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Unterschiede im Wohlbefinden während der Covid-19 Pandemie

Eine Panelstudie

Title: Unterschiede im Wohlbefinden während der Covid-19 Pandemie

Term Paper , 2025 , 24 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Topic: Social Policy
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit verwendet einen kapitaltheoretischen Ansatz nach Bourdieu, um Veränderungen im Wohlbefinden während der COVID-19-Pandemie zu untersuchen. Die Datengrundlage bietet ein Online-Panel von Munnes, Bünning und Hipp (2022), das in vier Befragungswellen das Alltagsleben der Befragten abbildet.

Wie wirken sich Veränderungen im sozialen, kulturellen, ökonomischen und symbolischen Kapital während der Corona-Pandemie auf das Wohlergehen aus?
Grundlage bildet eine Längsschnittstudie des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Nach einer kurzen Beschreibung des verwendeten Datensatzes, wird der theoretisch-analytische Rahmen der Arbeit präsentiert. Hier soll Pierre Bourdieus Kapital-Theorie verwendet werden. Interessant für die zu untersuchende Thematik sind dabei Veränderungen im sozialen, kulturellen, ökonomischen und symbolischen Kapital und wie sich diese auf das Wohlergehen auswirken. Ausgehend hiervon werden vier Hypothesen aufgestellt. Anschließend wird auf die weitere Methodik eingegangen. Hierfür werden kurz die aufgestellten Hypothesen für die Berechnungen in STATA operationalisiert. Zur Analyse sollen eine schrittweise Random-Effects Regression mit Kontextvariablen gerechnet werden. Nach einer kurzen Betrachtung der Modellgüte, werden die finalen Ergebnisse präsentiert und interpretiert. Die Befunde der Analyse werden abschließend zusammenfassend diskutiert, wobei auch auf die Grenzen der Übertragbarkeit eingegangen wird. Zum Schluss wird ein kurzer Ausblick auf weitere Forschung und die Arbeit der Enquete-Kommission gegeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Datenbeschreibung

3. Analytisch-methodischer Rahmen

3.1 Bourdieus Kapital-Theorie

3.2 Methodik

4. Ergebnisse

4.1 Veränderungen im sozialen, kulturellen, ökonomischen und symbolischen Kapital

4.2 Diskussion und Einordnung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel der Arbeit besteht darin, die Auswirkungen von Veränderungen im sozialen, kulturellen, ökonomischen und symbolischen Kapital auf das individuelle Wohlbefinden der Bevölkerung in Deutschland während der Corona-Pandemie soziologisch zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage: „Wie wirken sich Veränderungen im sozialen, kulturellen, ökonomischen und symbolischen Kapital während der Corona-Pandemie auf das Wohlergehen aus?“

  • Anwendung von Pierre Bourdieus Kapitaltheorie auf ein dynamisches Pandemiegeschehen
  • Empirische Sekundäranalyse anhand der Längsschnittdaten der Studie „Corona-Alltag“ des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB)
  • Operationalisierung und Messung von sozialem, ökonomischem, kulturellem und symbolischem Kapital
  • Schrittweise Regressionsanalyse mittels Random-Effects- und Hybrid-Modellen in STATA
  • Identifikation von Schutz- und Belastungsfaktoren für das Wohlbefinden unter Kontaktbeschränkungen und Lockdowns

Auszug aus dem Buch

3.1 Pierre Bourdieus Kapital-Theorie

Kurz zusammengefasst beschreibt die Kapital-Theorie nach Bourdieu individuelle Faktoren, die zu einer Aufrechterhaltung von sozioökonomischen Klassenunterschieden, also Ungleichheit, beitragen. Die ungleich verteilten Kapital-Arten führen zu ungleichen Lebensumständen, welche sich auch auf das Wohlbefinden der Individuen auswirken (Jurt, 2012, S.23.). Kapital kann dabei materiell, aber auch „inkorporiert“ und institutionalisiert auftreten (Bourdieu, 1983, S. 187-191). „Inkorporiertes“ Kapital ist zentral für Bourdieus Begriff des Habitus, welcher klassenspezifische Verhaltensweisen beschreibt (Bourdieu, 1982, S.175). Auf den Habitus-Begriff soll im Rahmen der Analyse, allein aufgrund des Umfangs, nicht weiter eingegangen werden.

Jedoch bleibt Bourdieus Klassenbegriff begrenzt auf die individuellen Eigenschaften, die die materiellen Lebensbedingungen eines Individuums bestimmen (Wright, 2023, S.12). Der Fokus liegt, statt wie bei Weber oder Marx, nicht auf der Art der Positionen in die Individuen eingeordnet werden, sondern auf dem Prozess, durch den diese Positionen erlangt werden (Wright, 2023, S.16).

Eben aufgrund dieser Prozess-Orientierung, aber auch aufgrund der verfügbaren Daten, bietet sich die Verwendung von Bourdieus Kapital-Theorie für eine Paneldatenanalyse an.

In der Psychologie, aber auch in der Medizin ist die Verbindung zwischen Wohlbefinden und sozialer Ungleichheit ausgiebig erforscht. Durch die ungleichen sozioökonomischen Lebensbedingungen ergeben sich Probleme beim Zugang zu adäquater (gesundheitlicher) Versorgung, während gleichzeitig Unterschiede in der Belastung des Wohlbefindens entstehen (Hoell & Salize, 2019, S.1189-1192). Folglich lassen sich auch soziale Ungleichheiten im Wohlbefinden mittels Bourdieus Kapital-Theorie erklären.

Die Theorie unterscheidet dabei drei Arten von Kapital: soziales, kulturelles und ökonomisches Kapital (Bourdieu, 1983, S.185). Diese drei Kapital-Arten werden durch das symbolische Kapital ergänzt, welches keine eigene Kapital-Art darstellt, sondern die Anerkennung, die durch die anderen drei Arten gewonnen wird, umfasst (Bourdieu, 1985, S.724). Die Unterschiede in Verfügbarkeit der Kapital-Arten bestimmt die strukturellen Klassenunterschiede (Jurt, 2012, S.35).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in den gesellschaftlichen und politischen Kontext der Pandemieaufarbeitung ein, skizziert die Forschungslücke bezüglich soziologischer Panelanalysen zu Covid-19 und formuliert die leitende Forschungsfrage.

2. Datenbeschreibung: Hier wird der Datensatz der WZB-Online-Befragung „Corona-Alltag“ vorgestellt, inklusive der Erhebungswellen, der Stichprobeneigenschaften und der methodischen Herausforderungen eines unbalancierten Panels.

3. Analytisch-methodischer Rahmen: Dieses Kapitel verknüpft Bourdieus Kapitalformen theoretisch mit dem individuellen Wohlbefinden, leitet vier Haupthypothesen ab und beschreibt die statistische Operationalisierung sowie das Regressionsdesign in STATA.

4. Ergebnisse: Der Abschnitt präsentiert die Befunde der schrittweisen Hybrid- und Random-Effects-Regressionen, diskutiert die hochsignifikanten Effekte von sozialem und ökonomischem Kapital und ordnet die fehlende Signifikanz von kulturellem und symbolischem Kapital kritisch ein.

5. Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen empirischen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Tragfähigkeit von Bourdieus Theorie für die quantitative Längsschnittforschung und gibt einen Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf sowie politische Implikationen.

Schlüsselwörter

Corona-Pandemie, Pierre Bourdieu, Kapitaltheorie, Wohlbefinden, Soziales Kapital, Ökonomisches Kapital, Kulturelles Kapital, Symbolisches Kapital, Paneldatenanalyse, Regressionsanalyse, Hybrid-Modell, Soziale Ungleichheit, Systemrelevanz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, in welchem Maße sich pandemiebedingte Veränderungen verschiedener Kapitalformen nach Pierre Bourdieu auf das persönliche Wohlbefinden von Individuen in Deutschland ausgewirkt haben.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Die Hauptthemen umfassen soziologische Ungleichheitsforschung, Bourdieus Konzept der vier Kapitalarten, psychologisches Wohlergehen in Krisenzeiten sowie quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung.

Was ist das primäre Ziel und die Forschungsfrage der Arbeit?

Primäres Ziel ist es herauszufinden, ob und wie Schwankungen im sozialen, ökonomischen, kulturellen und symbolischen Kapital während der ersten 13 Monate der Covid-19-Pandemie das allgemeine Wohlbefinden beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Beantwortung der Fragestellung angewandt?

Es wird eine quantitative Sekundäranalyse auf Basis von vier Erhebungswellen des WZB-Panels „Corona-Alltag“ durchgeführt, bei der Random-Effects-Modelle mit Kontextvariablen (Hybrid-Ansatz) in STATA berechnet werden.

Was wird im Hauptteil konkret untersucht?

Im Hauptteil werden die Effekte von Unterstützung am Arbeitsplatz, privatem Umfeld, Nachbarschaftshilfe, subjektiver Einkommenssituation, Wohnverhältnissen, Bildungsabschlüssen und der Ausübung systemrelevanter Berufe auf die Lebenszufriedenheit modelliert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Studie?

Zentrale Begriffe sind Bourdieus Kapitaltheorie, Wohlbefinden, Paneldatenanalyse, soziales Kapital, ökonomisches Kapital und Pandemiefolgen.

Warum erwiesen sich kulturelles und symbolisches Kapital in den Modellen als nicht signifikant?

Die fehlende Signifikanz resultiert vor allem aus Datenrestriktionen der Sekundäranalyse, da zeitkonstante Indikatoren wie Bildungstitel kurzfristige Dynamiken kaum abbilden und detailliertere Variablen zu kultureller Teilhabe oder symbolischer Anerkennung im Datensatz fehlten oder hohe Fallausfälle aufwiesen.

Welche Rolle spielte das soziale Kapital für das Wohlergehen der Befragten?

Das soziale Kapital erwies sich als stärkster und robustester Schutzfaktor: Sowohl die Unterstützung durch den Arbeitgeber als auch eine funktionierende Aufgabenverteilung im Haushalt und qualitativ gute soziale Kontakte steigerten das Wohlbefinden höchst signifikant.

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Details

Title
Unterschiede im Wohlbefinden während der Covid-19 Pandemie
Subtitle
Eine Panelstudie
College
University of Würzburg  (Fakultät für Humanwissenschaften)
Course
Quantitative Methoden der Empirischen Sozialwissenschaften 2
Grade
2.0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2025
Pages
24
Catalog Number
V1759394
ISBN (PDF)
9783389204023
ISBN (Book)
9783389204030
Language
German
Tags
Covid-19 Pandemie Wohlbefinden Bourdieu Panelstudie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2025, Unterschiede im Wohlbefinden während der Covid-19 Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1759394
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