Das Thema meiner Hausarbeit ist ,,Soziale Gruppenarbeit". Da dies ein sehr umfangreiches Themengebiet ist, habe ich mich auf bestimmte inhaltliche Schwerpunkte konzentriert. Zu diesem Thema interessierten mich vor allem die wissenschaftlichen Grundlagen, sowie die moralischen und ethischen Wertvorstellungen auf denen die soziale Gruppenarbeit basiert bzw. von denen die methodischen Handlungsschritte und anzustrebenden Ziele abgeleitet werden. Dabei möchte ich mir ein möglichst umfangreiches Bild über Inhalte, Ziele, methodische Handlungsansätze und den gesellschaftlichen Bezug dieser Form der Sozialarbeit aneignen. Weiterhin gehe ich im letzten Teil dieser Arbeit auf die Aufgabe und Rolle des Gruppenleiters in sozialen Arbeitsgruppen ein, da ich die darin enthaltenen Informationen für meine zukünftige Arbeit als SozialarbeiterIn für wichtig halte.
Ich habe meine Arbeit in 4 inhaltlich aufeinander aufgebaute Themengebiete gegliedert: Beginnen werde ich mit einem kurzen Überblick über den Inhalt und Umfang der sozialen Gruppenarbeit (die einzelnen inhaltlichen Schwerpunkte entnehmen Sie bitte aus dem Inhaltsverzeichnis Gliederungspunkt 2), um einen theoretischen Ausgangspunkt für die anschließenden methodischen Handlungsschritte (siehe bitte Gliederungspunkte 3.) zu schaffen. Um die theoretischen Grundlagen der sozialen Gruppenarbeit noch tiefgehender zu untermauern, habe ich das Stufen-Modell zur Entwicklung von Gruppen innerhalb des sozialen Arbeitsprozesses mit in meine Hausarbeit einbezogen, da ich es für das Arbeiten mit Gruppen für notwendig halte, über die in diesem Modell geschilderten gruppendynamische Prozesse und Strukturveränderungen der Gruppe, Kenntnisse zu haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Umfang und Inhalt der sozialen Gruppenarbeit
2.1. Erläuterungen zum Begriff „Methode“ in Bezug auf methodisches Arbeiten mit Gruppen
2.2. Definition „soziale Gruppenarbeit“
2.3. Wissenschaftliche Grundlagen der sozialen Gruppenarbeit
2.4. Zu Grunde liegende Wertvorstellungen der sozialen Arbeit
2.5. Inhalte und Ziele der sozialen Gruppenarbeit
3. Ein Handlungsmodell zur Organisation methodischer Planungsschritte der Gruppenarbeit
3.1. Die Informationsebene - „vom Phänomen zur Systematik“
3.2. Die Konzeptionsebene - „von der Systematik zur Idee“
3.3. Die Gestaltungsebene - „von der Idee zur Aktion“
3.4. Die Evaluationsebene - „von der Aktion zur Reflexion“
4. Das Stufenmodell zur Entwicklung von Sozialarbeitsgruppen
4.1. Voranschluß und Orientierung
4.2. Machtkampf und Kontrolle
4.3. Vertrautheit und Intimität
4.4. Differenzierung
4.5. Trennung
5. Die Rolle des Gruppenarbeiters in der Arbeit mit Gruppen
5.1. Aufgabe und Funktion des Gruppenarbeiters
6. Fazit der Studentin zur Thematik
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die methodischen Ansätze der sozialen Gruppenarbeit unter Einbeziehung theoretischer Modelle zur Gruppenentwicklung und der ethischen Fundierung der sozialen Arbeit. Das Hauptziel besteht darin, ein systematisches Verständnis für die Planung, Gestaltung und Evaluation von Gruppenprozessen zu entwickeln sowie die spezifische Rolle des Gruppenleiters kritisch zu reflektieren.
- Wissenschaftliche und ethische Grundlagen der sozialen Gruppenarbeit
- Methodisches Handlungsmodell für die Praxis der Gruppenarbeit
- Stufenmodell der Gruppenentwicklung nach Bernstein und Lowy
- Aufgaben, Funktionen und notwendige Kompetenzen des Gruppenleiters
- Bedeutung von Wertvorstellungen und Zielbestimmungen in der Gruppenarbeit
Auszug aus dem Buch
4.2. Machtkampf und Kontrolle
Die Gruppenmitglieder haben die Anfangssituation möglicherweise als ungefährlich, lohnend und mit einem vorläufig positiven Bild erlebt und beginnen sich an den Macht-und Kontroll-Äußerungen des Gruppenlebens zu messen. In den Vordergrund treten Probleme des Status, des Ranges, der Verständigung, des Entscheidens und des „Einflußes“. Es wird eine Ranghierarchie entwickelt, in der jedes Gruppenmitglied seine Rolle findet bzw. zugeschrieben bekommt und annimmt (zum Beispiel die Rolle des Anführers, Mitläufers, Clowns oder Sündenbocks).Dabei treten Machtkämpfe zwischen Mitgliedern und mit dem Gruppenarbeiter (Rebellion und Autonomie) auf. Der Einzelne stößt „seine Hörner“ an der Realität der Gruppe ab, bemüht sich um Status. Es beginnt die Krise gegenüber Normen/Regeln ( die Erlaubnis-und Normenkrise) und der Mitgliedschaft (Krise von Schutz und Unterstützung durch den Gruppen-arbeiter gegenüber körperlichen und seelischen Angriffen untereinander). Hier liegt auch eine große Gefahr des Abspringens.
Den Bezugsrahmen bildet der Übergang von einem nicht-intimen zu einem intimen Beziehungssystem.
Für das Programm ist wenig Planung möglich - gelegentliche Pannen, agressive Konkurrenz und das Erproben von Kraft und Autorität treten auf. Ein Schwerpunkt sollte hierbei auf Tätigkeiten gelegt werden, die Gelegenheit zur Überlegenheit gewährleisten.
Der Gruppenarbeiter sollte Aufruhr zulassen und zu einer Klärung des Machtkampfes beitragen. Er hat die Aufgabe entstandene Konflikte bewußt und somit bearbeitbar zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt den Fokus der Hausarbeit auf die wissenschaftlichen Grundlagen, ethische Wertvorstellungen und methodische Schritte der sozialen Gruppenarbeit.
2. Umfang und Inhalt der sozialen Gruppenarbeit: Dieses Kapitel definiert soziale Gruppenarbeit als Methode und beleuchtet deren Bezugswissenschaften sowie die grundlegenden ethischen Prinzipien wie Gerechtigkeit und Verantwortlichkeit.
3. Ein Handlungsmodell zur Organisation methodischer Planungsschritte der Gruppenarbeit: Es wird ein vierstufiges Modell vorgestellt, das von der Informationsgewinnung über die Konzeption und Gestaltung bis hin zur Evaluation reicht.
4. Das Stufenmodell zur Entwicklung von Sozialarbeitsgruppen: Hier werden die fünf Entwicklungsphasen einer Gruppe von der Orientierung bis zur Trennung erläutert, um gruppendynamische Prozesse besser verstehbar zu machen.
5. Die Rolle des Gruppenarbeiters in der Arbeit mit Gruppen: Das Kapitel beschreibt die erforderlichen Kompetenzen und die vielfältigen Aufgaben des Gruppenleiters, insbesondere im Hinblick auf Beziehungsarbeit und Steuerung.
6. Fazit der Studentin zur Thematik: Die Autorin reflektiert die gewonnenen Erkenntnisse und deren Bedeutung für ihr zukünftiges professionelles Handeln als Sozialarbeiterin.
Schlüsselwörter
Soziale Gruppenarbeit, Methoden der Sozialarbeit, Gruppenentwicklung, Stufenmodell, Gruppenleiter, Wertvorstellungen, Evaluation, Sozialpädagogik, Gruppendynamik, Handlungsmodell, Sozialisationsdefizite, Beziehungsarbeit, professionelles Handeln, Gruppenkonzepte, Zielbestimmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der theoretischen Fundierung und praktischen methodischen Gestaltung der sozialen Gruppenarbeit, unter Berücksichtigung von Werten und Gruppenentwicklungsprozessen.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentral sind die Definition der sozialen Gruppenarbeit, die Einbettung in wissenschaftliche Disziplinen, das Stufenmodell der Gruppenentwicklung sowie die Funktion des Gruppenleiters.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein umfangreiches Verständnis für die methodischen Abläufe in der Gruppenarbeit zu schaffen und dieses durch das Stufenmodell zur Gruppenentwicklung zu ergänzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um ein Handlungsmodell zur Organisation methodischer Planungsschritte zu entwickeln und gruppendynamische Phasen zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Begriffen, die methodische Planungsebene (Information, Konzeption, Gestaltung, Evaluation) und das Stufenmodell zur Entwicklung von Gruppen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Gruppenarbeit, Methodisches Handeln, Gruppenleiter, Stufenmodell, Gruppendynamik und ethische Wertvorstellungen.
Welche Rolle spielt die Dokumentation im Evaluierungsprozess?
Die Dokumentation dient der Darstellung der geleisteten Arbeit nach innen und außen sowie der Operationalisierung von Arbeitsabläufen, um Mängel zu identifizieren und die Zielerreichung bewerten zu können.
Was bedeutet das "Dilemma von Annäherung und Ausweichung" in der Orientierungsphase?
Es beschreibt das Spannungsfeld, in dem Gruppenmitglieder einerseits soziale Kontakte suchen, andererseits aus Schutz vor zu früher Intimität eine gewisse Distanz zueinander wahren.
- Quote paper
- Dipl.-Sozialpädagogin Sandra Jenning (Author), 2001, Methodisches Arbeiten in der sozialen Arbeit unter Berücksichtigung theoretischer Modelle zur Gruppenentwicklung und zugrunde liegender Wertvorstellungen der sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1755