Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - Offline Marketing and Online Marketing

Existiert ein Pioniervorteil?

Kritische Analyse über die Erfolgsamkeit der Pionierstrategie in Theorie und empirischer Praxis

Title: Existiert ein Pioniervorteil?

Bachelor Thesis , 2011 , 50 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Quynh Phan (Author)

Business economics - Offline Marketing and Online Marketing
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die fortschreitende Globalisierung der Wirtschaft zählt seit einigen Jahrzehnten zu den herausragenden Themen der ökonomischen Diskussion. Angesichts der Internationalisierung der Märkte und des Wettbewerbs gewinnen grenzüberschreitende Wirtschaftsaktivitäten und Transaktionen zunehmend an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund sind immer mehr Unternehmen zur systematischen Erschließung neuer Absatzmärkte gezwungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. So stellt sich in diesem Kontext insbesondere die Frage nach einer geeigneten Markteintrittsstrategie.
Im Rahmen der Markteintrittsplanung nimmt [...] vor allem die Auswahl des optimalen Eintrittszeitpunkts, das sogenannte Timing, eine Schlüsselrolle ein (Oelsnitz, 1996a). Ein Unternehmen hat dabei grundsätzlich die Wahl zwischen den Strategiealternativen Pionier, oder früher bzw. später Folger (Robinson/Fornell, 1985). [...]
Diese besondere Fokussierung auf die zeitliche Dimension des Markteintritts ist mit der zentralen Vorstellung verbunden, dass der Markteintritt zu unterschiedlichen Zeitpunkten zugleich unterschiedliche Erfolgsaussichten impliziert. Die pauschale Erfolgshypothese lautet: Je früher ein Unternehmen den Markt betritt, desto erfolgreicher wird es auf lange Sicht in diesem Markt sein (u. a. Clement/Litfin/Vanini, 1998; Szymanski/Troy/Bharadwaj, 1995). Der generelle Vorzug eines frühen Markteinstiegs stützt sich insbesondere auf eine Vielzahl von Beispielen aus der Praxis, die den nachhaltigen Erfolg von Pioniermarken wie Coca Cola, Aspirin, Pampers, etc. belegen (Fischer, 2001, S. 135).
Die praktische Bedeutung der Pionierstrategie hatte zur Folge, dass sich die wirtschaftswissenschaftliche Forschung seit Ende der 1970er Jahre verstärkt mit diesem Thema beschäftigt (Busch, 2005). Vor allem in den frühen Phasen der Pionierforschung konnte die Mehrzahl der wissenschaftlichen Untersuchungen einen deutlichen und langfristigen Pioniervorteil ermitteln (Robinson/Fornell, 1985; Urban et al., 1986; Lambkin, 1988). Die Pionierolle wurde daraufhin sowohl in der Theorie als auch in der Praxis als gesicherter Erfolgsfaktor angesehen (Clement/Litfin/Vanini, 1998). Erst im späteren Verlauf der Forschung [...]
An diesem Punkt setzt die vorliegende Arbeit an. Es werden im Folgenden sowohl theoretische Überlegungen als auch empirische Befunde betrachtet, um die Frage nach der generellen Vorteilhaftigkeit einer Pionierstrategie bzw. der grundlegenden Existenz eines Pioniervorteils beantworten zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Die Pionierstrategie

2.1.1 Pionier, Frühe und Späte Folger

2.1.2 Bedingungen und Wirkungsmechanismen

2.2 Pioniervorteile

2.2.1 Angebotsseitige Pioniervorteile

2.2.2 Nachfrageseitige Pioniervorteile

2.3 Pioniernachteile

2.3.1 Kostenbezogene Faktoren

2.3.2 Risikobezogene Faktoren

2.3.3 Unternehmensbezogene Faktoren

3 Empirische Evidenz des Pioniervorteils

3.1 Modellentwicklungen

3.1.1 Grundmodell mit direkten Beziehungen

3.1.2 Modelle mit moderierenden Variablen

3.1.3 Modelle mit markt- und ressourcenbasierten Variablen

3.2 Variablenoperationalisierung

3.2.1 Operationalisierung der Pioniervariablen

3.2.2 Operationalisierung des Erfolgsmaßes

3.3 Fazit und Überblick über empirische Studien

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Fragestellung, ob ein sogenannter „Pioniervorteil“ existiert, d. h. ob Unternehmen durch einen frühen Markteintritt nachhaltige Wettbewerbsvorteile gegenüber später eintretenden Konkurrenten realisieren können. Die Untersuchung beleuchtet hierzu theoretische Konzepte sowie die empirische Evidenz.

  • Analyse der theoretischen Voraussetzungen für Pioniererfolg und -misserfolg.
  • Untersuchung angebots- und nachfrageseitiger Mechanismen für Wettbewerbsvorteile.
  • Kritische Würdigung der empirischen Forschungsmethodik.
  • Vergleich verschiedener Modelle zur Messung von Pioniererfolgen.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Pionier, Frühe und Späte Folger

Die Auswahl der geeigneten Timingstrategie bildet eine der grundlegenden Kernfragen im Markteintrittsmanagement (Fritz/Oelsnitz, 2007). Im Hinblick auf die Festlegung des optimalen Markteintrittszeitpunkts wird zwischen drei zeitlichen Eintrittsalternativen unterschieden: Ein Unternehmen kann entweder als Führer (pionier) oder als Früher bzw. Später Folger (early follower bzw. late entrant) in den Markt eintreten (Robinson/Fornell, 1985; Schnaars, 1986). In der Literatur besteht allerdings weitgehend Uneinigkeit hinsichtlich der verwendeten Definitionen sowie der Abgrenzung und Operationalisierung dieser Eintrittstypen (Oelsnitz, 1996a, S. 108).

Für den Pionierbegriff ergeben sich daher unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten. Technologieorientierte Klassifizierungsansätze betonen vordergründig die Neuartigkeit der eingesetzten Produkt- oder Fertigungstechnologie (Oelsnitz, 1996b, S. 181). Als exemplarisch gilt folgende Definition von Lieberman/Montgomery (1990, S. 3): „first-movership may entail being the first to produce a new product [or] the first to use a new process“. Golder/Tellis (1993) sprechen in diesem Zusammenhang vom „product pioneer“, als Erster ein neues Produkt in wirtschaftlichen Größenordnungen herstellt.

Zu unterscheiden ist der Produktpionier vom „market pioneer“, „the first entrant in a new market“ (Robinson/Fornell, 1985, S. 305), oder auch „the first firm to sell in a new product category“(Golder/Tellis, 1993, S. 159). Nach diesem marketingorientierten Klassifizierungsansatz steht die von Kunden subjektiv wahrgenommene Neuartigkeit eines Produkts im Mittelpunkt. Der Pionierbegriff umfasst somit Produkte, die mit einer gängigen Technologie erzeugt wurden oder vom einführenden Unternehmen bereits in anderen Märkten angeboten werden (Oelsnitz, 1996b, S. 101). Dieses Verständnis von der Pionierrolle ist konsistent mit dem Großteil der in der Literatur vertretenen Auffassungen vom Marktpionier (u. a. Schmalensee, 1982, Urban et al., 1986; Min/Kalwani/Robinson, 2006).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung umreißt die Relevanz des Timings bei Markteintritten und führt in die wissenschaftliche Debatte um den Pioniervorteil ein.

2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Definitionen der Marktteilnehmer und analysiert die theoretischen Ursachen für Pioniererfolge (Vorteile) sowie deren Risiken und Nachteile.

3 Empirische Evidenz des Pioniervorteils: Hier erfolgt eine systematische Analyse empirischer Modelle und Studien, wobei insbesondere methodische Schwierigkeiten bei der Operationalisierung kritisch hinterfragt werden.

4 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der theoretischen Erkenntnisse und empirischen Befunde, die insgesamt auf eine differenzierte und nicht pauschal belegbare Wirkung des Pionierstatus hindeutet.

Schlüsselwörter

Pionierstrategie, Pioniervorteil, Markteintritt, Timing, Marktführerschaft, Wettbewerbsvorteile, Nachfragerverhalten, Innovationsmanagement, Produktlebenszyklus, Markteintrittsbarrieren, Marktentwicklung, PIMS-Daten, Erfolgsfaktoren, Markteintrittsplanung, Wettbewerbsdynamik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Fragestellung, ob ein sogenannter Pioniervorteil existiert, also ob das Unternehmen, das als Erstes einen Markt erschließt, dadurch systematisch erfolgreichere Marktpositionen erreicht als Konkurrenten, die später in den Markt eintreten.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Die zentralen Themenfelder sind die theoretischen Grundlagen des Markteintritts (Timing-Strategien), die ökonomischen Vorteile (z. B. Skaleneffekte, Ressourcenexklusivität) und Nachteile (z. B. Innovationskosten, Risiko) der Pionierrolle sowie die empirische Validierung dieser Konzepte durch diverse Studien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die häufig pauschal angenommene Erfolgsgarantie der Pionierstrategie kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit wissenschaftliche Literatur und empirische Daten diese Hypothese stützen oder widerlegen.

Welche wissenschaftlichen Methoden verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer systematischen Auswertung empirischer Forschungsarbeiten, die mithilfe unterschiedlicher Methoden (z. B. PIMS-Daten, Fallstudien) den Zusammenhang zwischen Markteintrittsreihenfolge und Unternehmenserfolg untersuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst werden theoretische Erklärungsansätze für Pionier- und Folgerstrategien dargelegt. Anschließend folgt eine tiefgehende empirische Evidenzanalyse, in der die Entwicklung der Untersuchungsmodelle von einfachen direkten Beziehungen bis hin zu komplexen Modellen mit moderierenden Variablen diskutiert wird.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Pionierstrategie, Marktführerschaft, Timing, Markteintrittsbarrieren, Wettbewerbsvorteile, Skaleneffekte und empirische Operationalisierung charakterisiert.

Inwiefern beeinflussen interne Unternehmensfaktoren den Pioniererfolg?

Die Arbeit identifiziert unternehmensbezogene Faktoren wie organisatorische Inflexibilität, eine mangelnde Wandlungsfähigkeit der Ressourcen oder die Angst vor Kannibalisierung eigener Produkte als kritische Barrieren, die den potenziellen Vorteil eines frühen Markteintritts zunichtemachen können.

Welche Probleme bestehen bei der empirischen Messung des Pioniervorteils?

Die Autorin hebt hervor, dass die empirische Forschung unter einer inkonsistenten Operationalisierung leidet. Unterschiedliche Definitionen des Begriffs "Pionier", die ungenaue Eingrenzung relevanter Märkte und die oft eindimensionale Erfolgsmessung (nur Marktanteil) führen dazu, dass Ergebnisse schwer vergleichbar oder teilweise widersprüchlich sind.

Welche Rolle spielen die sogenannten "Folger" im untersuchten Prozess?

Folger können von den Pionieren lernen, indem sie deren Fehler vermeiden, bereits entwickelte Marktstrukturen nutzen und gezielter auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren, was ihnen ermöglicht, den technologischen Vorsprung des Pioniers teilweise zu kompensieren oder zu überwinden.

Excerpt out of 50 pages  - scroll top

Details

Title
Existiert ein Pioniervorteil?
Subtitle
Kritische Analyse über die Erfolgsamkeit der Pionierstrategie in Theorie und empirischer Praxis
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Strategisches Marketing
Grade
1,0
Author
Quynh Phan (Author)
Publication Year
2011
Pages
50
Catalog Number
V175497
ISBN (eBook)
9783640965052
Language
German
Tags
Pioniervorteil First-mover pioneering brand Markteintrittstiming time in market pioneering advantage Pionierrolle order of entry first-mover advantage
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Quynh Phan (Author), 2011, Existiert ein Pioniervorteil?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175497
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  50  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint