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Einführung in die Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsethik. David Hume und das Induktionsproblem

Title: Einführung in die Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsethik. David Hume und das Induktionsproblem

Essay , 2021 , 8 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Im Essay wird unter dem Oberthema der Wissenschaftsethik das Induktionsproblem nach David Hume überblickshaft beleuchtet.

David Hume gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des britischen Empirismus. In seiner Arbeit Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand, die 1748 in London erstmalig veröffentlicht wurde, legt Hume seine erkenntnistheoretischen Überlegungen dar, bei denen er eine skeptische Position vertritt. In der folgenden Ausarbeitung soll Humes Text erläutert und das darin geschilderte Induktionsproblem dargestellt werden. Zum Schluss soll geklärt werden, ob es überhaupt eine zufriedenstellende Lösung für das Induktionsproblem nach Hume geben kann und, falls dem so ist, wie diese lauten müsste.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Induktionsproblem

2.1 Unlösbarkeit des Problems nach Hume

2.2 Lösungsansatz Popper

3 Fazit

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem klassischen Problem der Induktion im Rahmen der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie. Das primäre Ziel der Untersuchung besteht darin, David Humes skeptische Argumentation hinsichtlich der prinzipiellen Unlösbarkeit und fehlenden rationalen Rechtfertigung induktiver Schlüsse darzustellen und zu analysieren. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, inwiefern Karl Poppers methodischer Ansatz des Falsifikationismus einen alternativen, tragfähigen Umgang mit dieser erkenntnistheoretischen Problematik eröffnen kann.

  • Klassische Definition und Charakteristik des Induktionsproblems
  • Erkenntnistheoretische Differenzierung zwischen Vorstellungsbeziehungen und Tatsachen nach Hume
  • Kritik am Gleichförmigkeitsprinzip und die Rolle psychologischer Gewohnheit
  • Poppers Konzept des kritischen Rationalismus und Falsifikationismus als deduktive Alternative
  • Grenzen und Möglichkeiten der Rechtfertigung wissenschaftlicher Hypothesenbildung

Auszug aus dem Buch

2 Das Induktionsproblem

Das klassische Problem der Induktion beschäftigt sich mit induktiven, also gehaltserweiternden, Schlüssen. Bei induktiven Schlüssen wird vom Einzelfall auf den Allgemeinfall geschlossen. Das bedeutet: Eine allgemeine Behauptung wird aufgrund von einem oder einigen Einzelbeobachtung aufgestellt. Ein solcher induktiver Schluss könnte lauten: „Jeder Schwan, den ich bisher gesehen habe, war weiß, weshalb ich davon ausgehe, dass alle Schwäne weiß sind.“ Problematisch ist nun, dass nicht genau gesagt werden kann, ob oder wie es sich rechtfertigen lässt, eine solche allgemeine Hypothese wie „Alle Schwäne sind weiß“ aufgrund von Einzelbeobachtungen wie „Jeder Schwan, den ich bisher gesehen habe, war weiß“ und fehlenden Gegenbeispielen, wie etwa der Sichtung eines schwarzen Schwanes, zu akzeptieren. Genau hierin liegt das Problem der Induktion: Es besteht in der bisher nicht geklärten Rechtfertigung von induktiven Schlüssen und damit zusammenhängend in der Frage, in welchem Verhältnis Prämissen und Konklusion bei induktiven Schlüssen zueinander stehen. Stegmüller formuliert die Kernfragen des Hume´schen Induktionsproblem wie folgt: „Wie kann man unsere Überzeugung rechtfertigen oder begründen, daß es sich bei diesem angeblichen Wissen um tatsächliches Wissen handelt?“ und „Von welcher Art sind die Argumente, die vom Beobachteten zum nicht Beobachteten führen?“

Die allgemeine Frage, die sich stellt, ohne dabei Bezug auf die „induktiven Regel“ oder die „induktiven Methode“ zu nehmen, ist, ob es überhaupt solche wahrheitskonservierende Erweiterungsschlüsse geben kann. Humes selbst verneint diese Frage. Als Begründung erläutert er, dass ein Schluss entweder korrekt und damit demonstrativ oder aber gehaltserweiternd ist. Wenn der Schluss also korrekt und demonstrativ ist, was bedeutet, dass beim Schließen eine „rein logische Folgebeziehung besteht“, kann dieser nicht gehaltserweiternd sein. Ist der Schluss aber gehaltserweiternd, kann die Konklusion jedoch nicht als `ohne Zweifel wahr´ angenommen werden, auch wenn die Prämissen wahr sind. Genau daraus ergibt sich nach Hume, dass ein Schluss nicht gleichzeitig gehaltserweiternd und ohne Zweifel wahr sein kann. Dieser Argumentation zufolge ist es nach Hume nicht möglich, eine Lösung für das Induktionsproblem zu finden, da dieses eben gar nicht gelöst werden kann.

Im Folgenden sollen knapp Ideen zur Lösung des Induktionsproblem, sowie solche Lösungsversuche, die gleich ausgeschlossen werden können, skizziert werden.

Kapitelübersicht

1 Einleitung: Führt in die historische und erkenntnistheoretische Relevanz von David Humes Werk ein und umreißt die Fragestellung nach der Lösbarkeit des Induktionsproblems.

2 Das Induktionsproblem: Analysiert Humes Nachweis der Unbegründbarkeit induktiver Schlüsse über Tatsachen und Vorstellungsbeziehungen sowie Karl Poppers Lösungsansatz mittels Falsifikationismus.

3 Fazit: Bündelt die Ergebnisse der Untersuchung und resümiert, dass das Induktionsproblem theoretisch zwar ungelöst bleibt, durch den Falsifikationismus jedoch ein pragmatischer wissenschaftlicher Umgang ermöglicht wird.

Schlüsselwörter

Induktionsproblem, David Hume, Karl Popper, Britischer Empirismus, Falsifikationismus, Gehaltserweiternde Schlüsse, Vorstellungsbeziehungen, Tatsachen, Gleichförmigkeitsprinzip, Kausalität, Gewohnheit, Wissenschaftstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich der wissenschaftstheoretischen Analyse des Induktionsproblems, wie es im 18. Jahrhundert von David Hume formuliert wurde, und prüft die Tragfähigkeit moderner Antwortversuche.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den thematischen Schwerpunkten gehören der britische Empirismus, die Logik gehaltserweiternder Schlüsse, Humes Unterscheidung von Erkenntnisgegenständen sowie die wissenschaftstheoretische Konzeption des Falsifikationismus nach Karl Popper.

Was ist das primäre Ziel beziehungsweise die Leitfrage?

Zentral ist die Frage, ob induktive Schlüsse rational gerechtfertigt werden können oder ob das Induktionsproblem unlösbar ist und daher methodisch umgangen werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer methodischen Text- und Literaturanalyse, bei der philosophische Primärtexte von David Hume und Karl Popper sowie einschlägige Sekundärliteratur systematisch ausgewertet und gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil erläutert zunächst das Wesen induktiver Schlüsse und legt dar, warum Hume sie weder a priori noch empirisch für begründbar hält, bevor Poppers Gegenmodell des hypothetisch-deduktiven Falsifikationismus beleuchtet wird.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Ausarbeitung?

Wesentliche Begriffe sind Induktion, Deduktion, Empirismus, Gleichförmigkeitsprinzip, Ursache-Wirkungs-Beziehung, Gewohnheit und Falsifikation.

Warum ist das Gleichförmigkeitsprinzip laut Hume keine tragfähige Rechtfertigung für Induktion?

Ein Rückgriff auf das Prinzip, dass die Zukunft der Vergangenheit gleiche, basiert selbst bereits auf Erfahrung und stellt somit einen induktiven Schluss dar, was unweigerlich in eine zirkuläre Begründung mündet.

Welche psychologische Erklärung bietet Hume für das Treffen von Erfahrungsschlüssen?

Da Schlüsse über künftige Ereignisse laut Hume nicht rational ableitbar sind, führt er sie auf die menschliche Gewohnheit zurück, die als handlungsleitendes Prinzip Erwartungen über wiederkehrende Abläufe generiert.

Wie löst beziehungsweise umgeht Karl Popper das Induktionsproblem?

Popper verwirft das Ziel einer positiven Verifizierung induktiver Schlüsse und ersetzt es durch ein hypothetisch-deduktives Modell: Allgemeine Annahmen werden als Hypothesen formuliert, die methodisch streng auf Gegenbeispiele geprüft und im Falle einer Widerlegung falsifiziert werden.

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Details

Title
Einführung in die Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsethik. David Hume und das Induktionsproblem
College
University of Stuttgart  (Universität)
Course
Bachelorseminar
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
8
Catalog Number
V1761332
ISBN (PDF)
9783389204504
Language
German
Tags
Wissenschaftsethik Induktionsproblem David Hume Interdisziplinäre Themen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Einführung in die Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsethik. David Hume und das Induktionsproblem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1761332
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