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Caravaggio und die Exerzitien des Ignatius von Loyola

Faszination der Imagination

Titel: Caravaggio und die Exerzitien des Ignatius von Loyola

Hausarbeit , 2010 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dipl. - Ing. Stefan Staehle (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die "als ob" Vergegenwärtigung der Hypotyposis, die Verlebendigung rhetorischen Inhalts bildet die Grundlage der folgenden Betrachtung des Oeuvres Michelangelo Merisi da Caravaggios'. Im Zusammenhang mit den sich abzeichnenden Entwicklungen der Bildsprache innerhalb der jesuitischen Bewegung - besonders unter deren spirituellem Führer Ignatius von Loyola - soll versucht werden, einen neuen Blickwinkel auf die Bildwelten Caravaggios zu werfen, die in ihrer Drastik und Dramatik einen Wendepunkt in der europäischen Kunstgeschichte darstellen und bis heute nichts an ihrer Faszination eingebüßt haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort und Übersicht

2. Reformation und Gegenreformation

3. Loyolas Exertitien und das Jesuitentheater

4. Caravaggio

5. Raum-Figürliche Gestaltungsprinzipien

6. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindung zwischen den spirituellen Übungen (Exerzitien) des Ignatius von Loyola und der drastischen, affektbasierten Bildsprache des Barockmalers Caravaggio, um zu analysieren, wie beide Ansätze durch eine rhetorisch geprägte Imagination den Betrachter zur unmittelbaren Teilnahme und religiösen Ergriffenheit führen.

  • Analyse der jesuitischen Heilslehre und ihrer Anwendung im "theatrum sacrum" (Jesuitentheater).
  • Untersuchung der Rolle der "Hypotyposis" und rhetorischer Prinzipien in der Kunstgeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts.
  • Vergleichende Betrachtung von Caravaggios Bildgestaltungen hinsichtlich ihrer psychologischen und emotionalen Wirkung.
  • Erforschung der Wechselwirkung zwischen gegenreformatorischen Bildvorgaben und Caravaggios innovativem Realismus.
  • Diskussion der "Atrocitas" als Leitkategorie zur emotionalen Überwältigung des Rezipienten.

Auszug aus dem Buch

Loyolas Exertitien und das Jesuitentheater

In der Entwicklung einer der Gegenreformation angepassten Bildsprache, die in die Gewaltigkeit der barocken Malerei eines Caravaggios, Peter Paul Rubens oder eines Andrea Pozzos mündet, ist die im Jahre 1534 gegründete Gesellschaft Jesu als wirkungsmächtiger Einfluss zu nennen. Vor allem die geistigen Übungen, die "Ejercicios espirituales“ ihres Gründers Ignatius von Loyola bilden die Basis einer affektbasierten, vergegenwärtigenden Bildrhetorik.

Die Geschichte des Ignatius, Sohn eines baskischen Adelsgeschlechts, ist die Geschichte eines jungen Mannes, der durch eine Kriegsverletzung und dem darauf folgenden Genesungsprozess seinen Weg zu Gott findet.

Nachdem Ignatius in der Schlacht um Pamplona im Jahre 1521 durch den Treffer einer Kanonenkugel am Bein verletzt wird, verbringt er die darauf folgenden Monate im Krankenlager. Hier kommt er in Kontakt mit theologischer Literatur, deren Studium ihn - ähnlich der Wandlung vom Saulus zum Paulus - von einem Mann des Schwertes zu einem Mann Gottes werden lässt.

In das Jahr 1523, also zwei Jahre nach der Bekehrung des Ignatius, fällt die Veröffentlichung der Exertitien des Ignatius. Diese geistigen Übungen sind als Handlungsanweisungen an gläubige Christen zu verstehen, die durch ihre Anwendung Gott näher kommen wollen - "die Teilnehmer dieser Übungen unterwerfen sich genau abgemessenen Anleitungen für Meditationen, "bei denen Phantasie und Imagination, Verstand und Wille, Affektivität und Engagement zum Zuge kommen".

Der Grundsatz der Imagination zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamten Exerzitien, so soll z.B. in Übung fünf "die Besinnung über die Hölle“, die Hölle in fünf Punkten erfahren werden - im Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort und Übersicht: Einleitung in die rhetorische Figur der Hypotyposis als Mittel zur Verlebendigung von Inhalten und Darlegung des historischen Spannungsfeldes zwischen Reformation und Gegenreformation.

2. Reformation und Gegenreformation: Analyse des Bildersturms und der protestantischen Abkehr von der Bildverehrung als Auslöser für die gegenreformatorische Suche nach einer neuen, affektgeladenen Bildsprache.

3. Loyolas Exertitien und das Jesuitentheater: Untersuchung der ignatianischen Exerzitien als Basis für eine multisensorische religiöse Erfahrung, die im Jesuitentheater ihre theatralische Entsprechung findet.

4. Caravaggio: Analyse der künstlerischen Innovationen Caravaggios anhand von Fallbeispielen und Einordnung seines Werkes als Wendepunkt zur Barockmalerei.

5. Raum-Figürliche Gestaltungsprinzipien: Detaillierte technische Untersuchung der caravaggesken Ästhetik, insbesondere der Lichtführung und der Unmittelbarkeit der Handlung im Vergleich zur Renaissancemalerei.

6. Schluss: Synthese der Ergebnisse, die eine starke Schnittmenge zwischen den ignatianischen Lehren und Caravaggios Bildprinzipien in Bezug auf die angestrebte Katharsis des Betrachters belegt.

Schlüsselwörter

Caravaggio, Ignatius von Loyola, Exerzitien, Jesuitentheater, Hypotyposis, Gegenreformation, Barock, Bildrhetorik, Imagination, Chiaroscuro, Atrocitas, Glaubensvermittlung, Imitatio, Mimesis, Heilsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie rhetorische Prinzipien und die jesuitische Praxis der spirituellen Übungen die Bildsprache Caravaggios beeinflusst haben, um den Betrachter emotional und körperlich unmittelbar in das religiöse Geschehen einzubinden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Kunstgeschichte des Barock, der Rhetorik (insbesondere der Hypotyposis), der Theologie der Gegenreformation und der jesuitischen Methodik der Glaubensvermittlung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Caravaggios drastische Malerei keine isolierte künstlerische Entwicklung darstellt, sondern in einem engen Zusammenhang mit gegenreformatorischen Bestrebungen steht, religiöse Inhalte affektiv und sinnlich erfahrbar zu machen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Autorin bzw. der Autor nutzt eine interdisziplinäre Analyse, die kunsthistorische Bildbetrachtungen mit rhetorischen und theologiegeschichtlichen Quellen verknüpft, um Parallelen zwischen theoretischen Anweisungen (Exerzitien) und bildnerischer Umsetzung aufzuzeigen.

Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der geschichtlichen Entwicklung von Reformation und Gegenreformation, der Wirkung der Exerzitien von Ignatius von Loyola, der Analyse spezifischer Gemälde Caravaggios (z.B. Judith und Holofernes) und den raum-figürlichen Gestaltungsprinzipien wie Licht und Schatten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Wesentliche Begriffe sind "Hypotyposis", "Imagination", "Affektivität", "Atrocitas", "Jesuitentheater" und "Realismus".

Inwiefern spielt das Konzept der "Atrocitas" für das Verständnis von Caravaggios Werk eine Rolle?

Die "Atrocitas" (Schrecklichkeit) dient als poetische Leitkategorie, die Caravaggio nutzt, um durch die drastische Darstellung von Gewalt oder Leiden beim Betrachter eine affektive Erschütterung und in der Folge eine tiefere religiöse Erkenntnis hervorzurufen.

Was bedeutet der "Verzicht auf das klassische Decorum" in Caravaggios Bildern?

Dies bezieht sich darauf, dass Caravaggio auf traditionelle religiöse Symbole und eine idealisierte Darstellung der Heiligen verzichtet, um die biblischen Szenen stattdessen in einer rohen, lebensnahen und damit für den Zeitgenossen unmittelbar greifbaren Weise darzustellen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Caravaggio und die Exerzitien des Ignatius von Loyola
Untertitel
Faszination der Imagination
Hochschule
Universität Stuttgart  (Institut für Darstellen und Gestalten)
Veranstaltung
Neuer Illusionismus in den Bildkünsten - Grundlagen, Geschichte, Kritik
Note
1,3
Autor
Dipl. - Ing. Stefan Staehle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V175598
ISBN (eBook)
9783640967476
ISBN (Buch)
9783640967216
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Caravaggio Ignatius von Loyola Exerzitien Jesuiten Jesuitentheater Gegenreformation Judith und Holofernes Illusion Imagination Chiaruscuro Ekphrasis Hypotyposis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. - Ing. Stefan Staehle (Autor:in), 2010, Caravaggio und die Exerzitien des Ignatius von Loyola, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175598
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Leseprobe aus  15  Seiten
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