Dimensionen informationstechnischer Grundbildung in der allgemeinbildenden Schule


Ausarbeitung, 2003

33 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bildungstheoretischer Teil
1.1 Gesellschaft und Technik
1.2 Bildungsziele
1.3 Medienkompetenz

2. Curriculare Verankerung
2.1 Auftreten von informationstechnischer Bildung in der Schule und die Analyse von Modellversuchen
2.2 Einsatz und -möglichkeiten von informationstechnischer Bildung in der Schule
2.3 Empfehlungen und Probleme
2.4 Aktueller Stand in Berlin

3. Computerunterstützter Unterricht - Theorie, Empirie und Praxis
3.1 Potentiale und Begrenzungen beim Einsatz von Computer und Internet im Unterricht
3.2 Effizienz und Effektivität
3.3 Didaktischer Mehrwert und Begründung

4. Perspektiven
4.1 Konsequenzen
4.2 Möglichkeiten des Einsatzes
4.3 Verkopplung von Fach und Computer

5. Literatur

1. Bildungstheoretischer Teil

Zitat: Die amerikanische Soziologin Sherry Turkle hat Mitte der 70er Jahre, angesichts der sich in den USA – und insbesondere in den amerikanischen Universitäten – ausbreitenden Informationstechnik, ganz klar formuliert, wo die Reise hingeht: Homo sapiens sapiens betritt einen neuen Abschnitt der Entwicklung, die Zeit des Homo sapiens informaticus beginnt.

1.1 Gesellschaft und Technik (Mittelstrass)

- Mittelstrass fragt, ob das rationale oder das technische Wissen des Menschen zuerst da war, also ob zuerst homo sapiens (vernünftige Menschen) oder homo fabers (technische Menschen) da waren – beides gehört zur Lebensform der Menschen: sein rationales und sein technisches Wesen, denn das rationale Wesen des Menschen bringt auch sein technisches Wesen zum Ausdruck und umgekehrt
- mit rationalen Wesen ist hier gemeint, dass der Mensch das Wesen ist, das sich Wissen schafft und in seiner Lebensform auf Wissen angewiesen ist, fehlt ihm dieses Wissen wird der Mensch orientierungslos oder von fremden Wissen abhängig
- mit technischen Wesen ist hier gemeint, dass Menschen sich Werkzeuge schaffen und darauf angewiesen sind, z.B. weist er mit einem Streit zwischen Anaxagoras (Der Mensch ist das klügste Wesen, weil er Hände hat) und Aristoteles (es ist die Klugheit des Menschen, der er seine Hände verdankt) auf die technische Klugheit und seine technische Rationalität hin, denn die Hand bspw. Ist ein Werkzeug, welches weitere Werkzeuge schafft – Technik ist also ein Teil des Menschen, mit dem dieser aus der nichtmenschlichen Natur heraustritt
- der moderne Mensch macht sich also seine Welt, die stetig wächst
- Motor der modernen Welt, unserer Welt, ist der wissenschaftliche und der technische

Fortschritt

- allerdings, so stellt Mittelstrass weiterhin fest, seit der Mensch sich der Natur bemächtigt hat und diese auf technischen Wegen verändert, hat er Angst, denn im vormodernen Technikverständnis war die Technik Mittel zum Zweck, das Ziel bestand darin, sich die Natur dienstbar zu machen, somit war mit der Entwicklung der Technik immer die Erreichung eines erwünschten Zieles verbunden
- der Umschwung erfolgte durch die Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, diese war ein wichtiger Schritt von der vormodernen zur modernen Welt, da der Bezug zur Natur oft aufgehoben wurde
- der Übergang erfolgte dennoch fließend und die moderne Welt trug den Namen Leonardo – Welt
- die Diskrepanz bestand darin, dass es früher immer spezifische Bedürfnisse für die Entwicklung einer Technik gab und heute eher die verfügbaren Methoden den Zweck einer neuen Technik bestimmen, die zwar zweckgebunden ist, aber nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“ meist verläuft

1.2 Bildungsziele ( Sesink)

- es ist die Aufgabe der Pädagogik, die nachkommende Generation auf eine Welt vorzu­bereiten, von der es heißt, sie befinde sich am Übergang zu einer Informationsgesellschaft
- Vorbereitung soll im Sinne auf Veränderungen, die zu erwarten oder schon in Gange sind, aber ohne aktive Beteiligung der nachwachsenden Generation nicht die Richtung nehmen, die sie nehmen sollten oder auf Veränderungen vorbereiten, die unvermeidlich sind und die über die einzelnen hinweggehen werden, die sich nicht anpassen
- zunehmend sind es nicht mehr Personen untereinander, die Informationen austauschen, sondern primär technische Systeme, Geräte
- es ist nicht gemeint, Menschen dazu zu befähigen sich Informationen zu beschaffen oder weiterzugeben sondern es ist die Befähigung der Menschen gemeint, mit technischen Informations- und Kommunikationssystemen umzugehen
- in den 60er Jahren wurde ein erster Ansatz zum programmierten Lernen durchgeführt – welches Konzept aus den USA nach Deutschland schwappte
- diese anfänglich eingesetzten Lehrmaschinen, bei denen ein Automat für eine Belohnung Bonbons ausspuckte, wurden heute durch den Computer ersetzt
- der Computer bedeutet Zukunft, auch für die Bildung
- als bildungspolitische Initiative läuft seit 1996 das Programm „Schulen ans Netz“, bei der jede Schule mit Computern und einem Internetanschluss versorgt werden soll und wurde
- im Vergleich zu früher, wo die Heranwachsenden an ihre eigenen Möglichkeiten herangeführt wurden, werden die Heranwachsenden heute nunmehr an die Möglichkeiten der Technik herangeführt

1.2 Bildungsziele (Hamm)

- Tafel, Kreide und Schulbuch sind heute noch zum großen Teil die Medien der traditionellen Wissensvermittlung
- wenn die zukünftigen Bildungsaufgaben `Lernen lernen` und Informationsmanagement sind, müssen sich die Bildungsziele dahingehend ändern
- wichtige Ziel wären nunmehr:

1. Selbstständigkeit und Interaktion wären pädagogische

Leitlinie (um den Lernprozess mehr zu ermöglichen, musste den Schülern mehr Raum zum entdeckenden Lernen gelassen werden, als wenn der Lehrer diesen vorgäbe)

2. das Wissen müsste dem Wandel angepasst werden (damit müsste u.a. gemeint selbstgesteuertes Lernen nicht mehr für Generationen vorgefertigt sein, sondern eine Art Grundkanon schaffen, der es erlaubt den Wandel der Zeit mit einzubeziehen)

3. Informationsnavigation (wenn Wissen eigenständig erworben und lebenslanges Lernen gelernt werden soll, es kommt darauf an Zugang zu den relevanten Informationen zu finden, sie sachgerecht auszuwerten und zusammenzustellen und so Wissen zu generieren, um die gesuchten Antworten zu finden sowie um kluge Fragen und Verständnis für Zusammenhänge zu entwickeln)

4. pädagogische Entscheidung über die Tiefe eines Stoffes (damit Verzicht auf die Breite des Lernstoffes)

5. interkulturelle Verständigung (in einer Welt, die zusammenrückt notwendig)

6. Teamgeist und Leadership (um auf die Berufswelt vorzubereiten, müssen diese Qualifikationen geübt und trainiert werden)

7. Erziehung zur Demokratie und Toleranz
- Kommunikationskompetenz als Bildungsziel und Bildungsmotor verlangt von allen den sicheren Umgang mit den neuen Medien und zusätzlich bedarf es die Erziehung zur Medienkompetenz
- diese muss ebenso gelernt und verstanden werden wie die klassische Schriftkultur
- die Arbeitsabläufe in Schulen, Unis und in der Weiterbildung müssen sich ändern
- Projektunterricht z. B. sprengt den Zeittakt von Unterrichtsstunden
- Eigeninitiative im Lernen gelingt erst in der Kommunikation und im Dialog mit anderen Innovationen benötigen Entwicklungsfreiraum, das betrifft die Organisation der Lehrpläne, das Management der Einrichtungen , die Personalpolitik und die Wahlfreiheit – der Schüler und Studenten bei der Auswahl ihrer Klientel
- die Verantwortung könnte in die Schulen verlagert werden, der Wettbewerb belebt dann den Reformprozess und die Orientierung auf die Lernenden und könnte Qualitätssteigerung bedeuten

1.3 Medienkompetenz (Blömeke)

- Ausbildung an Hochschulen in Medienkompetenz bzw. Medienpädagogik, vor allem für zukünftige Lehrer mangelhaft hinsichtlich des stetigen Voranschreitens in eine Informationsgesellschaft
- es wird also zu wenig im Umgang mit Medien gelehrt, um in diesem Bereich Lehren zu können
- der Einsatz von Medien erfolgt dann also eher individuell im Unterricht, so wie vielleicht die eigene Ausbildung hinsichtlich von Medieneinsatz im Unterricht erfolgte
- deshalb sollte Medienpädagogik systematisch an Hochschulen gelehrt werden
- die Schwierigkeit besteht aber dabei an den verschiedenen Voraussetzungen, die die Studenten mitbringen, um ein gemeinschaftliches Seminar zur Medienkunde anzubieten
- um dem entgegenzuwirken gilt es die Medienkompetenz von Schülern zu betrachten, um den Stand von Anfangsstudierenden in Bezug auf deren Medienkompetenz auszumachen
- nach einer Untersuchung von Eschenbacher hat sich ergeben, dass sich verschiedene Schultypen im Bereich der Medienkompetenz unterscheiden – so wird an Hauptschulen meist weniger mit Medien gearbeitet als in Realschulen und Gymnasien
- (eigene/ meine Meinung dazu – Medienkompetenz ist nicht nur für zukünftige Lehrer wichtig, sondern für alle zukünftigen Berufe, da in einer heranwachsenden Informationsgesellschaft jeder mit Medien vertraut sein muss, um im Berufsleben den Ansprüchen gewachsen sein muss – also muss die Medienkompetenz auch an Hauptschulen forciert werden)
- es ist zwischen dem Einsatz von Medien als Lehrmittel, der Vermittlung von Medienkompetenz, also der Vermittlung von Fähigkeiten zur Anwendung und Auseinandersetzung mit Medien, und schließlich auch der Beschäftigung mit Medieninhalten im Unterricht zu unterscheiden
- Das laufende Programm „Schulen ans Netz“ und andere stehen vor Schwierigkeiten organisatorischer und finanzieller Art, und die Qualifikation von Lehrern bzw. die hinzukommenden Ansprüche an diese könnten diese Initiativen bremsen, so sind Weiterbildungen nötig, um die Kompetenzen der Lehrer zu steigern – wobei diese Situation ein Teufelskreis darzustellen scheint
- um mediales Wissen zu vermitteln, ist es von Bedeutung den individuellen Umgang, die Einstellung gegenüber Medien und geschlechtsspezifische Aspekte (Mädchen) der Schüler zu berücksichtigen
- hauptsächlich (Eschenberger) kommen in der Schule Printmedien zum Einsatz, wie Folien, Arbeitsblätter u.s.w., die geringere Vorbereitungszeiten der Lehrer darstellen, somit verläuft Medienerziehung in der Schule eher noch am Rande
- die Schüler sollten lernen, sich aktiv und mit Medieneinflüssen, Medienprodukten und Medienanreizen auseinander zusetzen
- für die eigene Entwicklung sollen analytische, reflektive und kritische Fähigkeiten vermittelt werden

1.3 Medienkompetenz (Hamm)

- es hing schon damals vom einzelnen Lehrer ab, ob und wie Medien im Unterricht eingesetzt wurden, da die Lehrpläne Medienerziehung zwar erlaubten, aber nicht vorsahen
- in den 90er Jahren hat der Begriff Medien- bzw. Informationskompetenz Konjunktur und avanciert langsam zu einer neuen Zielkoordinate in der Bildung, aber auch in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt
- in diesem 21. Jahrhundert vollzieht sich der Wandel grundlegend, sein Motor sind die Informations- und Kommunikationstechnologien
- im Jahr 2010 verlangen ca. drei Viertel aller Berufe Kompetenz im Umgang mit den Kommunikationsmedien
- das heutige Bildungssystem muss die kommende Generation auf die zukünftige Berufswelt und auf die Informationsgesellschaft vorbereiten und die dringend notwendige Medienkompetenz vermitteln
- Vergleich zu den USA: die Hälfte aller Schüler können an einem PC arbeiten, was daran liegt, dass die Schulen weitaus besser ausgestattet sind als in Deutschland, wo sich statistisch gesehen 50 Schüler einen PC teilen müssen (1996)
- im Jahr 2000 soll jedes Klassenzimmer in den USA mit der Datenautobahn verbunden sein, denn dort ist man sich längst sicher, dass die neuen Kommunikationsmedien die menschliche Zivilisation schneller und stärker verändern werden als Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks, zudem fühlt man den Druck der Konkurrenz auf dem Weltmarkt und weiß, dass man auf dem globalen Informationshighway überfahren wird, wenn man dort nur rumsitzt
- Deutschland hat (1996) die Sorge, dass nur 2% der Schüler in Deutschland einen Computerarbeitsplatz in der Schule haben und kaum mehr als ein Prozent der Schulen ans Internet angeschlossen sind
- verschiedene Initiativen sollen dieses Problem lösen („NRW- Schulen ans Netz- Verständigung weltweit“, „Telekom- Schulen ans Netz“- 35 Millionen der Telekom), da es nicht möglich ist, die gesamten benötigten Mittel aus der Bildungspolitik zu finanzieren
- es geht aber nicht darum, Zukunftstechnologien um der Technologie willen in die Bildung zu holen, denn Bildungsinnovation gelingt nur dort, wo die Technologie genutzt wird, um neue pädagogische Konzepte umzusetzen und Unterricht und Lernen zu verbessern, stets nach dem Grundsatz: Education leads, technology follows
- in einigen Privatschulen in den USA konnten dahingehend ihre Curricula umbauen, den Bildungshorizont für ihre Schüler erweitern und die Leistungen ihrer Schüler verbessern, vor allem erwarben die Schüler die Fähigkeit zum Wissensmanagement, und sie lernten zu lernen
Welche Kompetenzen umfasst diese neue „Schlüsselqualifikation der Informationsgesellschaft“?
- es sind zwei Entwicklungslinien zu unterscheiden; zum einen der TV-orientierte Multimediabereich, der sich am Fernsehgerät ausrichtet, zum anderen der PC- nahe Multimediabereich, der sich an der Datenverarbeitung orientiert
- langfristig geht man von einer Verschmelzung der drei technischen Ebenen Informationstechnik, Telekommunikation und Medientechnik aus

[...]

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Dimensionen informationstechnischer Grundbildung in der allgemeinbildenden Schule
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Pädagogik und Informatik)
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
33
Katalognummer
V17594
ISBN (eBook)
9783638221344
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Zur Vorbereitung auf die erziehungswissenschaftliche Staatsprüfung (Lehramt). Konkret geht es um neue Medien (Computer/ Internet) im Unterricht.
Schlagworte
Dimensionen, Grundbildung, Schule
Arbeit zitieren
Kristin Jankowsky (Autor), 2003, Dimensionen informationstechnischer Grundbildung in der allgemeinbildenden Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17594

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