...Eine Negierung kultureller Unterschiede oder der undifferenzierte Umgang mit verschiedenen Orientierungssystemen resultiert häufig in Vorurteilen und/oder in der Nicht-Akzeptanz ausländischer Jugendlicher. Daher sollen die Schüler und Schülerinnen (SuS) auf die unterschiedlichen Lebenswelten aufmerksam gemacht und ein differenzierter Umgang mit eben diesen eingeübt werden. Die Ziele interkultureller Bildung sowie internationaler Schülerbegegnungen sind Gegenstand dieser Seminararbeit. Zusätzlich wird das Lernen im Tandem als Methode interkultureller Bildungsarbeit während internationaler Schülerbegegnungen vorgestellt.
Zunächst wird der Begriff des interkulturellen Lernens definiert (Kap. 2). Sowohl die Ziele, als auch der Wert internationaler Begegnungen sollen aufgezeigt werden. Kapitel drei stellt die Bedeutung internationaler Schüleraustausche für die interkulturelle Kompetenz dar. Zum einen wird auf die Erklärung der Kultusministerkonferenz von 1996 und zum anderen auf die Möglichkeiten und Grenzen interkultureller Schülerbegegnungen eingegangen. Schließlich erfolgt eine Darstellung des Lernens im Tandem. Die beiden unterschiedlichen Formen des Tandemlernens und deren Integrationsmöglichkeiten in den schulischen Fremdsprachenunterricht werden erläutert. Abschließend erfolgen eine kurze Zusammenfassung des Themas und eine eigene Stellungsnahme.
...
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. INTERKULTURELLES LERNENS
2.1. DIE ZWEI DIMENSIONEN INTERKULTURELLEN LERNENS
2.2. ZIELE INTERKULTURELLEN LERNENS
2.3. INTERKULTURELLES LERNEN DURCH BEGEGNUNG
3. INTERNATIONALE SCHÜLERAUSTAUSCHE
3.1. DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ
3.2. INTERKULTURELLES LERNEN IN INTERNATIONALEN SCHÜLERBEGEGNUNGEN
3.3. MÖGLICHKEITEN DER SCHULE IM INTERKULTURELLEN AUSTAUSCH
3.4. GRENZEN DER SCHULE IM INTERKULTURELLEN AUSTAUSCH
4. DAS LERNEN IM TANDEM
4.1. DEFINITION: LERNEN IM TANDEM
4.2. E-MAIL TANDEM
4.3. TANDEM-LERNEN IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT
4.4. INTERKULTURELLE KOMPETENZ DURCH DAS TANDEM-LERNEN IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT
4.5. KONKRETE BEISPIELAUFGABEN FÜR DAS TANDEM-LERNEN IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht Möglichkeiten, die interkulturelle Kompetenz von Schülern durch gezielte Bildungsarbeit im Rahmen internationaler Begegnungen zu fördern. Dabei wird insbesondere das Lernen im Tandem als Methode analysiert, um über reinen Spracherwerb hinaus ein tieferes interkulturelles Verständnis und den Abbau von Vorurteilen zu erreichen.
- Grundlagen und Dimensionen des interkulturellen Lernens
- Die Rolle internationaler Schüleraustausche und deren didaktische Gestaltung
- Das Tandem-Prinzip: Autonomie und Gegenseitigkeit im Sprachenlernen
- Formen des Tandem-Austauschs (Präsenz- und E-Mail-Tandem)
- Methodische Umsetzung und Praxisbeispiele für den Fremdsprachenunterricht
Auszug aus dem Buch
4.1. Definition: Lernen im Tandem
Bei der Tandem-Methode kommen zwei Personen mit unterschiedlichen Muttersprachen in den Dialog und tauschen sich über ihren kulturellen Hintergrund aus. Ziel ist es, die Kommunikationskompetenz in der jeweiligen Fremdsprache und Muttersprache des Partners zu verbessern. Zudem profitieren beide Partner von den persönlichen Kenntnissen und Fähigkeiten des Anderen. Beim Sprachenlernen im Tandem handelt es sich um eine Lernpartnerschaft, die sowohl auf Gegenseitigkeit beruht, als auch Autonomie erfordert (Brammerts, S. 12).
Es gibt zwei unterschiedliche Formen des Tandem-Lernens (Baguette, S. 28):
Dies ist zum einen das Präsenztandem (Face-to-Face), bei dem sich beide Partner an einem Ort treffen und ins Gespräch kommen. Der Austausch beider Partner erfolgt zeitgleich (synchrone Kommunikation).
Die zweite Form ist das eTandem, bei dem der Austausch über E-Mails verläuft – die Kommunikation ist asynchron (zwischen Mitteilung und Antwort liegt ein größerer Zeitraum).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die theoretische Verankerung interkultureller Bildung im deutschen Schulwesen und stellt das Ziel vor, das Tandem-Lernen als effektive Methode für den Schüleraustausch zu erörtern.
2. INTERKULTURELLES LERNENS: Dieses Kapitel definiert den Begriff des interkulturellen Lernens, beleuchtet dessen Dimensionen sowie Ziele und betont die Notwendigkeit von Begegnungen für den praktischen Erwerb interkultureller Kompetenz.
3. INTERNATIONALE SCHÜLERAUSTAUSCHE: Hier werden die Rolle der Kultusministerkonferenz, die Möglichkeiten und die Grenzen von Schulaustauschprogrammen im Hinblick auf ihre Wirksamkeit für die interkulturelle Bildung diskutiert.
4. DAS LERNEN IM TANDEM: Dieses Hauptkapitel erläutert das Konzept des Tandem-Lernens, differenziert zwischen Präsenz- und E-Mail-Tandem und zeigt konkrete Implementierungsmöglichkeiten sowie Vorteile für den Fremdsprachenunterricht auf.
5. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass Tandem-Methoden eine flexible und wertvolle Ergänzung zum Schüleraustausch darstellen, um authentische interkulturelle Erfahrungen nachhaltig zu fördern.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Lernen, Schüleraustausch, Tandem-Methode, Fremdsprachenunterricht, Interkulturelle Kompetenz, Autonomieprinzip, Gegenseitigkeitsprinzip, eTandem, Face-to-Face-Tandem, Sprachlernpartnerschaft, Bildungsarbeit, Perspektivenwechsel, Kommunikation, Schülerbegegnung, Stereotypisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung interkultureller Kompetenz bei Schülern im Rahmen von internationalen Begegnungen und Schulaustauschprogrammen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen des interkulturellen Lernens, die Herausforderungen bei Schüleraustauschen sowie die konkrete Anwendung der Tandem-Methode.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch das Tandem-Lernen der Wert von Schüleraustauschen über touristische Aspekte hinaus gesteigert und interkulturelle Bildung nachhaltig gefördert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender pädagogischer Konzepte zum interkulturellen Lernen und zum Sprachenlernen im Tandem.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert interkulturelle Lernprozesse, die Rahmenbedingungen für Schüleraustausche und die spezifische Ausgestaltung des Tandem-Lernens (Präsenz und E-Mail).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Interkulturelles Lernen, Tandem-Methode, Schüleraustausch und Interkulturelle Kompetenz.
Was unterscheidet das Präsenztandem vom eTandem?
Das Präsenztandem findet zeitgleich durch persönliche Treffen statt (synchrone Kommunikation), während das eTandem über E-Mails oder digitale Medien asynchron abläuft.
Warum ist laut der Arbeit eine Vorbereitung durch den Lehrer notwendig?
Da Schüler bei unvorbereiteten Begegnungen oft überfordert sind, ist eine intensive didaktische Begleitung notwendig, um Lernziele zu konkretisieren und einen reflexiven Umgang mit fremden Kulturen zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt das Autonomieprinzip beim Tandem-Lernen?
Das Autonomieprinzip bedeutet, dass jeder Partner selbst für seinen eigenen Lernprozess verantwortlich ist, entscheidet, was er lernen möchte, und Hilfe bei seinem Tandem-Partner einfordert.
- Quote paper
- Britta Wirth (Author), 2008, Interkulturelles Lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175963