Die Transaktionsanalyse


Seminararbeit, 2010
12 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Transaktionsanalyse

2. Grundidee der Transaktionsanalyse
2.1 Das Eltern - Ich
2.2 Das Erwachsenen - Ich
2.3 Das Kindheits- Ich
2.4 Vergleich zu Sigmund Freud

3. Grundeinstellungen zum Modell der Transaktionsanalyse
3.1 Ich bin nicht okay, du bist okay
3.2 Ich bin nicht okay, du bist nicht okay
3.3 Ich bin okay, du bist nicht okay
3.4 Ich bin okay, du bist okay

4. Transaktionen
4.1 Komplementäre Transaktion
4.2 Überkreuz - Transaktion

5. Betriebswirtschaftlicher Ausblick

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung in die Transaktionsanalyse

Stellen Sie sich folgende Situation in einem Beratungsunternehmen vor:

Seit Monaten versuchen Sie einen Kunden in Frankfurt zu überzeugen, dass eine Umstrukturierung der Tochtergesellschaft in Dubai von Spezialisten begleitet werden muss. Der Kunde ruft Sie morgens auf Ihrem Mobiltelefon an und bittet um eine kurzfristige Darstellung der Vorteile seines Unternehmens. Daraufhin berufen Sie eine Videokonferenz ein, um das internationale Projektteam über die Notwendigkeit der kurzfristigen Präsentationserstellung zu informieren. Aufgrund der weltweiten Zugriffsmöglichkeit auf den firmeneigenen Server können alle Mitarbeiter ihren Beitrag zur Präsentation leisten. Noch am selben Nachmittag hat der Kunde die gewünschte Präsentation in seinem Mailfile.

Hieran können Sie sehen, dass der Arbeitsalltag heute geprägt ist von den überall und allzeit verfügbaren Informationen. Permanent verfügbare Kommunikation via Internet, Mailfunktionen und Mobiltelefone ist die Triebfeder einer globalisierten Welt.

Um miteinander besser und vor allem ohne Konflikte kommunizieren zu können, hilft uns ein Modell des Kanadiers Eric Berne (1910 -1970)1: die Transaktionsanalyse. In dieser Arbeit werde ich darauf eingehen, worum es sich bei Bernes Modell handelt und auf die Problematiken hinweisen, die man mit Hilfe der Transaktionsanalyse bewältigen kann. Zudem führe ich auf, welche Arten von Kommunikationen es gibt und welche sowohl für den privaten als auch für den beruflichen Alltag sinnvoll sind, um nahezu konfliktfrei miteinander auszukommen. Abschließend werde ich erläutern, warum uns die Transaktionsanalyse in betriebswirtschaftlichen Bereichen, wie zum Beispiel im Bereich Human Resources oder im Coaching enorm hilft.

2. Grundidee der Transaktionsanalyse

Kommunikation ist die Grundlage für privates Zusammenleben und die berufliche Zusammenarbeit. Für Kommunikation ist immer die Interaktion von mindestens zwei Personen notwendig: Den Sender der Nachricht und den Empfänger. Trotzallem sind wir auch oft verwundert, wie schnell - oft auch binnen eines Augenblicks - sich die Stimmung in einem Gespräch verändern kann. Diese Wendung kann vollkommen unterschiedliche Gründe haben:

1.) Der vom Sender der Aussage ausgesandte Reiz wird fehlgeleitet; der Reiz kommt bei dem Empfänger als unerwünschtes Verhalten an.
2.) Der Empfänger der Aussage kann - aufgrund seiner Erfahrungen in der Vergangenheit - nicht objektiv aufnehmen.

Beide Beteiligten sind mit einer „Ich-Ebene“ ausgestattet, die jeweils aufgrund des eigenen Charakters und der Erfahrungen der Vergangenheit verschieden sind. Verändert die empfangende Person seine „Ich-Ebene“, so kann dies dazu führen, dass der Sender der Aussage ebenfalls eine andere „Ich-Ebene“ einnimmt. Im Resultat kann das Gespräch in einem Konflikt enden. Zur Vermeidung von derartigen situationsbedingten Konflikten kann die Kenntnis über die Wirkungsweise der Transaktionsanalyse nach Berne hilfreich sein. Franken beschreibt diese wie folgt:

„Die Transaktionsanalyse geht davon aus, dass die Persönlichkeiten eines Menschen aus drei verschiedenen Bewusstseinszuständen (Ich-Zuständen) besteht, die das Denken, Handeln und Fühlen eines Menschen beeinflussen.“2

Auf diese angesprochenen drei Zustände - das Eltern-Ich, das Erwachsenen-Ich und das Kindheits-Ich - werde ich im folgenden Absatz näher eingehen.

2.1 Das Eltern - Ich

Der erste Bewusstseinszustand stellt das „Eltern-Ich“ dar. Eltern prägen die grundlegenden Verhaltensmuster ihrer Kleinkinder im Alter von 0 bis 6 Jahren, in dem sie die kontrollierenden und fürsorglichen Erziehungselemente abspeichern. Die Vermittlung von Normen, Werten und guten Sitten ist eng mit dem kontrollierenden Element verbunden. Die Durchsetzung des Kontrollierenden äußert sich in der Erziehung aus Verboten, die mit Hilfe von „Bestrafung“ auch verdeutlicht wird. Wenden die Eltern das kontrollierende Element der Erziehung konsequent an, so wird das Kleinkind diese Normen, Werte und guten Sitten annehmen, ohne dabei eine eigene reflektierende Einschätzung über die Richtigkeit und Sinnhaftigkeit dieser Elemente.

Darüber hinaus wirkt auf die frühkindliche Erziehung die fürsorgliche Komponente der Erziehung. Diese bewirkt, dass Kinder Liebe und Fürsorge erfahren, die zu einem engen Vertrauensverhältnis führt.3

Es gibt Merkmale, mit Hilfe derer man das „Eltern-Ich“ identifizieren kann:

Heben mahnende Eltern beispielsweise den Zeigefinger oder ermahnen das Kind, indem sie sagen „Du darfst nicht...!“ so würde der fürsorgliche Teil der Eltern hingegen das Kind streicheln und es loben „Das hast du gut gemacht...!“.4 Ein Beispiel für ein Verhaltensmuster im Eltern-Ich wäre, wenn ein Unternehmer in seinem letzten Quartal ein deutliches Wachstum zu verzeichnen hat und seinem Partner das wie folgt mitteilt: „ Ich finde, das hast du mit deinem Teilbereich wirklich toll gemacht. Mach weiter so! “

2.2 Das Erwachsenen - Ich

Dieser Zustand des Seins beginnt etwa im 10. Monat des Säuglings. In diesem Alter lernt das kleine Kind zu gehen und sich selbständig fortzubewegen, das heisst, es kann seine Umgebung nun selbst erkunden und erste sowohl positive als auch negative Erfahrungen machen. Man befindet sich sein ganzes Leben lang im Zustand des Erwachsenen-Ichs, da man ständig neue Erfahrungen macht, dazu lernt und seine eigenen Verhaltensweisen an den Erfahrungsschatz anpasst. Folgendes Zitat verdeutlicht dieses Sammeln von eigenen Erfahrungen:

„Der zehn Monate alte Säugling hat entdeckt, dass er etwas tun kann, was aus seinem eigenen Bewusstsein und seinem ganz eigenständigen Denken kommt. Mit dieser Selbstverwirklichung beginnt die Bildung des Erwachsenen-Ichs.“5 Im Alltag greifen Erwachsene auf diese Erlebnisse zurück und ordnen in Kommunikationssituationen die Aussagen in die Kategorien „gut“ oder „schlecht“ und nehmen eine subjektive Beurteilung der Situation vor.

Wie beim Eltern-Ich lassen sich ebenfalls beim Erwachsenen-Ich körperliche und sprachliche Indizien erkennen: Der Erwachsene ist an allem Neuen interessiert, bereit zu lernen und fragt nach, in dem er die Fragefloskeln verwendet, wie „Was?“, „Warum?“. Überdies kann er ebenso nachdenklich oder kritisch sein und das äußert sich, indem er sagt „ Meiner Meinung nach !“.6

Als Beispiel ziehe ich wiederum das von Punkt 2.1 des letzten Absatzes heran mit dem Unternehmer, jedoch würde er im „Erwachsenen-Ich“ zu seinem Partner anders sprechen: „ Die Zahlen für das letzte Quartal sind gekommen und sie fallenäußerst positiv aus. Das freut mich. “

2.3 Das Kindheits - Ich

In der Phase zwischen zwei und fünf Lebensjahren wird das Kindheits-Ich am stärksten geprägt. Hierbei hört das Kind auf seine inneren Ereignisse, was eine Reaktion darstellt auf das, was sie durch die Eltern als äußere Eindrücke begegnen. Das junge Kind sieht, hört, fühlt und versteht seine Umwelt, was Harris dann als Kindheits- Ich bezeichnet.7

Hierbei sind die Gefühle des Kindes wichtig, da sie den Erwachsenen ein ganzes Leben begleiten, sobald er sich im Zustand des Kindheits-Ich befindet. Die Indizien des Kindheits-Ichs sind die am stärksten ausgeprägten: Einem Kind sieht man schnell an, wenn es traurig ist, da es niedergeschlagene Augen hat wohingegen man ebenso schnell sieht, wenn sich ein Kind zum Beispiel über Spielsachen freut, weil es lacht und damit seine Freude sehr stark zum Ausdruck bringt. Sprachliche Indizien, wie z.B. „Ich will...“ oder „Ich mag jetzt aber nicht !“ sind eindeutig die eines kleineren Kindes.8

Die Aussage des Beispiels mit dem Unternehmer aus Punkt 2.1 und 2.2 würde im Kindheits-Ich wie folgt lauten: „ Hast du die Zahlen des letzten Quartals gesehen? Die sind wahnsinnig toll, das freut mich irrsinnig. Juhu! “

2.4 Vergleich zu Sigmund Freud

„Während Freuds Dreiteilung der Psyche ein theoretisches Denkmodell darstellt, betonte Berne immer wieder, dass die Ich-Zustände realistische Instanzen seien“9, so hat es Birkenbihl in ihrem Buch verfasst.

[...]


1 Vgl. Internetseite: http://www.biographybase.com/biography/Berne_Eric.html, 18.04.2010 (11:27)

2 Vgl. Franken, Swetlana (Verhaltensorientierte Führung), S. 162

3 Vgl. Berne, Eric (Was sagen Sie), S. 26

4Vgl. Jung, Hans (Personalwirtschaft), S. 234

5Vgl. Harris, Thomas A. (Ich bin ok), S. 40

6Vgl. Jung, Hans (Personalwirtschaft), S. 234

7Vgl. Harris, Thomas A. (Ich bin ok), S. 45

8Vgl. Jung, Hans (Personalwirtschaft), S. 234

9Vgl. Birkenbihl, Vera F., (Kommunikationstraining), S. 275

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Transaktionsanalyse
Hochschule
Hochschule München
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V176230
ISBN (eBook)
9783640975358
ISBN (Buch)
9783640975839
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
transaktionsanalyse
Arbeit zitieren
Maximilian Kraft (Autor), 2010, Die Transaktionsanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176230

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