Die Web 2.0-„Blase“ gibt es nicht, auch wenn der Nachfolger der New Economy unter anderem von den Magazinen Spiegel1 und Focus2 im Jahre 2006 als solche befürchtet wurde. Web 2.0 ist eine Variante der Informationsbereitstellung und –erzeugung im World Wide Web, die unter den Nutzern regelmäßig und aktiv unterstützt wird. Die Nutzer sind wie in fast jedem ökonomischen Bereich die Basis für erfolgreiches Unter-nehmen. Eine Konzentration auf die Wünsche, das heißt die Nachfrage der Kunden, ist ein Grundkonzept für gutes Wirtschaften. Damit sind aber auch neue Geschäfts- und Erlösmodelle nötig, da die traditionellen der New Economy nicht zum gewünschten Umsatz führen (können). Die Eigenschaften des Web 2.0 und dessen Nutzers sind mit einzubeziehen.
In dieser Arbeit soll es um die Betrachtung von einzelnen Webseiten aus dem Busi-ness2Consumer-Bereich und deren Erlösgenerierung gehen. Als Grundlage dient dazu das sogenannte 4C-Net-Business-Model nach Wirtz von 2001, welches aber auf Web 2.0 Anwendungen modifiziert betrachtet wird. Es erfolgt damit eine kompatible Deh-nung der einzelnen Begriffe des Wirtz’schen Modells. Zunächst werden die Begriffe Web 2.0, Geschäftsmodell und Erlösmodell erläutert. Auf dieser Basis werden exemplarisch Webseiten und deren Erlösformen präsentiert. Im Anschluss erfolgt ein Resümee der verschiedenen Optionen, Erlöse zu generieren. Aufgrund der hohen An-zahl an differierenden Modellen der Erlösgenerierung kann im Umfang dieser Arbeit nur eine Vorstellung von einzelnen Angeboten gemacht werden.
Ziel der Arbeit ist eine überblicksartige Aufstellung der erlösgenerierenden Möglichkeiten, die das Web 2.0 bietet und wie diese bereits anhand erfolgreicher Internetunternehmen aufgezeigt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1. Web 2.0
2.2. Geschäftsmodelltypologie
2.3. Erlösmodell
3. Erlösgenerierung in ausgewählten Web 2.0-Anwendungen
3.1. Content
3.2. Commerce
3.3. Context
3.4. Connection
4. Synthese der Erlös- und Geschäftsmodelle
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Mechanismen der Erlösgenerierung von Web 2.0-Anwendungen im Business-to-Consumer-Bereich. Ziel ist es, anhand des modifizierten 4C-Net-Business-Models nach Wirtz aufzuzeigen, wie erfolgreiche Internetunternehmen unter Berücksichtigung des kostenlosen Nutzens und der aktiven Nutzerbeteiligung nachhaltige Erlöse erzielen können.
- Analyse von Geschäftsmodellen im Web 2.0 Kontext
- Systematisierung direkter und indirekter Erlösquellen
- Untersuchung der Kategorien Content, Commerce, Context und Connection
- Evaluierung von Fallbeispielen wie Last.fm, Spreadshirt, Mister Wong und Ning
- Synthese der Erkenntnisse zur Anpassung klassischer Erlösmodell-Systematiken
Auszug aus dem Buch
3.1. Content
Web 2.0 Anbieter, die ihr Leistungsangebot wesentlich auf den Inhalt richten, sind zum Beispiel Lastfm.de (Content: Musik), Flickr.com (Fotos), YouTube.com (Videos) und Wikipedia.org (Enzyklopädie). Sie fokussieren ihr Angebot dabei auf das Sammeln, Selektieren, Systematisieren, Kompilieren und Bereitstellen von Inhalten auf ihrer eigenen Plattform. Die Inhalte sind konsumentenorientiert und personalisiert online abrufbar.
Im Folgenden soll der Web 2.0 Anbieter Last.fm näher betrachtet werden. Last.fm stellt neben dem Content-Angebot auch Context und Connection zur Verfügung, primär geht es aber um die benutzerfreundliche Bereitstellung des Inhalts „Musik“ und „Internetradio“. Laut Bächle zählt das Angebot hauptsächlich zum Social Commerce, da „die aktive Beteiligung der Kunden und die persönliche Beziehung der Kunden untereinander im Vordergrund“ stünden. Der Aspekt des Handels ist aber erst geboten, wenn über bestimmte Links auf das Online-Angebot von anderen Seiten (Amazon, iTunes) eingegangen wird. Ein direkter Verkauf von CDs, Musik-DVDs und ähnlichem ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht eingebunden. Wie noch zu sehen ist, werden lediglich Erlöse aus den Affiliate-Partnerschaften gezogen.
Last.fm generiert seine Erlöse laut dem Senior Vice President Scott Woods aus drei hauptsächlichen Quellen: 1) Premium-Kundschaft: Für 3€/$/Pfund pro Monat kann der registrierte Nutzer von erweiterten Funktionen profitieren. Diese Erlöse werden direkt und transaktionsunabhängig generiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Erlösmodellen im Web 2.0 auf und erläutert die methodische Grundlage durch die Modifikation des 4C-Net-Business-Models.
2. Begriffsklärung: Das Kapitel definiert die zentralen Begriffe Web 2.0, Geschäftsmodell und Erlösmodell als theoretisches Fundament für die weitere Analyse.
3. Erlösgenerierung in ausgewählten Web 2.0-Anwendungen: Es erfolgt eine detaillierte Betrachtung von Fallbeispielen, unterteilt in die vier Kategorien Content, Commerce, Context und Connection.
4. Synthese der Erlös- und Geschäftsmodelle: In diesem Kapitel werden die Beobachtungen zusammengeführt und die klassische Systematik der Erlösmodelle auf die Besonderheiten des Web 2.0 angepasst.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass Werbung zwar zentral bleibt, aber durch Mischmodelle und Nutzerintegration ergänzt werden muss, und wirft einen Blick auf mögliche Entwicklungen hin zum Web 3.0.
Schlüsselwörter
Web 2.0, Erlösmodell, Geschäftsmodell, 4C-Net-Business-Model, Business-to-Consumer, Content, Commerce, Context, Connection, Social Commerce, Affiliate-Marketing, Online-Werbung, Data-Mining, Long Tail, Nutzerintegration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Webseiten im B2C-Bereich im Web 2.0 erfolgreich Erlöse generieren können, wenn Nutzerinteraktion und kostenlose Inhalte im Vordergrund stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Kategorisierung von Internetgeschäftsmodellen anhand des 4C-Modells sowie die Untersuchung verschiedener Instrumente zur Erlösgenerierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine überblicksartige Aufstellung der Möglichkeiten zur Erlösgenerierung im Web 2.0, illustriert an praktischen Beispielen erfolgreicher Unternehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine qualitative Analyse ausgewählter Fallbeispiele auf Basis des 4C-Net-Business-Models von Wirtz, welches für Web 2.0-Anwendungen modifiziert wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Content, Commerce, Context und Connection, wobei für jeden Bereich ein konkretes Unternehmen wie Last.fm oder Spreadshirt analysiert wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Web 2.0, Erlösmodelle, Social Commerce, Online-Werbung, Affiliate-Programme und der Long Tail-Ansatz.
Wie unterscheidet sich die Erlösgenerierung bei Last.fm von einem klassischen Web-Shop?
Während klassische Shops oft auf direkten Produktverkauf setzen, kombiniert Last.fm Premium-Abos mit Affiliate-Provisionen und kontextbezogener Werbung, da der Kernnutzen das kostenlose Musikerlebnis ist.
Welche Rolle spielt "Data-Mining" bei der Erlösgenerierung?
Data-Mining ist ein indirektes Instrument, bei dem Nutzerverhalten analysiert wird, um gezieltere und damit wertvollere Werbung zu schalten oder Nutzerprofile zu veredeln.
- Quote paper
- Ulrike Hager (Author), 2009, Erlösgenerierung im Web 2.0 im B2C-Bereich in ausgewählten Online-Angeboten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175721