Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Region: Afrika

Grenzen und Möglichkeiten der VN in der Konfliktverhütung und Konfliktbeilegung im Angesicht von “failing-states” in Afrika am Beispiel Somalia

Titel: Grenzen und Möglichkeiten der VN in der Konfliktverhütung und Konfliktbeilegung im Angesicht von “failing-states” in Afrika am Beispiel Somalia

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 22 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Wolf Langecker (Autor:in)

Politik - Region: Afrika
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

.... Ist ein friedlicher afrikanischer Kontinent den Mitgliedern der VN nicht wichtig genug um einzugreifen? Oder ist das System der VN im Rahmen des peace-buildings nicht in der Lage rechtzeitig und effektiv einzugreifen? Nach der Entlassung der afrikanischen “Staaten” in die Unabhängigkeit ist Afrika auch oft zum Spielball und Spielplatz der am sog. “kalten Krieg” beteiligten Großmächte USA und UDSSR geworden (s. Zaire u.A.). Aufgrund der heraus- ragenden Stellung der beiden Großmächte, vor allem im VN-Sicherheitsrat (Veto- Mächte) und ihrer machtpolitischen Differenzen waren die VN größtenteils nicht in der Lage, ja es war ihnen teils nahezu unmöglich (oder egal?)5, ein einheitliches, Afrika befriedendes Vorgehen planen oder gar durchsetzen zu können. Die Folge fehlender staatlicher Strukturen bzw. von Staatszerfall und der oft damit einher-/ vorhergehenden Miss- und Vetternwirtschaft ist oft Armut, was wiederum, nach dem ehem. US-Präsidenten Truman “den Nährboden von Terror und Gewalt bildet”. In Anbetracht der weltweiten Zunahme terroristischer Aktivitäten und Gefahren muss Afrika und v.a. den sog. failing-states mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. ......
Die Analyse der Möglichkeiten, die am Beispiel des Somalischen Bürgerkriegs vollzogen wird, stellt zwei Fragen in den Mittelpunkt, nämlich ob und wie die VN überhaupt in der Lage bzw. ob die Mitgliedsstaaten der VN, vor allem in Gestalt der Sicherheitsrats-Mitglieder, auch willens sind, dauerhaften Frieden in Afrika zu schaffen und zu bewahren. Dabei wird davon ausgegangen, dass die VN kein eigentlicher Akteur sind, sondern nur die Struktur für das Handeln der Mitglieds- staaten vorgibt, welche von eben diesen auch beeinflusst und verändert werden kann.....

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie alles begann 1960-1988

2.1.1. Die Saat des Staatszerfalls

2.1.2. Die somalische Aggression gegen Äthiopien

2.1.3. Wer Wind sät...

2.2. Realistische Betrachtungen des Verhaltens der VN

3. Veränderungen in den VN nach 1987

3.1.1. Änderung internationaler Spielregeln - Kooperation statt Koordination?

3.1.2. Verhaltensänderungen der SR-Mitglieder?

3.2. Political Outcome der Veränderungen

4. Impact auf die Aktionen der VN in Somalia

4.1.1 Zwischen Halbherzigkeit und systembedingter Unfähigkeit. UNISOM I und UNISOM II

5. Fazit - "Was vom Tage übrig blieb" - Welche Reformen sind noch nötig?

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Handlungsspielräume und Grenzen der Vereinten Nationen (VN) bei der Konfliktverhütung und -beilegung in fragilen Staaten, unter besonderer Berücksichtigung des Bürgerkriegs in Somalia und der Rolle der Sicherheitsratsmitglieder.

  • Historische Ursachen des Staatszerfalls in Somalia.
  • Einfluss der machtpolitischen Blockbildung des Kalten Krieges auf VN-Missionen.
  • Analyse der UNISOM I und UNISOM II Interventionen.
  • Bewertung notwendiger institutioneller Reformen innerhalb der Vereinten Nationen.
  • Wechselwirkung zwischen nationalen Clan-Strukturen und internationalem Krisenmanagement.

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Die Saat des Staatszerfalls

Der im Folgenden verwendete Begriff des Staatszerfalls folgt in großen Teilen der Definition von William Zartman:

"State collaps involves the breakdown not only of the government superstructure, but also that of the societal infrastructure"12

Die Rahmenbedingungen für das Gelingen des Experiments des sog. Nationbuildings oder sogar State-Forming in Somalia waren denkbar schlecht. Ein Land, das aus teils nur lose miteinander verbundenen Clans innerhalb relativ loser territorialer Grenzen besteht, das niemals ein Staat gewesen ist, die Bürde aufzuladen, in kürzester Zeit ein Staat zu werden, kann kaum zum Gelingen eines solchen Experiments führen. Der Prozess der Bildung möglichst stabiler Staaten war auch in Europa bzw. in der ganzen restlichen Welt ein langwieriger und steiniger Weg, der sich nicht selten über mehrere Jahrhunderte erstreckte. Diesen Prozess unter ungleichen Rahmen-Bedingungen in ein paar Jahren durchführen zu müssen, konnte kaum zum Erfolg führen. So dauerte es auch keine zehn Jahre, bis der demokratische Staat Somalia sein baldiges Ende fand. 1969 kam es zum Staatsstreich durch S.Barre, gestützt von größeren Teilen der Bevölkerung, vor allem durch die sog. MOD-Koalition. Unter Barre begann auch die langsame Erosion des Staates. Vetternwirtschaft innerhalb der Clans führte von Anfang an zu ineffizienten Verwaltungen, jeder Clan war nur auf seinen Vorteil bedacht. Eine funktionierende Verwaltung jedoch ist eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Staat, sind es doch die Verwaltungen, die die Gesetze und Verordnungen der Regierung (jedenfalls nach westlichen Vorstellungen) umsetzen. Auch die Wohlfahrt, eine der drei Kern-funktionen eines Staates nach Schneckner richtete sich nur an Angehörige der regierenden Clans. Das Gewaltmonopol lag ebenfalls nicht beim Gesamtstaat direkt, sondern bei den mächtigen Clans. Gerade das Gewaltmonopol des Staates ist aber zwingende Vorraussetzung zum Fortbestehen und für die Stabilität des Staates, und zwar nicht nur nach "westlichen" Vorstellungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die koloniale Vergangenheit Afrikas und die Schwierigkeiten der VN, in der Ära des Kalten Krieges effektiv in regionale Konflikte und Staatszerfallsprozesse einzugreifen.

2. Wie alles begann 1960-1988: Dieses Kapitel analysiert die Genese des somalischen Staates, die Rolle des Clansystems und die Auswirkungen der sowjetisch-somalischen Allianz sowie den anschließenden Krieg gegen Äthiopien.

2.1.1. Die Saat des Staatszerfalls: Untersuchung der theoretischen Grundlagen des Staatszerfalls und der spezifischen sozialen sowie administrativen Bedingungen, die zum Scheitern der somalischen Staatsbildung führten.

2.1.2. Die somalische Aggression gegen Äthiopien: Darstellung der militärischen Aufrüstung durch die UdSSR und die fatalen Folgen des somalischen Angriffs auf den Ogaden für die interne Stabilität des Landes.

2.1.3. Wer Wind sät...: Analyse der gesellschaftlichen Destabilisierung nach der militärischen Niederlage, gekennzeichnet durch Flüchtlingskrisen, Clan-Gewalt und den zunehmenden Zerfall staatlicher Strukturen.

2.2. Realistische Betrachtungen des Verhaltens der VN: Untersuchung der durch den Ost-West-Konflikt gelähmten Rolle des UN-Sicherheitsrates und der begrenzten Reichweite früherer Friedensmissionen.

3. Veränderungen in den VN nach 1987: Dieses Kapitel thematisiert den Wandel der internationalen Rahmenbedingungen nach dem Ende des Kalten Krieges und die damit verbundenen Hoffnungen auf eine aktivere VN-Politik.

3.1.1. Änderung internationaler Spielregeln - Kooperation statt Koordination?: Hinterfragung, ob die neue Weltordnung tatsächlich zu einer effizienteren und einheitlicheren Handlungsweise der VN-Mitglieder geführt hat.

3.1.2. Verhaltensänderungen der SR-Mitglieder?: Bewertung der Bereitschaft der Veto-Mächte, ihre politische Blockadehaltung aufzugeben und mehr Verantwortung für globale Friedenssicherung zu übernehmen.

3.2. Political Outcome der Veränderungen: Zusammenfassung der Auswirkungen veränderter Einstellungen im Sicherheitsrat, insbesondere der Zunahme von Friedenseinsätzen in innerstaatlichen Konflikten.

4. Impact auf die Aktionen der VN in Somalia: Evaluierung der spezifischen VN-Interventionen in Somalia unter Resolution 794 und den Schwierigkeiten bei der Umsetzung eines robusten Mandats.

4.1.1 Zwischen Halbherzigkeit und systembedingter Unfähigkeit. UNISOM I und UNISOM II: Kritische Analyse der UNISOM-Missionen, die aufgrund mangelnder Neutralität und fehlender Einbindung lokaler Akteure scheiterten.

5. Fazit - "Was vom Tage übrig blieb" - Welche Reformen sind noch nötig?: Abschließende Betrachtung der Lehren aus dem somalischen Desaster und Plädoyer für notwendige Reformen der VN-Strukturen.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.

Schlüsselwörter

Vereinte Nationen, VN, Somalia, Staatszerfall, Failing States, Bürgerkrieg, UNISOM, Sicherheitsrat, Peace-Keeping, Nationbuilding, Clan-Gesellschaft, Kalter Krieg, Krisenmanagement, Intervention, Machtpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Grenzen der Vereinten Nationen bei der Bewältigung von Konflikten in sogenannten "failing states", illustriert am Beispiel des somalischen Bürgerkriegs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören der Zerfall staatlicher Strukturen, die Rolle von Clans, die blockierte Handlungsfähigkeit der VN im Kalten Krieg und die Herausforderungen moderner Friedensmissionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie und unter welchen Bedingungen die VN sowie deren Sicherheitsratsmitglieder in der Lage sind, dauerhaften Frieden in Afrika zu schaffen und zu bewahren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse, die historische Ereignisse, internationale Machtverhältnisse und theoretische Konzepte der internationalen Beziehungen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem historischen Werdegang Somalias, dem Wandel der VN nach 1987, dem konkreten Verlauf der UNISOM-Missionen und einer Bewertung notwendiger institutioneller VN-Reformen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Staatszerfall, UNISOM, Sicherheitsratsmitglieder, Clan-Strukturen, internationale Spielregeln und Friedensmissionen.

Warum scheiterten die UN-Missionen UNISOM I und II in Somalia?

Das Scheitern wird auf eine Mischung aus Halbherzigkeit, mangelnder Neutralität, dem fehlenden Verständnis für lokale Clan-Strukturen und der systembedingten Unfähigkeit der VN zurückgeführt.

Welche Rolle spielten die Clans bei der Instabilität Somalias?

Die Clans fungierten als Machtzentren, die staatliche Funktionen untergruben, in Vetternwirtschaft verstrickt waren und eine nationale Identitätsstiftung sowie eine funktionierende demokratische Verwaltung verhinderten.

Warum konnte der VN-Sicherheitsrat während des Kalten Krieges kaum eingreifen?

Die Interessen der Supermächte USA und UdSSR führten zu einer Blockadepolitik, bei der jeder Versuch der Friedenssicherung am Veto der jeweils anderen Seite scheiterte, wenn geopolitische Interessen betroffen waren.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der VN-Reformen?

Der Autor argumentiert, dass eine umfassende Reform des Sicherheitsrates und eine Neuausrichtung der Friedensmissionen zwingend notwendig sind, um nicht nur als "zahnloser Tiger" zu agieren, sondern effektiv auf Krisen reagieren zu können.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Grenzen und Möglichkeiten der VN in der Konfliktverhütung und Konfliktbeilegung im Angesicht von “failing-states” in Afrika am Beispiel Somalia
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Note
3,0
Autor
Wolf Langecker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
22
Katalognummer
V175956
ISBN (eBook)
9783640971299
ISBN (Buch)
9783640972517
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grenzen möglichkeiten konfliktverhütung konfliktbeilegung angesicht afrika beispiel somalia
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Wolf Langecker (Autor:in), 2007, Grenzen und Möglichkeiten der VN in der Konfliktverhütung und Konfliktbeilegung im Angesicht von “failing-states” in Afrika am Beispiel Somalia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175956
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  22  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum