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Moralische Erziehung - Kompensatorische pädagogische Ansätze zur Gewaltprophylaxe in der Schule

Title: Moralische Erziehung - Kompensatorische pädagogische Ansätze zur Gewaltprophylaxe in der Schule

Thesis (M.A.) , 2011 , 130 Pages , Grade: sehr gut (1,5)

Autor:in: Harald Mohr (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Täglich stehen deutsche Schulen vor der Herausforderung, der Gewalt unter Schülern wirksam entgegentreten zu müssen. Denn die Vielfalt der Formen schulischer Gewalt, wie sie im Umgang der Lernenden untereinander zu beobachten ist, beeinträchtigt nicht nur die Ordnung in der Schule in erheblichem Maße, sondern lässt auch ein intaktes soziales Miteinander in der Schule kaum möglich erscheinen, weil ein Teil der Schüler zu Opfern wird, deren Rechte von den gewalttätigen Schülern missachtet werden. In der Regel reagiert der Lehrkörper auf solche Verhaltensweisen mit entsprechenden Sanktionen, wie sie in den Schulgesetzen der einzelnen Bundesländer vorgesehen sind. Gemeint sind die in den Länderregelungen fixierten Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen, deren Adressaten die gewaltbereiten Schüler sind. Obwohl eine unmittelbare Reaktion in Form von Sanktionen auf Regelverstöße, wie z. B. Gewalthandlungen, unerlässlich ist, um gegenüber den durch Fehlverhalten aufgefallenen Schulkindern zu signalisieren, dass solche Handlungen seitens des Lehrköpers nicht toleriert werden, ist das Problem des in deutschen Schulen auftretenden devianten Verhaltens auf diese Art und Weise jedenfalls längerfristig nicht zu bewältigen. Die gesetzlich festgeschriebenen Sanktionen stellen lediglich eine Gegenwirkung zu der jeweils festgestellten Gewalttat im schulischen Kontext dar. Die Problematik der Gewalt unter Schülern kann perspektivisch nicht mit Hilfe der Sanktionierung gelöst werden. Denn für das Auftreten verschiedener Erscheinungsformen von Gewalt sind jeweils komplexe Ursachenphänomene verantwortlich zu machen, die auch in wesentlichen Teilen mit der sozialen Lage der Menschen in Deutschland in Verbindung gebracht werden müssen. Hier ist die Politik gefordert, für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen in der Gesellschaft zu sorgen. Über die Darstellung der vielschichtigen Ursachenkomplexe schulischer Gewalt soll verdeutlicht werden, dass diese Bildungsinstitution das Problem der Gewalt unter den Heranwachsenden unmittelbar nicht erfolgreich wird bekämpfen können. Die Schule kann weder als gesellschaftspolitischer Reparaturbetrieb fungieren noch versuchen, mit verhaltenstherapeutischen Mitteln dem Gewaltproblem zu begegnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Systematischer Problemaufriss: Ursachen schulischer Gewalt

3. Funktionen der Schule – Bildung und Erziehung in der allgemein bildenden Schule

4. Dimensionen moralischer Erziehung

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen der Magisterarbeit

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten, schulische Gewalt durch eine Rückbesinnung auf den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule zu prävenieren und zu kompensieren, anstatt primär auf sanktionierende Maßnahmen zu setzen. Dabei wird kritisch beleuchtet, ob dies durch eine allgemeine fachliche Bildung gelingen kann.

  • Systematische Ursachenanalyse schulischer Gewalt unter Einbeziehung sozialökologischer Ansätze.
  • Analyse der Funktionen der Schule in der modernen Industriegesellschaft.
  • Diskussion des Stellenwertes moralischer Erziehung im schulischen Fachunterricht.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der kognitiven Entwicklungstheorie nach Lawrence Kohlberg.
  • Untersuchung von Präventions- und Kompensationsmöglichkeiten durch Bildung.

Auszug aus dem Buch

2. Systematischer Problemaufriss: Ursachen schulischer Gewalt

Um die Komplexität der Ursachen schulischer Gewalt systematisch zu erfassen, bietet sich eine Analyse auf mehreren Ebenen an. Eine solche Analyse wird am besten gelingen, wenn dabei die Sozialisationstheorie des sozialökologischen Ansatzes zugrunde gelegt wird. Dieser Ansatz postuliert die Feststellung, dass jeder Mensch sich über die Auseinandersetzung mit der Umwelt die Rahmenbedingungen derselben zu eigen macht. Dabei entsteht eine interdependente Korrespondenz zwischen Mensch und Umwelt, wobei die Individuen Vorstellungen bezüglich ihrer Umwelt erwerben (vgl. ZIMMERMANN, 2006, S. 45).

Vor dem Hintergrund dieser sozialisatorischen Grundannahme erscheint es sinnvoll, die Darstellung der Ursachen schulischer Gewalt nicht ausschließlich am Merkmal der sozialen Schicht festzumachen. Denn der ausschließliche Rückgriff auf das klassische Schichtenmodell würde dem Leser fälschlicherweise den Eindruck vermitteln, dass ein Individuum lediglich durch seine Umwelt sozial determiniert wird, also ein passives Wesen darstellt, das eben nicht das Ziel verfolgt, die Gegebenheiten seiner Umwelt kognitiv zu realisieren. Die damit einhergehende überzogene Fokussierung auf berufsbezogene und ökonomische Aspekte der gesellschaftlichen Struktur kann die Entstehung von Gewalt in der Schule nicht hinreichend erklären (vgl. HOLTAPPELS u. a, 2009, S. 51 f).

Hinter der Fokussierung auf sozioökonomische Bedingungen steckt die Annahme, dass eine Korrelation zwischen der sozialen Herkunft der Kinder und Jugendlichen aus der Unterschicht und dem Auftreten von Gewalt im Kontext der Schule existiert. Diese Annahme muss teilweise in Frage gestellt werden, da die devianten Heranreifenden auch aus Familien der Mittelschicht und Oberschicht stammen (vgl. BÖHNISCH, 2010, S. 15).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderung schulischer Gewalt und kritisiert die rein sanktionierende Reaktion des Lehrkörpers als langfristig unwirksam.

2. Systematischer Problemaufriss: Ursachen schulischer Gewalt: Dieses Kapitel analysiert Ursachen schulischer Gewalt aus einer sozialökologischen Perspektive und relativiert die alleinige Bedeutung sozioökonomischer Faktoren.

3. Funktionen der Schule – Bildung und Erziehung in der allgemein bildenden Schule: Hier wird untersucht, wie die Schule durch ihre originäre Funktion der Bildung und Erziehung gewaltpräventiv und kompensatorisch wirken kann.

4. Dimensionen moralischer Erziehung: Das Kapitel diskutiert die kognitive Entwicklungstheorie moralischer Urteile nach Lawrence Kohlberg und deren Anwendbarkeit im schulischen Unterricht.

5. Ausblick: Der Ausblick fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine Reaktivierung des humanistischen Bildungsbegriffs zur Stärkung autonomer Persönlichkeiten.

Schlüsselwörter

Schulische Gewalt, Gewaltprävention, Moralerziehung, Bildung, Erziehung, Sozialisationstheorie, kognitive Entwicklungstheorie, Lawrence Kohlberg, schulisches Fehlverhalten, Werteerziehung, soziale Integration, Identitätsbildung, Schulpädagogik, Systemtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen schulischer Gewalt und untersucht, wie Schule durch ihren ureigenen Bildungs- und Erziehungsauftrag gewaltpräventiv wirken kann, anstatt sich auf bloße Sanktionen zu beschränken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Sozialisationstheorie, die verschiedenen Funktionen der Schule, die Bedeutung moralischer Erziehung im Unterricht und die Auseinandersetzung mit theoretischen Modellen der Moralentwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, dass Gewalt in der Schule durch eine auf Bildung ausgerichtete Förderung der moralischen Urteilsfähigkeit und Autonomie der Schüler mittelbar zurückgedrängt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Diskussion erziehungswissenschaftlicher und soziologischer Fachliteratur, insbesondere unter Einbeziehung sozialökologischer Ansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Ursachen schulischer Gewalt, die bildungstheoretische Fundierung der Funktionen der Schule sowie eine kritische Diskussion der Kohlbergschen Moralentwicklungstheorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind schulische Gewalt, Moralerziehung, Bildung, Sozialisation und Prävention.

Warum wird die Rolle der Familie bei der Gewaltentstehung hervorgehoben?

Die Familie wird als zentrales Mikrosystem betrachtet, in dem frühkindliche Erfahrungen und Erziehungsstile die Basis für Empathie oder Aggressionsneigung legen, die dann in die Schule getragen werden.

Warum steht das Konzept von Lawrence Kohlberg in der Kritik?

Das Konzept wird kritisiert, da es vorwiegend auf fiktive Dilemmata setzt, die moralische Praxis nur unzureichend erfassen und eine kognitive Überforderung darstellen können, während emotionale Aspekte vernachlässigt werden.

Welche Rolle spielt der Fachunterricht für die moralische Erziehung?

Der Fachunterricht bietet zahlreiche inhaltliche Anknüpfungspunkte, um durch diskursive Auseinandersetzung ethische Reflexion und damit moralische Handlungskompetenz bei Schülern zu fördern.

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Details

Title
Moralische Erziehung - Kompensatorische pädagogische Ansätze zur Gewaltprophylaxe in der Schule
College
University of Hagen
Grade
sehr gut (1,5)
Author
Harald Mohr (Author)
Publication Year
2011
Pages
130
Catalog Number
V175948
ISBN (eBook)
9783640973453
ISBN (Book)
9783640973422
Language
German
Tags
moralische erziehung kompensatorische ansätze gewaltprophylaxe schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Harald Mohr (Author), 2011, Moralische Erziehung - Kompensatorische pädagogische Ansätze zur Gewaltprophylaxe in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175948
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