Das Konzept Corporate Social Entrepreneurship

Chancen und Herausforderungen für Unternehmen


Seminararbeit, 2011
39 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Herleitung und Definitionen
2.1 Entrepreneurship
2.1.1 Begriffserläuterung
2.1.2 Bedeutung für die Wirtschaft
2.2 Corporate Entrepreneurship
2.3 Social Entrepreneurship
2.3.1 Einführung
2.3.2 Social Entrepreneurship Prozess

3. Corporate Social Entrepreneurship
3.1 Relevanz des Modells
3.2 Konzeptioneller Ursprung
3.3 Corporate Entrepreneurship nach Austin & Reficcio
3.3.1 Theoretische Einordnung
3.3.2 Die fünf zentralen Elemente des CSE
3.4 Chancen und Herausforderungen für Unternehmen

4. Praxisbeispiel

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang A - Definitionen Entrepreneurship

Anhang B - Definitionen Corporate Entrepreneurship

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Verantwortungspyramide (eigene Darstellung in Anlehnung an Carroll 1979, S 499)

Abb. 2: Social Entrepreneurship Prozess (eigene Darstellung in Anlehnung an Dees, Guclu und Anderson 2002, S. 2)

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Chancen und Herausforderungen CSE

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Ende des 19. Jahrhunderts vollzog sich ein Wandel in den industrialisierten Ländern. Es entstanden Konzerne mit einer erheblichen Machtkonzentration, durch die kleinere Betriebe immer mehr an Bedeutung einbüßten. Als Reaktion entwickelte sich eine Öffentlichkeitsdiskussion, die sich mit der Frage der sozialen Verantwortung von Unternehmen beschäftigte (Loew et al. 2004, S. 2).

In der Praxis griffen viele Unternehmer, wie zum Beispiel Henry Ford, diese Frage auf und begannen, durch Gesundheitsprogramme oder Wohnhäuser für Mitarbeiter, für ihr unternehmerisches Umfeld soziale Verantwortung zu übernehmen (Smith 2003, S. 52f; Frederick et al. 1992, S. 33). Der Druck seitens der Öffentlichkeit verstärkte sich noch bis in die 1970er. Viele Unternehmen wurden durch das Umweltbewusstsein der Menschen und die erkannte „consumer power“ zum Einlenken gedrängt. Dabei beschränkte sich die Verantwortung von Unternehmen meist auf die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Arbeitsrechte, die Verantwortung für soziale Bereiche, Kultur, Bildung und Gesundheit übernahm der Staat. Heutzutage werden die sozialen und kulturellen Verpflichtungen vom Staat vielfach an die Wirtschaft herangetragen (Bauhofer 2004, S. 27ff.).

In den 50er Jahren entstand aus der lebendigen Diskussion, ob unternehmerisches Handeln über das reine Wirtschaften hinausgehen sollte, die Thematik der Corporate Social Responsibility (CSR). Einzuordnen ist das Konzept innerhalb der Unternehmensethik, die sich mit Fragen einer moralischen Unternehmensführung befasst (Pieper 2003, S. 98f).

Erstmals tauchte der Begriff Corporate Social Responsibility 1953 in den USA auf. In seiner Publikation befasste sich der Autor Howard Bowen mit der „Social Responsibilities of the Businessmen“, also der Verantwortung von Unternehmern, sich den Zielen und Werten einer Gesellschaft zu orientieren (Bowen 1953). Archie Carroll (1979) beschrieb das wohl bekannteste CSR-Konzept in einer Verantwortungspyramide. Carroll unterteilt die Gesamtverantwortung in die vier Ebenen ökonomische, rechtliche, ethische und philanthropische Verantwortung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Verantwortungspyramide (eigene Darstellung in Anlehnung an Carroll 1979, S. 499)

Ökonomische Verantwortung

Die Basis bildet entsprechend klassischer volkswirtschaftlicher Vorstellungen die wirtschaftliche Dimension unternehmerischer Verantwortung. Für Carroll ist diese Ebene die historisch wichtigste, sie dient als Fundament für die weiteren Dimensionen und enthält die grundlegende Verantwortung eines Unternehmens, Güter und Dienstleistungen zu produzieren und diese gewinnbringend zu verkaufen (Carroll 1979, S. 500).

Juristische/rechtliche Verantwortung

Die Dimension der rechtlichen Verantwortung bildet die zweite Stufe und ist durch gesetzliche Vorgaben von außen bestimmt. Das Unternehmen gilt als gesetzestreuer Bürger, der gezwungen ist, innerhalb von Regulierungsbestimmungen und Gesetzen seine Leistungen zu erbringen (Carroll 1979, S. 500).

Ethische Verantwortung

Bei der ethischen Verantwortung von Unternehmen handelt es sich, im Gegensatz zu den vordiktierten rechtlichen Regeln, um ungeschriebene Gesetze, Werte und Normen der Gesellschaft. Ein Unternehmen muss seine Leistungen also entsprechend der anerkannten Normen erbringen (Carroll 1979, S. 500).

Philanthropische Verantwortung

Die letzte Dimension ist charakterisiert durch das Prinzip der Freiwilligkeit und dadurch schwer zu bewerten. Das unternehmerische Umfeld hat vielfältige Erwartungen, die beispielsweise karitatives Engagement oder auch die Unterstützung der Bildungsinstitutionen umfassen (Carroll 1979, S. 500).

Aus diesem Modell entstand eine Vielzahl weitergehender Definitionen des Verantwortungsbegriffs (Welford 2004, S. 32).

Weit verbreitet ist die Auslegung der Europäischen Kommission, die CSR als „ein Konzept definiert, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren“ (Europäische Kommission 2001, S. 8). Aus dieser Auffassung geht hervor, dass Unternehmen neben ökonomischen Zielen auch soziale und ökologische Ziele Einfluss auf das unternehmerische Handeln haben. Demnach baut ein Unternehmen seinen Wertschöpfungsprozess also auf drei Dimensionen auf (Henriques 2004, S. 27).

Kurz zusammengefasst fordert das Modell nachhaltig, nicht auf Kosten nachfolgender Generationen zu leben und zu wirtschaften. Diese Anforderungen erklären den Zusammenhang zwischen den drei Dimensionen:

„Staatliche und private Verschuldung, denen keine Zukunftsinvestitionen gegenüberstehen, Egoismen politischer und wirtschaftlicher Machteliten, Verteidigung sozialer Besitzstände, mangelnde Anpassungsfähigkeit des Bildungs- und Ausbildungssystems verletzen das Nachhaltigkeitsgebot ebenso wie die Beeinträchtigung der natürlichen Lebensgrundlagen oder des Erdklimas“ (Abschlussbericht Enquete-Kommission 1998, S. 24).

Im Jahr 2009 veröffentlichten die Autoren James Austin und Ezequiel Reficcio eine Weiterentwicklung des CSR-Modells. Ihr Modell Corporate Social Entrepreneurship (CSE) stellt einen Prozess dar, der die Unternehmen dazu befähigen soll, bessere und leistungsfähigere Formen von CSR zu entwickeln. Dabei steht auch besonders der soziale Aspekt im Mittelpunkt (Austin & Reficcio 2009).

Im Rahmen dieser Arbeit soll das Konzept des Corporate Social Entrepreneurship beleuchtet werden, um mögliche Chancen für Unternehmen aufzuzeigen. Um einen fundierten Überblick über das Konzept geben zu können, werden im weiteren Verlauf der Arbeit erst die zu Grunde liegenden Theorien des Entrepreneurship, des Corporate

Entrepreneurship und Social Entrepreneurship definiert. Ein Beispiel am Ende der Arbeit zeigt den praktischen Bezug und die unternehmerische Anwendung.

2. Theoretische Herleitung und Definitionen

2.1 Entrepreneurship

2.1.1 Begriffserläuterung

Bis heute existiert in der Literatur keine eindeutige und allgemein anerkannte Definition für den Begriff des Entrepreneurs. Definiert wird ein „Entrepreneur“ meist mit Leistungsmerkmalen und Charaktereigenschaften wie innovativ, dynamisch, kreativ, risikobereit und leistungsorientiert (Volkmann & Tokarski 2006, S. 2). Als Wegbereiter der heutigen Disziplin Entrepreneurship als Lehr- und Forschungsgebiet gilt der Wirtschaftswissenschaftler Joseph Schumpeter, der 1911 erstmals den Unternehmer als Entrepreneur bezeichnete. Er beschreibt Entrepreneurship als „die Durchsetzung bzw. Realisierung immer neuer Faktorkombinationen in Form neuer Produkte bzw. neuer Qualität(en) eines bekannten Gutes, neuer Produktionsmethoden, der Erschließung neuer Absatzmärkte, neuer Organisationsformen oder neuer Formen der Beschaffung“ (Volkmann & Tokarski 2006, S. 3).

Aus dieser Basis entstanden zahlreiche unterschiedliche Entrepreneurship-Definitionen, wovon an dieser Stelle nur ein paar ausgewählte Definitionen dargestellt werden. Eine ausführliche Übersicht über die Entrepreneurship-Definitionen findet sich im Anhang A auf Seite 33.

Ronstadt (1984) definierte Entrepreneurship als dynamischen Prozess, der auf die stufenweise Schaffung von Wohlstand und Reichtum ausgerichtet ist. Dabei wird der Wohlstand von Personen erwirtschaftet, die das Risiko und den verbunden Zeitaufwand bezüglich ihres eingesetzten Kapitals abschätzen können bzw. sich durch ihre gesellschaftliche Stellung verpflichtet fühlen, Güter mit einem bestimmten Nutzen zu produzieren (Ronstadt 1984, S. 28).

Robert Hisrich gibt 1992 eine umfassende Definition von Entrepreneurship im Sinne eines neuen, wertschöpfenden unternehmerischen Prozesses. Dabei berücksichtigt er viele charakteristische Merkmale unternehmerischen Handelns. Ein Entrepreneur übernimmt also finanzielle, persönliche und auch soziale Risiken in einem unternehmerischen Prozess, der Zeit und Anstrengungen erfordert. Das Ergebnis sind ein monetärer Erfolg sowie eine Befriedigung und Unabhängigkeit des Entrepreneurs (Hisrich und Peters 1992, S. 10).

Timmons (1999) definiert einen holistischen Ansatz in Form eines unternehmerischen Wertschöpfungsprozesses. Grundlegendes Merkmal ist die Identifikation und Wahrnehmung von unternehmerischen Möglichkeiten. Weiterhin übernehmen Entrepreneure ein persönliches und finanzielles Risiko und sind in ihrem Bereich durch begrenzte Kapazitäten charakterisiert, die im Verhältnis zu den möglichen Chancen genau kalkuliert werden müssen (Timmons 1999, S. 81).

Fasst man diese Definitionen zusammen, bezeichnet entrepreneuriales Handeln das Erkennen und Wahrnehmen von unternehmerischen Möglichkeiten. In diesem Kontext bezieht sich die Innovation und Neuartigkeit primär auf Produkte und Prozesse. Unternehmerische Aktivitäten sind mit einem angemessenen Risiko verbunden und erfolgen unter dem Einsatz knapper Ressourcen zielgerichtet und gewinnorientiert (Shamuganathan und Nga 2010, S. 261).

2.1.2 Bedeutung für die Wirtschaft

Die geläufigsten Schlagworte in Verbindung mit Entrepreneurship sind Innovation, Wachstum und Beschäftigung. Beschäftigt man sich mit diesen drei Ebenen, erkennt man die volkswirtschaftlichen Funktionen des Entrepreneurship, die in öffentlichen Diskussionen heutzutage präsenter sind, als es zuvor der Fall war (De 2005, S. 23). Innovationen erfüllen einen großen Zweck in unserer Volkswirtschaft. Wenn sie auch nicht gleichzusetzen sind mit einer Unternehmensgründung, ermöglichen Innovationen doch immer neuen Unternehmern den Marktbeitritt und lassen so diese Neuerungen erst marktfähig und einem breiten Publikum zugänglich werden. Das bedeutet nicht, dass existierende Unternehmen oder andere Entrepreneure Innovationen gänzlich ablehnen. Aber gerade neue Entwicklungen entsprechen nicht immer der Geschäftstätigkeit und befinden sich dadurch oftmals außerhalb des Interessenbereichs eines Unternehmens. Bei der Entwicklung und Umsetzung von Neuem konzentrieren sich Unternehmen daher bevorzugt auf ihren Geschäftsbereich (De 2005, S. 24).

Aus der Innovation entwickelt sich auch ein Wachstum. Der elementare Grund ist, dass wirtschaftlicher Erfolg zu Wachstum führt und dieser Erfolg nur durch eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen ist. Allerdings wird dieses Wachstum bei Entrepreneurs nicht nur durch Innovationen erreicht. Es ist die Bereitschaft eines Individuums ein Unternehmen zu gründen und zu leiten, was in der Addition zu vielen Unternehmen am Markt führt (De 2005, S. 26).

Die damit verbundene Beschäftigung kann man als eine Art Nebenfolge betrachten.

Durch neue und wachsende Unternehmen werden Arbeitsplätze geschaffen, ebenso wie sie durch schrumpfende oder geschlossene Unternehmen vernichtet werden. Im Bereich des Entrepreneurship besteht der Zusammenhang häufig durch Innovationen und Unternehmensgründungen in Wachstumsmärkten, die zu einem flexiblen Zugang der Arbeitsplätze führen. Flexibel aus dem Grund, dass Entrepreneure neue Arbeitsplätze im ganzen Land schaffen, während bestehende Unternehmen sich größtenteils auf ihre existierenden Standorte beschränken (De 2005, S. 27).

Im Zusammenhang mit dem Begriff Entrepreneurship wird häufig die Ausprägungsform Corporate Entrepreneurship verwendet. Hierbei handelt es sich um alle Formen des unternehmerischen Handelns und Denkens in großen, etablierten Unternehmen (Volkmann und Tokarski 2006, S. 6).

2.2 Corporate Entrepreneurship

Neues zu schaffen, gilt als Kernelement des Unternehmertums und hat dabei nur temporären Charakter. Es besteht also die Notwendigkeit, den Schöpfungsprozess permanent wieder zu beleben. Dadurch befindet sich ein Unternehmen in einem kontinuierlichen Wandel, indem es seinen Aktionsraum stets überprüfen und anpassen muss, um einer Reduzierung des Zielerreichungsgrades entgegen zu wirken (Kubicek und Thom 1976, S. 3988ff.).

Um den Aktionsraum ständig zu überprüfen und zu korrigieren, bietet sich die Möglichkeit, die Gedanken und Dynamik des Unternehmertums auch über die Gründungsphase hinweg in einem Unternehmen zu verfestigen. Das betrifft nicht nur die Organisation und Strategie, sondern ebenso die Unternehmenskultur. Diese Art des institutionalisierten Entrepreneurship wird als Corporate Entrepreneurship (CE) beschrieben. Durch CE wird ein breites Feld abgedeckt, denn es handelt sich um einen Prozess, der auf nahezu alle Ebenen der Organisation Einfluss hat (Barringer und Bluedorn 1999, S. 422).

Corporate Entrepreneurship kann dabei als Hyponym zum Entrepreneurship gesehen werden, denn Voraussetzung für CE ist eine bereits bestehende Organisation (Volkmann und Tokarski 2006, S. 6).

Aus diesem Grund finden sich in den signifikanten Definitionen des Corporate Entrepreneurship die Gedanken der Gestaltung von Ressourcenkombinationen sowie die der Organisationstransformation und -schaffung in neuer Form. Die dabei am stärksten akzeptierte Definition kommt von Guth und Ginsberg (1990, S. 5):

“Corporate entrepreneurship encompasses two types of phenomena and the processes surrounding them: (1) the birth of new businesses within existing organizations, i.e. internal innovation or venturing, and (2) the transformation of organizations through renewal of the key ideas on which they are built, i.e. strategic renewal.”

In dieser Definition wird erstmalig der strategische Aspekt des Corporate Entrepreneurship beachtet. Nach dem Verständnis von Guth und Ginsberg können bei der strategischen Erneuerung des Unternehmens nur durch neue Ressourcenkombinationen neue Werte geschaffen werden (Guth und Ginsberg 1990, S. 6).

Weitere verwandte Begriffe, die zum einen identische Aussagen treffen wollen, zum anderen aber als eigene Unterbegriffe des CE verstanden werden können, sind z.B. Internal Corporate Entrepreneurship (vgl. Schollhammer 1982, S. 211), Corporate Venturing (vgl. Block und MacMillan 1993, S. 14) und Intrapreneurship (vgl. Kuratko 1990, S. 49f.). Eine ausführliche Auflistung zu den dazugehörigen Definitionen finden sich in der Tabelle im Anhang B auf Seite 34.

2.3 Social Entrepreneurship

2.3.1 Einführung

Der Begriff Social Entrepreneurship (SE) wird als Synonym für die schnell wachsende Zahl derjenigen Unternehmen verwendet, welche Modelle für eine effiziente Versorgung von menschlichen Grundbedürfnissen geschaffen haben, die bestehende Märkte und Institutionen nicht befriedigten. Dabei verbindet Social Entrepreneurship den Einfallsreichtum des traditionellen Unternehmertums mit einer Mission, die einen Wandel in der Gesellschaft auslösen soll (Seelos und Mair 2005, S. 241).

Ähnlich wie bei dem Konstrukt des Entrepreneurship gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionen, die Social Entrepreneurship aus diversen Sichtweisen darstellen. Die meisten Definitionen des Social Entrepreneurships beziehen sich auf die Fähigkeit, Ressourcen zu nutzen, die soziale Probleme adressieren, obwohl es wenig Einigkeit über diese Verallgemeinerung gibt. Andere sehen es als Aktivitäten konventioneller Entrepreneurs, die Corporate Social Responsibility praktizieren, oder als Ergebnis organisierter Wohltätigkeit und sozialer Innovation. Wieder andere definieren das Konzept sehr eng als ökonomisch nachhaltiges Projekt, das den Zweck hat, soziale Werte zu erwirtschaften (Dacin, Dacin und Matear 2010, S. 37ff.). Die wohl bekannteste Definition für Social Entrepreneurship stammt von J. Gregory Dees. Er greift in seinem Werk „The meaning of social entrepreneurship“ die Konzepte von Say, Schumpeter, Drucker und Stevenson et al. auf (Dees 2001, S. 4):

„Social entrepreneurs play the role of change agents in the social sector by - adopting a mission to create and sustain social value (not just private value), - recognizing and relentlessly pursuing new opportunities to serve that mission, - engaging in a process of continuous innovation, adaption and learning, - acting boldly without being limited by resources currently in hand, and - exhibiting heightened accountability to the constituencies served and for the outcomes created.”

Ein Social Entrepreneur hat das Ziel, innovative unternehmerische Lösungen zu finden und umzusetzen, um dringende soziale Probleme zu lösen. Sie sind transformative Akteure im doppelten Sinn:

Einerseits gestalten sie die wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten eines Raumes durch Realisierung von unten anstatt von oben. Andererseits skalieren sie ihre Modelle raumübergreifend und überwinden damit ihre regionale Verankerung (Oldenburg 2011, S. 155).

2.3.2 Social Entrepreneurship Prozess

Entrepreneurship beginnt immer mit einer Vision, einer attraktiven Möglichkeit. Für Social Entrepreneurs ist diese Möglichkeit eine mit genügend Potenzial für einen positiven sozialen Einfluss und gleichzeitig die Investitionen an Zeit, Energie und Geld rechtfertigt, die benötigt werden, diese Möglichkeit umzusetzen. Im folgenden Abschnitt soll auf Basis der Arbeit von J. Gregory Dees, Ayse Guclu und Beth Anderson (2002) der Prozess des Social Entrepreneurship erklärt werden. Dees, Guclu und Anderson (2002) splitten dafür ihren „opportunity creation process“ in zwei wichtige Schritte: als Erstes wird von einem Entrepreneur eine Idee generiert, danach probiert dieser, aus der Idee eine attraktive Chance zu entwickeln.

[...]

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Das Konzept Corporate Social Entrepreneurship
Untertitel
Chancen und Herausforderungen für Unternehmen
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
39
Katalognummer
V175528
ISBN (eBook)
9783640965403
ISBN (Buch)
9783640965571
Dateigröße
810 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Corporate, Social, Entrepreneurship, Corporate Social Entrepreneurship, Social Enterprise, Social Business, Yunus, Ashoka, Austin, Reficcio, Grameen, Danone, Foods, Sustainability, Corporate Social Responsibility, Triple, Bottom, Line, Responsibility, soziale Verantwortung, Unternehmen, Enabling Environment, Corporate Social Intrapreneur, values-based organizations
Arbeit zitieren
Roman Klesper (Autor), 2011, Das Konzept Corporate Social Entrepreneurship, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175528

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