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Einführung in die Geschichtsdidaktik

Grundlagen der Geschichtsdidaktik - Aufzeichnungen zur Vorlesung

Title: Einführung in die Geschichtsdidaktik

Abstract , 2021 , 14 Pages , Grade: 2.1

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics - History
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Stichpunktartige Zusammenfassung der wichtigsten Informationen für die Vorlesung "Einführung in die Geschichtsdidaktik":
Geschichtskultur und -bewusstsein, Themenwahl und Unterrichtsplanung, historischer Erkenntnisprozess, Multiperspektivität, Kompetenz- und Schülerorientierung, Lernaufgaben sowie zentrale fachdidaktische Prinzipien.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Geschichtsdidaktik Vorlesung: Was ist unter Geschichtskultur zu verstehen?

1.1 Dimensionen von Geschichtskultur

1.2 Unterrichtspraktische Umsetzung

1.3 Weitere Hinweise zu GK

1.4 Didaktische Möglichkeiten der Integration von Geschichtskultur in den Unterricht

2. Die Ausbildung von Geschichtsbewusstsein als Ziel des Geschichtsunterrichts

2.1 Warum heißt das Fach Geschichte und nicht Vergangenheit?

2.2 Mehrdeutiger Geschichtsbegriff

2.3 Geschichtsbewusstsein nach Ernst Jeismann

2.4 Geschichtsbewusstsein als Konglomerat aus versch. Komponenten

2.5 Dimensionen von Geschichtsbewusstsein nach Hans Jürgen Pandel

3. Themenbestimmung im Geschichtsunterricht

3.1 Aufgabe von Geschichtslehrer:innen

3.2 Was qualifiziert Themen?

3.3 Vom historischen Inhalt zum Unterrichtsthema

3.4 Bernhardt, Gautschi, Mayer 2010

3.5 Themenbestimmung: Beispiel Geschichte der Weimarer Republik

3.6 Thüringen: Lehrplanänderungen 1999/2012 9./10. Klasse

4. Unterrichtsplanung und historischer Erkenntnisprozess

4.1 Phasen des historischen Erkenntnisprozesses nach Droysen

4.2 Allgemeine Didaktik: Phasierung hist. Lehr- und Lernprozesse

4.3 Kommunikationsorientiertes Planungsmodell für den Geschichtsunterricht nach Pandel

4.3.1 Historische Frage

4.3.2 Ursachen des Scheiterns von (problemorientierten) Unterrichtseinstiegen

4.3.3 Logik des Fragens ist eng verknüpft mit der Logik des Fachs Geschichte

4.3.4 „Fragekompetenz“: Förderung durch hist. Projektlernen

4.3.5 Heuristik

4.3.6 Darstellung: Erarbeitung und Problemlösung

4.3.7 Narrative Erklärung

5. Multiperspektivität – ein Grundprinzip historischen Lernens

5.1 Begründung multiperspektivischen Lernens

5.2 Multiperspektivität – Kontroversität – Pluralität als Leitprinzipien hist. Lernens

5.3 Problematische Aspekte der unterrichtspraktischen Anwendung

5.4 Operationen historischen Denkens

5.5 Wahrheitskriterien historischer Darstellungen (nach Rüsen)

6. Kompetenzorientierter Geschichtsunterricht

6.1 Inputsteuerung -> Outputorientierung

6.2 Gründe für kompetenzorientierten Geschichtsunterricht

6.3 Probleme und Widersprüche vom Kompetenzorientierten Unterricht

6.4 „Gesellschaftswissenschaftliche Kompetenzen“ im Thüringer Lehrplan

6.5 FUER-Modell

6.6 Historische Lernaufgaben

6.7 Checkliste: Hist. Lernaufgaben

6.8 Anforderungsbereiche mit Operatoren

7. Fachdidaktische Prinzipien in Geschichte

7.1 Unterschied Sach- und Werturteil

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das vorliegende Werk bietet eine fundierte Einführung in die Grundlagen, Theorien und unterrichtspraktischen Dimensionen der modernen Geschichtsdidaktik. Im Zentrum steht die Leitfrage, wie Lernende ein reflektiertes und selbstreflexives Geschichtsbewusstsein entwickeln können, um historische Zusammenhänge kritisch zu dekonstruieren und mit gegenwärtigen wie auch zukünftigen Lebensweltbezügen sinnvoll zu verknüpfen.

  • Begriffsbestimmung, Dimensionen und unterrichtliche Integration von Geschichtskultur
  • Theoretische Konzeptionen und Dimensionen des Geschichtsbewusstseins (u. a. nach Jeismann und Pandel)
  • Kriterien der Themenfindung, Lehrplanentwicklung und didaktische Rekonstruktion
  • Phasierung des historischen Erkenntnisprozesses von der Heuristik bis zur narrativen Darstellung
  • Multiperspektivität, Kontroversität und Pluralität als Kernprinzipien historischen Denkens
  • Kompetenzorientierung, Aufgabenkultur sowie Differenzierung von Sach- und Werturteilen

Auszug aus dem Buch

Multiperspektivität – ein Grundprinzip historischen Lernens

Hist. Sachverhalte werden aus den Perspektiven verschiedener beteiligter und betroffener Menschen dargestellt und betrachtet. Diese handelnden und leidenden Menschen haben ihre Situation unterschiedlich wahrgenommen. Unterschiedlichkeit bestand in ihrer Stellung im Herrschaftszusammenhang, in ihrer Zugehörigkeit zum Geschlecht, in ihren Interessen und ihren (religiösen) Überzeugungen.

SuS werden mit diesen unterschiedlichen Perspektiven konfrontiert, um sich mit ihnen in Akten hist. Denkens auseinanderzusetzen. Suche nach angemessen Umgang mit der Vielartigkeit und Interpretationsbedürftigkeit von Geschichte. Man kann nicht eindeutig bestimmen, wie es war. Gibt es überhaupt wahre Aussagen über die Vergangenheit? Nach welchen Kriterien soll man Schülerleistungen bewerten?

Begründung multiperspektivischen Lernens. Kognitionstheorie: Selektivität und Perspektivität als Wesensmerkmal menschlicher Wahrnehmung. Mensch ist die ganze Zeit einem Strom äußerer Reize ausgesetzt, Maß muss erträglich gehalten werden, viele Reize dringen daher gar nicht in unser Bewusstsein. Nur was förderlich für das eigene Wohlbefinden ist, wird individuell wahrgenommen, verarbeitet und erinnert.

Geschichtswissenschaft: Geschichte = Konstrukt, kein Abbild der Vergangenheit, Plausibilität historischer Darstellungen lassen sich nicht mit absoluter Sicherheit bestimmen. Vergangenes Geschehen ist nicht wiederholbar, wodurch es keine Instanz gibt, die mit absoluter Sicherheit die Richtigkeit oder Verfehlheit unserer geschichtlichen Konstruktionen oder Aussagen erweisen könnte. Interpretationen von Geschichte sind stark vom jeweiligen Zeitgeist abhängig, der historische Erkenntnisprozess kann wegen dieser Gegenwartsgebundenheit auch nie an ein Ende kommen.

Kaselleck (Standpunkttheorie): jede geschichtliche Erkenntnis ist standortbedingt und dadurch relativ, mit diesem Wissen lässt sich jede Geschichte kritisch und verstehend anverwandeln, und das führt zu wahren Aussagen über sie. Multiperspektivität sowohl bei nachfolgenden Generationen als auch bei Zeitgenossen. Standortgebundenheit abhängig von sozialer Stellung, weltanschaulicher Prägung, Geschlechtszugehörigkeit und altersspezifischer Generation. Wichtige Kategorien: class, race und gender.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Geschichtsdidaktik Vorlesung: Was ist unter Geschichtskultur zu verstehen?: Das Kapitel definiert Geschichtskultur als den gesellschaftlichen Umgang mit Vergangenheit und erläutert deren kognitive, ästhetische, politische, moralische und religiöse Dimensionen sowie Potenziale und Hürden für die schulische Praxis.

2. Die Ausbildung von Geschichtsbewusstsein als Ziel des Geschichtsunterrichts: Im Mittelpunkt stehen die Begriffsdefinition von Geschichte als Deutungskonstrukt sowie die Strukturmodelle des Geschichtsbewusstseins, insbesondere nach Ernst Jeismann und Hans-Jürgen Pandel.

3. Themenbestimmung im Geschichtsunterricht: Dieser Abschnitt behandelt die professionelle Auswahl und didaktische Transformation von Fachinhalten zu Unterrichtsthemen unter Berücksichtigung von Schülerinteressen, gesellschaftlicher Relevanz und Lehrplanvorgaben.

4. Unterrichtsplanung und historischer Erkenntnisprozess: Aufbauend auf Droysens Phasenmodell und Pandels Planungsansatz wird dargelegt, wie von der historischen Fragestellung über Heuristik und Interpretation zur narrativen Darstellung gelangt wird.

5. Multiperspektivität – ein Grundprinzip historischen Lernens: Das Kapitel begründet kognitionstheoretisch und geschichtswissenschaftlich, warum Perspektivenvielfalt, Kontroversität und Pluralität maßgebliche Leitlinien sind, und reflektiert deren unterrichtspraktische Herausforderungen.

6. Kompetenzorientierter Geschichtsunterricht: Hier werden der Paradigmenwechsel zur Outputorientierung, das FUER-Kompetenzmodell, die Gestaltung anspruchsvoller Lernaufgaben sowie die Einteilung in drei Anforderungsbereiche analysiert.

7. Fachdidaktische Prinzipien in Geschichte: Das abschließende Kapitel fasst zentrale didaktische Leitlinien wie den Beutelsbacher Konsens zusammen und grenzt das objektive Sachurteil präzise vom normativ gebundenen Werturteil ab.

Schlüsselwörter

Geschichtsdidaktik, Geschichtskultur, Geschichtsbewusstsein, Multiperspektivität, Kontroversität, Kompetenzorientierung, FUER-Modell, Heuristik, Sachurteil, Werturteil, Historische Frage, Unterrichtsplanung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Publikation bietet einen systematischen Überblick über die Kernthemen der Geschichtsdidaktik und vermittelt theoretische Modelle sowie praktische Methoden für zeitgemäßen Geschichtsunterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themenfelder sind Geschichtskultur, die Dimensionen des Geschichtsbewusstseins, Kriterien der Themenauswahl, der historische Erkenntnisprozess, Multiperspektivität sowie die kompetenzorientierte Aufgabenplanung.

Was ist das primäre Ziel des dargelegten geschichtsdidaktischen Ansatzes?

Primäres Ziel ist die Förderung eines reflexiven und reflektierten Geschichtsbewusstseins bei Schülerinnen und Schülern, damit diese historische Prozesse dekonstruieren und Gegenwartsbezüge eigenständig herstellen können.

Welche wissenschaftlich-didaktische Methodik wird zugrunde gelegt?

Der Text stützt sich auf etablierte geschichtsdidaktische Theorien (u. a. Droysen, Jeismann, Rüsen, Pandel) und verbindet kognitionswissenschaftliche Erkenntnisse mit fachspezifischen Modellen wie dem FUER-Rahmenkonzept.

Was wird im Hauptteil inhaltlich behandelt?

Im Hauptteil werden unter anderem die Phasen historischer Erkenntnisgewinnung (Frage, Heuristik, Interpretation, Darstellung), die Prinzipien der Multiperspektivität und Kontroversität sowie konkrete Kriterien für Lernaufgaben erarbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Prägende Begriffe sind Geschichtskultur, Geschichtsbewusstsein, Multiperspektivität, historische Fragekompetenz, Heuristik, Sachurteil und Werturteil.

Welche Dimensionen des Geschichtsbewusstseins unterscheidet Hans-Jürgen Pandel?

Pandel unterscheidet sieben Dimensionen: Zeitbewusstsein, Wirklichkeitsbewusstsein, Historizitätsbewusstsein, Identitätsbewusstsein, politisches Bewusstsein, ökonomisch-soziales Bewusstsein und moralisches Bewusstsein, ergänzt um Gender- und Raumbewusstsein.

Was versteht man unter den Triftigkeitskriterien nach Jörn Rüsen?

Rüsen formuliert empirische Triftigkeit (Absicherung durch historische Quellen), normative Triftigkeit (Offenlegung von Wertmaßstäben und Perspektiven) und narrative Triftigkeit (Sinnstiftung und Funktion zur Daseinsbewältigung in der Gegenwart).

Worin liegt der fundamentale Unterschied zwischen einem Sachurteil und einem Werturteil?

Ein Sachurteil erklärt historische Sachverhalte auf Basis überprüfbarer Fakten im damaligen Kontext, während ein Werturteil Handlungen und Prozesse aus heutiger Sicht unter Rückgriff auf normative Werte und ethische Maßstäbe bewertet.

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Details

Title
Einführung in die Geschichtsdidaktik
Subtitle
Grundlagen der Geschichtsdidaktik - Aufzeichnungen zur Vorlesung
College
http://www.uni-jena.de/
Course
Einführung in die Geschichtsdidaktik
Grade
2.1
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
14
Catalog Number
V1759332
ISBN (PDF)
9783389203873
Language
German
Tags
Einführung Geschichte Didaktik Geschichtsdidaktik History Lehramt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Einführung in die Geschichtsdidaktik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1759332
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