The topic of this paper is a special Hungarian morpheme '-hAt' with modal meanings. This morpheme is polyfunctional in its semantic and morphological characteristics, and that is why the Hungarian language is able to express different modal meanings (i.e. epistemic, buletic, dispositional). This paper shows all the semantic and morphological features of this morpheme.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Das Flexionsmorphem -hAt
2.1 Morphophonologische Eigenschaften
2.2 Morphologische Eigenschaften
2.3 Semantische Eigenschaften des -hAt Flexionsmorphems
2.3.1. Epistemische Möglichkeit
2.3.2 Deontische Möglichkeit
2.3.3 Buletische Möglichkeit
2.3.4 Dispositionale Möglichkeit
2.3.5 Zirkumstantionale Möglichkeit
2.3.6. Faktitive Möglichkeit
2.3.7 Existentielle Möglichkeit
3 Das Hilfsverb lehet
3.1 Morphologische Eigenschaften
3.2 Semantische Eigenschaften
3.2.1 Deontische Möglichkeit
3.2.2 Buletische Möglichkeit
3.2.3 Dispositionale Möglichkeit
3.2.4 Zirkumstantionale Möglichkeit
3.2.5 Existentielle Möglichkeit
4 Die [Vtrans -hAt -Ó]-Konstruktion
4.1 Morphologische Eigenschaften
4.2. Semantische Eigenschaften der [Vtrans -hAt -Ó]-Konstruktion
4.2.1 Deontische Möglichkeit
4.2.2 Dispositionale Möglichkeit
4.2.3 Zirkumstantionale Möglichkeit
4.2.4 Existentielle Möglichkeit
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die morphologischen und semantischen Eigenschaften des ungarischen -hAt Morphems, das sowohl in seiner Form als auch in seiner modalen Bedeutung polyfunktional ist. Das Ziel ist es, den Bedeutungsumfang dieses Morphems ausgehend von seinen drei Erscheinungsformen zu systematisieren und die Wechselwirkung zwischen formaler Struktur und Modalkategorie zu analysieren.
- Morphologie und Allomorphie des -hAt Morphems
- Semantische Kategorisierung modaler Bedeutungen nach Kiefer
- Die Rolle des Hilfsverbs 'lehet' bei subjektlosen Konstruktionen
- Passivische Funktionen und die [Vtrans -hAt -Ó]-Konstruktion
- Korrelation zwischen morphologischer Form und modalem Ausdruck
Auszug aus dem Buch
2.3.1. Epistemische Möglichkeit
Die epistemische Möglichkeit basiert auf den Kenntnissen des Sprechers, die für die aktuelle Situation relevante Informationen liefern, und es ermöglichen auf eine bestimmte Proposition zu schließen, Annahmen bezüglich der Proposition zu formulieren.
(3) Hiszen a vitat-ott pénz talán már régen megérkez-het-ett volna, ha kerékpár-os futár visz-i.
ja das fragen-Part.Perf. Geld vielleicht schon lange ankommen-POT-Prät.3.P.Sg. EKOND wenn Fahrrad-WBM.Adj. Bote austragen-Präs.3.P.Sg.
Das fragliche Geld hätte schon lange ankommen können, wenn es der Fahrradkurier austrägt.
(4) Béla mélyen al-hat.
Béla sehr schlafen-POT.Präs.3.P.Sg.
Béla mag/kann/darf/muss tief schlafen.
In den verbal ausgedrückten epistemischen Bedeutungen ist das Ungarische nicht so reich wie das Deutsche. Das -hAt Morphem kann keine Wahrscheinlichkeitsstufen ausdrücken (zu der unspezifischen Wahrscheinlichkeit vgl. Beispielsatz 4). Die ungarischen Modalverben (z.B. szabad, dt. dürfen; ung. tud, dt. können) besitzen auch keine epistemische Lesart. Die Stufen der Wahrscheinlichkeit und die der persönliche Einschätzung des Sprechers kann ausschließlich mit modalen Adverbien ausgedrückt werden (z.B. ung. talán, dt. vielleicht). In solchen Fällen kann aber das flektierte Verb nie mit dem modalen -hAt Morphem versehen werden, ein modales Adverb und das -hAt Morphem sind in einem Kontext nicht kompatibel.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung definiert das -hAt Morphem in seinen drei Formen und legt den methodischen Rahmen der Untersuchung fest.
2 Das Flexionsmorphem -hAt: Dieses Kapitel behandelt die morphophonologischen und morphologischen Eigenschaften sowie die vielfältigen semantischen Möglichkeiten des Morphems im verbalen Bereich.
3 Das Hilfsverb lehet: Es wird die lexikalisierte Einheit 'lehet' analysiert, die als subjektlose Konstruktion modalen Ausdruck im Ungarischen ermöglicht.
4 Die [Vtrans -hAt -Ó]-Konstruktion: Dieses Kapitel widmet sich den passiven modalen Partizipien und untersucht deren morphologische Struktur sowie die semantische Objektorientierung.
5 Zusammenfassung: Hier werden die Ergebnisse zur Polyfunktionalität des -hAt Morphems zusammengeführt und die Korrelation zwischen formalen Ebenen und modalen Kategorien bewertet.
Schlüsselwörter
Ungarisch, -hAt Morphem, Modalität, Flexionsmorphem, Hilfsverb, lehet, Epistemische Möglichkeit, Deontische Möglichkeit, Buletische Möglichkeit, Dispositionale Möglichkeit, Zirkumstantionale Möglichkeit, Faktitive Möglichkeit, Existentielle Möglichkeit, Partizip, Konstruktionsgrammatik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten des ungarischen -hAt Morphems hinsichtlich seiner grammatischen Form und seiner modalen Bedeutung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die morphologische Einordnung des Morphems, die semantische Kategorisierung verschiedener Modalitätsarten und die syntaktische Konstruktion in Kombination mit Hilfsverben und Partizipien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Form und Bedeutung des -hAt Morphems ineinandergreifen und in welchen drei Anwendungsbereichen (verbal, lexikalisiert, partizipial) es verschiedene modale Nuancen ausdrückt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Analyse unter Verwendung des Ungarischen Nationalkorpus sowie auf theoretischen Grundlagen, insbesondere dem System von Kiefer (2005).
Was wird im Hauptteil detailliert beleuchtet?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Flexionsmorphems, des Hilfsverbs 'lehet' und der [Vtrans -hAt -Ó]-Konstruktion, jeweils unterteilt in die spezifischen modalen Subkategorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Modalität, Flexion, Polyfunktionalität, -hAt Morphem und Passivierung charakterisiert.
Was unterscheidet das Flexionsmorphem -hAt von der 'lehet'-Konstruktion?
Der Hauptunterschied liegt darin, dass 'lehet' eine lexikalisierte, meist subjektlose Einheit ist, die eine pragmatische Passiversatzfunktion erfüllt, während das Flexionsmorphem -hAt direkt mit dem Verb kombiniert wird.
Warum spielt die Konstruktionsgrammatik eine Rolle bei den passiven Partizipien?
Die Konstruktionsgrammatik wird herangezogen, um zu erklären, warum die Bedeutung der [Vtrans -hAt -Ó]-Konstruktion nicht rein kompositional aus den Einzelteilen abgeleitet werden kann.
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- Kornel Kovacs (Author), 2011, Anwendungsbereich des modalen -hAt Morphems im Ungarischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175609