[...] Schon auf der Durchreise zum Kongress von Mantua trafen Pius II. und Giovanni
Antonio Campano 1459 in Perugia aufeinander und letzterer erhielt schnell den Zutritt
zu Pius' philosophischem Zirkel, in dem man auch noch andere Humanisten jener Zeit
finden kann: Flavio Biondo, Agostino und Francesco Patrizi, Agapito de' Rustici,
Giacomo Ammanati und Leonardo Dati.
Die vorliegende Arbeit versucht nun die Verknüpfung von Humanismus, Diplomatie
und Türkenpolitik im Quattrocento an Hand des Beispiels von Campano näher zu
untersuchen. Gelang es ihm, die politischen Bestrebungen und Ideale von Pius II. auch
nach dessen tragischem Tod 1464 aufrecht zu erhalten?
Dabei soll nach einem biographischen Überblick zu Campano der Schwerpunkt auf den
Regensburger Reichstag von 1471 gelegt werden. Dies ist die einzige wichtige
politische Erfahrung, die Campano in seiner Karriere gemacht hat. Seine dortige
Bedeutung, sein Verhalten gegenüber den Deutschen, seine Äußerungen in Briefen nach
Italien und besonders die geplante Rede gegen die Türken bilden einzelne Aspekte der
Arbeit, bevor sie mit den tatsächlichen Ereignissen und Ergebnissen des Reichstages
verglichen werden sollen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Pius II. und die Türken
- Der Brief an Mehmet II.
- Die Rede Constantinopolitana Clades
- Giovanni Antonio Campano
- Biographisches
- Campano als Bischof
- Campano am Reichstag zu Regensburg 1471
- Was berichtet Campano vom Reichstag?
- Die Rede Campanos am Reichstag
- Der Patrizi-Bericht und die tatsächlichen Ergebnisse des Reichstages
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Verknüpfung von Humanismus, Diplomatie und Türkenpolitik im Quattrocento am Beispiel von Giovanni Antonio Campano. Sie analysiert Campanos politische Aktivitäten, insbesondere seine Rolle auf dem Regensburger Reichstag 1471, und beleuchtet seine Positionierung gegenüber den Deutschen und den Türken. Die Arbeit verfolgt das Ziel, Campanos Beitrag zur Fortführung der politischen Bestrebungen und Ideale von Pius II. zu erforschen.
- Humanismus und Diplomatie im Quattrocento
- Giovanni Antonio Campano als politischer Akteur
- Die Türkenpolitik von Pius II. und ihre Weiterentwicklung
- Der Regensburger Reichstag 1471 und seine Bedeutung
- Campanos Rhetorik und seine Auseinandersetzung mit den Deutschen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Arbeit ein und skizziert den historischen Kontext, in dem sich Pius II. mit der Türkenfrage auseinandersetzte. Sie stellt den Brief an Mehmet II. sowie die Rede Constantinopolitana Clades vor.
- Giovanni Antonio Campano: Dieses Kapitel bietet einen biographischen Überblick über Campano und stellt seine wichtigsten Leistungen und Tätigkeiten im Kontext seiner Zeit vor.
- Campano am Reichstag zu Regensburg 1471: Dieser Abschnitt konzentriert sich auf Campanos politische Aktivität auf dem Regensburger Reichstag 1471 und untersucht seine Rolle im Kontext der damaligen politischen Landschaft.
- Die Rede Campanos am Reichstag: Hier wird die Rede Campanos am Reichstag analysiert und in Bezug auf seine politischen Ziele und seine Rhetorik untersucht.
- Der Patrizi-Bericht und die tatsächlichen Ergebnisse des Reichstages: Dieser Teil vergleicht Campanos Bericht über den Reichstag mit den tatsächlichen Ereignissen und Ergebnissen.
Schlüsselwörter
Humanismus, Diplomatie, Türkenpolitik, Quattrocento, Giovanni Antonio Campano, Regensburger Reichstag 1471, Pius II., Mehmet II., Constantinopolitana Clades, Epistola ad Mahumetem.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Giovanni Antonio Campano?
Campano war ein bedeutender Humanist und Bischof des 15. Jahrhunderts (Quattrocento), der zum engsten Zirkel von Papst Pius II. gehörte und eine wichtige Rolle in der Diplomatie spielte.
Was war der Regensburger Reichstag von 1471?
Der Reichstag von 1471 war ein zentrales politisches Ereignis, auf dem Campano als Gesandter versuchte, Unterstützung für den Kampf gegen die Türken zu gewinnen.
Welche Rolle spielte die Türkenpolitik im Quattrocento?
Nach dem Fall Konstantinopels war die Abwehr der osmanischen Expansion ein zentrales Thema der päpstlichen Politik. Pius II. und später Campano versuchten, die europäischen Mächte zu einem Kreuzzug zu bewegen.
Wie verhielt sich Campano gegenüber den Deutschen?
In seinen Briefen und Berichten äußerte sich Campano oft kritisch oder herablassend über die Deutschen, was einen interessanten Einblick in die kulturellen Vorurteile der Renaissance-Humanisten gibt.
Was ist die „Constantinopolitana Clades“?
Es handelt sich um eine berühmte Rede bzw. Klage über den Fall Konstantinopels, die die moralische und politische Dringlichkeit des Widerstands gegen das Osmanische Reich untermauerte.
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- Philippe Metzger (Author), 2005, Humanismus, Diplomatie und Türkenpolitik im Quattrocento, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176215