Ziel dieser Arbeit ist es, die aktuelle politische, rechtliche und soziale Stellung der indigenen Bevölkerungsteile in den Vereinigten Staaten zu schildern und Gründe für die massiven Probleme wie Alkoholismus und Arbeitslosigkeit aufzuzeigen. Da sich die Situation der Indianer in urbanen und ruralen Gebieten stark voneinander unterscheidet, wird sich diese Arbeit hauptsächlich auf die Bewohner der Indianerreservate konzentrieren. Weiterhin soll insbesondere der Staatsbürgerschaftsstatus der indigenen Bevölkerung untersucht werden sowie die „citizenship constellations“, die sich aus der gleichzeitigen Stammeszugehörigkeit ergeben. Der Analyse der aktuellen Situation geht ein historischer Exkurs durch die Geschichte der US-amerikanischen Indianerpolitik voran, ohne den ein Verständnis der heutigen Problemlage nicht möglich ist. Außerdem wird der Indianerstamm der Navajo im Laufe der Arbeit immer wieder gesondert betrachtet, um an ihm die konkrete Geschichte und Gegenwart eines einzelnen Stammes exemplarisch greifbar zu machen.
Als Ausgangspunkt dieser Arbeit dienen ergo zwei Fragen: einerseits, ob die indigenen Reservatsbewohner tatsächlich als US-amerikanische (Staats-)bürger im vollen Sinne betrachtet werden können und andererseits, inwieweit sie primär als Amerikaner, Indianer oder aber als beides zu betrachten sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Geschichte der Indianerpolitik und der Indianerrechte in den USA
2.1 Erschließung der Landesmitte
2.2 Zivilisation und Segregation
2.3 Vertreibung und Zwangsumsiedlung
2.4 Assimilation und Staatsbürgerschaft
2.5 Der “Indian Reorganization Act” und die Termination
2.6 Gleichberechtigung und politische Partizipation
3. Die heutige Situation der indigenen Bevölkerung
3.1 Rechtliche Stellung
3.2 Politische Organisation und Partizipation
3.3 Sozialstruktur
3.4 Umweltverschmutzung der Reservate
4. „Citizenship constellations“
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die aktuelle politische, rechtliche und soziale Stellung indigener Bevölkerungsgruppen in den USA, mit einem besonderen Fokus auf die Bewohner von Reservaten. Ziel ist es, die Gründe für deren fortbestehende Probleme aufzuzeigen und zu klären, ob sie als vollwertige US-Staatsbürger betrachtet werden können oder in einer komplexen „citizenship constellation“ zwischen Stammeszugehörigkeit und US-amerikanischer Identität leben.
- Historische Entwicklung der US-Indianerpolitik
- Rechtlicher Status und Souveränität von Indianerstämmen
- Sozioökonomische Herausforderungen der indigenen Bevölkerung
- Das Konzept der „citizenship constellations“ bei indigenen Völkern
- Fallbeispiel: Die Situation des Navajo-Stammes
Auszug aus dem Buch
4. „Citizenship constellations“
„Citizenship as a legal status is a relation between individuals and territorial political entities, among which states are the most important ones. What I suggest calling a ‘citizenship constellation’ is a structure in which individuals are simultaneously linked to several such political entities, so that their legal rights and duties are determined not only by one political authority, but by several.” (Bauböck 2010: 848)
Die besondere Verbundenheit der Reservatsbewohner gegenüber ihrer Heimat und ihrem Stamm wird daran deutlich, dass sie den im Vergleich zu städtischen Gebieten außerhalb der Indianerterritorien schlechten Lebensstandard bewusst hinnehmen. Sie fühlen sich offensichtlich stark ihren indianischen Wurzeln und der traditionellen Kultur ihres Stammes verpflichtet. Letzterer regelt als semi-souveräne Indianernation die alltägliche Lebensführung und die meisten ihrer Rechte und Pflichten. Sie besitzen in den Grenzen ihres Reservates eine eigene Verfassung, Regierung, Polizei und eigene Gerichte. Die hauptsächliche politische Autorität stellt für die Bewohner der Indianerreservate ergo ihre jeweilige Indianernation dar, so wie im Falle der Navajos die Navajo-Nation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Vielfalt der indigenen Bevölkerung in den USA und definiert das Ziel der Arbeit, die rechtliche und soziale Lage der Reservatsbewohner unter Berücksichtigung historischer Hintergründe zu analysieren.
2. Die Geschichte der Indianerpolitik und der Indianerrechte in den USA: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung von der kolonialen Landnahme über die Zwangsumsiedlungen bis hin zu Assimilationsversuchen und den gesetzlichen Änderungen im 20. Jahrhundert.
3. Die heutige Situation der indigenen Bevölkerung: Dieser Teil untersucht die gegenwärtige rechtliche Sonderstellung, die sozioökonomischen Probleme wie Arbeitslosigkeit und Bildungsstand sowie die Umweltbelastungen in den Reservaten.
4. „Citizenship constellations“: Hier wird das theoretische Konzept der „citizenship constellations“ auf die Situation der amerikanischen Ureinwohner angewandt, die als Stammesmitglieder und US-Bürger eine mehrfache politische Zugehörigkeit aufweisen.
Schlüsselwörter
Indianer, USA, Reservate, indigene Bevölkerung, Citizenship constellations, Staatsbürgerschaft, Souveränität, Navajo, Indianerpolitik, Selbstbestimmung, Diskriminierung, Sozialstruktur, politische Partizipation, Indian Reorganization Act, Landrechte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die aktuelle Lebenssituation der amerikanischen Ureinwohner, insbesondere jener, die in Reservaten leben, und betrachtet deren rechtlichen und sozialen Status im Kontext der US-amerikanischen Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung der Indianerpolitik, die sozioökonomische Lage der indigenen Bevölkerung sowie die theoretische Analyse ihrer politischen Zugehörigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, die Ursachen für die massiven sozialen Probleme in den Reservaten zu identifizieren und zu untersuchen, ob Indianer als US-Bürger im vollen Sinne gelten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen und soziologischen Analyse sowie der Anwendung des Konzepts der „citizenship constellations“, ergänzt durch ein exemplarisches Fallbeispiel des Navajo-Stammes.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Exkurs, eine Analyse der aktuellen rechtlichen sowie politischen Situation und eine detaillierte Betrachtung der Sozialstruktur und Umweltprobleme.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Staatsbürgerschaft, Souveränität, Indianerreservate, Selbstbestimmung, Stammeszugehörigkeit und das Modell der mehrfachen politischen Zugehörigkeit.
Welche Rolle spielt der Navajo-Stamm in der Arbeit?
Der Stamm der Navajo dient als fortlaufendes, exemplarisches Fallbeispiel, um die Geschichte und die heutige Lebensrealität eines konkreten Stammes greifbar und nachvollziehbar zu machen.
Wie definiert die Arbeit eine „citizenship constellation“ im indigenen Kontext?
Die Arbeit nutzt diesen Begriff für eine Struktur, in der Individuen wie die Reservatsbewohner gleichzeitig an mehrere politische Autoritäten – den eigenen Stamm, die USA und teilweise internationale Organisationen – gebunden sind.
- Arbeit zitieren
- Tobi Remsch (Autor:in), 2011, Die US-amerikanischen Ureinwohner im 21. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176088