Contingent Capital in der Finanzmarktkrise


Seminararbeit, 2010

35 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anlagenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Aktualität des Themas
1.2 Ein einführendes Beispiel

2 Probleme des bisherigen Finanzsystems
2.1 Ursachen und Akzeleratoren des „Virtuous Circle"
2.2 Inhärente, krisenunabhängige Instabilität
2.3 Krisenprävention vs. Krisenbewältigung

3 Contingent Capital: Herkunft, Formen und Merkmale
3.1 Allgemeine Merkmale
3.2 Konkrete Erscheinungsformen am Markt
3.2.1 Bilanzielle Geschäfte
3.2.2 Außerbilanzielle Geschäfte
3.3 Emissionen der letzten drei Jahre

4 Die Wirkung anhand eines Beispiels

5 Anforderungen an Contingent Capital zur Reduktion systemischer Risiken
5.1 Analyse der verschiedenen Formen
5.2 Erwartungen und der präventive Aspekt
5.3 Negative Anspekte und ungelöste Probleme

6 Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

3.1 Erscheinungsformen von Contigent Capital

3.2 Gewinn- und Verlustprofil eines Short-Put

7.3 Darstellung der Contingent Surplus Note

Anlagenverzeichnis

Anlage 1: Solvabilität i.S.d. §2 SolvV

Anlage 2: Berechnung der Eigenmittel nach §10 Abs. 1 KWG

Anlage 3: Darstellung der Contingent Surplus Note

Anlage 4: Voraussetzung für Anerkennung von Genussscheinen

Anlage 5: Auszug Monatsbericht der Dt. Bundesbank 04.05.2010

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einer innovativen Art der Finanzierung und Liquiditätsbeschaffung: „Contingent Capital" und dessen Wirkung im Banken­sektor. Zunächst wird die Notwendigkeit einer neuen, innovativen Finanzierungs­form aufgezeigt. Im weiteren Verlauf werden die konkreten Möglichkeiten der Kapi­talbeschaffung durch Contingent Capital beschrieben, analysiert und abschließend bewertet. Hierbei wird sowohl die Mikro-, als auch die Makroebene beleuchtet.

1.1 Aktualität des Themas

Der Finanzmarkt leistet durch seine drei Teilmärkte1 einen existenziellen Beitrag zum Wirtschaftswachstum und Ist Integraler Bestandteil der Marktwirtschaft. Die Internationale Bedeutung eines nationalen Handelsplatzes steigt mit dem Handels­volumen. So sind Insbesondere Internationale Finanzzentren Im Fokus, da diese Impluse für andere Handelsplätze geben2.

Banken stellen als Finanzmarktintermediäre das Bindeglied zwischen den Finanz­märken und der Realwirtschaft dar und nehmen somit eine Sonderstellung Im volkswirtschaftlichen Kreislauf ein. Ein funktionierendes Bankensystem ist Voraus­setzung für eine optimale Kapitalallokation und hat direkten Einfluss auf Investitio­nen, Konsum sowie auf Ex- und Importe einer Volkswirtschaft. Der Zusammenbruch des Bankensystems hat somit weitreichende Konsequenzen und damit negative ex­terne Effekte auf die Wohlfahrt der gesamten Volkswirtschaft.

Der Interbankenmarkt, also der Geld- und Kreditmarkt, auf dem Banken unter­einander Kredite vergeben und Geldanlagen tätigen, sorgt innerhalb der Institute für einen Liquiditätsausgleich und eröffnet den Marktteilnehmern somit bedardsge- rechte Refinanzierungsmöglichkeiten. Im März 2010 betrugen diese Interbanken­forderungen Im Euroraum 8.256 Mrd. Euro. Dies entspricht ca. 34% der gesamten Aktiva der Institute3. Kommt dieser Markt wie in der letzten Krise zum Erliegen, haben Kreditinstitute erhebliche Schwierigkeiten, fällig werdende Ansprüche Ihrer Gläubiger zu erfüllen. Als Refinanzierungsquelle bleiben nur noch die Notenbank sowie der private Sektor. Diese können jedoch die entstehende Finanzierungslücke nicht schließen oder gar die Funktion des Interbankenmarktes substituieren.

Aufsichtsbehörden, Zentral- und Notenbanken haben zahlreiche Regelwerke4 erlas­sen, um einen Kollaps des Finanzsystems zu verhindern. Die Finanzmarktkrise hat uns jedoch deutlich aufgezeigt, dass trotz aller Absichten diese aufsichtsrechlichen Regelungen nicht ausreichen. So wären ohne staatliche hülfen in Form von Krediten und Finanzgarantien weit mehr Institute vom Markt verschwunden. Der gesamt­wirtschaftliche Schaden wäre ohne diese diskretionären Eingriffe weitaus größer gewesen.

Diese staatlichen Interventionen verursachen jedoch enorme Kosten, die von der Allgemeinheit zu tragen sind. So entsteht die Forderung nach neuen, Innovativen Sicherungskonzepten für die Branche, deren Kosten von den Verursachern selbst zu zahlen sind5 und möglichst ursachenunabhängig eingesetzt werden können. Hier stellt Contingent Capital einen möglichen Ansatz dar.

1.2 Ein einführendes Beispiel

Man stelle sich einen Bauherrn vor, der sich ein Wohnhaus für 300.000 Euro bauen lässt. Er lebt in einer Region, die In unregelmäßigen Abständen von Naturkasta- strophen heimgesucht wird. Er möchte sein neues Haus gegen Elementarschäden absichern und überlegt, wie er dieses Ziel optimal realisieren kann:

- Er könnte weitere 300.000 Euro in eine Keksdose legen und sich so im Worst- Case ein neues Haus errichten.
- Als Alternative dazu könnte er sich in irgendeiner Form gegen Elementar- und Katastophenschäden absichern, z. B. durch Abschluss einer Gebäudeversiche­rung.
Er wird sich sicherlich für die Versicherung entscheiden. Dies hat eine Reihe ratio­naler Gründe:
- Das Wohnhaus soll sofort voll geschützt sein, da der Zeitpunkt des nächsten Unwetters ungewiss ist.
- Der Bauherr möchte eine solch hohe Summe nicht als Liquidität halten und damit Opportunitätskosten in Form von entgangenen Zinsen erfahren.
- Durch die Versicherung ist sichergestellt, dass seine Kinder nicht In die Keks­dose greifen und Geld ausgeben.

Dieses von der Thematik losgelöste Beispiel soll aufzeigen, dass Absicherung oft­mals sinnvoller als direkte Kapitalbindung sein kann. Im Verlauf der Arbeit wird auf die Analogien mehrfach zurückgegriffen (Kashyap et al., 2009: 434-435).

2 Probleme des bisherigen Finanzsystems

Die Finanzmarktkrise wurde von diversen makro-, mikrokönomischen und politi­schen Rahmenbedingungen originär verursacht. Nach dem Ausbruch haben jedoch folgende drei Phänomene entscheidend dazu beigetragen, die bestehenden Proble­me zu vergrößern.

2.1 Ursachen und Akzeleratoren des „Virtuous Circle"

Unter einem „Virtuous Circle" versteht man ein System, dass sich durch positive Rückkopplung immer weiter verschlechtert bis es schließlich zusammenbricht6.

- Kreditklemme

Ein funktionierender Interbankenmarkt sorgt für einen Llquldltätsausglelch Innerhalb des Bankensystems. Dieser trägt In erheblichem Maße dazu bei, dass Banken Ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen und Neukredite vergeben können. Bricht nun aufgrund mangelnden Vertrauens und Informationsasym­metrien der Banken untereinander dieser Markt ein, können sich Institute die täglich benötigte Liquidität nur bei der Zentralbank beschaffen7. Mit dieser nun eingeschränkten Liquidität werden primär fällige Forderungen bedient, für Kre­ditneuvergaben In gewöhnlichem Umfang ist sie nicht ausreichend. Aufgrund der nun erzwungenen restriktiven Kreditvergabe seitens der Kreditinstitute können notwendige Investitionen in der Volkswirtschaft nicht realisiert wer­den, der Produktionsoutput wird als Konsequenz sinken8. Reicht die von der Notenbank bereitgestellte Geldmenge nicht aus, bleiben nur noch Notverkäufe von Aktiva, die so genannten „Fire-Sales" (Kashyap et al., 2009: 442).

- Möglichkeiten der Rekapitalisierung im Abschwung

Verliert eine Bank Kapital9 muss sie dieses ersetzen. Gelingt Ihr keine ausrei­chende Kapitalaquisition, muss sie Aktiva liquidieren. Gerade in Krisenphasen gestaltet es sich aufgrund pessimistischer Zukunftserwartungen der Marktteil­nehmer schwierig, Kapitalgeben zu finden. Die Möglichkeiten zur Refinanzie­rung sind stark eingeschränkt (Kashyap et al., 2009: 442-443).

- Domino-Effekte und „Bank-Run"

Gerät eine Bank in finanzielle Schwierigkeiten führten Anleger trotz ausrei­chender Sicherungssysteme10 Ihre Forderungen zu verlieren. Die optimale Stra­tegie In diesem Fall Ist die sofortige Barabhebung sämtlicher Forderungen und Bargeldhortung. Auch die Gläubiger gesunder Institute fürchten nun aufgrund unvollständiger Informationen und steigender Risikoaversion um ihre Einlagen und ziehen diese ab. Durch diesen Run auf die Banken haben die Probleme eines Insitutes einen Splllover-Effekt auf andere Institute. Die geringe Kas­senhaltung der Institute verschäft dieses Problem zusätzlich (Glebe D., 2008: 57-59).

- „Fire-Sales" und deren Spillovers

Sind keine Kapitalaquisitionen möglich um eine drohende Illiquidität11 abzu­wehren, bleibt nur noch der Verkauf von Aktiva. Diese müssen dann In der Regel zu einem unter dem fairen Wert liegenden Preis verkauft werden. Sind dies fungible Vermögenspositionen wie Wertpapiere, wird deren Marktpreis sin­ken12. Hierdurch wird die Erwartungsblldung am Markt beeinflusst und eine Ver­kaufswelle initiiert, falls sich nicht ausreichend Käufer finden. Als Konsequenz erleiden nun auch unbeteiligte Banken Verluste, die diese Papiere weiterhin halten. Diese SpiIIover-Effekte waren auf dem Höhepunkt der Flnanzkrlse sehr gut zu beobachten (Kashyap et al., 2009: 432, 440-441).

Protektive Maßnahmen verfolgen das Ziel, die Wirkung dieser Akzeleratoren Im Kri­senfall zu verringern, Investoren mehr Sicherheit zu geben und deren Erwartungs­bildung positiv zu beeinflussen. Letzteres kann auch zur Verringerung der Volatlllät13 Im Vorfeld eines Abschwungs führen.

2.2 Inhärente, krisenunabhängige Instabilität

Unser Finanzsystem ist nicht nur destabilisierenden Eingriffen oder externen Schocks ausgesetzt, sondern hat eine gewisse natürliche Instabilität. Im folgenden Ab­schnitt werden exemplarisch drei dieser Faktoren vorgestellt.

- Solvabilität und Interessen der Aktionäre

Nach den geltenden Eigenkapitalvorschriften14 müssen Banken ihre gewichte­ten Risikoaktiva mit 8% haftendem Eigenkapital unterlegen. So sollen Rlslko- posltlonen auf der Aktivseite begrenzt werden, damit Solvabilität und Gläubl gerschutz gewährleistet sind15.

Aktionäre hingegen streben tendenziell nach einer geringen Eigenkapitalaus­stattung, da dann Eigenkapitalrendite und Leverage16 höher sind. Für das Ma­nagement entsteht ein Trade-Off zwischen gesetzlichen Vorschriften zur Solva­bilität und den Interessen der Eigenkapitalgeber (Henn et. al., 2009: 35-38).

- Prozyklität von Basel II

Maßgeblich für die Eigenkapitalunterlegung eines Instituts sind die gewichte­ten Risikoaktiva17. Das Gewicht ergibt sich, wenn Ansatzwahlrechte bestehen, aufgrund einer Risikoschätzung. Diese Eigenschaft von Basel II wird unter Ef­fizienzgesichtspunkten zwar positiv gesehen, dennoch kann eine erhöhte Risi- kosensitivität auch zu einer höheren Volatilität des Eigenkapitals und zu einer geringeren Stabilität des Systems beitragen (Hilse et. al., 2010: 444).

- „Too Big To Fail"

Je größer ein Unternehmen wird, je größer ist seine Bedeutung innerhalb der Volkswirtschaft. Ab einer gewissen Größe spricht man von systemrelevanten Unternehmen. Geraten diese in Notlage, greifen staatliche Institutionen dis­kretionär ein, um deren Fortbestand zu sichern. Solche Eingriffe sind zum einen nicht marktkonform, da sie einseitig diesen Unternehmen zusätzlichen Schutz vor Insolvenz gewähren, zum anderen schaffen sie Anreize, risikorei­chere Geschäfte einzugehen18. Kosten entstehen für diesen zusätzlichen Fall­schirm nicht und verzerren somit den Wettbewerb (Dowd, K., 1999: 1).

2.3 Krisenprävention vs. Krisenbewältigung

Präventionen, dienen im Allgemeinen der Krisenvermeidung, während protektive Maßnahmen19 im Krisenfall einen Dominoeffekt verhindern sollen (Kashyap et al., 2009: S. 444). So werden derzeit zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung des Schutzes gegen systemische Krisen diskutiert. Oftmals wird eine Erhöhung der Ei­genkapitalunterlegung von 8% auf 10% vorgeschlagen (Kashyap et al., 2009: 434). Hieraus resultieren jedoch eine Reihe negativer Konsequenzen:

- Restriktivere Kreditvergabe

Durch erhöhte Eigenkapitalunterlegung werden Banken restriktiver in ihrer Kreditvergabe und vergeben weniger Kredite, insbesondere für Investitionen. Diese sind aber ein zentraler Wachstumsfaktor einer Volkswirtschaft. Werden weniger Investitionen getätigt, sinkt der Output der Volkswirtschaft auf ein geringere Steady-State-Niveau, die Wohlfahrt sinkt20.

- Erhöhte Kapitalkosten

Banken sind stets bestrebt, ihre Kapitalkosten zu minimieren. Obwohl sie im Vergleich zu anderen Branchen mit einer durchschnittlichen Eigenkapitalquote von 7,55%21 per März 2010 verfügen, haben sie bezüglich Ihrer Finanzierung folgende Präferenzordnung (Kashyap et al., 2009: 438 - 439): kurzfristiges Fremdkapital ^ langfristiges Fremdkapital ^ Eigenkapital Diese Aversion gegenüber Eigenkapital ist zum einen mit der steuerlichen Ab­zugsfähigkeit von Fremdkapitalzinsen22 begründet, zum anderen mit der Mög­lichkeit, bei normaler Zinsstrukturkurve durch Fristentransformation einen zu­sätzlichen Strukturbeitrag zu generieren23.

- Moral-Hazard-Anreize

Durch die beschriebene Aversion gegenüber Eigenkapital werden für das Ma­nagement Anreize geschaffen, diese Vorschriften zu umgehen, um den Share­holder-Value weiter zu steigern. Da bei Eigenkapitalemissionen die Liquidität sofort zur Verfügung steht, wird das Management diese mehr oder minder risikobehaftet investieren, um die erhöhten Kapitalkosten zu kompensieren. Damit ist nicht mehr gewährleistet, dass das Kapital im Bedarfsfall noch zur Verfügung steht (Kashyap et al. (2009): S. 4 3 2)24. Es besteht die Möglichkeit der Fehlinvestition durch das Management.

- Destabilisierung im Krisenfall

Im Krisenfall wirken restriktive aufsichtsrechtliche Kriterien destabilisierend, da notleidende Institute möglicherweise zu „Fire-Sales gezwungen" werden, um die aufsichtsrechlichen Bestimmungen weiterhin zu erfüllen; ein „Virtuous Circle" ist möglich. (Kashyap et al., 2009: 434).

Präventive Maßnahmen sollen die Erwartungsbildung der Anleger stabilisieren und Vertrauen in das System schaffen, sind aber oftmals wachstumshemmend, wett­bewerbsverzerrend und somit suboptimal. Contingent Capital kann sich hier als marktkonforme, protektive Maßnahme als nützlich erweisen. Es eröffnet den Ban­ken im Krisenfall die Möglichkeit zur Kapital- und Liquiditätsbeschaffung und kann zur Beeinflussung der Erwartungsbildung im Vorfeld eines Abschwungs beitragen.

3 Contingent Capital: Herkunft, Formen und Merkmale

Der Begriff Contingent Capital lässt sich am ehesten mit „bedingtem Kapital25 " oder „Notfallkapital" übersetzen. Es ist eine originäre Entwicklung der Versicherungs­branche aus dem Bereich „Alternative Risikotransfers" (ART). Mittels einer vertrag­lichen Zusage wird dem Kapitalnehmer nach Eintritt eines definierten Ereignisses Kapital zu einem vereinbarten Preis bereltgestellt. Hierdurch ist der Kapitalnehmer In der Lage, seine Finanzkraft und Liquidität bei Eintritt des Ereignisses zu sichern, insbesondere da dann die Kapltalaqulsltlon am Markt nicht bzw. nur zu ungünsti­gen Konditionen möglich ist26. Ziel Ist somit die Vermeidung Illiquidität bzw. einer Schaffung einer zusätzlichen Flnanzlerungsmögllchkelt27.

Die Funktionsweise erinnert an einen Long-Put, wobei der Emittent die Long-Posltl- on einnimmt und der Investor als Stillhalter (in Geld) auftritt.

3.1 Allgemeine Merkmale

Die konkrete Gestaltung von Contingent Capital kann stark variieren. Dennoch wei­sen alle Formen optionsähnliche Merkmale auf:

1. Der Basiswert

Die Aufnahme oder Emission von Contigent Capital verbrieft dem Kapitalneh­mer28 das Recht, sich Fremdkapital oder Elgenkapltal zu beschaffen. Es muss also definiert werden, ob der Investor bei Eintritt des Ereignisses Gläubiger­oder Anteilsrechte erhält.

2. Die Laufzeit

Unabhängig vom Basiswert Ist der Zeitraum stets begrenzt, In der das Recht ausgeübt werden kann.

3. Ausübungszeitpunkt

Bel Aufnahme muss feststehen, zu welchen Zeitpunkten das Recht ausgeübt werden kann:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Der Auslöser

Neben dem Ausübungszeltpunkt muss bestimmt werden, welches Ereignis ein­treten muss, damit das Recht ausgeübt werden kann29. Dies können eine oder mehrere kombinierte Bedingungen30 sein. Folgende Trigger sind denkbar (Flan­nery M., 2009: 11-13):

a) Buchwertbezogene Auslöser

- Absinken des Solvabilitätskoeffizienten
- Hoher Abschreibungsbedarf / Kreditausfälle
- etc.

b) Marktbezogene Auslöser

- Aktienkurs fällt unter einen bestimmten Preis
- Gesamtmarkt / Branchenindex sinkt auf bestlmmes Niveau ab
- etc.

Ebenso muss konkretisiert werden, ob die Ausübung bei Eintritt des Ereignis­ses durch das Institut, durch die Aufsichtsbehörde oder automatisch erfolgt.

5. Der Ausübungspreis

Ferner muss bei Vertragsschluss feststehen, zu welchem Preis bzw. zu wel­chen Konditionen der Investor seine Verpflichtungen erfüllen muss. Diese kön­nen schon ex-ante festgelegt werden oder sich bei Ausübung an aktuellen Marktpreisen orientieren (Flannery, M., 2009: 13-14).

3.2 Konkrete Erscheinungsformen am Markt

Wie aus Abbildung 3.1 auf der nächsten Seite ersichtlich ist, kann Contingent Ca­pital In bilanzielle und außerbilanzielle Geschäfte eingeteilt werden. Während bi­lanzielle Geschäfte direkt aus der Bilanz ersichtlich sind, bleiben außerbilanzielle Kontrakte meist verborgen31.

[...]


1 ies sind der Geld-, Kapital- und Devisenmarkt.

2 Diese Handelsplätze werden auch Leitbörsen genannt.

3 Vgl. hierzu Anlage 5.

4 Beispielsweise seien hier die Solvabilitäts- (SolvV) und Liquiditätsverordnung (LiqV), das Kreditwe­sengesetz (KWG) und die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) erwähnt.

5 Eine Internalisierung der Kosten soll stattfinden.

6 Quelle; http://de.wikipedia.org/wiki/Teufelskreis.

7 Die Möglichkeit, die fehlende Liquidität in ausreichendem Maße mit revolvierenden Kundeneinlagen aus dem privaten Sektor zu ersetzen, sei hier vernachlässigt.

8 Vgl. hierzu das Solow-Modell von Robert M. Solow.

9 Gleichgülitg ob dies in Form von Eigen- oder Fremdkapital geschieht.

10 Beispielsweise sei hier der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken er­wähnt, der insbesondere Einlagen aus dem privaten Sektor schützt.

11 Zahlungsunfähigkeit und drohende Zahlungsunfähigkeit sind neben Überschuldung ein Insolvenz­grund nach §§16 ff. InsO.

12 Es entsteht Verkaufsdruck auf diese Papiere

13 Unter der Volatilität ist die Momentstandardabweichung eines Wertpapieres zu verstehen.

14 Vgl. §§2 Abs. 2 SolvV und 10 Abs. Id Satz 1 KWG “Eine detailliertere Berechnung der Risikoaktiva bzw.

15 des haftenden Eigenkapital findet sich in Anla­ge 1 und Anlage 2.

16 Hebelwirkung auf die Gewinnsituation mit zunehmenden Verschuldungsgrad, vgl. 2. Theorem von Modigliani-Miller (1958).

17 Vgl. hierzu Anlage 1.

18 Das Management ist sich des zusätzlichen Schutzes durch den Staat durchaus bewusst.

19 Vgl. hierzu beispielsweise das Konzept des „Lender of Last Resort".

20 Vgl. hierzu das Solow-Modell: Mankiw, G. (2000): 101 - 102.

21 Vgl. hierzu Anlage 5.

22 Im Gegensatz hierzu sind Eigenkapitalzinsen, also in erster Linie Dividenden- und Gewinnzahlungen nicht steuerlich abzugsfähig.

23 Vgl. hierzu das Konzept der „Marktzinsmethode".

24 Vgl. hierzu die Analogie zu den Kindern in Kapital 1.3 „Die Keksdose", die das Ersparte zweckent­fremden.

25 nicht zu verwechseln mit der bedingten Kapitalerhöhung i.S.d. AktG, auch wenn gewisse Ähnlich­keiten bestehen.

26 vgl. hier die Analogie zur Absicherung aus Kapitel 1.2 „Die Keksdose".

27 Quelle: Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Contingent Capital, on­line im Internet:

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/122397/contingent-capital-v5.html

28 Das Kreditinstitut ist hier als Kapitalnehmer zu verstehen, da es bei Bedarf Kapital aufnehmen kann.

29 Die Bedingung, dass eine Option bzw. ein Recht nur ausgeübt wird, wenn es mindestens „am Geld" ist, sei vorausgesetzt.

30 Im angelsächischen Raum spricht man von einer One Trigger bzw. Multi Trigger Facility.

31 Eventualforderungen werden nach dem HGB nicht gezeigt, nach IFRS werden sie nur in Ausnahme­fällen im Anhang aufgeführt.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Contingent Capital in der Finanzmarktkrise
Hochschule
Universität des Saarlandes  (Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik)
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
35
Katalognummer
V175762
ISBN (eBook)
9783640968886
ISBN (Buch)
9783640969272
Dateigröße
3931 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
contingent, capital, finanzmarktkrise
Arbeit zitieren
Martin Jungmann (Autor), 2010, Contingent Capital in der Finanzmarktkrise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175762

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