Soziale Marktwirtschaft: Entwicklung, Charakteristika und Umsetzung in der BRD


Essay, 2011

5 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Die Soziale Marktwirtschaft:

Entwicklung, Charakteristika und Umsetzung in der BRD

Als 1945 der Krieg in Europa beendet werden konnte, suchte man im zerstörten Nachkriegsdeutschland eine neue Wirtschaftsordnung, die ein festes Fundament für einen starken Staat bieten sollte und eine Wirtschaftskrise, welche 1929 ganze Staaten dem Untergang entgegenbrachte, im vornherein auszuschließen vermag.(1)

Während der Weltwirtschaftskrise fand bereits die theoretische Ausarbeitung des Konzepts, das später als soziale Marktwirtschaft bekannt werden sollte, statt.

Der bis dahin propagierte Wirtschaftsliberalismus wurde für die Krise verantwortlich gemacht und in der Folge als nicht mehr funktionsfähig erkannt, da dieser laut Walter Eucken nicht mehr das Staatsinteresse verfolgen würde.(2)

Davon ausgehend entwickelte Alexander Rüstow die Idee des "liberalen Interventionismus", mit dem ein starker, über der Wirtschaft stehender Staat, zyklisch in die Schwankungen der Wirtschaft eingreift um Entwicklungen im Markt zu beschleunigen, der Wirtschaft ordnungspolitische Grenze aufzeigen zuu können und die Wirtschaft somit zum Wohle des Volkes agieren lässt.(3)

Jene Grundgedanken wurden später von den Nationalsozialisten aufgenommen, da ein starker Staat und eine von diesem beeinflusste Wirtschaft gut in die Ideologie und wirtschaftlichen Vorstellungen passt.(4)

Im Verlauf des NS-Regimes nahm die soziale Marktwirtschaft einen immer größeren Platz in Forschung, Lehre oder Publizistik ein und so konnte das Konzept theoretisch weiter ausgearbeitet werden, wodurch unter anderem die Idee des Ordoliberalismus - als späterer Grundpfeiler der sozialen Marktwirtschaft - entwickelt worden konnte.(5)

Auch Ludwig Erhard, der später gemeinhin mit der sozialen Marktwirtschaft verbunden wird, war in den dreißiger Jahren in die Wirtschaftsdiskussion eingebunden. Wie bereits Eucken und Rüstow lehnte auch Erhard den Wirtschaftsliberalismus ab, da dieser "nicht einmal hinreichte, um die Wirtschaft vor dem Verfall zu retten".(6) Außerdem erkannte auch er die Wichtigkeit eines starken Staates und inklusive staatliche Investitionen in die Privatwirtschaft. Jedoch war für Erhard entscheidend, dass die oberste Priorität der Wirtschaft die Erfüllung der höchsten Wünsche und Ziele der Nation darstellen sollte.(7)

[...]


(1) vgl. Werner Abselshauser, Wirtschaftliche Weichenstellung nach 1945, München 2004, S.94.

(2) vgl. Werner Abselshauser, 2004, S.95.

(3) vgl. Werner Abselshauser, 2004, S.95.

(4) vgl. Werner Abselshauser, 2004, S.96.

(5) vgl. Werner Abselshauser, 2004, S.95.

(6) Werner Abselshauser, 2004, S.98.

(7) vgl. Werner Abselshauser, 2004, S.98f.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Soziale Marktwirtschaft: Entwicklung, Charakteristika und Umsetzung in der BRD
Hochschule
Universität Bielefeld  (Soziologie)
Veranstaltung
Ideen- und Sozialgeschichtlicher Überblick
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
5
Katalognummer
V175639
ISBN (eBook)
9783640966110
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale Martkwirtschaft, BRD, Wirtschaft, Nachkriegsdeutschland, Ludwig Erhard, Wirtschaftswunder, Wiederaufbau
Arbeit zitieren
Sascha Pliske (Autor), 2011, Soziale Marktwirtschaft: Entwicklung, Charakteristika und Umsetzung in der BRD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175639

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