= Transstilisierung) an.39

Die formale Transposition geht beinahe immer mit einer quantitativen Transformation einher, von der es zwei verschiedene Varianten gibt: die Reduktion und die Erweiterung. Erweiterungen werden in Form von Dehnungen und Amplifikationen, z. B. durch Einführung von Figuren, Redeteilen, Umständen, Detailbeschreibungen, Episoden etc. realisiert. Reduktionen dagegen sind Verdichtungen, Verknappungen oder Aussparungen, die z. B. in Form der Zusammenfassung, der Inhaltsangabe oder des Resümees auftreten. Diese können, wie Genette vermerkt, nie bedeutungslos sein, da die Reduktion als Nebeneffekt den Hypotext unvermeidlich in seiner Bedeutung modifiziert,40 d. h. formale und inhaltliche Transpositionen sind kaum getrennt voneinander zu beobachten. Außerdem treten Erweiterung und Reduktion meist im Verbund auf. „Jede Transformation, die sich nicht auf eines dieser zwei Verfahren reduzieren lässt, resultiert […] aus ihrer Kombination nach der Formel Weglassung + Hinzufügung = Substitution […] oder in umgekehrter Bewegung Hinzufügung + Weglasssung.“41 Quantitative Transformationen treten also oft in beide Richtungen auf, d. h. der Hypotext wird gleichzeitig reduziert und erweitert.

Noch eine Form der Erweiterung stellt die Kontamination dar, die Genette als eine „unterschiedlich dosierte Mischung zweier (oder mehrerer) Hypotexte“42 definiert, wobei es sich sowohl um Kontaminationen zwischen Texten als auch um Kontaminationen zwischen Texten und Anleihen aus der Wirklichkeit handeln kann.43

In die Sparte der sogenannten „mehrdeutigen Praktiken“ verortet Genette das Verfahren der Transmodalisierung, wobei er zwischen intermodaler und intramodaler Transmodalisierung differenziert und zwischen je zwei Ausprägungen. Die intermodale Transmodalisierung bezeichnet den Wechsel von einem Modus zum anderen. Es liegt dann entweder eine Narrativisierung oder eine Dramatisierung vor.

Die intramodale Transmodalisierung bezeichnet die Variation innerhalb eines Modus, zum Beispiel bieten sich innerhalb des narrativen Modus zahlreiche Transformationsmöglichkeiten in den Kategorien „Zeit“, „Modus“44 und „Stimme“. Demnach kann z. B. ein Hypertext hinsichtlich der Zeitlichkeit eine ursprünglich chronologische Erzählung durch proleptische oder analeptische Einschübe mit Anachronien versehen oder diese umgekehrt aufheben; er kann die Dauer und Frequenz, also die Erzählgeschwindigkeit der Erzählung, modifizieren, er kann die Erzählung von Ereignissen in die Erzählung von Worten umwandeln oder den „narrativen Standpunkt“, d. h. die Fokalisierung45 der Erzählung, ändern. Der Wechsel des Fokalisierungstyps kann unterschiedliche Folgen haben: So kann der Wechsel von der unfokalisierten Erzählung mit einem außerdiegetischen Erzähler zu einer intern fokalisierten Erzählung einen Erzählstimmenwechsel mit sich bringen, d. h. in diesem Fall löst die Fokalisation eine Vokalisation aus. Durch einen Perspektiv- und Stimmenwechsel entstehen dann möglicherweise ganz neue Episoden oder es werden Beweggründe einer Figur offengelegt bzw. anders dargestellt (= Transmotivation), die im Hypotext nicht intendiert waren. Genette unterscheidet zwischen der Vokalisation, Devokalisation und Transvokalisation. Eine Vokalisation liegt im oben beschriebenen Fall vor, also beim Wechsel von einem allwissenden, außerdiegetischen Erzähler in die erste Person eines diegetischen Erzählers, eine Devokalisation dagegen im umgekehrten Fall und eine Transvokalisierung beim Erzählstimmentausch zwischen zwei Figuren der Erzählung.46

Obgleich mehrfach auf den engen Zusammenhang zwischen formaler und inhaltlicher Transformation hingewiesen wird, differenziert Genette zwischen formalen und thematischen Transpositionen. Die thematische Transformation, bei der der Hypotext eine Bedeutungsveränderung erfährt, nennt Genette semantische Transformation. Sie tritt selten im Reinzustand auf, aber häufig als diegetische oder pragmatische Transposition. Dabei ist die Unterscheidung der in der Regel synonym verwandten Begriffe „Diegese“ und „Geschichte“ fundamental, und zwar meint „Geschichte“ hier die Abfolge von Ereignissen und Handlungen und „Diegese“ die Welt, in der sich die Geschichte ereignet. Bei der diegetischen Transposition bzw. Transdiegetisation wird die Handlung in eine andere Diegese, z. B. an einen anderen Ort oder in eine andere Epoche, transponiert, wobei die homodiegetische Transposition den Rahmen des Hypotextes nicht antastet, die heterodiegetische Transposition dagegen, die lediglich auf die thematische Analogie zwischen ihrer Handlung und der des Hypotextes insistiert, verändert den Rahmen sehr wohl. Als charakteristisch für die letztere führt Genette die Modifizierung der Identität einer Figur an, z. B. die Veränderung der Staatsbürgerschaft, des Geschlechts oder der Familienzugehörigkeit.47

Die diegetische Transposition stellt jedoch wie die pragmatische Transformation auch keine Bedingung, sondern ein fakultatives Element der semantischen Transformation dar.48 Liegt aber eine diegetische Transposition vor, zieht dies in der Regel auch Änderungen im Handlungsverlauf nach sich, so spielen z. B. bei der Verlagerung einer Handlung in eine andere Epoche völlig andere Werte und Handlungsmotive eine Rolle.

In diesem Zusammenhang soll nicht zuletzt als wesentliches Verfahren der semantischen Transformation die Transmotivation genannt werden. Die Transmotivation bezeichnet den Motivtausch, der drei Aspekte annehmen kann, und zwar erstens die Motivation, d. h. die Aufnahme eines Motives dort, wo der Hypotext kein Motiv angibt, zweitens die Demotivation, d. h. das Weglassen eines Grundes bzw. eines Motives, und drittens die eigentliche Transmotivation, also die Substitution eines Motives durch ein anderes.49

Das letzte hier aufgeführte Verfahren ist die Umwertung, die drei unterschiedliche funktionale Ausprägungen annehmen kann. In positiver Realisierung nennt sie Genette Aufwertung, in negativer Abwertung und in substituierender Umwertung. Alle diese Bewegungen beziehen sich auf die Figuren eines Textes bzw. auf die sie charakterisierenden Handlungen und Verhaltensweisen. Die Aufwertung einer Haupt- oder Nebenfigur besteht darin, ihr durch eine pragmatische oder psychologische Transformation innerhalb des Wertesystems des Hypertextes eine Rolle zuzuweisen, die bedeutender bzw. sympathischer als die im Hypotext ist.50 Die Abwärtsbewegung kann als Reaktion auf eine vorangegangene Aufwertung erfolgen oder auch auf eine bereits im Hypotext angelegte Abwertung anschließen. In diesem Fall verschärft der Hypertext eine bereits existente Neigung des Hypotextes.51 Eine Umwertung kann durch die zweifache Bewegung der Ab- und Aufwertung oder durch die Einnahme der Gegenposition im Hypertext erfolgen.52

I.2.5 Die Kategorie „Paratextualität“

Große Aufmerksamkeit schenkt Genette in seinem Buch Seuils bzw. “Paratexte - das Buch zum Beiwerk des Buches“ der transtextuellen Kategorie der Paratextualität. Um die Typen von paratextuellen Mitteilungen zu definieren, klassifiziert er hinsichtlich räumlicher, zeitlicher, stofflicher, pragmatischer und funktioneller Eigenschaften. Dem entsprechend ist der räumliche Status von der Stellung des Paratextes im Verhältnis zum Text ablesbar. Er differenziert dabei zwischen Peritext und Epitext. Der Peritext steht dabei im engeren Umfeld des Textes; zu ihm gehören Titel, Überschriften, Anmerkungen und Ähnliches. Der Epitext steht in einiger Entfernung; zu ihm zählen Interviews, Briefe und Tagebücher und Ähnliches. Hinsichtlich des zeitlichen Kriteriums stellt sich die Frage, wann der Paratext erschienen ist - vor oder nach dem eigentlichen Text. Der stoffliche Status des Paratextes wird durch die Art seiner Repräsentation, d. h. verbal oder nonverbal bestimmt. In den meisten Fällen handelt es sich um sprachliche Äußerungen, doch sind auch bildliche, materielle oder faktische Paratexte möglich. Bildlich bedeutet, wenn der Paratext in Form von bildlichen Illustrationen auftritt. Materiell, wenn es sich um die typographischen Elemente eines Textes handelt und faktisch meint die Fakten bzw. das Wissen um den Kontext, d. h. das Wissen rund um den Autor, um das Werk, um die Epoche usw.

Der pragmatische Status des Paratextes wird durch die Eigenschaften seiner Kommunikationsinstanz oder -situation bestimmt. Hier stellt sich die Frage nach dem Adressant und Adressaten der paratextuellen Botschaft, nach seinem Wesen, nach seiner Autorität und Verantwortung. Im Hinblick auf den Adressanten gibt es auktoriale, verlegerische bzw. von fremder Hand verfasste, d. h. allographe Paratexte. Hinsichtlich des Adressaten kann ein Paratext öffentlich, also für die breite Öffentlichkeit bestimmt, privat, d. h. an bekannte oder unbekannte Privatpersonen gerichtet oder intim, z. B. in Form eines Tagebucheintrags an sich selbst gewandt sein. Außerdem unterscheidet Genette noch zwischen offiziellem und offiziösem Paratext, wobei sich diese Unterscheidung auf die Aspekte der Autorität und Verantwortung bezieht. Offiziell ist jeder Paratext, zu dem sich Autor und Verleger in Form des anthumen53 Peritexts bekennen. Der offiziöse Paratext dagegen ist Teil des auktorialen Epitextes, für den der Autor die Verantwortung zurückweisen kann, wie z. B. bei Interviews, vertraulichen Mitteilungen und Ähnlichem.

Der pragmatische Status des Paratextes bestimmt seine Funktion, d. h. die paratextuelle Mitteilung kann der reinen Informationsvermittlung dienen, z. B. bei der Nennung des Autors oder des Erscheinungsdatums, sie kann auktoriale und verlegerische Absichten und Interpretationsempfehlungen übermitteln, z. B. durch Nennung der Gattung oder sie erfüllt performative Funktionen, z. B. bei Widmungen. Der Paratext ist seinem Text funktional untergeordnet.54 Er liefert zusätzliche Informationen, die die Lektüre und Interpretation des Haupttextes lenken, außerdem schafft er Rahmenbedingungen für den Leser und beeinflusst die Rezeption des Textes. Die heterogene Menge an verbalen und nonverbalen Äußerungen, die einen Paratext bilden kann, bewirkt eine umfassende oder auch zum Teil diffuse Definition des Paratextualitätsbegriffs. Die vielfältige Auffächerung und Differenzierung von Kategorien im Begriffssystem von Genette verdeutlicht die Dimension der mannigfachen Spielarten inter- bzw. transtextueller Bezüge.

Um das Vorhandensein intertextueller Spuren systematisch zu erfassen und zu beschreiben, bietet die Intertextualitätskonzeption von Broich & Pfister eine Reihe von Kriterien, anhand derer sich der Umfang und der Charakter intertextueller Spuren genauer bestimmen lässt.

I.3 Kriterien zur Ermittlung intertextueller Spuren

Das Intertextualitätsmodell von Broich und Pfister versucht zwischen den beiden gegensätzlichen Konzepten, dem enger gefassten traditionellen, strukturalistischen Modell und dem weiter gefassten Modell der Poststrukturalisten, zu vermitteln. Ausgehend vom globalen, übergreifenden Intertextualitätsmodell soll Intertextualität hinsichtlich der Intensität ihres intertextuellen Bezugs unterschieden und nuanciert werden.55

Mithilfe von qualitativen und quantitativen Kriterien, die aus der theoretischen Diskussion entwickelt wurden, soll der Versuch einer Skalierung von Intertextualität in Angriff genommen werden. Insgesamt sechs qualitative Kriterien schlägt Pfister vor: Das erste Kriterium, die Referentialität, beurteilt, wie stark der vorliegende Text den Referenztext thematisiert und dessen Eigenart deutlich macht. Es schließt die Frage ein, inwieweit Fremdtextelemente hervorgehoben werden, d. h. wenn ein Zitat markiert ist, ist die Referentialität größer, als wenn es unmarkiert bleibt und nahtlos in den neuen Text eingefügt wird. Der Verweis auf den ursprünglichen Kontext bringt einen gewissen Grad an Metaintertextualität hervor, die den Prätext kommentiert, perspektiviert und interpretiert und so die Anknüpfung bzw. die Distanznahme zu ihm thematisiert. Dies entspricht Lachmanns Metaintertextualität.

Das zweite Kriterium ist die Kommunikativität, die den Grad der Bewusstheit des intertextuellen Bezugs beim Autor und Rezipienten bewertet. Das Plagiat beispielsweise ist zwar nach dem Kriterium der Strukturalität hochgradig, hinsichtlich der Kommunikativität aber nur schwach intertextuell, da sich möglicherweise lediglich der Autor der Referenz bewusst ist. Der Intertextualitätsgrad kann nach den ersten beiden Kriterien durch die Erfüllung des dritten Kriteriums, der Autoreflexivität, d. h. das Reflektieren der intertextuellen Bezogenheit, im neuen Text noch gesteigert werden. Dieses Kriterium fragt also danach, ob Intertextualität markiert und thematisiert wird und wie explizit oder implizit eine Metakommunikation über sie erfolgt.

Das vierte Kriterium, die Strukturalität, betrifft die Ausprägung der syntagmatischen Integration des Prätextes, also die Frage danach, wie stark der Referenztext nicht nur zum punktuellen Bezugspunkt, sondern zur strukturellen Folie des manifesten Textes wird. Das beiläufige und punktuelle Anzitieren von Fremdtexten ergibt nur einen geringen Intensitätsgrad, während sich mehrfache Verweise, die größere Textteile oder den Gesamttext aufrufen, dem maximalen Ausprägungsgrad annähern.

Das Kriterium „Selektivität“ bestimmt, wie prägnant und pointiert ein Element des Referenztextes ausgewählt und hervorgehoben wird, d. h. umso selektiver und prägnanter ein Verweis ist, desto klarer wird der Gesamtkontext des Prätextes abgerufen und in] die Sinnkonstitution des manifesten Textes einbezogen.

Das sechste Kriterium, die Dialogizität, die auf Bachtins Dialogizitätstheorie beruht, ist umso stärker ausgeprägt, desto mehr der ursprüngliche und der neue Zusammenhang in semantischer und ideologischer Spannung zueinander stehen. Eine intertextuelle Einschreibung, die den Prätext ironisch relativiert und seine ideologischen Vorraussetzungen untergräbt, erreicht einen weitaus höheren Intensitätsgrad als eine Textverarbeitung, die bemüht ist, den Originalsinn des Prätextes beizubehalten.

Zu dem Apparat qualitativer Kriterien sind außerdem quantitative Kriterien anzusetzen. Zwei Faktoren müssen dabei beachtet werden, und zwar erstens: die Dichte und Häufigkeit intertextueller Verweise und zweitens: die Zahl und Streubreite der Referenztexte.

Zu beachten ist, dass die Intensität nicht nach den sechs Kriterien gleich ist und, dass das Modell auch nicht als exaktes Messinstrument, sondern als heuristisches Konstrukt zur typologischen Unterscheidung von Text-Text-Bezügen gedacht ist.56

I.3.1 Die Integration und Kennzeichnung von Fremdtextteilen

Bei der Frage nach erkennbaren Referenztextbezügen befindet Helbig eine Eingrenzung des Intertextualitätsbegriffes im Sinne einer Einzeltextreferenz für notwendig, wobei die Fokussierung von Einzeltextreferenzen nicht die Berechtigung eines universalistischen Intertextualitätsbegriffs leugnen soll.57

In welchem Maß Fremdtexte oder Segmente von Fremdtexten für den Rezipienten im manifesten Text identifizierbar sind, ist zum einen abhängig von deren Eingliederung in den neuen Text durch den Autor und zum anderen natürlich vom Rezipienten, der über mehr oder weniger literarisches Wissen verfügen kann.

Die Bandbreite der Integration reicht von größtmöglicher Naht- und Bruchlosigkeit über „spannungsgeladene Kollision der Fremdtextelemente im neuen Text“ bis hin zur expliziten Signalisierung der Referenz durch entsprechende Markierungen.58 Die Anspielung auf einen spezifisch literarischen Kontext kann nur vom kompetenten Leser als eine solche verstanden werden, hingegen ist die explizit gekennzeichnete Allusion oder das wörtliche Zitat auch für den Rezipienten mit weniger Kenntnissen wahrnehmbar. Für das Gelingen der intertextuellen Rezeption ist demnach die Markierung ein verantwortlicher Faktor. Auch Lachmann nennt Referenzsignale als Voraussetzung für das Erkennen der Präsenz fremder Zeichen und unterscheidet diese Signale durch den Relationsmodus zwischen Text und Referenztext.59

I.3.2 Markierung im äußeren oder im inneren Kommunikationssystem

In seinem Aufsatz “Formen der Markierung von Intertextualität“ verweist Broich zunächst auf die Unterscheidung von Markierung und Markiertem und unterscheidet die Erstgenannten nach dem Ort ihres Auftretens. Demnach differenziert er die Markierung im Nebentext, die Markierung im inneren und die im äußeren Kommunikationssystem des Haupttextes, wobei er auf die Möglichkeit der Mehrfachmarkierung auf den verschiedenen Ebenen hinweist. Eine Markierung im Nebentext entspricht der Signalisierung von Fremdtextelementen in Form von paratextuellen Verweisen im engen und weiteren Sinn; eine Markierung im inneren Kommunikationssystem liegt vor, wenn ein Autor eine Figur aus einem anderem Text auftreten lässt oder wenn er einen fremden Text als physischen Gegenstand in den manifesten Text einführt und den Rezeptionsvorgang darstellt. Eine Markierung im äußeren Kommunikationssystem dagegen liegt vor, wenn der Autor oder Verleger durch Namensgebung (z. B. hinsichtlich des Titels oder der Figuren), typographische Hervorhebung oder durch Stilkontrast auf den Bezug aufmerksam macht bzw. sie liegt dann vor, wenn der Fremdtext weder physischer Gegenstand des aktuellen Textes noch im Bewusstsein der Figuren präsent ist.60

Jörg Helbig entwirft in seinem Buch „Markierung und Intertextualität“ eine systematische Darstellung der diversen Markierungsformen und ihrer funktionellen Ausrichtung und entwickelt darin ein Instrumentarium zur Analyse von intertextuell organisierten Texten. Zunächst erörtert er die relevanten Forschungsansätze und deren theoretischen Erkenntnisse, bevor er eine systematische, nach Explizitheitsgrad differenzierte Darstellung der Markierungsformen liefert und im Anschluss eine funktionelle Unterscheidung in produzentenorientierte, textorientierte und rezipientenorientierte Funktionalität vornimmt.

Helbig begreift intertextuelle Markierungen primär als Mittel zur Rezeptionslenkung, und definiert Markierung als deiktische Zeichen, die die Aufmerksamkeit des Lesers auf eine ihrerseits deiktische Zeichenkette lenken sollen. Er stellt fest, dass die Deutlichkeit von Markierungen stark variiert und dass intertextuelle Verweise ohne das geringste Anzeichen ihres Vorhandenseins auftreten können. Die Ursachen für das Nichtvorhandensein bzw. für das Übersehen intertextueller Spuren können produktionsseitig oder rezeptionsseitig begründet sein. Bei geringerer Deutlichkeit der Markierung ist die Aktivität des Rezipienten bzw. dessen Allusionskompetenz stärker gefordert. Er schlussfolgert daraus, dass Markierung keine Intertextualität konstituierende Größe ist. Er differenziert daher explizit bzw. implizit markierte und unmarkierte Intertextualität.61

Das Modell von Pfister zur Bestimmung intertextueller Intensität wertet er als relevant für eine Markierungstheorie, die es erlaubt, sich dem Untersuchungsgegenstand zu nähern. Dabei meint er in erster Linie das Kriterium der Kommunikativität, aber auch die der Referentialität, Autoreflexivität und Strukturalität.62

Die Faktoren, die im intertextuellen Kommunikationsprozess wirken, sind 1. Autor, 2. Rezipient, 3. der manifeste Text, 4. der Referenztext, 5. die Einschreibung bzw. intertextuelle Spur63 und 6. als fakultativer Faktor die Markierung der Einschreibung. Der Faktor „Einschreibung“ lässt sich durch formale und funktionale Kriterien näher bestimmen, d. h. wie ist sie situiert? Oder welcher Signalwert kommt ihr zu? Ist sie markiert oder unmarkiert? Explizit oder implizit? Welche Funktion hat die Einschreibung im Werkkontext?64 Die verschiedenen Markierungstypen, die sich durch den Grad ihrer Deutlichkeit unterscheiden, beschreibt Helbig und verortet sie auf einer vierstufigen Progressionsskala.

I.3.3 Formen intertextueller Markierung

Helbigs Progressionsskala intertextueller Markierung differenziert zwischen unmarkierter und implizit oder explizit markierter und thematisierter Einschreibung, was einer Nullstufe, Reduktionsstufe, Vollstufe und Potenzierungsstufe entspricht.

Die Nullstufe, d. h. unmarkierte Intertextualität, liegt vor, wenn eine Einschreibung nahtlos, als „Art literarischer Mimikry“ in den neuen Kontext integriert ist.65 Besonders unauffällig lässt sich ein Zitat in den neuen Text integrieren, wenn es nicht wörtlich, sondern sprachlich transformiert eingefügt wird. Bei absichtlicher Nichtmarkierung, die aber auf Erkennbarkeit zielt, geht der Autor das Risiko der Nichterkennung ein, jedoch sind unterschiedliche Gründe für das Nichtmarkieren und Nichterkennen von Einschreibungen denkbar.

Bei markierten Einschreibungen weisen Indikatoren auf den Fremdtext bzw. auf Fremdtextelemente hin. Liegt markierte Intertextualität vor, ordnet Helbig dem Ausmaß der Referenz, also ob sich die Einschreibung entweder auf ein Segment oder auf die Gesamtheit des Referenztextes bezieht, bestimmte Indikatoren und Markierungsstrategien zu. Als Indikatoren für Teile von Referenztexten gelten der emphatische Gebrauch einer intertextuellen Spur, das Auftreten eines Codewechsels, d. h. einer linguistischen oder graphemischen Interferenz, die durch die Einschreibung verursacht wird, oder die Anwendung von Verfremdungssignalen.

[...]


1 Martínez (1996): Intertextualität. S. 150.

2 Aczel (1998). Intertextualität. S. 299.

3 Pfister, M. (1985): Konzepte der Intertextualität. S. 8.

4 Ibidem. S. 1.

5 Volkmann (1998). Dialogizität. S. 114.

6 Dialogizität bezeichnet hier etwas anderes, als die vom Begriff „Dialog“ abgeleitete Bedeutung eines Zwiegesprächs.

7 Volkmann (1998). Dialogizität S. 114.

8 Pfister (1985): Konzepte der Intertextualität. S. 2.

9 Bachtin (1969): Literatur und Karneval. S. 28-36.

10 Ibidem. S. 38.

11 Ibidem. S. 38.

12 Ibidem. S. 47.

13 Martínez (1996). Dialogizität, Intertextualität, Gedächtnis. S. 436.

14 Bachtin (1969). Linguistik und Metalinguistik. In: Literatur und Karneval. S. 105.

15 Bachtin (1979). Die Ästhetik des Wortes. S. 213.

16 Ibidem. S. 213.

17 Lachmann (1990). Intertextualität und Dialogizität. In: Gedächtnis und Literatur. S. 70.

18 Bachtin (1979). Zur Methodologie der Literaturwissenschaft. In: Die Ästhetik des Wortes. S. 352.

19 Aczel (1998). Intertextualität. S. 300.

20 Pfister (1985). Konzepte der Intertextualität. S. 6-9.

21 Lachmann (1990). Intertextualität und Dialogizität. In: Gedächtnis und Literatur S. 56.

22 Ibidem. S. 62 ff., Zitat S. 63.

23 Ibidem. S. 57-62.

24 Lachmann (1990). Intertextualität und Dialogizität. In: Gedächtnis und Literatur. S. 60 ff.

25 Ibidem. S. 63.

26 Lachmann (1990). Mnemotechnik und Simulakrum. In: Gedächtnis und Literatur. S. 35.

27 Ibidem. S. 38 f.

28 Lachmann & Schahadat (1995). Intertextualität. S. 678-683.

29 Lachmann (1990). Die aus Literatur gemachte Literatur. Weiter- Wieder- und Umschreiben. In Gedächtnis & Literatur. S. 67.

30 Lachmann & Schahadat (1995). Intertextualität. S. 678.

31 Genette (1982). Palimpseste. S. 8-13.

32 Ibidem. S. 13.

33 Ibidem. S. 8-18.

34 Broich (1985). Einzeltextreferenz. In: Intertextualität. S. 18.

35 Ibidem. S. 48-52.

36 Genette (1982). Palimpseste. S. 32-42.

37 Ibidem. S. 43 f.

38 Ibidem. S. 39-47.

39 Ibidem. S. 287-309.

40 Ibidem. S. 403.

41 Ibidem. S. 372.

42 Ibidem. S. 359.

43 Ibidem. S. 313-372.

44 Modus bezeichnet hier nicht die zwei Modalitäten „dramatisch vs. narrativ“ der darstellenden Fiktion, sondern auf einer Ebene darunter eine der Kategorien dieser Modalität, d. h. Modus vs. Zeit und Stimme.

45 Die Bestimmung der Fokalisierung ist ein Analyseinstrument von Genettes narratologischem System. Genette unterscheidet zwischen Perspektive (Wer nimmt wahr?) und Stimme (Wer spricht?) Die Wahl des Fokalisierungstyps reguliert quasi die Informationsvergabe. Genette unterscheidet drei Fokalisierungstypen: Bei der unfokalisierten Erzählung weiß der Erzähler mehr als alle Figuren, bei der internen F. wird der Blickwinkel einer Figur eingenommen (F. kann zwischen Figuren wechseln) und bei der externen F. sagt der Erzähler weniger als seine Figuren wissen und er weiß nichts über das Innenleben seiner Figuren (Genette (1966/ 1972). Die Erzählung. S. 132 f.).

46 Genette (1982). Palimpseste. S. 393-401.

47 Ibidem. S. 407.

48 Ibidem. S. 423 ff.

49 Ibidem. S. 439 f..

50 Ibidem. S. 464.

51 Ibidem. S. 478.

52 Ibidem. S. 493.

53 Anthum vs. posthum.

54 Genette (1989). Paratexte S. 9-21.

55 Pfister (1985). Konzepte der Intertextualität. In: Intertextualität. Formen, Funktionen, anglistische Fallstudien. S. 25 f.

56 Pfister (1985). Konzepte der Intertextualität. In: Intertextualität. S. 26-30.

57 Helbig (1996). Markierung von Intertextualität. S. 59.

58 Lindner (1985). Integrationsformen von Intertextualität. S. 128.

59 Lachmann (1990). Intertextualität und Dialogizität. In: Gedächtnis und Literatur. S. 60.

60 Pfister (1985). Konzepte der Intertextualität. S. 31-47.

61 Helbig (1996). Markierung von Intertextualität. S. 72-75.

62 Ibidem. S. 62.

63 Der Faktor „Einschreibung“ ist der Ort der Überschneidung, also der Interferenz von präsentem und absentem Text. Vgl. Lachmanns Begriff „impliziter Text“.

64 Ibidem. S. 80 f.

65 Helbig (1996). Markierung von Intertextualität. S. 88.

Ende der Leseprobe aus 89 Seiten

Details

Titel
Intertextualität in dem Roman 'El mundo alucinante' von Reinaldo Arenas
Hochschule
Universität Potsdam  (Romanistik)
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
89
Katalognummer
V175452
ISBN (eBook)
9783640963928
ISBN (Buch)
9783640964093
Dateigröße
830 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
intertextualität, roman, reinaldo, arenas
Arbeit zitieren
Cornelia Bischoff (Autor), 2009, Intertextualität in dem Roman 'El mundo alucinante' von Reinaldo Arenas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175452

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