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Frauen im Krieg. Der Erste Weltkrieg als "Vater der Emanzipation"?

Title: Frauen im Krieg. Der Erste Weltkrieg als "Vater der Emanzipation"?

Seminar Paper , 2011 , 27 Pages , Grade: 2

Autor:in: Claudia Mosburger (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Im Fokus meiner Arbeit steht die Frau im Krieg, wobei ich hierbei insbesondere die Änderung der Geschlechterkonzeptionen, welche mit dem Ersten Weltkrieg verbunden sind, und das Motiv der Industriearbeiterin näher betrachten möchte. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts versuchten zahlreiche Wissenschaftler und Mediziner männlichen Geschlechts mit „empirischen Beweisen“ zu belegen, dass die Frau dem Naturgesetz folgen muss, welches im pflegenden Prinzip und somit in der Erziehung der Kinder liegt.

Würde dieses Prinzip vernachlässigt, so sei von einer Verkümmerung der „Mutterorgane“ auszugehen. (Paul Möbius: Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes). Um die Jahrhundertwende gab es zwar schon heftige Kritik an diesem Frauenbild, unter anderem von Rosa Mayreder (1858-1938), die 1893 gemeinsam mit anderen Frauen den Allgemeinen Österreichischen Frauenverein (AÖFV) gründete und 1905 ihre Essaysammlung Kritik der Weiblichkeit publizierte, aber erst der Erste Weltkrieg gab dem Frauenbild ein neues Gesicht.

In der vorliegenden Arbeit rückt die Frage in den Vordergrund, inwiefern der Erste Weltkrieg als Vater der Emanzipation gesehen werden kann. Dieser gesellschaftlich sehr brisanten Frage versuche ich mit Hilfe von Quellen und Literatur nachzugehen.
Im Speziellen soll aus der Arbeit hervorgehen, wie sich die Rolle der Frau mit der Zäsur des Ersten Weltkrieges ändert, welche Lebensbereiche diese Änderung betrifft und welches Bild diese Geschlechter(um)ordnung während des Krieges mit sich bringt. Außerdem möchte ich mich einführend dem Begriff der Geschlechterrolle sowie einen kleinen Teil der Arbeit den Geschlechterkonstruktionen des 19. Jahrhunderts widmen, um der Arbeit einen Rahmen zu verleihen und um nachvollziehen zu können, dass die heutige Situation der Frauen im europäischen Raum nicht immer jene war, wobei man sich von der Illusion befreien muss, dass der lange Weg zur Gleichberechtigung von Mann und Frau schon zu Ende gegangen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DAS BILD DES WEIBLICHEN – GESCHLECHTERKONSTRUKTIONEN

2.1. ZUM BEGRIFF DER GESCHLECHTERROLLE

2.2. DIE GESCHLECHTERROLLEN IM 19. JAHRHUNDERT

3. DIE KRIEGSBEDINGTE VERÄNDERUNG DER GESELLSCHAFT IM 20. JAHRHUNDERT

3.1. DIE ÖKONOMISCH KRITISCHE SITUATION ZU KRIEGSBEGINN UND DIE DAMIT EINHERGEHENDE VERÄNDERUNG DER GESCHLECHTERROLLEN

3.1.1. Verschlechterung der Lebensbedingungen

3.1.2. Die Umstellung auf die Kriegswirtschaft

3.1.2.1. Die Industrie als Gewinnerin der Kriegswirtschaft

4. MÄNNER AN DER FRONT - FRAUEN IN DER HEIMAT IM KRIEG

4.1. DIE WEIBLICHE ERWERBSTÄTIGKEIT IM WANDEL

4.1.1. Die Mobilisierung der Frauen

4.2. DIE ANERKENNUNG UND VERKENNUNG VON FRAUENARBEIT IM KRIEG

4.2.1. Das Interesse an weiblichen Arbeitskräften und die schlechten Arbeitsbedingungen

4.3. FRAUEN AN DER HEIMATFRONT

4.3.1. Liebesgaben von der Heimatfront

5. RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Geschlechterrollen und die gesellschaftliche Stellung der Frau, wobei die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern der Krieg als „Vater der Emanzipation“ betrachtet werden kann.

  • Historische Geschlechterkonstruktionen des 19. Jahrhunderts
  • Wirtschaftliche Veränderungen und ihre Auswirkungen auf Frauen
  • Mobilisierung von Frauen für die Rüstungsindustrie
  • Die Rolle von Frauen an der Heimatfront und ihre gesellschaftliche Anerkennung
  • Ambivalente Entwicklung von Frauenrechten im und nach dem Krieg

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Das Interesse an weiblichen Arbeitskräften und die schlechten Arbeitsbedingungen

Das aufgrund der misslichen Lage hohe Interesse des Kriegsamtes an weiblichen Arbeitskräften zeigt sich unter anderem auch in den vorgeschriebenen Aufgaben der Betriebe, welche die Arbeitsfreude und die Ausdauer der Arbeiterinnen erhöhen sollten:

1. Beizeiten eine Umstellung der Arbeitskräfte in den Betrieben zu bewirken;

2. die Anlernung von Frauen zu Facharbeiten mit allen Mitteln zu fördern:

3. die Einführung von Halbtagsschichten für schwächliche oder durch häusliche Pflichten gebundene Arbeiterinnen durchsetzen;

4. auch die Gewinnung minderleistungsfähiger Bureauarbeiterinnen zu fördern;

5. eine für die Arbeiterinnen günstige Regelung der Arbeitszeit und Schichteinteilung herbeizuführen;

6. die Arbeitsunstetigkeit bei der weiblichen Arbeiterschaft mit allen Mitteln zu bekämpfen;

7. die Unternehmer in ständiger Aufklärung über die Notwendigkeit einer vermehrten Einstellung weiblicher Arbeitskräfte zu gewinnen und endlich

8. den Arbeiterinnen angemessene und verbesserte Lohnbedingungen zu sichern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der veränderten Geschlechterkonzeptionen während des Ersten Weltkriegs und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage.

2. DAS BILD DES WEIBLICHEN – GESCHLECHTERKONSTRUKTIONEN: Analyse des traditionellen Frauenbildes des 19. Jahrhunderts als Basis für die Untersuchung der nachfolgenden gesellschaftlichen Umbrüche.

3. DIE KRIEGSBEDINGTE VERÄNDERUNG DER GESELLSCHAFT IM 20. JAHRHUNDERT: Untersuchung der ökonomischen Krise bei Kriegsbeginn und der daraus resultierenden Notwendigkeit zur Umstellung auf eine Kriegswirtschaft.

4. MÄNNER AN DER FRONT - FRAUEN IN DER HEIMAT IM KRIEG: Darstellung der veränderten weiblichen Erwerbstätigkeit, der Mobilisierung in der Industrie sowie der vielfältigen Rollen der Frauen an der Heimatfront.

5. RESÜMEE: Ambivalente Schlussbetrachtung zur Emanzipationswirkung des Ersten Weltkriegs und zum langfristigen Wandel im Geschlechterverständnis.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Emanzipation, Geschlechterrolle, Frauenarbeit, Kriegswirtschaft, Heimatfront, Industriearbeiterin, Gesellschaftlicher Wandel, Geschlechterkonstruktion, Liebesgaben, Frauenbewegung, Arbeiterinnen, Rüstungsindustrie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf das Bild der Frau und die traditionellen Geschlechterrollen in der europäischen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der weiblichen Erwerbstätigkeit, den Auswirkungen der Kriegswirtschaft, der Hausarbeit sowie dem gesellschaftlichen Bild der sogenannten „Kriegerfrau“.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, die gesellschaftlich brisante Frage zu beantworten, ob der Erste Weltkrieg tatsächlich als „Vater der Emanzipation“ bezeichnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse von Quellen, Literatur und persönlichen Tagebuchaufzeichnungen, um das Leben der Frauen im Krieg zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Umstellung auf die Kriegswirtschaft, der zunehmenden Beschäftigung von Frauen in der Industrie sowie der Aufwertung der Heimarbeit und freiwilligen Tätigkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Geschlechterrollen, Emanzipation, Erste Weltkrieg, Industriearbeit und Heimatfront.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der „Kriegerfrau“?

Die Autorin zeigt auf, dass das öffentliche Bild der Kriegerfrau oft von Unverständnis und Kritik geprägt war, während die Realität durch Mehrfachbelastung und wirtschaftliche Not gekennzeichnet war.

Welche Bedeutung hatten die „Liebesgaben“?

Liebesgaben dienten als patriotisches Mittel, um die Verbindung zwischen Heimatfront und kämpfenden Soldaten zu stärken und das Gefühl der nationalen Zusammengehörigkeit zu fördern.

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Details

Title
Frauen im Krieg. Der Erste Weltkrieg als "Vater der Emanzipation"?
College
University of Vienna  (Institut für Osteuropäische Geschichte)
Course
Der Erste Weltkrieg und Osteuropa
Grade
2
Author
Claudia Mosburger (Author)
Publication Year
2011
Pages
27
Catalog Number
V176169
ISBN (eBook)
9783640972081
ISBN (Book)
9783640973064
Language
German
Tags
frauen krieg erste weltkrieg vater emanzipation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Mosburger (Author), 2011, Frauen im Krieg. Der Erste Weltkrieg als "Vater der Emanzipation"?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176169
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