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Autobiographisches Schreiben am Beispiel von Franz Kafkas "Die Verwandlung"

Title: Autobiographisches Schreiben am Beispiel von Franz Kafkas "Die Verwandlung"

Term Paper , 2001 , 36 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Monika Reichert (Author)

German Studies - Modern German Literature
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1. Einleitung


Franz Kafka zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Von ihm selbst sind aber nur wenige Bücher zum Druck freigegeben worden. Diese fanden in der Öffentlichkeit zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Interesse. Der Schriftsteller gelangte erst nach seinem Tod zu Weltruhm, indem seine Hauptwerke (Tagebücher und Briefe) z.B. durch Max Brod, einem Freund Kafkas, veröffentlicht wurden.
Das Interesse an Kafka erscheint um so erstaunlicher, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Kafka eigentlich eher ein provinzielles Dasein führte. Im Vergleich zu anderen Dichtern und Schriftstellern fehlten ihm weite Reisen, Bildungserlebnisse, Begegnungen mit berühmten Kollegen oder auch gewisse Ortswechsel.
„Der Fall des Schriftstellers Kafka ist ungewöhnlich insofern, als zu seinen Lebzeiten die Nebenwerke, nach seinem Tod die Hauptwerke veröffentlicht wurden, soweit sie ihr Verfasser vor seinem Sterben nicht zerstörte.“
Diese Äußerung von Franz Blei über die Ungewöhnlichkeit Kafkas teilen die meisten Leser. Seine Werke seien abstrus, dunkel, verworren und mit dem Verstande kaum nachvollziehbar.
Warum schreibt Franz Kafka in einem derartigen Stil, der als kafkaesk bezeichnet werden kann?
Um zu einer Antwort auf diese Frage zu kommen, wird im Folgenden zunächst die Frage nach dem autobiographischen Schreiben Kafkas mit Hilfe von Zitaten erörtert. Im Anschluss daran werden die Hauptfiguren in Franz Kafkas Werk „Die Verwandlung“ direkt mit denen der Familie Kafka in Beziehung gesetzt. Es sollen hierbei Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Ausdruck gebracht werden. Die Arbeit soll mit einer Zusammenfassung der bisher gewonnenen Ergebnisse. abgerundet werden. An ihrem Schluss findet sich die eigene Meinung der Verfasserin.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Franz Kafka, ein Schriftsteller wie jeder andere?

2. Autobiographisches Schreiben bei Franz Kafka

3. Familie Samsa im Vergleich mit Familie Kafka im Hinblick auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede

3.1. Frau Samsa und Julie Kafka

3.2 Herr Samsa und Hermann Kafka

3.3 Grete Samsa und Ottilie Kafka

3.4 Gregor Samsa und Franz Kafka

3.4.1 Gregor Samsa vor der Verwandlung im Vergleich mit Franz Kafka

3.4.2 Gregor Samsa nach der Verwandlung im Vergleich mit Franz Kafka

4. Ergebniszusammenfassung mit eigener Meinung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die autobiographischen Züge in Franz Kafkas Novelle „Die Verwandlung“. Ziel ist es, durch eine detaillierte Gegenüberstellung der literarischen Figuren der Familie Samsa mit der realen Familie Kafka Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen, um den Einfluss von Kafkas privater Lebenssituation und seinem schwierigen Vater-Sohn-Verhältnis auf sein Werk zu verdeutlichen.

  • Autobiographische Hintergründe im Schreiben von Franz Kafka
  • Vergleich der Charaktere und Rollen innerhalb der Familien Samsa und Kafka
  • Die Bedeutung des Vater-Sohn-Konflikts als zentrales Motiv
  • Die Verwandlung Gregors als Spiegelbild der Lebenskrisen des Autors
  • Der Einfluss familiärer Bindungen auf die individuelle Entwicklung der Figuren

Auszug aus dem Buch

Gregor Samsa nach der Verwandlung im Vergleich mit Franz Kafka

Nach seiner Verwandlung ist für Gregor alles anders als vorher.

Einen menschlichen Körper gibt es jetzt nicht mehr. Auf den vielen kleinen Käferbeinchen muss er erst einmal das Laufen bzw. Kriechen lernen. Nachdem er diese Schwierigkeit überwunden hat, treten andere zu Tage:

Sein Leben ist ein völlig anderes geworden. Seinen Beruf als Handelsreisenden kann er von nun an nicht mehr ausüben. Ein Alltagsleben streng nach dem Ticken der Uhr, das gibt es jetzt nicht mehr. Gregor ist nicht nur seinen verhassten Beruf losgeworden, sondern hat nun auch die ersehnte Ruhe gefunden.

Er lernt eine neue Perspektive auf die Welt kennen. Er sieht, was sich tagsüber im Kreis der Familie ereignet. Dabei entdeckt er auch, dass die finanzielle Situation seiner Lebensgenossen gar nicht so schlecht ist, wie er immer angenommen hat. Herrn Samsa sind noch Restbeträge von seiner Geschäftsauflösung vor fünf Jahren geblieben. Diese verheimlicht er vor seinem Sohn. Doch anstatt sich zu ärgern, zeigt sich Gregor höchst erfreut darüber: „[Er],..., nickte eifrig, erfreut über diese unerwartete Vorsicht und Sparsamkeit. Eigentlich hätte er ja mit diesen überschüssigen Geldern die Schuld des Vaters gegenüber dem Chef weiter abtragen können, ..., aber jetzt war es zweifellos besser so,... .“ (S.27/Z.26-33)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Franz Kafka, ein Schriftsteller wie jeder andere?: Dieses Kapitel gibt einen einführenden Überblick über Kafkas literarische Bedeutung, seine ungewöhnliche Veröffentlichungspraxis und die allgemeine Rezeption seines Stils als "kafkaesk".

2. Autobiographisches Schreiben bei Franz Kafka: Hier wird erläutert, wie Kafka sein "inneres Leben" und den Vaterkonflikt durch das Schreiben verarbeitete und warum das Schreiben für ihn eine notwendige Daseinsmöglichkeit darstellte.

3. Familie Samsa im Vergleich mit Familie Kafka im Hinblick auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Dieses Hauptkapitel analysiert systematisch die Entsprechungen zwischen den Familienmitgliedern von Gregor Samsa und den realen Personen im Umfeld von Franz Kafka.

3.1. Frau Samsa und Julie Kafka: Es wird die mütterliche Rolle und die Fürsorglichkeit der Frauen in beiden Familien betrachtet und aufgezeigt, wie diese zwischen den Ansprüchen des Ehemannes und der Kinder stehen.

3.2 Herr Samsa und Hermann Kafka: Dieser Abschnitt vergleicht die dominante, fordernde Vaterfigur und deren Auswirkungen auf die familiäre Dynamik und den Sohn.

3.3 Grete Samsa und Ottilie Kafka: Die Rolle der Schwestern als Bezugspersonen und Vermittler zwischen den Familienmitgliedern wird hier herausgearbeitet.

3.4 Gregor Samsa und Franz Kafka: Der direkte Vergleich zwischen der Protagonistenfigur und dem Autor selbst beleuchtet Gemeinsamkeiten in Lebensweise, Beruf und dem Streben nach Autonomie.

3.4.1 Gregor Samsa vor der Verwandlung im Vergleich mit Franz Kafka: Fokus liegt hier auf dem Leben als Junggeselle, der beruflichen Belastung und dem Wunsch nach Befreiung aus der elterlichen Wohnung.

3.4.2 Gregor Samsa nach der Verwandlung im Vergleich mit Franz Kafka: Dieser Teil untersucht, wie sich die neue Existenz des Käfers auf das Selbstverständnis Gregors und sein gestörtes Verhältnis zur Familie auswirkt.

4. Ergebniszusammenfassung mit eigener Meinung: Die Autorin resümiert die Wandlungsprozesse der Figuren und reflektiert ihre persönliche Sicht auf die autobiographischen Elemente und den psychologischen Gehalt der Novelle.

Schlüsselwörter

Franz Kafka, Die Verwandlung, autobiographisches Schreiben, Vater-Sohn-Konflikt, Gregor Samsa, Hermann Kafka, Literaturwissenschaft, Familiendynamik, Identitätsfindung, Entfremdung, Rollenkonflikt, literarische Analyse, Novelle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die autobiographischen Bezüge in Franz Kafkas Novelle „Die Verwandlung“ durch einen Vergleich der Romanfiguren mit den realen Familienmitgliedern Kafkas.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt den Vater-Sohn-Konflikt, die Rolle der Geschwister, die Bedeutung des Schreibens als Ventil sowie die existenzielle Entfremdung innerhalb der Familie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie stark die biografische Realität des Autors das Werk geprägt hat und inwieweit die Wandlung des Protagonisten ein Spiegelbild von Kafkas eigenen Erfahrungen darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär mit Textvergleichen zwischen dem literarischen Werk und den Briefen bzw. Tagebüchern Kafkas arbeitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gegenüberstellung der einzelnen Familienmitglieder (Eltern und Geschwister) und vergleicht anschließend den Lebensweg des Protagonisten Gregor Samsa mit dem Leben des Autors.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kafka, Die Verwandlung, Autobiographie, Vaterkonflikt, Entfremdung und familiäre Rollenbilder.

Inwiefern beeinflusst der Vaterkonflikt die Analyse der Vaterfiguren?

Die Analyse zeigt, dass sowohl Hermann Kafka als auch Herr Samsa als dominante, fordernde Instanzen auftreten, die beim Sohn jeweils zu einer psychischen Blockade und dem Bedürfnis nach Flucht in eine "eigene Welt" führen.

Welche Rolle spielen die Schwestern im Vergleich?

Die Schwestern, Grete Samsa und Ottilie Kafka, werden als wichtige Bezugspersonen für die jeweiligen Protagonisten identifiziert, wobei die Beziehung zu Ottla für Franz Kafka eine besondere Bedeutung als Rückzugsort und Halt darstellt.

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Details

Title
Autobiographisches Schreiben am Beispiel von Franz Kafkas "Die Verwandlung"
College
University of Augsburg  (Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur)
Grade
1,4
Author
Monika Reichert (Author)
Publication Year
2001
Pages
36
Catalog Number
V17568
ISBN (eBook)
9783638221153
ISBN (Book)
9783638730297
Language
German
Tags
Autobiographisches Schreiben Beispiel Franz Kafkas Verwandlung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Monika Reichert (Author), 2001, Autobiographisches Schreiben am Beispiel von Franz Kafkas "Die Verwandlung", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17568
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