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Wie beeinflusst Politikverdrossenheit die individuelle Verantwortung für die Reduktion des Klimawandels?

Title: Wie beeinflusst Politikverdrossenheit die individuelle Verantwortung für die Reduktion des Klimawandels?

Term Paper , 2025 , 16 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Environmental Policy
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Die Arbeit verwendet einen Datensatz der European Social Survey (ESS 10) um Einflüsse von Politikverdrossenheit auf das individuelle Klimaverantwortungsgefühl der Befragten zu untersuchen.

Trotz der geringen Beachtung der Thematik in den jüngsten Wahlen in Deutschland oder den USA, hat die Bekämpfung des Klimawandels nicht an Dringlichkeit verloren. Da Wahlen aber, für den Großteil der Bevölkerung, die Hauptform der politischen Mitwirkung darstellen, stellt sich hier also die Frage, inwiefern politische Faktoren das individuelle Klimaverantwortungsgefühl beeinflussen.
Gleichzeitig ist aber ein Schwanken der Wahlbeteiligungen zu beobachten. So betrug die Wahlbeteiligung beispielsweise bei der Bundestagswahl 2025 82.5%, während sie 2017 76.2% und 2009 70.8% erreichte. Deshalb soll im Folgenden die Frage behandelt werden: Inwiefern beeinflusst Politikverdrossenheit das individuelle Klimaverantwortungsgefühl? Für die Politikverdrossenheit ist es interessant sowohl die Individual- als auch die Länderebene zu betrachten. Politische Einflussmöglichkeiten sollen hier auf Individualebene betrachtet werden, um nicht nur reguläre Einflussoptionen wie Wahlen zu betrachten, sondern auch individuelles Handeln in lokalen Gruppen. Auch ist hier der Gedanke kollektiven Handelns nicht zu vernachlässigen, also inwiefern darauf vertraut wird, dass Mitbürger*innen ebenfalls ihr Handeln, beispielsweise den Energieverbrauch, zugunsten des Klimawandels einschränken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analysestrategie

2.1 Datenbeschreibung und Stichprobenzuschnitt

2.2 Operationalisierung

2.3 Methodik

3. Modellgüte

4. Finales Mehrebenenmodell

4.1 Ergebnisse

4.2 Interpretation

5. Fazit

Zielsetzung & thematische Schwerpunkte

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht die Frage, inwiefern Politikverdrossenheit das individuelle Klimaverantwortungsgefühl von Bürgerinnen und Bürgern beeinflusst. Ziel der Untersuchung ist es, mithilfe einer empirischen Mehrebenenanalyse festzustellen, ob und wie politische Einflussmöglichkeiten, das Vertrauen in kollektives Handeln sowie Kontextmerkmale auf Länderebene (wie das Vertrauen in die Regierung und die politische Elite) das persönliche Verantwortungsbewusstsein zur Eindämmung des Klimawandels prägen.

  • Einfluss individueller politischer Teilhabe- und Wirkungserwartungen auf das Klimaverantwortungsgefühl
  • Bedeutung des Vertrauens in das klimafreundliche Handeln von Mitbürgerinnen und Mitbürgern (kollektives Handeln)
  • Kontextuelle Ländereffekte hinsichtlich Regierungszufriedenheit und Vertrauen in die politische Elite
  • Hierarchische Modellierung mittels linearer Mehrebenenanalyse (Random Intercept und Random Slope)
  • Umgang mit Datenbereinigung, Zentrierung und Modellgütekriterien in statistischen Verfahren

Auszug aus dem Buch

2.3 Methodik

Zunächst wurden vier Faktoren betrachtet, um zu überprüfen ob eine Mehrebenenanalyse sinnvoll ist. So findet sich hier erstens eine hierarchische Datenstruktur im ESS10, da die Individuen zwar persönliche Merkmale aufweisen, aber nach Länderzugehörigkeit auch Kontextmerkmale teilen (Robson/Pevalin 2016: S.2-3). Zweitens lässt sich empirisch nachweisen, dass das individuelle Klimaverantwortungs-gefühl nach Ländern variiert (Luke 2020: S.20-22) und drittens, dass statistisch gesehen, die Fälle im ESS10 nicht unabhängig voneinander sind (Luke 2020: S.5-6). Viertens stellt sich hier die theoretische Frage, wie sich die Kontextmerkmale der Länder auf das individuelle Klimaverantwortungsgefühl auswirken, sowie wie individuelles Vertrauen in das Handeln anderer und individuelle politische Einflussmöglichkeiten nach Land variieren (Luke 2020: S.3-4).

Nach der Aufbereitung der Daten wurden zunächst alle Missings generiert und umkodiert, um ein konstantes Analysesample zu kreieren (Kohler/Kreuter 2016: S.105). Anschließend wurden die Variablen zentriert, sodass in der Analyse der Wert 0 sinnvoll interpretiert werden kann (Kohler/Kreuter 2016: S.284). Um zu testen, ob eine Mehrebenenanalyse sich für die Beantwortung der Frage anbietet wurde zunächst ein Random Intercept Only Modell als Nullmodell M0 berechnet. Danach wurden Modelle mit dem Random Intercept und Fixed Slopes schrittweise um die Level 1 Variablen erweitert (Modelle M1 und M2) und schließlich schrittweise durch die Level 2 Variablen ergänzt (Modelle M3 und M4). Dieses schrittweise Vorgehen wurde gewählt, um durch die Betrachtung der Modellgüte, frühzeitig etwaige Probleme im Modell zu identifizieren (Snijders/Bosker 2012: S.105; Luke 2020: S.24). So können zum Beispiel nicht signifikante Variablen rechtzeitig verworfen werden. Zudem kann so betrachtet werden, wie sich die Koeffizienten bei Zunahme weiterer Variablen verändern. Schlussendlich wurde ein Random Intercept und Random Slope Modell M5 berechnet, hier mit der Level 1 Veriable trustoth.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Problemstellung ein, verknüpft die Dringlichkeit des Klimaschutzes mit dem Phänomen sinkender Wahlbeteiligungen sowie Politikverdrossenheit und leitet die zentralen Hypothesen auf Individual- und Länderebene her.

2. Analysestrategie: Hier werden der Datensatz der Welle 10 des European Social Survey (ESS10) vorgestellt, die Operationalisierung der Variablen dargelegt und die methodischen Voraussetzungen sowie Schritte der Mehrebenenanalyse beschrieben.

3. Modellgüte: Dieser Abschnitt analysiert die Passung der schrittweise aufgebauten Modelle (M0 bis M5) anhand statistischer Indikatoren wie ICC, Log-Likelihood, Likelihood-Ratio-Tests sowie den Informationskriterien AIC und BIC.

4. Finales Mehrebenenmodell: Das Kapitel präsentiert die empirischen Regressionskoeffizienten des finalen Modells (M5), interpretiert Fixed und Random Effects und diskutiert die Annahme oder Ablehnung der formulierten Hypothesen.

5. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Befunde zusammen, benennt methodische Limitationen der Variablen- und Modellauswahl und gibt Handlungsempfehlungen für die zukünftige quantitative Forschung.

Schlüsselwörter

Politikverdrossenheit, Klimaverantwortungsgefühl, Klimawandel, Mehrebenenanalyse, European Social Survey, kollektives Handeln, Vertrauen, Regierungszufriedenheit, politische Partizipation, Random Intercept, Random Slope, quantitative Sozialforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen politischer Entfremdung bzw. Verdrossenheit und der individuellen Bereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern, Verantwortung für die Bewältigung des Klimawandels zu übernehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen die politische Soziologie, die sozialwissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung, das Konzept des kollektiven Handelns sowie die quantitative Einstellungsforschung auf Basis internationaler Umfragedaten.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Studie?

Die primäre Fragestellung lautet: Inwiefern beeinflusst Politikverdrossenheit das individuelle Klimaverantwortungsgefühl auf individueller Ebene und im Ländervergleich?

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Beantwortung angewandt?

Es wird eine quantitative Sekundäranalyse unter Verwendung linearer Mixed-Effects-Modelle (Mehrebenenanalyse mit Random Intercept und Random Slope) in der Statistiksoftware Stata durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Im Hauptteil werden nach der Prüfung der Modellgüte die Effekte von individuellen politischen Einflussmöglichkeiten, dem Vertrauen in das Handeln der Mitmenschen sowie von länderspezifischem Vertrauen in Regierungen und Eliten auf das Klimaverantwortungsgefühl detailliert ausgewertet.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die theoretische und empirische Argumentation?

Maßgebliche Begriffe sind das individuelle Klimaverantwortungsgefühl, politische Einflussmöglichkeiten, Vertrauen in kollektives Handeln, hierarchische Datenstrukturen und Mehrebenenregression.

Welche Datengrundlage wurde für die statistische Auswertung verwendet?

Als Datengrundlage dient die Welle 10 des European Social Survey (ESS10) aus dem Erhebungsjahr 2020, aus der nach Bereinigung fehlender Werte eine Stichprobe von 11.595 Personen aus 22 europäischen Ländern analysiert wurde.

Welches Ergebnis zeigt sich bezüglich des Vertrauens in Mitbürgerinnen und Mitbürger?

Das Vertrauen darauf, dass andere Menschen ihren Energieverbrauch zugunsten des Klimaschutzes einschränken, hat einen hochsignifikanten positiven Effekt auf das eigene Klimaverantwortungsgefühl, wobei dieser Effekt zwischen den Ländern variiert.

Konnten signifikante Effekte auf der Länderebene nachgewiesen werden?

Nein, im finalen Mehrebenenmodell erwiesen sich die aggregierten Ländervariablen für die Regierungszufriedenheit und das Vertrauen in die politische Elite als nicht statistisch signifikant, weshalb die entsprechenden Kontext-Hypothesen nicht bestätigt werden konnten.

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Details

Title
Wie beeinflusst Politikverdrossenheit die individuelle Verantwortung für die Reduktion des Klimawandels?
College
University of Würzburg  (Fakultät für Humanwissenschaften)
Course
Quantitative Methoden der Empirischen Sozialforschung 1
Grade
2.0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2025
Pages
16
Catalog Number
V1759411
ISBN (PDF)
9783389204061
ISBN (Book)
9783389204078
Language
German
Tags
Klimawandel Klimaverantwortung Politikverdrossenheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2025, Wie beeinflusst Politikverdrossenheit die individuelle Verantwortung für die Reduktion des Klimawandels?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1759411
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