Kinderzeichnungen - Analysemodell von Hinkel


Hausarbeit, 2009

9 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ANALYSEMODELL VON HINKEL

3 ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNG NACH HINKEL
3.1 Verbale Äußerungen der Kinder zu ihren Zeichnungen

4 HANS-GÜNTHER RICHTER
4.1 Zuordnung der Zeichnungen von Lorenz, Liva und Thore

5 FAZIT

6 ANHANG
6.1 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Diese Hausarbeit untersucht ausgewählte Zeichnungen von Kindern in der Kritzelphase. Dazu haben fünf Kinder im Alter zwischen zwei und fast drei Jahren Zeichnungen angefertigt. Aus den daraus entstandenen Zeichnungen werden drei ausgewählte Exemplare nach dem „Analysemodell zur Interpretation von Kinder- und Jugendzeichnungen“ von Hermann Hinkel untersucht. Dafür wird in einem ersten Schritt das Modell kurz beschrieben, wobei der Schwerpunkt auf den Kriterien liegt, die später von Relevanz für die Untersuchung der Zeichnungen ist. Als Unterpunkt werden dann verbale Äußerungen von Seiten der Kinder zu ihren Zeichnungen erläutert. Im Weiteren werden Aussagen von Hans-Günther Richter referiert, die sich auf das Thema beziehen. Und in einem letzten Punkt werden die beiden Standpunkte von Hinkel und Richter miteinander verglichen.

2 Analysemodell von Hinkel

Hermann Hinkel formuliert in seinem Artikel in der Zeitschrift „Kunst+Unterricht“ ein Analysemodell zu Interpretation von Kinder- und Jugendzeichnungen indem er verschiedene Kriterien beschreibt, die man dazu verwenden kann. Dafür konzentriert er sich nicht nur auf das Bild bzw. Objekt, sondern bezieht gleichwertig den Produzenten und den Entstehungsprozess mit ein. Die nun folgenden, ausgewählten Kriterien werde ich genauer beschreiben.

Als einen Ausgangspunkt zu Interpretation von Kinderzeichnungen sieht Hinkel eine „intensive Auseinandersetzung mit dem Bild selbst“ vor (Hinkel in: Kunst+Unterricht, 2000, S.62). Als ersten Schritt betrachtet er dafür die materielle Ebene der Zeichnung. Dazu zählt er Materialien, Techniken des Zeichnens, das Format, aber auch den Entstehungsprozess als solchen. In einem weiteren Punkt werde ich mich dann der Komposition des Bildes widmen, also der Frage, wie das Kind das Format genutzt hat. An welchen Stellen wurde gezeichnet und wo nicht.

Um auch das Umfeld in meine Interpretation mit einbeziehen zu können, werde ich auch die soziale Situation beschreiben in der die Bilder entstanden sind und in wiefern dies Einfluss auf den Bildinhalt hatte. Auch das Alter und den Entwicklungsstand und die Anregung durch das Umfeld, also mögliche Vorbilder, werde ich in die Analyse mit aufnehmen.

3 Ergebnisse der Untersuchung nach Hinkel

Zur sozialen Umgebung in der alle Zeichnungen entstanden sind, lässt sich folgendes sagen. Es handelt sich hierbei um eine Gruppe von Kindern im Vorkindergarten Alter, also zwischen einem und knapp drei Jahren. Sind alle Kinder anwesend, hat die Gruppe eine Größe von elf Kindern. Dadurch, dass alle Kinder nahezu ein Alter haben, sind keine älteren Vorbilder vorhanden, also niemand, von dem sie sich etwas abgucken könnten. Auch die Erzieher in der Gruppe scheinen wenig als Vorbilder zu agieren, indem sie etwa ein einfaches Männchen vorzeichnen würden.

Die erste Zeichnung, die ich nun nach dem Analysemodell von Hinkel untersuchen werde, ist von Lorenz (2;11J.) (siehe Anhang, Blatt 1). Lorenz hat keine Geschwister und somit auch hier keine direkten Vorbilder. Seine Zeichnung ist auf einem DIN A 4 formatigen Papier mit einem grünen und einem roten Buntstift entstanden. Zunächst zeichnet er mit dem grünen Buntstift mit leichtem Druck Schwingkritzel. Dabei arbeitet er in Hochgeschwindigkeit, verlässt aber nicht das Format. Durch Nachfragen von Seiten der Erzieherin, was er denn da malt, überlegt er kurz und beginnt über das Grün mit Rot ein „Mondgesicht“ zu zeichnen. Durch ganz gezielte und konzentrierte Kreiskritzel, die er zur Verdeutlichung mehrmals wiederholt, zeichnet er den Kopf, platziert danach gekonnt zwei Ohren an den Kopf. Dies geschieht ohne Probleme. Die Augen, die er danach in den Kopf setzen will, bereiten ihm Schwierigkeiten. Er beginnt mit einer kleinen Zeichnung im Kopf ist damit aber nicht sehr zufrieden, woraufhin er mit starkem Druck über die gesamte Zeichnung kritzelt. Dabei entstehen dichtere Kritzeleien und teilweise lassen sich Hiebkritzel erkennen.

Die zweite Zeichnung ist von Liva (2;10J.) (siehe Anhang, Blatt 2). Auch sie hat keine Geschwister. Auf dem DIN A 4 großen Blatt Papier zeichnet sie mit rotem Buntstift ohne die Ränder zu überschreiten mit viel Konzentration und Ruhe zunächst einen „Ballon“. Dazu zeichnet sie ein Oval, unten spitz zulaufend, in die rechte Mitte des Papiers und verdeutlich den Knoten am Ende des Ballons durch übereinander gekritzelte Kreiskritzel. Doch anscheinend ist sie nicht sehr zufrieden mit dem Ergebnis, woraufhin sie über den gesamten Ballon orangene Kreiskritzel zeichnet. Es folgen mit starkem Druck Hiebkritzel. Auf ihre Frage was sie jetzt zeichnen könnte, schlage ich ihr ein Männchen vor. Diesen Versuch startet sie am rechten Bildrand mit einer kleinen konzentrierten Zeichnung, wobei kein Männchen zu erkennen ist. Es folgt die erneute Frage was sie jetzt zeichnen soll. Mein Vorschlag nun ist ein Tier. Das bringt ihr die Idee, eine Möwe zu zeichnen, die, wie sie mir erklärt, immer im Urlaub mit ihren Großeltern in Dänemark am Strand sind. Sie zeichnet also eine Möwe mit Blau auf die linke Hälfte des Blattes. Und schon wieder folgt die Frage, was sie nun malen soll. Ein Haus schlage ich ihr vor. Daraufhin zeichnet sie über ihr Gekritzel eine Umrisslinie mit drei Hiebkritzeln an der oberen Seite. Dies, so erklärt sie mir, sei das Dach. Es folgen viele kleine Punkte in die Zeichnung, die die Fenster darstellen sollen. „Da kann man rausgucken“ erklärt sie mir noch. Anscheinend habe ich sie mit meinen Vorschlägen eher verunsichert als ihr eine große Hilfe zu sein, sonst würde sie vermutlich nicht ständig nach neuen Ideen fragen.

Die dritte Zeichnung ist von Thore (2;4J.) (siehe Anhang, Blatt 3). Auch Thore ist ein Einzelkind. Als er sein Blatt Papier bekommt, gibt es für ihn kein Halten mehr. Er stürzt sich auf die Buntstifte und kritzelt wie wild drauf los. Mit schnellen Kreis- und Schwingkritzeln in Blau füllt er in kürzester Zeit dreiviertel seines Bildes. Dabei bleibt er trotz der hohen Geschwindigkeit auf dem Papier und überschreitet nur in zwei Fällen den Bildrand. Daraufhin sucht er sich eine andere Farbe (Orange) zeichnet über das Blaue weitere schnelle Schwingkritzel, wieder ohne dabei den Bildrand zu überschreiten. Mit Grün setzt er einen einzigen Strich in die linke untere Ecke des Bildrandes und zeichnet dann mit Rot weiter. Hier wird er langsam ruhiger und zeichnet in der oberen Mitte eine kleine konzentrierte Kritzelei, die zeigt, dass er sich auch konzentrieren kann auf das was er tut. Denn die Zeit davor wirkte er wenig konzentriert und stellte sich selbst in die Position des Unterhalters der Gruppe, indem er sang und herumalberte. Nach einer kurzen Pause dreht er sein Bild um und zeichnet nun auf der Rückseite weiter.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Kinderzeichnungen - Analysemodell von Hinkel
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
9
Katalognummer
V176077
ISBN (eBook)
9783640973569
ISBN (Buch)
9783656366331
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kinderzeichnungen, analysemodell, hinkel
Arbeit zitieren
Anna Krakor (Autor), 2009, Kinderzeichnungen - Analysemodell von Hinkel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176077

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