Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Der soziologische Neo-Institutionalismus: Überblick über die verschiedenen Ausrichtungen und Ansätze

Titel: Der soziologische Neo-Institutionalismus: Überblick über die verschiedenen Ausrichtungen und Ansätze

Seminararbeit , 2008 , 36 Seiten

Autor:in: Andrea Walser (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit Hilfe der vorliegenden Arbeit „Der soziologische Neo-Institutionalismus: Überblick über die verschiedenen Ausrichtungen und Ansätze“ soll eine Theorierichtung näher untersucht werden, die vor allem in den letzten 30 bis 25 Jahren zunehmend an Relevanz gewonnen hat. Die neo-institutionalistische Bewegung kam insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika Ende der siebziger Jahre auf (vgl. Türk: 2000, S. 269). Sie ist gekennzeichnet durch eine enorme Vielfalt an unterschiedlichen Ausprägungen, so dass es relativ schwer erscheint, alle Vertreter und Strömungen gleichermaßen zu betrachten und zu beleuchten. Aus diesem Grund werde Ich mich inhaltlich auf die bis heute bedeutendsten Vertreter, darunter John W. Meyer, Brian Rowan, Paul J. DiMaggio, Walter W. Powell als Vertreter des makroinstitutionalistischen Ansatzes und Lynne Zucker sowie Marshall W. Meyer als Vertreter des mikrofundierten Neo-Institutionalismus beschränken.
Auffallend an der neo-institutionalistischen Ausrichtung ist bei allen Vertretern, dass sie die Erscheinung der Institution oder Organisation aus einem anderen Blickwinkel als bisher in der Organisationstheorie und –Soziologie üblich, betrachten. „Leitidee dieser Herangehensweise ist, dass Organisationen weit weniger von kulturell neutralen Effizienzüberlegungen abhängen als vielmehr von einem institutionalisierten Umfeld, in dem bestimmte kulturelle Werte präsent sind“ (Türk: 2000, S. 269). Klassischerweise wurde in der Organisationstheorie bis dahin ein etwas anderer Standpunkt dazu eingenommen: Als Erklärungsfaktor für Organisationsstrukturen wurde deren Legitimität fast vollständig ausgeleuchtet und stattdessen wurden diese von einer rationalen und effizienten Abstimmung der Arbeitsaktivitäten abhängig gemacht.
Um die genauen Wirkungszusammenhänge innerhalb der einzelnen Theorieansätze besser zu verstehen, soll nun im Anschluss für eine gemeinsame Wissensbasis zuerst einmal der Neo-Institutionalismus mit Hilfe der Begriffe „Institution“, „Institutionalismus“ und „Institutionalisierung“ noch stärker eingegrenzt und umrissen werden. Daran schließt sich eine Abhandlung über die jeweiligen spezifischen Theorieansätze sowie deren kritische Reflexion an. Zusammenfassend erfolgt ein Vergleich der neo-institutionalistischen Ansätze auf das implizite und explizite Akteurs- und Rationalitätsverständnis in ihrer Relevanz bezüglich Institutionalisierungsprozessen. Das Ende der Arbeit bildet ein persönliches Resümee.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Klärung der Begriffe „Institution“, „Institutionalismus“ und „Institutionalisierung“

2.2 Ansätze des Neo-Institutionalismus

2.2.1 Der Makroinstitutionalismus

2.2.1.1 John W. Meyer und Brian Rowan: Der Zusammenhang zwischen Rationalitätsmythen und Organisationsstruktur

2.2.1.2 Paul J. DiMaggio und Walter W. Powell: Institutioneller Isomorphismus und Wandel von Organisationen

2.2.1.3 Kritische Reflexion des Makroinstitutionalismus

2.2.2 Der Mikroinstitutionalismus

2.2.2.1 Lynne Zucker: Institutionen als soziales Faktum

2.2.2.2 Lynne Zucker und Marshall W. Meyer: Überlebensstrategien bei unzureichender organisationaler Performanz

2.2.2.3 Kritische Reflexion des Mikroinstitutionalismus

2.3 Vergleich der neo-institutionalistischen Ansätze auf das implizite und explizite Akteurs- und Rationalitätsverständnis

3. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, einen strukturierten Überblick über die Theorierichtung des soziologischen Neo-Institutionalismus zu geben und dabei die zentralen Ausrichtungen sowie deren Auswirkungen auf Organisationen zu analysieren.

  • Differenzierung zwischen makro- und mikroinstitutionalistischen Forschungsansätzen
  • Analyse des Einflusses von Rationalitätsmythen und institutionellem Isomorphismus
  • Untersuchung der Bedeutung von Organisationen als soziale Institutionen
  • Reflexion von Strategien bei unzureichender organisationaler Performanz
  • Vergleich der Akteurs- und Rationalitätskonzepte innerhalb des Neo-Institutionalismus

Auszug aus dem Buch

2.2.1.1 John W. Meyer und Brian Rowan: Der Zusammenhang zwischen Rationalitätsmythen und Organisationsstruktur

Wie bereits im Abschnitt zuvor bereits angerissen, existieren laut Meyer und Rowan hochgradig institutionalisierte Kontexte, in denen Organisationen agieren müssen. Zudem werden über die Gesellschaft Ansichten über die soziale Wirklichkeit expandiert. Dabei handelt es sich um kollektiv anerkannte Definitionen, die festlegen, was als rational und was als organisatorisch sinnvoll anzusehen ist. Diese vorherrschenden Konzepte von Rationalität (unabhängig davon, ob damit real Rationalität vorliegt oder nicht,) werden von Meyer und Rowan als „Rationalitätsmythen“ bezeichnet. Sie zeichnen sich durch zwei markante Eigenschaften aus. Zum einen handelt es sich um rationalisierte, unpersönliche Beschreibungen, die soziale Zwecke in technische Zwecke umwandeln und die Mittel zur rationalen Erreichung dieser Zwecke bereitstellen. Zum zweiten liegen diese aufgrund ihrer hohen Institutionalisiertheit außerhalb des Urteils des Einzelnen (vgl. Powell, DiMaggio: 1991, S. 44).

Daneben definieren institutionelle Regeln neue Organisationssituationen und redefinieren bereits existierende (vgl. Powell, DiMaggio: 1991, S. 45). Demgemäß kann dieser Sachverhalt als Ursache für den Wandel und die Entstehung von Organisationen determiniert werden. Des Weiteren stellt eine Organisation das effektivste Mittel zur Koordination von Handlungen dar, was ebenfalls deren Entstehung und Fortbestand begünstigt. Außerdem vergrößern die modernen Organisationsausmaße und Technologien die Komplexität der existierenden Beziehungen, womit ein steigender Koordinationsbedarf aufkommt. Diese Koordination lässt sich am besten bewältigen, wenn Organisationen rationalisierte, formale Strukturen einhalten, zumal so auch Skalen- und Verbundeffekte möglich werden. Auch die Entstehung großer, zentralisierter Flächenstaaten hat zu einer steigenden Komplexität geführt, die es durch eine formale Organisationsstruktur, also Koordination und Routine, zu bewältigen galt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, begründet die Auswahl der behandelten Vertreter und umreißt den geplanten Aufbau der Arbeit.

2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse makro- und mikroinstitutionalistischer Strömungen sowie deren vergleichende Gegenüberstellung.

2.1 Klärung der Begriffe „Institution“, „Institutionalismus“ und „Institutionalisierung“: Dieses Kapitel definiert die zentralen Grundbegriffe, um eine gemeinsame Wissensbasis für die weitere Analyse zu schaffen.

2.2 Ansätze des Neo-Institutionalismus: Dieser Abschnitt bietet einen detaillierten Einblick in die verschiedenen theoretischen Strömungen und Ansätze innerhalb des Neo-Institutionalismus.

2.2.1 Der Makroinstitutionalismus: Hier werden die Umweltfaktoren fokussiert, die Organisationen zur Anpassung und zur Übernahme von Rationalitätsmythen bewegen.

2.2.1.1 John W. Meyer und Brian Rowan: Der Zusammenhang zwischen Rationalitätsmythen und Organisationsstruktur: Dieses Kapitel erläutert die Theorie, dass Organisationen formale Strukturen annehmen, um Legitimität im institutionellen Umfeld zu sichern.

2.2.1.2 Paul J. DiMaggio und Walter W. Powell: Institutioneller Isomorphismus und Wandel von Organisationen: Hier werden die Mechanismen erzwungenen, mimetischen und normativen Isomorphismus analysiert, die zur Ähnlichkeit von Organisationen führen.

2.2.1.3 Kritische Reflexion des Makroinstitutionalismus: Dieses Kapitel würdigt die Verdienste des Makroinstitutionalismus und beleuchtet kritisch blinde Flecken wie das Fehlen von Machtaspekten.

2.2.2 Der Mikroinstitutionalismus: Dieser Abschnitt verschiebt den Fokus auf die empirisch fundierte Untersuchung, wie Organisationen und Akteure gegenseitig ihre institutionellen Kontexte beeinflussen.

2.2.2.1 Lynne Zucker: Institutionen als soziales Faktum: Es wird die These untermauert, dass Institutionen durch das Handeln der Individuen als objektive Realität wahrgenommen und stabilisiert werden.

2.2.2.2 Lynne Zucker und Marshall W. Meyer: Überlebensstrategien bei unzureichender organisationaler Performanz: Hier werden Strategien beleuchtet, wie Organisationen trotz mangelnder Effizienz aufgrund institutioneller Bindungen überleben können.

2.2.2.3 Kritische Reflexion des Mikroinstitutionalismus: Eine kritische Auseinandersetzung mit dem mikroinstitutionalistischen Ansatz hinsichtlich seiner Stringenz und der Abgrenzung zum Makroinstitutionalismus.

2.3 Vergleich der neo-institutionalistischen Ansätze auf das implizite und explizite Akteurs- und Rationalitätsverständnis: Dieses Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Auffassungen vom „neo-institutionalistischen Akteur“ in den verschiedenen Strömungen.

3. Resümee: Das abschließende Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten durch Theorienverknüpfungen.

Schlüsselwörter

Neo-Institutionalismus, Organisationstheorie, Institution, Institutionalisierung, Rationalitätsmythen, Isomorphismus, Legitimität, Performanz, Mikroinstitutionalismus, Makroinstitutionalismus, Organisationale Felder, Organisationsstruktur, Soziales Faktum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den soziologischen Neo-Institutionalismus und bietet einen Überblick über dessen bedeutendste theoretische Ausrichtungen und Ansätze.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit thematisiert die Entstehung von Organisationsstrukturen, die Rolle von Legitimität versus Effizienz, den Einfluss gesellschaftlicher Umweltbedingungen auf Organisationen sowie das Verhalten von Akteuren in institutionalisierten Kontexten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Vielfalt der neo-institutionalistischen Ansätze zu strukturieren, die Unterschiede zwischen makro- und mikro-orientierten Theorien aufzuzeigen und deren Erklärungskraft für organisationale Phänomene kritisch zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer vergleichenden Gegenüberstellung der Konzepte bedeutender Vertreter wie Meyer, Rowan, DiMaggio, Powell und Zucker.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die begrifflichen Grundlagen, erläutert die makroinstitutionalistischen Ansätze (Rationalitätsmythen, Isomorphismus), beleuchtet die mikroinstitutionalistischen Ansätze (Zucker, überlebensstrategien trotz Performanzschwächen) und vergleicht das jeweilige Akteurs- und Rationalitätsverständnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Neo-Institutionalismus, Legitimität, Isomorphismus, institutionelles Umfeld und Organisationale Performanz.

Was besagt die Theorie von Meyer und Rowan in Bezug auf Organisationen?

Sie argumentieren, dass Organisationen formale Strukturen oft zeremoniell übernehmen, um den Anforderungen ihrer institutionellen Umwelt zu entsprechen und somit Legitimität sowie Überlebenschancen zu sichern, unabhängig von ihrer technischen Effizienz.

Wie unterscheidet sich der Mikroinstitutionalismus nach Lynne Zucker vom Makro-Ansatz?

Der Mikroinstitutionalismus konzentriert sich stärker auf empirische Daten und betont, dass Institutionen als soziales Faktum direkt die Wahrnehmung und das Verhalten der Akteure in der Organisation determinieren.

Welches Phänomen untersuchen Zucker und Meyer bei Organisationen?

Sie untersuchen das Phänomen der "permanently failing organizations", also Organisationen, die trotz mangelnder Effizienz und Effektivität langfristig überleben, da verschiedene Akteursinteressen den Fortbestand der Organisation priorisieren.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der soziologische Neo-Institutionalismus: Überblick über die verschiedenen Ausrichtungen und Ansätze
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Autor
Andrea Walser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
36
Katalognummer
V175690
ISBN (eBook)
9783640967049
ISBN (Buch)
9783640966967
Sprache
Deutsch
Schlagworte
neo-institutionalismus ausrichtungen ansätze
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Walser (Autor:in), 2008, Der soziologische Neo-Institutionalismus: Überblick über die verschiedenen Ausrichtungen und Ansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175690
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  36  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum