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Entstehung und Niedergang des Kapitalismus bei Karl Marx

Titel: Entstehung und Niedergang des Kapitalismus bei Karl Marx

Seminararbeit , 2008 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marcel Rüttgers (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die aktuelle Finanzkrise sorgt dafür, dass eine bisher als unumstößlich geltende Institution heiß diskutiert wird: der Kapitalismus. Vom Versagen der freien Marktwirtschaft, vom Ende einer Epoche ist hier die Rede . Selbst die US-amerikanische Washington Post sieht den „american-style capitalism“ als ein Opfer der größten Finanzkrise seit den 1920er Jahren an. Der britische Guardian dahingegen wundert sich: „How tables turn. Socialism is now cock of the walk, capitalism mugged by reality. It’s rubbish, total rubbish“ . Eins machen diese Zitate aber deutlich: Die Finanzkrise hat weltweit eine Hysterie ausgelöst, teilweise herrscht gar Untergangsstimmung.
Was liegt nun näher als sich in diesem Zusammenhang mit Karl Marx zu beschäftigen? Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage, wie Marx die Entstehung des Kapitalismus beschreibt und welche Gründe er für dessen Untergang gegeben sah. Gleichwohl Marxens kommunistisches Gespenst sicherlich nicht mehr in Europa umhergeht, ist das Thema der Krise des Kapitalismus von enormer Aktualität und obwohl zugestanden werden muss, dass die Marx’schen Ausführungen nicht mehr eins zu eins auf die heutige Situation übertragen werden können, lohnt sich dennoch ein Blick auf seine Beschreibungen und Prognosen.
Um dies angehen zu können, wird zunächst ein allgemeiner Blick auf die materialistische Geschichtsauffassung Marxens geworfen, mit der er die Gesellschaft und ihren Entwicklungsgang entlang ökonomischer Kriterien zu erklären versucht. Im Anschluss daran, wird aufgezeigt, wie der Kapitalismus überhaupt entstehen konnte, welche Voraussetzungen dafür gegeben sein mussten. Die nächsten Kapitel beschäftigen sich sodann mit der Frage nach den Eigenschaften des Kapitalismus. Hier soll aufgezeigt werden, wie sich die beiden Klassen der Bourgeoisie und des Proletariats unterscheiden und welche Merkmale die Situation dieser Klassen prägen. Im Anschluss daran werden die Marx’schen Prognosen zum Untergang des Kapitalismus näher erläutert. Hier muss allerdings auch angemerkt werden, dass es die Zusammenbruchstheorie bei Marx nicht gibt . Vielmehr finden sich an vielen Stellen Beschreibungen über die Krisen des Kapitalismus sowie über die Notwendigkeit und die Voraussetzungen einer kommunistischen Revolution.
Die Analyse wird sich dabei allerdings in erster Linie auf die frühen Werke Marxens konzentrieren. Von zentraler Bedeutung sind hier die ökonomisch-philosophischen Manuskripte von 1844, die deutsche Ideologie (1845)......

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Materialistische Geschichtsauffassung

3. Der Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus

4. Bourgeoisie und Proletariat

5. Die Situation des Proletariats

6. Kapitalismus und Kommunismus

7. Krisen und Revolution

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Marx’sche Analyse zur Entstehung des Kapitalismus sowie die von ihm identifizierten Ursachen und Bedingungen für dessen prognostizierten Untergang, wobei insbesondere die Rolle der Produktivkräfte und Klassengegensätze beleuchtet wird.

  • Materialistische Geschichtsauffassung
  • Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus
  • Klassendifferenzierung (Bourgeoisie und Proletariat)
  • Entfremdung und Arbeitsteilung
  • Voraussetzungen für die kommunistische Revolution

Auszug aus dem Buch

3. Der Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus

Einfach gesprochen stellt der Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus den Sieg des mobilen Kapitals über das feudale, immobile Grundeigentum dar. Wie wir sehen werden, stellt sich der Übergang – die ‚Revolution’ – durchaus komplizierter dar. Die Entdeckung Amerikas und die Kolonialisierung der Welt schufen neue Absatzmärkte und einen damit verbundenen Boom des weltweiten Handels. Verstärkt wurden diese Entwicklungen zudem durch die Entdeckung neuer Seewege und Weiterentwicklungen in der Schifffahrt. Die zünftische Produktionsweise des Handwerks reichte für die Stillung der weltweiten Nachfrage nicht mehr aus, so dass neue Wege eingeschlagen wurden. Dies war zunächst die Manufaktur, die immer mehr an die Stelle des kleinen Handwerksbetriebs trat. Waren die verschiedenen Handwerke vorher stark getrennt – es gab also eine geringe Arbeitsteilung -, folgte nun die Zusammenführung mehrerer Handwerke in der einzelnen Werkstatt. Die Märkte allerdings und damit auch der Bedarf wuchsen weiter, so dass bald auch die manufakturelle Produktionsweise nicht mehr ausreichte. Die Erfindung des Dampfantriebes und der Einsatz von Maschinen führten schlussendlich zur Aufgabe der alten Produktionsweise: Die industrielle Produktion mit ihren Fabriken und der Massenproduktion war geboren.

Im Sinne des historischen Materialismus kam es durch die revolutionären Änderungen und Neuerungen bei der Produktionsweise, also den Produktivkräften, zu einem Umsturz der Produktionsverhältnisse. Im Feudalismus waren es vor allem die – meist aristokratischen – Großgrundbesitzer, welche die herrschende Klasse bildeten. In den Städten kamen zudem die hierarchisch-patriarchalisch aufgebauten Zünfte mit ihren Meistern dazu. Das Aufkommen der ersten Manufakturen brach diese Strukturen nach und nach auf, bis das Zunftwesen schließlich quasi bedeutungslos wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Aktualität der Marx’schen Kapitalismuskritik vor dem Hintergrund der Finanzkrise und legt das methodische Vorgehen der Arbeit dar.

2. Die Materialistische Geschichtsauffassung: Hier wird erläutert, wie Marx die menschliche Geschichte als zielgerichteten Prozess begreift, der maßgeblich von den Produktivkräften und Produktionsverhältnissen bestimmt wird.

3. Der Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Prozess, in dem die industrielle Produktion das feudale Zunftwesen ablöste und das mobile Kapital an Bedeutung gewann.

4. Bourgeoisie und Proletariat: Es wird die Herausbildung der beiden zentralen Klassen im Kapitalismus und deren unpersönliches, von der Produktion abhängiges Verhältnis thematisiert.

5. Die Situation des Proletariats: Dieses Kapitel analysiert die Entfremdung des Arbeiters in drei Ebenen: vom Produkt, vom Produktionsprozess und von seinem Gattungswesen.

6. Kapitalismus und Kommunismus: Hier wird der Kapitalismus als notwendige Stufe zur Erzeugung von Produktivkräften betrachtet, die erst die Bedingungen für den Kommunismus schafft.

7. Krisen und Revolution: Das Kapitel befasst sich mit der Überproduktion als systemimmanenter Ursache für Krisen und der Unausweichlichkeit des Zusammenbruchs der kapitalistischen Verhältnisse.

8. Fazit: Das Fazit resümiert die Aktualität von Marx’ Analysen trotz der veränderten gesellschaftlichen Bedingungen seit dem 19. Jahrhundert.

Schlüsselwörter

Karl Marx, Kapitalismus, Proletariat, Bourgeoisie, Historischer Materialismus, Klassenkampf, Entfremdung, Produktivkräfte, Produktionsverhältnisse, Überproduktion, Kommunismus, Revolution, Arbeitsteilung, Privateigentum, Weltmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Karl Marx zur Entstehung, dem Wesen und dem erwarteten Niedergang des Kapitalismus.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der materialistischen Geschichtsauffassung, der Klassendifferenzierung, der Entfremdung der Arbeit und der Dynamik ökonomischer Krisen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie Marx die Entwicklungsschritte des Kapitalismus herleitet und welche Gründe er für dessen notwendigen Untergang anführt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse der Frühschriften von Karl Marx, um theoretische Konzepte in einen historischen und soziologischen Kontext zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Übergang vom Feudalismus, das Verhältnis zwischen Bourgeoisie und Proletariat, die Auswirkungen der Arbeitsteilung sowie die systembedingten Widersprüche des Kapitalismus.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Klassische Marx-Begriffe wie Entfremdung, Produktivkräfte, Klassenkampf und Überproduktion prägen die Untersuchung.

Warum spielt das Proletariat bei Marx eine so zentrale Rolle?

Das Proletariat ist für Marx die Klasse, die durch ihre Lage im Produktionsprozess die Kraft zur Überwindung der Klassenherrschaft besitzt und das Interesse der Gesamtgesellschaft vertritt.

Wie unterscheidet sich das Verhältnis von Arbeiter und Kapitalist von früheren Verhältnissen?

Im Gegensatz zu den patriarchalischen Verhältnissen zwischen Zunftmeister und Gesellen ist das Verhältnis zwischen Kapitalist und Arbeiter laut Marx unpersönlich und auf reine Geld- bzw. Produktionsinteressen reduziert.

Inwiefern sieht Marx den Kapitalismus als notwendige Vorstufe?

Marx argumentiert, dass der Kapitalismus erst die materiellen Produktivkräfte und den Weltmarkt schaffen muss, damit eine klassenlose Gesellschaft des Kommunismus überhaupt realisierbar wird.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Entstehung und Niedergang des Kapitalismus bei Karl Marx
Hochschule
Universität Trier
Note
1,3
Autor
Marcel Rüttgers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V176287
ISBN (eBook)
9783640974535
ISBN (Buch)
9783640974801
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entstehung niedergang kapitalismus karl marx
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Rüttgers (Autor:in), 2008, Entstehung und Niedergang des Kapitalismus bei Karl Marx, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176287
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Leseprobe aus  19  Seiten
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