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Infotainment als didaktisches Mittel

Titel: Infotainment als didaktisches Mittel

Seminararbeit , 2008 , 26 Seiten

Autor:in: Andrea Walser (Autor:in)

Pädagogik - Medienpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die modernen Massenmedien stellen seit jeher einen besonderen Rahmen für Wissensvermittlung dar. Eine herausgehobene Stellung hat hierbei das Medium Fernsehen, welches seit der ersten Fernsehausstrahlung in Deutschland im Jahr 1952 stets mit positiven als auch negativen Erwartungen besetzt wurde. Der Programmauftrag, der an das Fernsehen dabei gestellt wurde und wird, ist im Wesentlichen dreigeteilt: Fernsehen soll der Bildung, Information und schließlich auch der Unterhaltung der Rezipienten gerecht werden (vgl. Dörr, 1997, S. 7).
In den letzten Jahren hat sich allerdings eine Tendenz abgezeichnet, die eine klare Grenzziehung zwischen medialen Informations- und Unterhaltungsangeboten zunehmend erschwert und zu der relativ modernen Bezeichnung des „Infotainment“ für diese Art von Mischgenre geführt hat. „Es sind neue Formate entstanden, die u. a. als ‚Docudrama’, ‚Faction’ oder ‚Reality-TV’ bezeichnet werden.“ (Schicha und Brosda, 2002, S. 12).
Als Ursache für diese Entwicklung kann das Zusammenspiel vielfältiger Veränderungen in politischen, gesellschaftlichen und sozialen Bereichen betrachtet werden. Jedoch ist für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem
Phänomen „Infotainment“ nicht nur der Blick auf die Ursachen und Hintergründe interessant, sondern auch eine Perspektive hinsichtlich der Auswirkungen, speziell für die medienpädagogische Didaktik solcher Formate, zeigt sich als aufschlussreich. Des weiteren soll in der folgenden Arbeit neben den bereits erwähnten Aspekten auch die Rolle milieuspezifischer Geschmacksmuster bei der Rezeption von Medienformaten mit unterschiedlicher Gewichtung der Informations- und Unterhaltungselemente berücksichtigt und näher beleuchtet werden. Schließlich folgt zusammenfassend eine Erläuterung der mit Infotainment verbundenen Chancen und Risiken, die in eine weitergehende Reflexion mündet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Was versteht man unter „Infotainment“? – Begriffsbestimmung

2.1.1 Definition

2.1.2 Entstehungsbedingungen und Ursachen von Infotainment

2.1.3 Information und Unterhaltung als Dimensionen von Medienangeboten

2.1.4 Funktionen von Medienunterhaltung und Infotainment

2.1.5 Formen und charakteristische Merkmale von Infotainment

2.2 Erläuterung des Begriffs „Mediendidaktik“

2.2.1 Definition

2.2.2 Mediendidaktische Gestaltungsmittel bei Infotainmentformaten

2.2.3 Information und Unterhaltung als interaktive Zuschreibungen

2.3 Die Rolle der Milieutheorie

2.3.1 Das Positionierungsmodell der Sinus-Milieus

2.3.2 Die Milieucharakterisierung der Mediennutzung nach Schulze

2.4 Mediendidaktische Folgerungen für die Gestaltung von Lernmitteln

2.5 Mit Infotainment verbundene Chancen und Risiken

3. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen „Infotainment“ aus einer medienpädagogischen Perspektive, analysiert dessen Ursachen und Wirkungsweisen sowie die Rolle milieuspezifischer Geschmacksmuster bei der Rezeption, um daraus Konsequenzen für die didaktische Gestaltung von Lernmitteln abzuleiten.

  • Begriffsbestimmung und Ursachen von Infotainment
  • Mediendidaktik im Kontext unterhaltender Informationsformate
  • Milieutheoretische Einordnung der Mediennutzung (Sinus-Milieus und Schulze)
  • Chancen und Risiken für Lernprozesse und Informationsvermittlung

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Entstehungsbedingungen und Ursachen von Infotainment

Zu den Wegbereitern und Ursachen von Infotainment zählen mehrere Faktoren, die sich unterschiedlich stark auswirken konnten. Als gewichtigster Grund gilt zweifellos die 1982 stattgefundene Kommerzialisierung des deutschen Fernsehens. Zu diesem Zeitpunkt wurden in der deutschen TV-Landschaft die privaten Fernsehsender eingeführt. Folglich entstand eine neue Dualität zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern, wodurch nun eine verschärfte Wettbewerbs- und Konkurrenzdynamik auftauchte (vgl. Lauffer und Volkmer, 1995, S.121). Allgemein kann konstatiert werden, dass es zu einer Deregulierung gekommen ist, die den an den Rundfunkstaatsvertrag gebundenen gebühren-finanzierten Sendern eine werbefinanzierte Konkurrenz entgegenbrachte. Diese zeichneten sich vor allem durch ein verstärktes Eingehen auf Zuschauerbedürfnisse und eine konsumentenorientierte Ausrichtung aus (vgl. Mangold, Vorderer und Bente, 2004, S. 532).

Hinzu kommt, dass neuere empirische Untersuchungen folgenden Sachverhalt offen legten: Gemäß ihrem staatlich auferlegten Bildungsauftrag verwendeten die öffentlichen Rundfunkanstalten oftmals für die Informationsverarbeitung eher hinderliche Vermittlungsformate. „Als für Verstehen und Behalten nachteilige Faktoren wurden etwa der dominierende Pyramidenstil, ein (zu) komplexer Satzbau, die häufige Verwendung schwieriger Wörter und eine zu große Darbietungsgeschwindigkeit der Inhalte (…) genannt“ (Mangold, Vorderer und Bente, 2004, S. 531). Durch eine Boulevardisierung mittels diverser Infotainment-Elemente, die später eingehender behandelt werden, sollte dieser Erkenntnis also Rechnung getragen werden. Zudem geraten die öffentlich-rechtlichen Sender neuerdings in eine Art Legitimierungsdilemma aufgrund sinkender Werbeeinnahmen, was eine marktstrategische und massenpublikumsorientierte Ausrichtung zum Erhalt der Finanzierung und schließlich auch der eigenen Zukunft als Resultat nach sich zieht (vgl. Lauffer und Volkmer, 1995, S. 122).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die zunehmende Verschmelzung von Information und Unterhaltung im Fernsehen und beleuchtet die medienpädagogischen Auswirkungen dieser Entwicklung.

2. Hauptteil: Dieser Abschnitt definiert Infotainment, untersucht dessen Ursprünge in der Medialisierung, betrachtet mediendidaktische Konzepte sowie die Rolle milieuspezifischer Rezeptionsmuster und reflektiert abschließend über Chancen und Risiken für Lernkontexte.

3. Resümee: Das Fazit stellt fest, dass Infotainment ein unaufhaltbares Phänomen ist, das sowohl Potenziale für die Aktivierung bildungsferner Milieus bietet, als auch Gefahren der Trivialisierung und Informationsdefizite birgt.

Schlüsselwörter

Infotainment, Medienpädagogik, Mediendidaktik, Fernsehen, Unterhaltung, Informationsvermittlung, Milieutheorie, Sinus-Milieus, Rezeptionsqualität, Kommerzialisierung, Lernmotivation, Bildungsauftrag, Boulevardisierung, Mediennutzung, Wissensvermittlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit der Entwicklung des Infotainments als didaktisches Mittel und untersucht, wie die Vermischung von Information und Unterhaltung in modernen Medienformaten pädagogisch einzuordnen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Begriffsdefinition von Infotainment, den Ursachen seiner Verbreitung, der Rolle der Mediendidaktik sowie der Bedeutung sozialer Milieus für die Mediennutzung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Phänomen Infotainment wissenschaftlich zu durchdringen, die Auswirkungen auf die Rezipienten zu analysieren und zu prüfen, welche mediendidaktischen Konsequenzen sich daraus für die Gestaltung von Lernangeboten ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur, wobei bestehende Theorien zur Milieuforschung (Sinus-Milieus und Schulze) sowie medienpsychologische und pädagogische Erkenntnisse zur Anwendung kommen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Infotainment, die Erläuterung mediendidaktischer Grundlagen, die Analyse von Mediennutzungsmustern anhand von Milieutheorien sowie eine kritische Abwägung der Chancen und Risiken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Infotainment, Mediendidaktik, Mediennutzung, Milieutheorie, Bildungsauftrag und Rezeptionsqualität.

Welche Rolle spielt die Milieutheorie bei der Medienrezeption?

Die Milieutheorie verdeutlicht, dass unterschiedliche soziale Gruppen (Milieus) aufgrund ihrer Wertvorstellungen und Ästhetik-Schemata bevorzugt zu bestimmten Medieninhalten greifen, was die Wirkung von Infotainment maßgeblich beeinflusst.

Warum wird Infotainment als Chance für Jugendliche bewertet?

Infotainment kann als Chance gesehen werden, da es eine leichtere Zugänglichkeit zu komplexen Themen bietet, die Lernmotivation steigern kann und somit auch bildungsfernere Jugendliche besser in gesellschaftliche Diskurse einbindet.

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Details

Titel
Infotainment als didaktisches Mittel
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Autor
Andrea Walser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
26
Katalognummer
V175689
ISBN (eBook)
9783640967032
ISBN (Buch)
9783640966950
Sprache
Deutsch
Schlagworte
infotainment mittel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Walser (Autor:in), 2008, Infotainment als didaktisches Mittel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175689
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Leseprobe aus  26  Seiten
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