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Commedia dell`Arte und ihre Beziehung zur frühen Oper

Titel: Commedia dell`Arte und ihre Beziehung zur frühen Oper

Seminararbeit , 2011 , 14 Seiten , Note: Sehr Gut

Autor:in: Silvia Freudenthaler (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Laufe dieser Arbeit soll die Frage geklärt werden, in wieweit das Stegreiftheater der Commedia dell`Arte und das literarische Hoftheater – insbesondere die frühe Oper – in Beziehung standen. Zwei Aspekte werden hierzu im Vordergrund stehen: ich möchte einerseits mit Hilfe exemplarischer Aufführungen den Weg der Commedia dell`Arte in die höfische Kultur skizzieren. Andererseits soll die Gattungsgeschichte thematisiert werden: während sich anfänglich Elemente der Commedia dell`Arte vor allem in den Zwischenspielen (Intermezzi) wiederfinden, vollzieht sich allmählich eine Genremischung: die Commedia dell`Arte löst sich in der komischen Oper auf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Weg der Stehgreifkomödie an den Hof

2.1 Comici an den Höfen

2.2 Imitation der Commedia dell`Arte

2.3 Commedia dell`Arte und Commedia erudita in Zusammenarbeit

2.4 Die komische Oper

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die wechselseitigen Beziehungen zwischen dem Stegreiftheater der Commedia dell'Arte und der Entwicklung des höfischen Theaters, insbesondere der frühen Oper. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Mechanismen der Gattungsmischung, den Einfluss von Berufsschauspielern auf höfische Musikdarbietungen sowie die langfristige Transformation komischer Elemente in das Genre der komischen Oper.

  • Engagement italienischer Comici-Truppen an europäischen Fürstenhöfen.
  • Imitation der Commedia dell'Arte durch höfische Künstler und Integration in das Musiktheater.
  • Die Rolle von Intermezzi als Vorläufer und Wegbereiter für die Opera buffa.
  • Die künstlerische Zusammenarbeit zwischen Berufsschauspielern und Komponisten wie Monteverdi, Lully und Molière.
  • Gattungsgeschichte und der Einfluss der Commedia-Archetypen auf die europäische Musikdramatik.

Auszug aus dem Buch

2.1 Comici an den Höfen

Einleitend gilt festzuhalten, dass es in der Frühen Neuzeit drei große Blöcke der Theaterkultur gegeben hat: a) das Volkstheater (Akrobaten, Possen, Jahrmärkte, usw.), b) das religiöse Theater und c) das Hoftheater bzw. die höfische Oper.

Das religiöse Theater ist für mein Thema in zweierlei Punkten wichtig: Erstens hinsichtlich des Theaterjahres, da sich früher der Theaterkalender nach dem Glaubensjahr gerichtet hat. So wurde ein Theaterjahr mit der Fastnacht beendet (der letzte Tag des Faschings) und das neue Theaterjahr begann erst nach der Fastenzeit. In dieser Fastenzeit (auch Quaresima genannt) wurden vor allem religiöse Stücke wie Oratorien, Mysterienspiele, usw. gespielt – man kann von einer Dramatisierung des Gottesdienstes sprechen. Als Abschluss eines Theaterjahres war die Fastnachtsunterhaltung von großer Bedeutung und wurde äußert aufwendig zelebriert und inszeniert. Zweitens ist das religiöse Theater bezüglich der Entstehung von organisiertem Theaterwesen in Adelskreisen von großem Wert. Zwar hatte es im Volkstheater bereits ein organisiertes Theaterwesen gegeben (Stichwort: Berufsschauspieler, Wandertruppen, usw.). Im dritten Block, dem höfischen Theater, waren Adelige als bloße Laienschauspieler tätig.

Zur Begleitung der Gottesdienste wurden vom Hof und von der Kirche so genannte Hofmusikkapellen geschaffen. Diese sind zwar dem religiösen Theater zuzuordnen; aber, und das ist entscheidend, die Kapellmeister und andere Künstler waren somit Berufskünstler. Diese schufen nicht nur sakrale Musik, sondern auch weltliche. Bedenkt man nun, dass einer der Väter der Oper – Claudio Monteverdi – Kapellmeister des Markusdoms in Venedig war, so sieht man eindeutig, dass die Verbindung von religiösem Theater und Berufskünstler wegbereitend war. Man darf nicht vergessen, dass diese Kapellen ebenso als Ausbildungsstätten für angehende Musiker und Sänger dienten, die keineswegs Wünsche nach einer kirchlichen Laufbahn hegten. Auf Grund des Theaterjahres war es für die Künstler dennoch unumgänglich, ebenso während der Quaresima entsprechende Leistungen zu erbringen. So war es für Komponisten nötig, sowohl weltliche als auch religiöse Musikgattungen zu beherrschen. Es erscheint nur logisch, dass die Madrigal, ein Vorläufer der Oper, größtenteils in diesen Kapellen entstand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Untersuchungsfeld der wechselseitigen Einflüsse zwischen der Commedia dell'Arte und der Oper unter Berücksichtigung der Gattungsgeschichte.

2. Der Weg der Stehgreifkomödie an den Hof: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Kontaktpunkte zwischen den Theaterformen, angefangen bei der Einladung professioneller Truppen bis hin zur bewussten Imitation und Kollaboration durch Hofkünstler.

3. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Verflechtungen der Akteure und die Entstehung der komischen Oper aus der Verbindung von Comici-Traditionen und höfischer Kultur zusammen.

Schlüsselwörter

Commedia dell'Arte, Oper, Stehgreiftheater, Comici, Hofkultur, Musiktheater, Madrigal, Intermezzo, Gattungsmischung, Opera buffa, Aufführungspraxis, Musikgeschichte, Theatergeschichte, Improvisation, Unterhaltungskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Verbindung und den gegenseitigen Einfluss zwischen dem improvisierten Stegreiftheater der Commedia dell'Arte und der höfischen Oper in der Frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Engagement professioneller Wandertruppen an Fürstenhöfen, die Transformation von komischen Elementen in musiktheatralische Gattungen und die Zusammenarbeit von Komponisten mit Schauspielern der Commedia-Tradition.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Stegreiftheater die höfische Kultur beeinflusste und wie durch einen Prozess der Genremischung schließlich die komische Oper entstehen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literatur- und theaterwissenschaftliche Analyse, die exemplarische Aufführungen, zeitgenössische Berichte und die Gattungsgeschichte betrachtet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Truppenengagements, die Imitation von Commedia-Elementen in der höfischen Kunst (z. B. durch Moreschen oder Zwischenspiele) und die direkte Zusammenarbeit zwischen Künstlern wie Monteverdi oder Lully und den Comici.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Commedia dell'Arte, Opera buffa, Intermezzo, höfische Oper, Improvisation und die spezifischen Gattungsformen wie Madrigalkomödien oder Moreschen.

Warum war das religiöse Theater für die Entwicklung des Musiktheaters relevant?

Das religiöse Theater war relevant, da es durch die Anforderungen an Kapellmeister und Musiker zur Professionalisierung von Künstlern führte, die in der Folge sowohl sakrale als auch weltliche, komische Stücke für den Hof komponierten.

Welche Rolle spielte das "große Nasenlied" im Kontext der Arbeit?

Das "große Nasenlied" von Orlando di Lasso dient als illustratives Beispiel für eine Madrigaldichtung, die volkstümliche Elemente aufnimmt und somit die Durchdringung von Kunst- und Volkstheater verdeutlicht.

Wie beeinflusste Frankreich die Entwicklung der Commedia dell'Arte?

In Frankreich wurde die Commedia dell'Arte durch die Integration in das höfische Leben, die Rivalität mit dem französischen Theater und die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Molière zu einer "comédie italienne" weiterentwickelt, bevor sie sich dort fest etablierte.

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Details

Titel
Commedia dell`Arte und ihre Beziehung zur frühen Oper
Hochschule
Universität Wien
Note
Sehr Gut
Autor
Silvia Freudenthaler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V176216
ISBN (eBook)
9783640975327
ISBN (Buch)
9783640975815
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Commedia Commedia dell Arte Serva Padrona Oper Opera buffa Komische Oper Moliere
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Silvia Freudenthaler (Autor:in), 2011, Commedia dell`Arte und ihre Beziehung zur frühen Oper, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176216
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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