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Judenmord – Intention oder Funktion?

Title: Judenmord – Intention oder Funktion?

Seminar Paper , 2002 , 29 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Daniel Wilms (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Die Schwierigkeit der historischen Forschung, sowie gegenwärtiger Forschungsstand wird dem Leser skizziert und modellhaft die bisherige Lagermentalität der Intentionalisten und Funktionalisten erörtert und so elementare Grundlagen zum Verständnis vermittelt. In der Summe wurden, so das Fazit des Autors, bisherige klare Hypothesen stark reduziert, damit relativiert und transformiert, was eine Abgrenzung der Meinungen kaum noch möglich machte mit dem Ergebnis das man sich mit weiterführender Detailarbeit beschäftigte und eine holistische Betrachtung ausblendete.

In der weiterführenden Argumentation, der vorliegenden Arbeit, wird mit einer Auswahl der grundlegenden Quellen, sowie der einschlägigen Forschungsliteratur eine Reihe von Politikfeldern paraphiert. Hier zeigt sich, wie sich intentionalistische und strukturalistische Ansatze ergänzen, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung, und dabei die Entwicklung bis hin zu den jeweiligen Konsequenzen der politikfeldabhängigen Interaktion, die in ihrem Entscheidungsprozess von Pragmatikern, Praktikern und letztlich Politikern in ihren Rollen bestimmt war.

Im Ergebnis zeigt der Autor, dass für die Semantik der intentionalistische Ansatz für die Abschätzung der „Qualität“ der Teilentscheidungen eine Beurteilung ermöglicht, da sich „Normen und Werte“, somit die „Anfangsenergie“, die sich bis zur Kriegswende entwickelte, damit messen lassen, aber auch der funktionalistisch-strukturelle Ansatz über-zeugt, da er Entscheidungsprozesse in Ansätzen durchleuchten kann.

Viele kleine Manöver führten um 1941/42 bis zum 17.Juni 1942, zu der „generellen Lösung“ der industriellen Vernichtung. Zwischenziele wurden zu Endzielen, die strukturelle Probleme schafften. Eine „Logik des Misslingens“ aufgrund ungenügend kalkulierter Fern- und Nebenwirkung, war maßgeblich bestimmt durch die Zeitgestalt in der dieses Problem auftrat, nämlich der 2.Weltkrieg und seine Entwicklungen. Der Verlust der Kontrolle und damit die endgültige Formierung der „Endlösung“, durch die Überlastung des NS-Systems, war systemimmanenter Selbstzweck und bedurfte nicht der alleinigen Zustimmung Hitlers, jedoch war für die grundlegende Umsetzung der Moment des Gedankens und damit die Theorie in den geistigen Köpfen wesentlich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A

1 Nationalsozialistische Judenpolitik von 1933 bis1945 eine Frage von Intention oder Funktion ? – Schwierigkeiten der historischen Forschung.

2 Bisherige Erfolge und Etappen in der Geschichtswissenschaft – eine Auflösung der Lagermentalität ?

B

1 Welche Bestandteile führten zur Genesis der „Endlösung“? - Eine exemplarische Momentaufnahme des Modells vom Intentionalist E. Jäckel und den Modellen der Funktionalisten ( Strukturalisten).

2 Eine weiterführende Analyse der Lager anhand folgender Phasen in der NS-Judenpolitik:

(a) Auswanderungspolitik NS-Deutschlands

(b) Der Feldzug in Polen und die Umsiedlungspolitik

(c) „Territoriale“ Lösung: Madagaskarplan und Konzentration

(d) Der „Rassen- und Vernichtungskrieg“ in Russland

(e) „Territoriale“ Lösung: Ostwärts als Alternative zur Konzentration

(a) Ernährungskrise und Kriegswende

3. Einzelne gewichtige Bestimmungsfaktoren

(a) Die Personen Hitler, Himmler, Heydrich, Goebbels und Göring

(b)Die „autoritäre Anarchie“

(c) Das deutsche Volk

(d) Die „beherrschten“ Fremdvölker

C

1 Wann, wo und warum die „Endlösung“ beginnen musste – Ein Fazit jenseits von Akkumulation und Initiative. Mehr als unlösbares, historisches Problem von Intentionalisten und Funktionalisten.

D

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Debatte zwischen Intentionalisten und Funktionalisten im Kontext der nationalsozialistischen Judenpolitik zwischen 1933 und 1945. Ziel ist es, die Schwierigkeiten der historischen Forschung in diesem Bereich aufzuzeigen und durch eine Analyse der Entscheidungsprozesse und Rahmenbedingungen ein differenziertes Verständnis der Entstehung der „Endlösung“ zu entwickeln.

  • Die wissenschaftliche Kontroverse zwischen Intentionalismus und Funktionalismus/Strukturalismus.
  • Die Rolle der NS-Bürokratie und verschiedener Entscheidungsträger (Hitler, Himmler, Heydrich etc.).
  • Einflussfaktoren wie die Kriegsentwicklung, die Ernährungskrise und die „autoritäre Anarchie“ des NS-Systems.
  • Die Analyse spezifischer Phasen, von der Auswanderungspolitik bis hin zum „Rassen- und Vernichtungskrieg“.

Auszug aus dem Buch

1 Nationalsozialistische Judenpolitik von 1933 bis1945 eine Frage von Intention oder Funktion ? – Schwierigkeiten der historischen Forschung.

Selbstschutz und eine gesunde Distanz ist für den Historiker erst einmal eine Grundvoraussetzung, um in jenem Kapitel deutscher Geschichte forschen zu können. Dies ist sicher nicht immer selbst verständlich, besonders für Wissenschaftler, die einerseits mit den Opfern und andererseits mit den Tätern mehr oder weniger indirekt in Verbindung gebracht werden könnten und teilweise zu bringen sind. Viele mehr oder weniger hitzige und emotionalisierte Debatten wurden schon gefochten und sollen an dieser Stelle nicht wiederholt in die Erinnerung geholt werden. Wer das Thema kennt, der weiß wer gemeint sein sollte.

Es wird auch noch eine Weile so bleiben. Allerdings ist eine zu große Distanz zum Thema genauso so gefährlich, da der Historiker vermutlich ebenso in den „terminus technicus“ verfallen würde, wie es die Täter einst getan haben. Es muss also die Balance gefunden werden zwischen fortschreitender „Historisierung“ und einer „Geschichtsschreibung des sich Erinnerns“. Einige Zeit wird diese Entwicklung aber noch in Anspruch nehmen. Die Perspektive die der Wissenschaftler anlegt wird also oft, ob er es will oder nicht, von einer unbewussten Subjektivität unterlaufen und die objektive Betrachtung bleibt auf der Strecke.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Nationalsozialistische Judenpolitik von 1933 bis1945 eine Frage von Intention oder Funktion ? – Schwierigkeiten der historischen Forschung.: Einleitung in die methodischen Probleme der Erforschung der NS-Judenpolitik und die Notwendigkeit einer ausgewogenen historischen Perspektive.

2 Bisherige Erfolge und Etappen in der Geschichtswissenschaft – eine Auflösung der Lagermentalität ?: Diskussion der theoretischen Ansätze und der Öffnung der Geschichtswissenschaft hin zu Nachbardisziplinen zur besseren Erfassung des NS-Staates.

1 Welche Bestandteile führten zur Genesis der „Endlösung“? - Eine exemplarische Momentaufnahme des Modells vom Intentionalist E. Jäckel und den Modellen der Funktionalisten ( Strukturalisten).: Gegenüberstellung der zentralen Argumentationsmuster von Intentionalisten und Funktionalisten zur Entstehung der „Endlösung“.

2 Eine weiterführende Analyse der Lager anhand folgender Phasen in der NS-Judenpolitik:: Detaillierte Untersuchung der NS-Judenpolitik unterteilt in verschiedene chronologische und thematische Phasen wie Auswanderung, Umsiedlung und Vernichtungskrieg.

3. Einzelne gewichtige Bestimmungsfaktoren: Analyse der Einflussfaktoren wie Führungspersonen, die Struktur des NS-Staates, das deutsche Volk und die Fremdvölker.

1 Wann, wo und warum die „Endlösung“ beginnen musste – Ein Fazit jenseits von Akkumulation und Initiative. Mehr als unlösbares, historisches Problem von Intentionalisten und Funktionalisten.: Synthese der Forschungsergebnisse und Fazit zur Dynamik der Entschlussbildung unter Berücksichtigung sowohl intentionalistischer als auch funktionalistischer Aspekte.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Judenpolitik, Endlösung, Intentionalismus, Funktionalismus, Antisemitismus, NS-Bürokratie, Entscheidungsprozesse, Holocaust, Historikerstreit, Rassische Politik, Machtkämpfe, Kriegswende, Ostlandpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Debatte um die Genese der nationalsozialistischen Judenpolitik und die Entstehung der „Endlösung“ im Spannungsfeld zwischen intentionalistischen und funktionalistischen Erklärungsmodellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Rolle Hitlers und anderer NS-Führungskräfte, die Dynamik von Entscheidungsprozessen innerhalb des NS-Systems sowie der Einfluss externer Faktoren wie Kriegsverlauf und Ideologie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die historiografische Problematik der NS-Judenpolitik zu beleuchten und aufzuzeigen, wie unterschiedliche methodische Zugänge zu einem tieferen Verständnis der historischen Abläufe beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, die sich auf eine breite Literatur- und Quellenbasis stützt, um bestehende Thesen zu hinterfragen und zu synthetisieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Gegenüberstellung von Intentionalisten und Funktionalisten sowie eine detaillierte Phasenanalyse der NS-Judenpolitik, ergänzt um die Untersuchung spezifischer Bestimmungsfaktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Judenpolitik, Endlösung, Intentionalismus, Funktionalismus, Antisemitismus und historische Entscheidungsprozesse.

Inwiefern spielt der „Hitlerkult“ eine Rolle in der Argumentation des Autors?

Der Autor argumentiert, dass der „Hitlerkult“ innerhalb des NS-Systems als Legitimationsbasis diente, jedoch gleichzeitig Strukturen schuf, in denen andere Akteure oft mit eigenem Antrieb handelten, was die Steuerung durch Hitler allein komplizierte.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der „autoritären Anarchie“?

Die Arbeit beschreibt das NS-System als „autoritäre Anarchie“, in der die Abwesenheit einer zentralen staatlichen Ordnung im klassischen Sinne polykratische Machtkämpfe förderte, die wiederum die Radikalisierung der Judenpolitik vorantrieben.

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Details

Title
Judenmord – Intention oder Funktion?
College
University of Koblenz-Landau  (Geschichtswissenschaften)
Course
Proseminar: Nationalsozialistische Judenpolitik 1933-1945
Grade
2,0
Author
Daniel Wilms (Author)
Publication Year
2002
Pages
29
Catalog Number
V17631
ISBN (eBook)
9783638221597
ISBN (Book)
9783638645300
Language
German
Tags
Judenmord Intention Funktion Proseminar Nationalsozialistische Judenpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Wilms (Author), 2002, Judenmord – Intention oder Funktion?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17631
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