Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - Accounting and Taxes

Die Einführung des IFRS 18. Normative Analyse und Konzeption eines empirischen Forschungsdesigns

Title: Die Einführung des IFRS 18. Normative Analyse und Konzeption eines empirischen Forschungsdesigns

Master's Thesis , 2025 , 79 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Arthur Kempf (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Masterarbeit befasst sich mit den Implikationen der verpflichtenden Einführung des IFRS 18 („Darstellung und Angaben im Abschluss“), welcher den bisherigen Standard IAS 1 ersetzt. Die Arbeit gliedert sich in zwei wesentliche Schwerpunkte: Eine normative Analyse identifiziert und würdigt die zentralen Neuregelungen des IFRS 18 gegenüber IAS 1. Dazu gehören die neuen verpflichtenden GuV-Zwischensummen (insbesondere das Betriebsergebnis sowie das Ergebnis vor Finanzierung und Ertragssteuern), die verbindliche Kategorisierung von Erträgen und Aufwendungen (Betriebs-, Investitions- und Finanzierungskategorie), veränderte Vorgaben zur Aggregation und Disaggregation von Abschlussposten sowie die erstmalige Regulierung und Anhangangabepflicht von Management-Defined Performance Measures (MPM).

Im zweiten Teil wird ein empirisches Forschungskonzept entwickelt, das auf dem Wertrelevanz-Ansatz basiert. Dieses Forschungsdesign legt den Fokus auf die neuen GuV-Zwischensummen, um künftig empirisch überprüfen zu können, ob die angestrebten Ziele des IASB – insbesondere die Erhöhung von Transparenz, Vergleichbarkeit und Entscheidungsnützlichkeit der Finanzberichterstattung am Kapitalmarkt – tatsächlich erreicht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Relevanz des IFRS 18

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Normative Analyse der Erneuerungen des IFRS 18

2.1 Grundlagen und Zielsetzung des IFRS 18

2.2 Erstanwendung und Übergangsbestimmungen

2.3 Neue Strukturvorgaben für Gewinn- und Verlustrechnung

2.3.1 Zwischensummen in der Gewinn- und Verlustrechnung

2.3.2 Kategorisierung von Aufwendungen und Erträge

2.3.2.1 Spezifische Hauptgeschäftstätigkeiten

2.3.2.2 Betriebskategorie und Darstellung betrieblicher Aufwendungen

2.3.2.3 Investitionskategorie

2.3.2.4 Finanzierungskategorie

2.3.2.5 Zuordnung von spezifischen Erträgen und Aufwendungen

2.4 Aggregation und Disaggregation von Abschlussposten

2.5 Management-Defined Performance Measures

2.5.1 Ausgangslage und Herausforderungen

2.5.2 Kriterien von Management-Defined Performance Measures

2.5.3 Offenlegungspflichten im Anhang

2.5.4 Wechselwirkung bestehender Regularien

2.5.5 Kritische Würdigung

2.6 Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung (IAS 7)

2.7 Praktische Implikationen für Abschlussersteller

3 Konzeption eines empirischen Forschungsdesigns

3.1 Konzept der Wertrelevanz

3.2 Forschungsüberblick

3.2.1 Wertrelevanz von Non-GAAP-Measures

3.2.2 Wertrelevanz von IFRS-Abschlüssen und IFRS-Earnings

3.3 Hypothesen

3.4 Forschungsdesign

3.4.1 Stichprobe und Untersuchungszeitraum

3.4.2 Preis- und Renditemodell

3.4.3 Definition der Variablen

3.4.4 Antizipierte empirische Ergebnisse und Interpretation

3.4.5 Limitationen

4 Fazit

4.1 Erkenntnisse der normativen Analyse

4.2 Zusammenfassung des empirischen Forschungskonzepts

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Das primäre Ziel der Arbeit besteht in der zweistufigen Untersuchung der Einführung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 18 „Darstellung und Angaben im Abschluss“, welcher den bisherigen Standard IAS 1 ablöst. Im Zentrum stehen dabei einerseits die Beantwortung der normativen Fragestellung, welche grundlegenden materiellen Änderungen und organisatorischen Auswirkungen sich für Abschlussersteller im Vergleich zu IAS 1 ergeben, und andererseits die methodische Beantwortung der Frage, mit welchem empirischen Forschungsdesign die tatsächliche Zielerreichung des IASB bezüglich der Wertrelevanz der neuen Zwischensummen am Kapitalmarkt überprüft werden kann.

  • Normative Analyse der neuen Struktur- und Ausweisvorgaben für die Gewinn- und Verlustrechnung (Betriebsergebnis und Ergebnis vor Finanzierung und Ertragssteuern)
  • Kategorisierung von Erträgen und Aufwendungen in Betriebs-, Investitions- und Finanzierungsbereiche sowie Sonderregeln für spezifische Hauptgeschäftstätigkeiten
  • Neue Grundsätze zur Aggregation und Disaggregation von Abschlussposten zur Vermeidung intransparenter Sammelposten
  • Regulierung und Prüfungspflicht von unternehmensindividuellen Leistungskennzahlen (Management-Defined Performance Measures, MPM) im Anhang
  • Modifikationen der Kapitalflussrechnung gemäß IAS 7 hinsichtlich des OCF-Startpunkts und der Klassifizierung von Zinsen und Dividenden
  • Entwicklung eines kapitalmarktorientierten Forschungsdesigns zur Messung der Wertrelevanz mittels Preis- und Renditemodellen (Ohlson-Modell)

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Zwischensummen in der Gewinn- und Verlustrechnung

Der IAS 1.85-89 hat außer der Darstellung des Gewinns/Verlusts als Gesamtstumme keine Vorgaben zum Ausweis oder Darstellung von Zwischensummen in der GuV festgelegt, da landes- und branchenspezifische Vorgaben existieren. Trotz Aufforderungen sinnvoller GuV-Strukturierungen fehlten deshalb konkrete Gliederungsvorgaben. Dementsprechend bot der IAS 1 große Freiheitsgrade, was in der Praxis zu uneinheitlichen GuV-Darstellungen und zu unternehmensindividuellen Anpassungen führte. Mangels fehlendem Konsens etablierten sich in der Praxis diverse Berichterstattungspraktiken. Beispielsweise bei der Ermittlung und des Earnings Before Interest and Taxes (EBIT) als zentrale Zwischensumme der GuV. Dies führte zu Interpretationsschwierigkeiten, da sich die Zusammensetzung und Berechnung erheblich zwischen Unternehmen unterscheidet, was die Vergleichbarkeit einschränkte. Darüber hinaus wurde das EBIT teils in der GuV, teils im Anhang oder sogar außerhalb des IFRS-Abschlusses offengelegt. Für kennzahlengestützte Vergleichs- und Ertragsanalysen waren deshalb aufwändige Umgliederungen notwendig. Auch in der digitalen Finanzberichterstattung wurden Zwischensummen unterschiedlich gekennzeichnet, was Analysen erschwerte, da gleiche (unterschiedliche) Taxonomie-Elemente für nicht vergleichbare (identische) Daten verwendet wurden. Insgesamt führte der IAS 1 zu unterschiedlichen GuV-Strukturen, Detaillierungsgraden und Bezeichnungen von Zwischensummen, was die Verständlichkeit und den Informationsnutzen reduzierten.

Um die GuV-Darstellung zu standardisieren, werden mit IFRS 18.69 zwei neue verpflichtende Zwischensummen eingeführt. Neben dem bereits ausgewiesenen Gewinn/Verlust muss künftig sowohl ein Betriebsergebnis als auch ein Ergebnis vor Finanzierung und Ertragssteuern ausgewiesen werden. Unternehmen können zusätzliche Zwischensummen ausweisen, sofern diese eine nützliche strukturierte Zusammenfassung fördern und eindeutig bzw. wahrheitsgetrau bezeichnet werden. Das IASB verwarf die Einführung einer vierten Zwischensumme, die eine Unterscheidung zwischen „integralen“ und „nicht integralen“ Assoziierten Unternehmen (AU) und Gemeinschaftsunternehmen (GU) gefordert hätte.

Die einheitliche Ermittlung der neuen Zwischensummen wird durch die Zuordnung von Erträgen und Aufwendungen in eine von fünf Kategorien sichergestellt: Betriebs-, Investitions-, Finanzierungs-, Ertragssteuerkategorie und eine Kategorie für aufgegebene Geschäftsbereiche. Dadurch resultieren im IFRS 18 drei Hauptkategorien (Betrieb-, Investition- und Finanzierung) und zwei Nebenkategorien (Ertragssteuern und aufgegebene Geschäftsbereiche), die jedoch bereits nach IAS 1 als separate Posten darzustellen waren. Die Nebenkategorien unterliegen nicht den allgemeinen Klassifizierungsanforderungen der Hauptkategorien. Zudem sind für diese wie nach IAS 1 Zwischensummen wie Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) oder Ergebnis vor aufgegebenen Geschäftsbereichen auszuweisen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Das Kapitel führt in die hohe Relevanz des im April 2024 verabschiedeten IFRS 18 ein, skizziert die bisherigen Schwachstellen von IAS 1 und legt die normative sowie empirische Zielsetzung der Arbeit dar.

2 Normative Analyse der Erneuerungen des IFRS 18: In diesem Kapitel werden systematisch alle materiellen Neuerungen des Standards im Vergleich zu IAS 1 analysiert, insbesondere die neuen GuV-Kategorien, verpflichtende Zwischensummen, Disaggregationsprinzipien, die Regulierung von MPMs sowie Änderungen an IAS 7 und die daraus resultierenden Implementierungsherausforderungen.

3 Konzeption eines empirischen Forschungsdesigns: Auf Basis des theoretischen Wertrelevanzkonzepts und bisheriger Studien zu Non-GAAP-Kennzahlen konzipiert das Kapitel ein methodisches Untersuchungsdesign mit Preis- und Renditemodellen (Ohlson-Modell) zur Messung des Informationsgehalts der neuen IFRS 18-Zwischensummen.

4 Fazit: Das Schlusskapitel bündelt die zentralen Erkenntnisse der normativen Analyse bezüglich Transparenz und Vergleichbarkeit, resümiert das vorgeschlagene empirische Forschungskonzept und verweist auf verbleibende Restriktionen sowie zukünftigen Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

IFRS 18, IAS 1, Betriebsergebnis, Ergebnis vor Finanzierung und Ertragssteuern, Gewinn- und Verlustrechnung, Management-Defined Performance Measures, Kapitalflussrechnung, Aggregation und Disaggregation, Wertrelevanz, Ohlson-Modell, Preismodell, Renditemodell, Entscheidungsnützlichkeit, Non-GAAP-Measures

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Reform der internationalen Rechnungslegung durch die Einführung des IFRS 18, der den etablierten Standard IAS 1 ablöst, und untersucht sowohl dessen regulatorische Neuerungen als auch methodische Ansätze zur Messung seiner Kapitalmarktwirkung.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den thematischen Schwerpunkten zählen die neue Strukturierung der Gewinn- und Verlustrechnung in fünf Kategorien, verbindliche Zwischensummen, strenge Prinzipien zur Aggregation und Disaggregation, die Einbindung von Management-Defined Performance Measures in den Anhang, Folgewirkungen auf IAS 7 sowie die empirische Wertrelevanzforschung.

Was ist das primäre Ziel bzw. die leitende Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist zweigeteilt: Zum einen wird untersucht, welche materiellen und praktischen Änderungen sich durch IFRS 18 für Abschlussersteller ergeben; zum anderen wird beantwortet, wie über ein empirisches Wertrelevanzdesign überprüft werden kann, ob der Standard tatsächlich zu entscheidungsnützlicheren Informationen für Investoren führt.

Welche wissenschaftliche Methodik kommt in der Untersuchung zum Einsatz?

Die Arbeit verbindet eine qualitative normative Analyse des Standardwerkes und relevanter Fachliteratur mit der ökonometrischen Modellierung eines empirischen Forschungsdesigns, welches auf dem Ohlson-Residualgewinnmodell sowie multivariaten Preis- und Renditeregressionen basiert.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert im zweiten Kapitel die materiellen Neuregelungen von IFRS 18 im Detail (u. a. Definition von Betriebsergebnis, Zuordnungskriterien der Kategorien, Wahlrechte bei der Aufwandsgliederung, MPM-Offenlegung) und entwickelt im dritten Kapitel das methodische Regressionsdesign samt Hypothesenableitung, Variablenoperationalisierung und Stichprobenabgrenzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Kern der Publikation?

Zentrale Begriffe sind IFRS 18, IAS 1, Zwischensummen, Betriebsergebnis, Management-Defined Performance Measures (MPM), Wertrelevanz, Ohlson-Modell, GuV-Kategorisierung und Entscheidungsnützlichkeit.

Welche gravierende Änderung führt IFRS 18 für die Ermittlung des operativen Cashflows in der Kapitalflussrechnung (IAS 7) ein?

Gemäß IFRS 18 ist künftig bei der indirekten Ermittlung des operativen Cashflows zwingend das neu definierte Betriebsergebnis der GuV als einheitlicher Ausgangspunkt vorgegeben, während unter IAS 1 häufig der Periodengewinn/-verlust oder uneinheitliche Zwischensalden genutzt wurden.

Welche Kriterien müssen Leistungskennzahlen kumulativ erfüllen, um als MPM nach IFRS 18 zu gelten?

Eine Kennzahl gilt als MPM, wenn sie eine Zwischensumme von Erträgen und Aufwendungen darstellt, vom Management öffentlich außerhalb des Abschlusses kommuniziert wird, die Managementperspektive auf die finanzielle Gesamtleistung widerspiegelt und nicht bereits anderweitig normativ im IFRS-Regelwerk vorgeschrieben ist.

Excerpt out of 79 pages  - scroll top

Details

Title
Die Einführung des IFRS 18. Normative Analyse und Konzeption eines empirischen Forschungsdesigns
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Accounting / Auditing / Business Analytics and Sustainability)
Grade
1.3
Author
Arthur Kempf (Author)
Publication Year
2025
Pages
79
Catalog Number
V1763128
ISBN (PDF)
9783389204979
ISBN (Book)
9783389204986
Language
German
Tags
IAS 1 IFRS 18 Gewinn- und Verlustrechnung internationale Rechnungslegung Non-GAAP Measures Alternative Performance Measures Normative Analyse Empirisches Forschungsdesign Wertrelevanz Value Relevance Financial Reporting IFRS Operating Profit Subtotals IAS 7 Income statement / Profit & Loss P&L Non-GAAP Earnings International Financial Reporting Standards
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arthur Kempf (Author), 2025, Die Einführung des IFRS 18. Normative Analyse und Konzeption eines empirischen Forschungsdesigns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1763128
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  79  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint
  • Withdraw Contract