Der freie Wille – Existiert er wirklich?

Am Beispiel eines Straftäters in "Der freie Wille"


Seminararbeit, 2009

10 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Existiert der freie Wille?
1.1 Determinismus
1.2 Kompatibilismus

2 Inhalt Der freie Wille

3 Charaktere
3.1 Theo Stoer
3.2 Netti Engelbrecht

4 Der freie Wille bei Straftätern

Literaturverzeichnis

1 Existiert der freie Wille?

Auf der Suche nach einer Antwort, muss man sich erst einmal die wichtigsten philosophischen Ansätze ansehen. Es gibt sehr viele verschiedene Ansichten zur Frage der Willensfreiheit, was es unmöglich macht zu entscheiden, welche richtig und welche falsch sind. Nachfolgend werden der Determinismus und der Kompatibilismus beschrieben.

Um die Willensfreiheit der Hauptfigur des Films Der freie Wille[1], Theo Stoer, zu diskutieren, wird diese Figur nach einer kurzen Inhaltszusammenfassung, charakterisiert. Danach wird erörtert inwieweit Theo bei den Vergewaltigungen mit freiem Willen handelt und ob ihm die Schuld überhaupt zugerechnet werden kann. Oder er vielleicht nur Opfer seines eigenen determinierten Schicksals ist.

1.1 Determinismus

Der Determinismus geht davon aus, dass alle Ereignisse nach vorher festgelegten Gesetzen ablaufen und somit kein echter Zufall besteht.[2] Demnach ist auch „der gesamte Weltlauf ein für allemal fixiert.“[3] „Ein beliebiger Anfangszustand und die Naturgesetze legen alle weiteren Weltzustände fest“[4], so dass der Ablauf aller Ereignisse im Prinzip vorhersehbar ist und es nur eine mögliche Zukunft gibt.[5] Wenn man der Ansicht des Determinismus Glauben schenken will, dann existiert auch keine Willensfreiheit bei Menschen (persönlicher Determinismus). Menschen handeln ohne sich entscheiden zu können und wählen zwangsläufig so, wie es durch frühere Ereignisse außerhalb ihres Einflussbereiches vorherbestimmt ist.[6]

1.2 Kompatibilismus

Der Kompatibilismus vertritt die Ansicht, dass ein freier Wille mit dem Determinismus vereinbar ist.[7] Ein Mensch handelt frei, wenn er eine Handlung ausführen will, jedoch auch anders entscheiden könnte, wenn er wollte. Dabei ist es gleichgültig, ob die Entscheidung längst festgelegt ist, da der freie Wille die determinierte Zukunft nicht kennt und somit gar nicht weiß wofür er sich entscheidet.[8]

2 Inhalt Der freie Wille

Theo Stoer (Jürgen Vogel) der wegen dreifacher Vergewaltigung verurteilt wurde, wird nach neun Jahren Maßregelvollzug in eine betreute Wohngemeinschaft entlassen. Er versucht ein neues Leben zu beginnen und seine Triebhaftigkeit in den Griff zu bekommen. Auf Grund seiner Angst vor Frauen und großer Einsamkeit gelingt ihm ein Leben in der Normalität kaum. Doch dann lernt er die 27-Jährige Netti Engelbrecht (Sabine Timoteo) kennen, die es endlich geschafft hat sich von ihrem Vater und dem damit verbundenen psychischen Missbrauch zu lösen. Nettie beginnt in Belgien ein Praktikum. Theo folgt ihr und die beiden verlieben sich ineinander. Nach anfänglichen Annährungsschwierigkeiten führen sie, zurück in Deutschland, eine relativ normale Beziehung. Theo erkennt jedoch, dass er seine Triebe nicht unter Kontrolle halten kann und vergewaltigt abermals eine Frau. Um reinen Tisch zu machen, erzählt er Nettie von den Vergewaltigungen und seiner Haft und trennt sich von ihr. Am Ende des Films begeht Theo Selbstmord und stirbt in den Armen von Nettie.

3 Charaktere

3.1 Theo Stoer

Theo hat große Probleme sich in der normalen Alltagswelt zu Recht zu finden. In der Szene des Vorstellungsgesprächs[9] in der Druckerei, sieht man wie zurückhaltend und unsicher er ist. Die meiste Zeit redet sein Freund Sascha, der ihn begleitet, für Theo. Auf die Frage seines neuen Chefs, ob er nun wieder gesund sei, überlegt er sehr zögerlich, entscheidet sich dann aber für die Antwort, dass er geheilt sei. Das zeigt direkt zum Anfang des Films, dass Theo große Selbstzweifel plagen und er nicht sicher ist, ob er seine Triebe unter Kontrolle hat und keinen Rückfall haben wird. Auch die Szene in der Sauna[10] zeigt, dass Theo Angst hat, sich erneut nicht unter Kontrolle zu haben und eine Frau zu vergewaltigen. Er erzählt Sascha, dass „wieder etwas im Anmarsch sei“, aber glaubt auch, dass es noch nicht so schlimm sei und er nicht wieder freiwillig in den Vollzug gehen wird. Er setzt die Gesellschaft damit bewusst einem Risiko aus.

[...]


[1] Der freie wille, D 2006, R: Matthias Glasner.

[2] Vgl. URL: http://www.madeasy.de/1/determinismus.htm (19.08.2009).

[3] Geert Keil: Willensfreiheit. Berlin 2007, S 16.

[4] Ebd, S 16.

[5] Vgl. URL: http://www.madeasy.de/1/determinismus.htm (19.08.2009).

[6] Vgl. URL: http://www.uni-saarland.de/fak5/kerkhoff/download/Freier%20Wille.pdf, S 10-11 (19.08.2009).

[7] Vgl. Keil: Willensfreiheit, S 50.

[8] Vgl. URL: https://www.phf.uni-rostock.de/fkw/iph/thies/Kompatibilismus.pdf (19.08.2009).

[9] Der freie wille, D 2006, TC: 00:24:44.

[10] Ebd. TC: 00:34:22.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der freie Wille – Existiert er wirklich?
Untertitel
Am Beispiel eines Straftäters in "Der freie Wille"
Hochschule
Universität zu Köln  (Theater- Film- und Fernsehwissenschaft)
Veranstaltung
Der freie Wille vs. Subjektivität
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
10
Katalognummer
V176032
ISBN (eBook)
9783640971800
ISBN (Buch)
9783640972838
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freier Wille, Film
Arbeit zitieren
Sabine Wipperfürth (Autor), 2009, Der freie Wille – Existiert er wirklich? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176032

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