Eine Organisation als soziales System, hat die Funktion das Handeln ihrer Mitglieder zu koordinieren und auf Ziele der Organisation auszurichten. Um diese Ziele zu gewährleisten wird eine Funktionsfähigkeit der Organisation vorausgesetzt, was ein Minimum an Gesundheit und Wohlbefinden der Mitglieder erfordert. Als positiven Indikator der Gesundheit und des Wohlbefindens kann die Arbeitszufriedenheit betrachtet werden. Negative Indikatoren stellen neben Unfällen am Arbeitsplatz, auch somatische Beschwerden oder psychische Befindensbeeinträchtigungen dar. Diese können sich schnell zu manifesten Erkrankungen oder Verletzungen ausbilden. Sich daraus entwickelnde Fehlzeiten können folglich Hinweise auf oft vermeidbare Gesundheitsbeeinträchtigung und Fehler in der Arbeitsgestaltung darstellen. Auch Präsentismus als Anwesenheit bei der Arbeit trotz Krankheit, kann als Indikator herangezogen werden. Die durch Präsentismus und Fehlzeiten verursachten enormen betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten, können als ein Hauptbeweggrund für eine persönlichkeits- und gesundheitsförderliche Arbeits(platz)gestaltung angesehen werden.
In dieser Seminararbeit soll nun anhand des Rahmenmodells des Gesundheitsmanagements, Schwächen und mögliche Erfolgskriterien von Gesundheitsförderung dargestellt werden
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen
3 Gesundheitsmanagement
3.1 Gesundheits-/ Arbeitsschutz
3.2 Betriebliche Gesundheitsförderung
3.3 Strategisches Management
3.4 Effekte und Moderatoren der Maßnahmen des Gesundheitsmanagements
3.4.1 Effekte
3.4.2 Moderatoren
4 Schlussfolgerungen und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Konzept des betrieblichen Gesundheitsmanagements, um aufzuzeigen, wie gesundheits- und persönlichkeitsförderliche Arbeitsbedingungen gestaltet werden können. Ziel ist es, basierend auf einem Rahmenmodell Schwachstellen zu identifizieren und Erfolgskriterien für eine nachhaltige Gesundheitsförderung abzuleiten.
- Integration von Verhältnis- und Verhaltensprävention
- Strategische Komponenten des Gesundheitsmanagements
- Einflussfaktoren und Moderatoren von Gesundheitsmaßnahmen
- Analyse von Anforderungen und Belastungen am Arbeitsplatz
- Salutogenes Verständnis von Gesundheit in der Organisation
Auszug aus dem Buch
3.1 Gesundheits-/ Arbeitsschutz
Gesundheits- / Arbeitsschutz unterliegt einem pathogenen Grundverständnis und richtet dadurch seine Schwerpunkte auf Unfallvermeidung und Prävention / Reduktion von Berufskrankheiten. Dies geschieht durch Festlegung und Einhaltung von Sicherheitsvorschriften, Richt- und Grenzwerten bei gesundheitsgefährdender Arbeitsbedingungen und Belastungen mit dem Ziel, diese zu vermeiden oder zu beseitigen (vgl. Weiherl et al. 2008, S. 306). Interventionen können in personenbezogene und bedingungsbezogene Konzepte untergliedert werden.
Mittels Verhaltensveränderung durch Wissens- und Kompetenzerweiterung, Sicherheitsunterweisungen, Sicherheitsgespräche, Sicherheitstrainings oder Sicherheitsspiele wird versucht, basierend auf den Theorien des individuellen Verhaltens eine personenbezogene Gesundheits- / Arbeitsschutz zu etablieren ( vgl. Fahlbruch 1998, S.115). Die Herausforderung liegt hierbei bei einer fehlenden Zurechenbarkeit von Wirkungen zu Verhalten, einer möglicherweise fehlenden Wahrnehmung von riskanten Verhalten und Inkontingenz von Verhalten und ausbleibenden Unfällen (vgl. Fahlbruch 1998, S.115 f.). Interventionen bei bedingungsbezogenen Konzepten greifen verstärkt auf das spezifische Erfahrungswissen der Mitarbeiter zurück. Hierdurch wird eine Identifizierung objektiver Belastungen und auch subjektiver Beanspruchung ermöglicht. (vgl. Fahlbruch 1998, S.116). Beispiele hierfür sind partizipative Formen der Mitarbeiterbeteiligung in Gesundheits- und Sicherheitszirkel, Lernstatt oder Projektgruppen sowie das Verfahren der Gruppenentscheidung nach Lewin (1963, zitiert nach Fahlbruch 1998, S. 116) (vgl. Fahlbruch 1998, S.116). Eine genaue Trennung zu betrieblichen Gesundheitsförderung ist hier nicht mehr möglich, da Verfahren die der Gesundheitsförderung dienen, direkten Einfluss auf die Sicherheit ausüben und umgekehrt. (Fahlbruch 1998, S. 116)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung von Gesundheit und Wohlbefinden für die Funktionsfähigkeit einer Organisation und führt in die Thematik der gesundheitsförderlichen Arbeitsgestaltung ein.
2 Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begrifflichkeiten wie Gesundheit, Persönlichkeit, Arbeit und Arbeitsplatz definiert, um ein gemeinsames Verständnis für die weitere Untersuchung zu schaffen.
3 Gesundheitsmanagement: Das Kapitel erläutert die Komponenten des betrieblichen Gesundheitsmanagements und deren Zusammenwirken für eine gesundheitsförderliche Arbeitsumgebung.
3.1 Gesundheits-/ Arbeitsschutz: Dieser Abschnitt beschreibt das pathogene Grundverständnis des Arbeitsschutzes und unterscheidet zwischen personenbezogenen und bedingungsbezogenen Interventionsansätzen.
3.2 Betriebliche Gesundheitsförderung: Hier wird das Rahmenmodell zur Integration von Präventionsmaßnahmen vorgestellt und die Bedeutung optimaler Beanspruchungsbilanzen hervorgehoben.
3.3 Strategisches Management: Das Kapitel fokussiert auf die steuernden Elemente des Gesundheitsmanagements, namentlich Strategie, Controlling und Reporting.
3.4 Effekte und Moderatoren der Maßnahmen des Gesundheitsmanagements: Dieser Abschnitt analysiert die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen und identifiziert Faktoren, die den Erfolg dieser Maßnahmen beeinflussen.
3.4.1 Effekte: Es wird die Wirksamkeit und Nachweisbarkeit von verhaltens- und verhältnisbezogenen Maßnahmen kritisch beleuchtet.
3.4.2 Moderatoren: Dieses Unterkapitel untersucht Variablen wie emotionale Intelligenz, Vertrauen und organisationale Unterstützung als Einflussfaktoren auf den Erfolg von Gesundheitsinterventionen.
4 Schlussfolgerungen und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst Schwachstellen zusammen und formuliert Kriterien für eine erfolgreiche und nachhaltige betriebliche Gesundheitsförderung.
Schlüsselwörter
Gesundheitsmanagement, Betriebliche Gesundheitsförderung, Arbeitsschutz, Verhältnisprävention, Verhaltensprävention, Beanspruchungsbilanz, Organisationsentwicklung, Salutogenese, Arbeitsplatzgestaltung, Präsentismus, Stressmanagement, Moderatoren, Arbeitswissenschaft, Stressoren, Gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement als integrativem Ansatz zur Gestaltung von Arbeit und Organisation, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen den Arbeits- und Gesundheitsschutz, die betriebliche Gesundheitsförderung, das strategische Management sowie die Analyse von Effekten und Moderatoren gesundheitsförderlicher Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel der Arbeit ist es, auf Basis eines Rahmenmodells Schwachstellen bestehender Ansätze zu identifizieren und Kriterien für eine nachhaltig erfolgreiche Gesundheitsförderung in Unternehmen zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Analyse aktueller wissenschaftlicher Modelle und Konzepte der Arbeits- und Organisationspsychologie, um verschiedene Strategien der Gesundheitsförderung gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Aufgabenkomponenten des Gesundheitsmanagements (Schutz, Förderung, Strategie), bewertet deren Effekte und untersucht Moderatoren, die den Erfolg dieser Interventionen beeinflussen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind unter anderem Gesundheitsmanagement, Verhältnis- und Verhaltensprävention, Salutogenese, Beanspruchungsbilanz, Arbeitsschutz und Organisationsentwicklung.
Welche Bedeutung hat das salutogene Modell in dieser Arbeit?
Das salutogene Modell dient als Grundlage, um Gesundheit nicht nur als Abwesenheit von Krankheit, sondern als aktiven Prozess der Bewältigung von Anforderungen zu verstehen, was die Basis für die betriebliche Gesundheitsförderung bildet.
Warum sind Moderatoren für das Gesundheitsmanagement wichtig?
Moderatoren wie Vertrauen, emotionale Intelligenz oder organisationale Unterstützung entscheiden darüber, ob Beschäftigte an Gesundheitsmaßnahmen teilhaben können und ob diese ihre volle Wirkung entfalten können.
- Quote paper
- Martin Mayer (Author), 2011, Von Belastungsminderung zu Begeisterung: Gesundheits- und persönlichkeitsförderliche Arbeits(platz)gestaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175508