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Quellenanalyse zur Denkschrift Heinrich Himmlers: „Einige Gedanken über die Behandlung der Fremdvölkischen im Osten“

Titel: Quellenanalyse zur Denkschrift Heinrich Himmlers: „Einige Gedanken über die Behandlung der Fremdvölkischen im Osten“

Hausarbeit , 2009 , 11 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christopher Lindner (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Am 01.September 1939 begann mit dem Angriffskrieg Nazideutschlands auf Polen der II. Weltkrieg. Das war der erste Weg Hitlers, um dessen Lebensraumziel Russland, Ukraine und das Baltikum zu erreichen, und Polen bot sich nun als „völkisch – rassisches Exerzierfeld an“. Der Plan Hitlers war es, alle Juden des deutschen Reiches sowie alle Polen, ins Generalgouvernement abzuschieben, um sie für eine eventuelle Vernichtung zu konzentrieren.
Zur Umsetzung dieser Vorstellungen ernannte Adolf Hitler den Reichsführer SS Heinrich Himmler (* 07.Oktober 1900, † 23.Mai 1945) am 07.Oktober 1939 zum Reichskommissar für die Festigung Deutschen Volkstums, der fortan für die Organisation der Transporte von Volksdeutschen, Juden und „Fremdvölkischen“ sowie der Vernichtung der beiden letzten Gruppen verantwortlich war.
Die Quelle mit dem Titel: „Einige Gedanken über die Behandlung der Fremdvölkischen im Osten“, die nun Grundlage dieser Arbeit ist, bezieht sich auf den Umgang mit eben diesen Volksgruppen und wie Heinrich Himmler mit Ihnen umzugehen gedenkt.
Verfasst wurde sie am 15.05.1940 in Berlin und Adressat war Adolf Hitler. Wie schon erwähnt, nimmt diese Quelle Stellung zur Situation im seit Herbst 1939 besetzten Polen und in den Ghettos der größeren Städte, in denen eine Konzentrierung der Juden stattfand. Dort kam es zu immer größeren Hungersnöten und anderen Missständen, die zu Chaos führten . Aus dem Fakt, dass die Quelle Stellung nimmt, kann man ableiten, dass es sich hierbei um eine Denkschrift handelt. Des Weiteren lässt sich sagen, dass diese Denkschrift nicht der historischen Unterrichtung dient, sondern ein Überbleibsel darstellt, und damit als Überrestquelle gilt. Sie ist ein Sachüberrest sowie eine schriftliche Überrestquelle in gedruckter Form.
Als Vorlage für diese Quelle gilt eine Denkschrift vom 25.11.1939 von zwei Abteilungsleitern des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP - Dr. Erhard Wetzel und Dr. Gerhard Hecht – die sich mit „rassenpolitischen“ und „völkischpolitischen“ Aspekten auseinandersetzte.
Ziel der Arbeit ist die Analyse der Quelle, die Einordnung in den historischen Kontext und die Herausstellung der Folgen für die betroffenen Volksgruppen.

...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Denkschrift Heinrich Himmlers „Einige Gedanken über die Behandlung der Fremdvölkischen im Osten“ quellenkritisch zu analysieren, sie in den historischen Kontext des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges einzuordnen und die gravierenden Auswirkungen auf die betroffenen Bevölkerungsgruppen herauszuarbeiten.

  • Analyse der nationalsozialistischen Besatzungspolitik in Polen.
  • Untersuchung der rassistischen Ideologie und der Kategorisierung „fremdvölkischer“ Gruppen.
  • Darstellung der Pläne zur „rassischen Siebung“ und Eindeutschung.
  • Erörterung der Zerstörung von Bildungseliten und Identitäten.
  • Verknüpfung der Denkschrift mit dem Weg zum Holocaust.

Auszug aus dem Buch

2. Analyse

Das Ziel, dass durch die Nationalsozialistische Politik in Polen erreicht werden sollte, war die Vertreibung der ansässigen Völker, sowie die Besiedlung durch Deutsche. Zumindest lag dies in den Vorstellungen Adolf Hitlers, wie er in seiner Reichstagsrede vom 06.Oktober 1939 deutlich machte: „Als wichtigste Aufgabe aber: eine Ordnung der ethnographischen Verhältnisse, das heißt eine Umsiedlung der Nationalitäten, so dass sich am Abschluß der Entwicklung bessere Trennungslinien ergeben, als es heute der Fall ist.“ Ergebnis sollte also eine Teilung sein, die dafür sorgte, dass eine Hälfte Polens für die deutsche Bevölkerung herhalten sollte, während die andere Hälfte als Ort für die anderen Volksgruppen gedient hätte.

Laurence Rees sah Heinrich Himmler nun mit drei schwerwiegenden Fragen konfrontiert:

1.) Nach der Teilung Polens mit der Sowjetunion blieben zwei Millionen Juden auf Gebieten zurück, die von Nazideutschland besetzt wurden. Das war eine weitaus größere Anzahl, als überhaupt bislang im Deutschen Reich lebte. Was sollte mit den Juden nun geschehen?

2.) „Heim ins Reich“ war die Marschroute, die festgelegt wurde für die Umsiedlung sogenannter Volksdeutscher aus dem Baltikum, Bessarabien, Skandinavien und anderen Regionen. Doch wohin sollten sie siedeln? Wohnungen und Häuser waren nur begrenzt verfügbar. Woher sollte man also Unterkünfte nehmen?

3.) Und zu guter letzt auch noch die wichtige Frage, wie man mit den 18 Millionen nicht-jüdischen Polen umgeht. Man musste einen Weg finden sie so zu organisieren, dass sie keine Gefahr darstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Ausgangslage des Zweiten Weltkriegs ein, stellt die Denkschrift Himmlers vor und definiert die methodische Herangehensweise sowie das Ziel der Quellenanalyse.

2. Analyse: Dieses Kapitel untersucht die im Dokument dargelegten nationalsozialistischen Pläne zur Umsiedlung, „rassischen Siebung“ und Unterdrückung der nicht-deutschen Bevölkerung im besetzten Polen.

3. Fazit: Das Fazit fasst den historischen Einfluss der Denkschrift auf die NS-Außen- und Polenpolitik zusammen und verknüpft die ideologischen Grundlagen des Dokuments mit der späteren Eskalation zum Holocaust.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Heinrich Himmler, Denkschrift, Polen, Fremdvölkische, Rassenpolitik, Eindeutschung, Lebensraum, Besatzungspolitik, Umsiedlung, Vernichtung, Holocaust, Ideologie, Generalgouvernement, Volksdeutsche

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer quellenkundlichen Analyse der Denkschrift Heinrich Himmlers von 1940, in der er seine Vorstellungen zur Behandlung der Bevölkerung in den besetzten Ostgebieten darlegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die rassenideologischen Konzepte der Nationalsozialisten, die Umsiedlungspolitik, der Umgang mit „fremdvölkischen“ Gruppen sowie die systematische Unterdrückung polnischer Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die historische Einordnung des Dokuments und die Aufdeckung der menschenverachtenden Planungen, die den Weg für die nationalsozialistischen Verbrechen im Osten ebneten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse, die durch Fachliteratur zur NS-Raumplanung und Ideologie sowie Studien von Historikern wie Laurence Rees und Christopher Browning gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei von Laurence Rees identifizierten Kernprobleme der NS-Politik: den Umgang mit Juden, die Unterbringung von Volksdeutschen und die Kontrolle der nicht-jüdischen polnischen Bevölkerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nationalsozialismus, Rassenpolitik, Eindeutschung, Generalgouvernement und Holocaust charakterisiert.

Welche Rolle spielt der sogenannte „Madagaskar-Plan“ in der Argumentation?

Der Plan wird als Beispiel für die utopischen und letztlich mörderischen Vorstellungen der NS-Führung angeführt, deren Scheitern die Eskalation in Richtung der industriellen Vernichtung (Holocaust) beförderte.

Was meinte Himmler mit der „rassischen Siebung“?

Hiermit ist die Unterteilung der Bevölkerung in „rassisch wertvolle“ (deutschstämmige) Personen, die eingedeutscht werden sollten, und den Rest, der als minderwertiges „Arbeitervolk“ zur bloßen Dienstleistung dienen sollte, gemeint.

Wie bewertet der Autor Himmlers Zitat zur „mildesten und besten Methode“?

Der Autor ordnet diese Aussage als zynische ideologische Rechtfertigung ein, die trotz der Ablehnung der „bolschewistischen“ physischen Ausrottung als explizit menschenverachtendes Modell erkennbar bleibt.

Welche Folgen hatte die Politik für Kinder in den besetzten Gebieten?

Die Politik führte zur systematischen Entführung „rassisch wertvoller“ Kinder zur Eindeutschung in Heime oder deutsche Familien sowie zur Zwangsarbeit für Kinder ab dem zwölften oder vierzehnten Lebensjahr.

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Details

Titel
Quellenanalyse zur Denkschrift Heinrich Himmlers: „Einige Gedanken über die Behandlung der Fremdvölkischen im Osten“
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Veranstaltung
Quellenkundliche Übung: Nationalsozialistische Außenpolitik
Note
1,0
Autor
Christopher Lindner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V175833
ISBN (eBook)
9783640969975
ISBN (Buch)
9783640970315
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Himmler Denkschrift Quellenanalyse Geschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christopher Lindner (Autor:in), 2009, Quellenanalyse zur Denkschrift Heinrich Himmlers: „Einige Gedanken über die Behandlung der Fremdvölkischen im Osten“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175833
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Leseprobe aus  11  Seiten
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