In der hier vorliegenden Hausarbeit möchte ich das Hauptaugenmerk auf die Sandbilder von André Masson aus den Jahren 1926/27 richten, wobei zu sagen ist, dass diese nur einen kleinen Teil des Oeuvres des französischen Malers (1896-1987) repräsentieren. Jedoch sollen hierbei nicht nur die erste Schaffensphase und die Motive der Sandbilder eine wichtige Rolle spielen, sondern auch die Technik der selbigen betrachtet werden. Da dem Automatismus ebenfalls in vielen Werken Massons eine große Bedeutung zugemessen worden ist, möchte auch ich dieses Thema mit den Sandbildern in Bezug setzen und darstellen, inwieweit sich dies auf ihre Ausführung auswirkte. Zudem möchte ich ebenfalls eine Reihe möglicher Einflüsse und Vorbilder auf André Massons Leben beleuchten, wobei hier der Schwerpunkt auf die Literatur und seine Dichterfreunde gelegt werden soll. Stellvertretend für die von Masson geschaffenen Sandbilder möchte ich zwei Bilder auswählen, vorstellen und einem Interpretationsversuch unterziehen. Bei all diesen Kapiteln sollen die Gedanken und Zitate von André Masson maßgebend sein und vor allem werden sie den Inhalt dieser Hausarbeit unterstützen und verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 André Masson und die Vorgeschichte zu seinen Sandbildern
3 Die Idee zur Entstehung der Sandbilder und deren Technik
4 Der Versuch des Automatismus in den Sandbildern
5 Die Themen der Sandbilder
6 Vergleichsbeispiele
6.1 Das Bild: Combat de poissons, 1926
6.1.1 Allgemeine Informationen
6.1.2 Die Bildbeschreibung
6.1.3 Interpretationsversuch
6.2 Das Bild: Les chevaux morts, 1927
6.2.1 Allgemeine Informationen
6.2.2 Bildbeschreibung und Interpretationsversuch
7 Einflüsse auf das Werk des André Masson
8 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Sandbilder von André Masson aus den Jahren 1926/27, um zu analysieren, wie der Künstler den surrealistischen Anspruch des Automatismus in seine Maltechnik zu integrieren versuchte und welche Bedeutung persönliche Erfahrungen sowie literarische Einflüsse dabei spielten.
- Die Entwicklung und spezifische Technik der Sandbilder
- Die Anwendung und Grenzen des künstlerischen Automatismus
- Die thematische Auseinandersetzung mit Gewalt und morbiden Motiven
- Der Einfluss von Literatur und Philosophie auf das Werk
- Die Analyse repräsentativer Sandbilder im Kontext von Massons Schaffensphase
Auszug aus dem Buch
4 Der Versuch des Automatismus in den Sandbildern
Anhand des vorangegangenen Zitates ist zu erkennen, dass es weiterhin das Bestreben Massons war, etwas Automatisches im Sinne der Surrealisten zu erschaffen. Zumindest deuten seine Aussagen darauf hin. Er „nimmt flüssigen Klebstoff und spritzt diesen mit schnellen, zeichnerischen Bewegungen auf die Leinwand“. Dies scheint aus dem Unbewussten heraus zu geschehen, denn er [Masson] hat keinerlei Einfluss darauf, wie die verschiedenen Leimtropfen auf die Leinwand auftreffen. Ebenso entspricht der nächste Schritt, das Auftragen des Sandes noch sehr den Anforderungen und Bestrebungen der Surrealisten nach Automatismus. Wohingegen natürlich gesagt werden muss, dass es bei den Sandbildern, die nur einen partiellen Sandauftrag haben eher automatisch erscheint, denn die Bilder, wo der Auftrag über die ganze Leinwand geschmiert wurde, erscheinen eher geplant oder konstruiert als automatisch.
Aber die Bilder bestehen ja nicht nur allein aus Sand und Leim, sondern es wird Farbe hinzugefügt, egal in welcher Form: manchmal gekleckst, manchmal gestrichen oder einfach nur in Form feiner Linien. Auch hierzu äußert sich Masson: „Dennoch wurde wie bei den Zeichnungen mit Tusche das Erscheinen, das Auftauchen des Figurativen hervor getrieben und das heterodoxe Bild fand seinen Abschluss dank einem Pinselstrich oder manchmal einem Fleck reiner Farbe. Andeutungsweise. [...] „Ich habe zuerst eine Empfindung farbiger Rhythmen. Mit der Farbe dargestellt, haben diese Rhythmen vielleicht ihren Ursprung in dem, was ich äußerlich gesehen habe, doch ich weiß nichts darüber. Plötzlich fühle ich mich von einer Farbe erfüllt, die rhythmisch ist, es ist entweder Grün oder Violett. Das notiere ich zunächst, entweder direkt auf der Leinwand oder mit Hilfe des Pastells. Darauf betrachte ich prüfend die Flecken (ich kann das nicht anders nennen, obwohl ich nicht behaupte, ein Vorläufer des Tachismus zu sein), und das nimmt mit diesen farbigen Flächen seinen Fortgang, und dann sehe ich auf einmal.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hier wird das Ziel der Arbeit dargelegt, die Sandbilder Massons unter Berücksichtigung ihrer Technik, ihrer Motive und der Einflüsse durch den Automatismus zu untersuchen.
2 André Masson und die Vorgeschichte zu seinen Sandbildern: Dieses Kapitel beleuchtet die Anfänge von Massons automatischen Zeichnungen und seinen Beitritt zur surrealistischen Gruppe ab 1924.
3 Die Idee zur Entstehung der Sandbilder und deren Technik: Es wird beschrieben, wie Masson während eines Aufenthalts in Sanary-sur-Mer die Technik der Sandbilder entwickelte und welche Materialien er dabei nutzte.
4 Der Versuch des Automatismus in den Sandbildern: Der Autor analysiert, inwieweit die Sandbilder den surrealistischen Idealen des Automatismus entsprechen und wo die Grenzen der Kontrolle liegen.
5 Die Themen der Sandbilder: Das Kapitel widmet sich der Interpretation der Motive, die oft durch persönliche traumatische Kriegserlebnisse des Künstlers geprägt sind.
6 Vergleichsbeispiele: Anhand der Werke "Combat de poissons" und "Les chevaux morts" werden die unterschiedlichen Techniken und inhaltlichen Ausprägungen exemplarisch demonstriert.
7 Einflüsse auf das Werk des André Masson: Hier werden die Bedeutung der Literatur, die Philosophie von Hegel und Nietzsche sowie die Rolle der Romantik für das Denken Massons beleuchtet.
8 Schlussbemerkung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Sandbilder trotz ihrer begrenzten Anzahl einen Wendepunkt in Massons Schaffen markierten und zu seiner Abspaltung von den Surrealisten führten.
Schlüsselwörter
André Masson, Sandbilder, Surrealismus, Automatismus, Moderne Kunst, Bildanalyse, Combat de poissons, Les chevaux morts, Maltechnik, Ästhetik, Kunstgeschichte, Trauma, Kriegserlebnisse, Literatur, Romantik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den Sandbildern des Künstlers André Masson aus den Jahren 1926/27 und untersucht deren künstlerische sowie theoretische Einordnung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Entwicklung der Sandbilder, die surrealistische Maltechnik, der Einfluss von Kriegserfahrungen auf die Motivwahl sowie die Auseinandersetzung mit dem Automatismus.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu zeigen, wie Masson den Versuch unternahm, den Automatismus in der Ölmalerei anzuwenden, und wie er sich dabei künstlerisch und inhaltlich von den surrealistischen Vorgaben emanzipierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine kunsthistorische Analyse, die durch Zitate und Gedanken des Künstlers sowie den Vergleich repräsentativer Werkbeispiele untermauert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Technik der Sandbilder, die Rolle des Unbewussten, die spezifische Thematik der Bilder sowie den Einfluss literarischer und philosophischer Vorbilder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Neben dem Namen des Künstlers sind die Begriffe Automatismus, Sandbilder, Surrealismus, Morbidität und künstlerische Entwicklung zentral für das Verständnis dieser Publikation.
Welche Bedeutung kommt der Technik der Sandbilder für Massons Entwicklung zu?
Die Arbeit stellt heraus, dass die Sandbilder ein Experimentierfeld für Masson waren, um die Kluft zwischen Zeichnung und Ölgemälde zu überbrücken, was letztlich seine Distanzierung von André Breton einleitete.
Wie unterscheidet Masson in seiner Selbsteinschätzung zwischen Automatismus und seinem "dionysischen Geist"?
Masson betont, dass für ihn der dionysische Geist als Ausdruck instinktiven Empfindens dauerhafter und bedeutsamer ist als der von Breton geforderte reine, bewusstlose Automatismus.
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- Peggy Ott (Author), 2007, André Masson und die Sandbilder - Der Versuch des Automatismus und der Einfluss der Surrealisten um André Breton, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175468