Die vorliegende Zusammenfassung stellt eine Zusammenfassung verschiedener Fachliteratur dar, welche sich mit Mapuche Poetik, Literatur und Poesie auseinandersetzt.
Konkret geht es unter anderem um folgende Texte:
- „World Exhaustion“ – Claudia Hammerschmidt;
- „Zukunft“;
- „¿Qué es el Wallmapu? Voces mapuche lo explican“ – Paula Huenchumil;
- „J.“;
- „Historia y situación socioeconómica del pueblo mapuche“ – J. A. Moens;
- „El genocidio indígena y los silencios historiográficos“ – Delrío
sowie um weitere Texte.
Inhaltsverzeichnis
1. World Exhaustion – Claudia Hammerschmidt
1.1 Historische Perspektive
1.2 Gegenwärtige Kämpfe und Konsequenzen
1.3 Wiedergeburt der indigenen Welt
1.4 Potenzial als Gegenmittel
2. Kurze Kontextualisierung der zeitgenössischen Mapuche-Poesie
2.1 Zentrales Thema
2.2 Wallmapu
2.3 Besetzung und Kolonisierung
2.4 Geschichte der Gewalt und Unterdrückung
2.5 Stummes Leid
2.6 Inschrift des Schmerzes
2.7 1980er/90er Jahre Proteste, indigene Selbstbehauptung
2.8 Liliana Ancalao oder die Poetik des Verlusts
2.9 Der „ül“ als Kunst des Ent-Silencing: Anahí Mariluan oder die vielfältigen Facetten der Klangrestitution
2.10 „Ül“ erklärt
2.11 Selbstverständnis als Aktivistin für klangliche Restitution des Mapuche-Erbes
2.12 Dekoloniale Methoden und Praktiken
2.13 Restitution traditioneller Instrumente
2.14 Klangliche Restitution durch Mapuche-Schmuck (Rüxan)
2.15 Klangliche Restitution von gestohlenen Mapuche-Kunstwerken
2.16 Kurze Zusammenfassung
3. ¿Qué es el Wallmapu? Voces mapuche lo explican – Paula Huenchumil J.
3.1 Origen del concepto
4. Historia y situación socioeconómica del pueblo mapuche – Moens, J.A.
4.1 La Guerra de Arauco: tres siglos de resistencia
4.2 Los mapuches en el siglo XX
5. El genocidio indígena y los silencios historiográficos - Delrío
5.1 Debatte um die „campaña del desierto“
5.2 Nationalistische Geschichtsschreibung
5.3 Fehlende und verzerrte Darstellungen
5.4 Stärkung falscher Vorstellungen
5.5 Ausschluss alternativer Erzählungen
5.6 Soziale Erfahrung und Erhalt alternativer Geschichten
5.7 Wahrheitsgetreue Archive und wahrheitsgetreue Memoiren
5.8 Kritische Perspektiven
5.9 Memoria Oral in indigenen Kulturen
5.10 Kritik an Verosimilität und Ausschluss aus nationalem Geschichtsnarrativ
Zielsetzung und Themenbereiche
Das primäre Ziel dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung besteht darin, die historischen, sozioökonomischen und kulturellen Dimensionen der Unterdrückung sowie die dekolonialen Wiederaneignungs- und Widerstandspraktiken des Mapuche-Volkes im post-globalen Zeitalter zu untersuchen. Im Fokus steht die Frage, wie indigene Onto-Epistemologien, zeitgenössische Poesie, mündliche Überlieferungen und klangliche Restitutionen den hegemonialen Diskursen der nationalstaatlichen Historiografie in Chile und Argentinien entgegentreten und verlorene Lebenswelten performativ rekonstruieren.
- Kritische Dekonstruktion westlicher Diskurse über Welterschöpfung und Moderne im Dialog mit indigenen Kosmovisionen.
- Analyse der zeitgenössischen Mapuche-Poesie als ästhetischer Aktivismus und Inschrift kollektiver Traumata.
- Dekoloniale Praktiken der klanglichen und materiellen Restitution am Beispiel traditioneller Gesänge und Silberschmiedekunst.
- Historische Rekonstruktion des Arauco-Krieges, der militärischen Unterwerfung und der Enteignungsprozesse im 19. und 20. Jahrhundert.
- Kritik an nationalistischen Geschichtserzählungen und Genozidleugnung in Bezug auf die Wüstenkampagnen in Argentinien.
- Bedeutung der mündlichen Überlieferung als alternatives Gedächtnisarchiv und Wissenssystem.
Auszug aus dem Buch
Liliana Ancalao oder die Poetik des Verlusts
Mapuche-Dichterin, erfuhr erst in 30ern von ethnischem Erbe, Familie verschwieg Vergangenheit, um Tochter vor sozialer Stigmatisierung zu schützen. Poesie betrauert Abwesenheit und Verlust kultureller Wurzen, versucht „verlorene Welt“ zurückzuerobern. Wählte für Auseinandersetzung „Oralitura“ (Oraliteratur). Was aus Mündlichkeit gelernt werde soll in Literatur verschriftlicht werden.
Lernte Mapuzungun und Mapuche-Kimün (Mapuche Sprache und Weisheit). Selbstübersetzung ihrer Werke ist Teil eines Prozesses zum Wiederaufbau eigener Mapuche-Identität. Selbstübersetzung gleichzeitig individueller Prozess persönlicher Suche nach verlorenen genealogischen Spuren. Werke zeigen tiefen Schmerz aufgrund persönlich mangelnder sprachlicher, kultureller, gemeinschaftlicher Zugehörigkeit und Spuren der kollektiven Mapuche-Trauer über erlittenen Genozid des ganzen Volkes.
Themen: Verlust, Scham Mapuzungun nicht natürlich zu beherrschen, Distanz zum Mapuche-Kimün, Sehnsuch nach Zeit bevor „Welt verloren war“. Essay „El idioma silenciado“ => Mapuzungun: Sprache um Schmerz auszudrücken, „geheimes Flüstern in Konzentrationslagern“, Sprache des Trostes unter Kriegsgefangenen, Sprache des Exilweges, der Entfernung, der Verbannung.
„La memoria de la tierra sagrada“ – unterstreicht entscheidenden, traumatischen Moment der militärischen Invasion, kulturellen Vernichtung, Moment des Davor und Danach. La catástrofe de “cuando se perdió el mundo”. Cuando pisotearon la tierra. Cuando destruyeron el puente de la cordillera con fronteras, cuando los latifundistas clavaron los postes del alambre y parcelaron el territorio. Hace poco más de un siglo. Silenciaron nuestro idioma, desarmaron nuestra organización política, desmembraron nuestros lazos amorosos, desparramaron a nuestros parientes, delimitaron nuestros espacios, trajeron una religión y una educación ajenas a la naturaleza (Ancalao 2018d: 53).
Ziel: Transparenz im Sinne von Entmystifizierung, Dekolonisierung, Wiederherstellung und Resakralisierung. Gedicht „Esperando a Inakayal“ – Bezug auf Rückführung der Überreste des Mapuche-Lonko Inakayal im Jahr 1994 nach Tecka aus Naturwissenschaftlichen Museum in La Plata (S. 9,10). Thema: Versuch Verbrechen gegen Menschlichkeit zu sühnen, Rückführung = Akt der Wiederherstellung, materiell-symbolische Restitution eines Lonko, der in Gefangenschaft gestorben ist.
Zusammenfassung der Kapitel
World Exhaustion – Claudia Hammerschmidt: Das Kapitel hinterfragt den modernen Diskurs über Welterschöpfung, zeigt dessen Widersprüche gegenüber bereits erlebten indigenen Weltenden auf und stellt die Wiederbelebung indigener Onto-Epistemologien als zukunftsfähige Alternative vor.
Kurze Kontextualisierung der zeitgenössischen Mapuche-Poesie: Der Abschnitt widmet sich den literarischen und klanglichen Ausdrucksformen von Künstlerinnen wie Liliana Ancalao und Anahí Mariluan, die den Schmerz des Genozids verarbeiten und das kulturelle Erbe durch Restitution wieder hörbar machen.
¿Qué es el Wallmapu? Voces mapuche lo explican – Paula Huenchumil J.: Dieser Teil erörtert die historische, politische und kosmologische Bedeutung des Konzepts Wallmapu als angestammtes Territorium der Mapuche im Spannungsfeld staatlicher Souveränitätsansprüche.
Historia y situación socioeconómica del pueblo mapuche – Moens, J.A.: Behandelt wird die historische Entwicklung der Mapuche vom Widerstand gegen Spanier und Inkas über die verheerende staatliche Kolonisierung des 19. Jahrhunderts bis hin zur Reduzierung auf Reservate und Verarmung im 20. Jahrhundert.
El genocidio indígena y los silencios historiográficos - Delrío: Das Kapitel kritisiert die Verdrängung und Verfälschung indigener Unterdrückungsgeschichte in der nationalistischen Geschichtsschreibung Argentiniens und betont den Stellenwert der oralen Tradition als Gegenarchiv.
Schlüsselwörter
Mapuche, Wallmapu, Welterschöpfung, Onto-Epistemologie, Genozid, Kolonisierung, Poesie, Restitution, Dekolonisierung, Oralitura, Mapuzungun, Campaña del Desierto, Pazifikation der Araucanía, Memoria Oral, Kimün
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Unterwerfung, die historiografische Marginalisierung sowie die gegenwärtigen dekolonialen Wiederaneignungsstrategien des Mapuche-Volkes in Argentinien und Chile aus kulturwissenschaftlicher und historischer Perspektive.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den zentralen Feldern gehören die philosophische Kritik westlicher Krisendiskurse, die historische Genese der Enteignung und Gewalt im 19. und 20. Jahrhundert, die Rolle der Poesie und Musik als Widerstandsformen sowie die Bedeutung mündlicher Geschichtstraditionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie indigene Wissensordnungen und Kunstformen das Schweigen der offiziellen Geschichtsschreibung überwinden und zur Heilung kollektiver Wunden sowie zur Restitution von Identität und Territorium beitragen.
Welche methodische Herangehensweise liegt der Arbeit zugrunde?
Es wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der diskursanalytische Textkritik, postkoloniale und dekoloniale Theorien, ethnomusikologische Analysen sowie historiografische Quellenkritik miteinander verknüpft.
Was wird im Hauptteil inhaltlich dargestellt?
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur zeitgenössischen Dichtung und Klangkunst, die Rekonstruktion des historischen Arauco-Krieges samt anschließender Reservatspolitik sowie die Demaskierung nationalistischer Mythen rund um die militärischen Wüstenkampagnen.
Welche Schlüsselbegriffe prägen den theoretischen Diskurs der Arbeit?
Zentrale Termini sind Wallmapu, Onto-Epistemologie, Oralitura, Ül, Mapuche-Kimün sowie das Konzept des guten Lebens (küme mongen).
Wie wird der Begriff „Wallmapu“ in der Arbeit definiert und kontextualisiert?
Wallmapu bezeichnet nicht bloß einen physischen Raum, sondern das ganzheitliche angestammte Territorium der Mapuche, das Gulumapu (Chile) und Puelmapu (Argentinien) umfasst und zugleich kosmische sowie geistige Dimensionen einschließt.
Welche Funktion hat die klangliche Restitution bei Anahí Mariluan?
Die klangliche Restitution („Ül“) dient der dekolonialen Wiedergewinnung verloren gegangener Stimmen, Instrumente und Gesänge aus kolonialen Archiven, um sie wieder mit der gelebten Gegenwart und dem ursprünglichen Territorium zu verknüpfen.
Inwiefern wird die offizielle Historiografie zur „campaña del desierto“ kritisiert?
Die nationalistische Geschichtsschreibung wird dafür kritisiert, dass sie die Unterwerfungskampagnen heroisiert, Gewaltakte und Konzentrationslager verschweigt und alternative mündliche Berichte der indigenen Gemeinschaften als unglaubwürdig abwertet.
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- Anonym (Author), 2023, Eine Zusammenfassung zentraler Fachliteratur in Bezug auf Mapuche Literatur und Poesie in Argentinien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1759366