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Das neue Financial Sustainability Reglement der UEFA. Eine empirische Analyse des Status Quo europäischer Fußballvereine

Title: Das neue Financial Sustainability Reglement der UEFA. Eine empirische Analyse des Status Quo europäischer Fußballvereine

Bachelor Thesis , 2023 , 64 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Arthur Kempf (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Die Bachelorarbeit untersucht die finanziellen Regulierungen der UEFA für den europäischen Klubfußball im Übergang vom bisherigen Financial Fairplay (FFP) zum neu eingeführten Financial Sustainability Reglement (FSR). Nach einer Aufarbeitung der rechtlichen Grundlagen sowie der Stärken und Schwächen des alten FFP-Reglements analysiert die Arbeit detailliert die drei Kernpfeiler des neuen FSR. Diese umfassen die Solvenzanforderungen, die Stabilitätsanforderungen (Football Earnings) und die Kostenkontrollanforderungen (Kaderaufwandsquote).

Im empirischen Hauptteil führt der Autor eine Status-Quo-Analyse auf Basis von Jahres- und Konzernabschlüssen durch. Die Stichprobe umfasst 11 börsennotierte (IFRS-Sample) sowie 32 nicht-börsennotierte europäische Fußballvereine (nationales GAAP-Sample) aus den europäischen Top-Ligen. Dabei zeigt sich, dass eine Vielzahl der untersuchten Klubs die neuen Vorgaben zur finanziellen Stabilität und Kaderaufwandsquote aktuell nicht erfüllen kann, wodurch ihnen im neuen FSR-Regelwerk Disziplinarmaßnahmen drohen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

1.2 Gang der Untersuchung

2 UEFA-Regelungsumfeld

2.1 Vorschriften zur Klublizenzierung

2.2 Vorschriften zum Klub-Monitoring

2.2.1 Monitoring-Verfahren und Verfahrensbeteiligte

2.2.2 Financial Fairplay Reglement

2.2.2.1 Break-Even-Vorschrift

2.2.2.2 Sonstige Monitoring-Vorschriften

2.2.2.3 Forschungsüberblick

2.2.2.4 Reformbedürftigkeit

2.2.3 Financial Sustainability Reglement

2.2.3.1 Solvenzanforderungen

2.2.3.2 Stabilitätsanforderungen

2.2.3.3 Kostenkontrollanforderungen

3 Empirische Analyse des Status Quo europäischer Fußballvereine

3.1 Grundgesamtheit, Datenerhebung und Vorgehensweise

3.2 Analyse der Stabilitätsanforderungen

3.2.1 IFRS-Sample

3.2.2 Nationales GAAP-Sample

3.3 Analyse der Kostenkontrollanforderungen

3.3.1 IFRS-Sample

3.3.2 Nationales GAAP-Sample

4 Fazit, Limitation und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, das von der UEFA neu verabschiedete Financial Sustainability Reglement (FSR) als Nachfolger des bisherigen Financial Fairplay Reglements (FFPR) empirisch anhand der Geschäftsberichte europäischer Fußballklubs zu analysieren. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht eine Status-Quo-Analyse, die der Frage nachgeht, inwieweit europäische Profivereine die neuen regulatorischen Kernanforderungen – insbesondere die Stabilitäts- und Kostenkontrollanforderungen – bereits heute erfüllen, welche finanziellen Konsequenzen bei Verstößen drohen und welcher betriebswirtschaftliche Handlungsbedarf für das Klubmanagement daraus resultiert.

  • Gegenüberstellung des bisherigen Financial Fair Play (FFP) und des neuen Financial Sustainability Reglements (FSR)
  • Analyse der drei neuen Regulierungssäulen: Solvenzanforderungen, Stabilitätsanforderungen (Football Earnings) und Kostenkontrollanforderungen (Kaderaufwandsquote)
  • Empirische Überprüfung von 11 börsennotierten (IFRS) und 32 nicht börsennotierten (nationales GAAP) Klubs aus europäischen Topligen
  • Quantifizierung potenzieller finanzieller Disziplinarmaßnahmen und deren Auswirkung auf Liquidität und Bilanzsumme der Klubs
  • Kritische Würdigung von Umgehungsmöglichkeiten, Ausnahmeregelungen und bestehenden Wettbewerbsverzerrungen im europäischen Profifußball

Auszug aus dem Buch

2.2.3.3 Kostenkontrollanforderungen

In dem neuen UEFA-Reglement müssen die Lizenznehmer neben den überarbeiteten Stabilitätsanforderungen und Solvenzanforderungen zusätzlich neue Kostenkontrollanforderungen einhalten, um an den UEFA-Wettbewerben teilzunehmen. Die UEFA strebt durch die Anforderungen an, eine bessere Kostenkontrolle der Fußballklubs zu bezwecken und diese zu fördern. Somit wird auch der Empfehlung aus der Wissenschaft nachgekommen, die hohen Spielerausgaben und die zusammenhängende Kostenkontrolle zu regulieren. Die Kostenkontrollanforderungen beschränken die Aufwendungen für Spieler- und Trainergehälter, Transfers und die Agentenkosten auf ein relatives Höchstmaß der generierten fußballbezogenen Erträge. Dies erfolgt im Zentralen durch das Kaderkostenverhältnis, welches nach Artikel 93.01 für die lizenzierte Spielzeit die festgelegte Obergrenze von 70% nicht übersteigen darf. Das Verhältnis wird betriebswirtschaftlich unpassend als Kaderkostenverhältnis bezeichnet, da es sich hierbei um Aufwendungen und nicht Kosten handelt. Daher wird im Folgenden analog zu WEBER (2022) die betriebswirtschaftliche korrekte Bezeichnung der Kaderaufwandsquote (KAQ) verwendet.

Der Zähler besteht aus dem Kaderaufwand, der sich aus dem Personalaufwand und den Aufwendungen für die Amortisation und Wertberichtigung für relevante Personen zusammensetzt. Unter relevanten Personen versteht das UEFA-Reglement alle Berufsspieler und Cheftrainer in der relevanten Periode, die für den Fußballklub registriert bzw. tätig waren und für die Personalaufwand angefallen ist. Hinzu kommen im Zähler angefallene Aufwendungen für Agenten, Spielerberater und verbundene Parteien, die an keiner anderen Stelle im Personalaufwand oder Amortisation/Wertberichtigung enthalten sind. Die Spielerberater handeln bei Transfers als intermediäre Instanzen und erhalten mittlerweile im europäischen Transfergeschäft hohe Vergütungen bzw. Provisionszahlungen.

Die fußballbezogenen Erträge im Nenner setzen sich aus den relevanten Erträgen der Stabilitätsanforderungen und dem Nettoergebnis aus der Veräußerung von Registrierungen relevanter Personen zusammen. Der letzte Bestandteil wird als einziger nicht periodengerecht berücksichtigt, da ein Durchschnitt für die letzten drei Berichtsperioden gebildet werden muss. Durch die nicht periodengerechte Berücksichtigung reguliert die UEFA die hohen Transferausgaben der Fußballvereine, da hohe Investitionen in Spielerregistrierungen zu einem negativen Nettoergebnis führen würden. Folglich reduziert sich der Nenner, was bei unveränderlichen Kaderaufwand die KAQ erhöhen würde.

Kapitelübersicht

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die ökonomischen Besonderheiten des europäischen Profifußballs ein, skizziert die durch exogene Krisen wie Covid-19 verstärkte finanzielle Instabilität und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Untersuchung.

2 UEFA-Regelungsumfeld: Das Kapitel erläutert den Aufbau der UEFA-Regulierung, vergleicht das historische Financial Fairplay Reglement inklusive dessen Reformbedürftigkeit mit dem neuen Financial Sustainability Reglement und legt die drei Säulen Solvenz, Stabilität und Kostenkontrolle detailliert dar.

3 Empirische Analyse des Status Quo europäischer Fußballvereine: Auf Basis von Geschäftsberichten von 43 Klubs wird empirisch untersucht, in welchem Maße börsennotierte und nicht börsennotierte Vereine die Vorgaben zu den Football Earnings sowie zur Kaderaufwandsquote einhalten und welche Sanktionen drohen.

4 Fazit, Limitation und Ausblick: Das Schlusskapitel fasst die zentralen empirischen Befunde zusammen, diskutiert methodische Limitationen der Rechnungslegungsdaten und gibt Handlungsempfehlungen sowie einen Ausblick auf die zukünftige Wirksamkeit des Reglements.

Schlüsselwörter

UEFA, Financial Fair Play, Financial Sustainability Reglement, Kaderaufwandsquote, Football Earnings, Break-Even-Vorschrift, Klublizenzierung, Klub-Monitoring, Solvenzanforderungen, Kostenkontrolle, IFRS, Nationales GAAP, Bilanzanalyse, Fußballökonomie, Disziplinarmaßnahmen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Wesentlichen?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen und regulatorischen Bewertung des UEFA Financial Sustainability Reglements (FSR) und analysiert empirisch anhand veröffentlichter Finanzberichte europäischer Fußballvereine, wie gut diese auf die neuen Vorgaben vorbereitet sind.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den Kernbereichen zählen die historische Entwicklung und Kritik des bisherigen Financial Fair Play, die neuen Regulierungsschilder der UEFA (Solvenz-, Stabilitäts- und Kostenkontrollanforderungen) sowie die empirische Bilanzanalyse anhand von IFRS- und nationalen Rechnungslegungsstandards.

Was ist das primäre Ziel beziehungsweise die leitende Forschungsfrage?

Ziel ist es herauszufinden, welchen Status quo europäische Spitzenklubs im Hinblick auf die Einhaltung der neuen Stabilitäts- und Kaderaufwandsanforderungen aufweisen und vor welchen finanziellen Konsequenzen, Sanktionen und Managementherausforderungen sie stehen.

Welche wissenschaftliche Methodik kommt zur Anwendung?

Es wird eine quantitative und deskriptive Bilanz- und Kennzahlenanalyse auf Basis veröffentlichter Jahres- und Konzernabschlüsse von insgesamt 43 europäischen Fußballvereinen durchgeführt, differenziert nach einem IFRS-Sample (11 Klubs) und einem nationalen GAAP-Sample (32 Klubs).

Was wird im Hauptteil konkret analysiert?

Im Hauptteil werden die Kennzahlen der Stabilitätsanforderungen (aggregierte Football Earnings, Eigenkapitalquote, Liquidität 2. Grades, Schuldennachhaltigkeitsindikator) sowie der Kostenkontrollanforderungen (Kaderaufwandsquote) für beide Teilstichproben ermittelt, verglichen und bezüglich möglicher Strafzahlungen bewertet.

Welche zentralen Begriffe charakterisieren das untersuchte Regelwerk?

Schlagwörter wie Financial Fair Play, Financial Sustainability, Football Earnings, Kaderaufwandsquote, annehmbare Abweichung, Going-Concern, FKKK-Monitoring und Disziplinarmaßnahmen prägen die Arbeit.

Wie unterscheidet sich die neue Kaderaufwandsquote vom bisherigen Financial Fair Play?

Während das bisherige FFPR primär auf ein aggregiertes Break-Even-Ergebnis abstellte, führt das FSR mit der Kaderaufwandsquote eine relative Obergrenze ein, wonach die Ausgaben für Spieler- und Trainergehälter, Transfers und Beraterhonorare maximal 70 % der fußballbezogenen Erträge betragen dürfen.

Zu welchem zentralen Befund gelangt die empirische Analyse bezüglich der Kostenkontrollanforderungen?

Die Mehrheit der untersuchten Vereine – darunter 64 % im IFRS-Sample und 84 % im nationalen GAAP-Sample – überschreitet die vorgegebene Obergrenze von 70 %, wobei insbesondere Klubs aus der französischen Ligue 1 und der italienischen Serie A teils erhebliche Abweichungen und damit drohende Disziplinarstrafen aufweisen.

Welche Unterschiede zeigen sich zwischen investorengeführten Vereinen und traditionellen Klubs?

Investorengeführte Klubs können erweiterte Abweichungsstufen von den Defizitgrenzen leichter durch Kapitalzuführungen der Eigner ausgleichen, was Klubs ohne vermögende Investoren oder in Ligen mit Regulierungen wie der deutschen 50+1-Regel strukturell benachteiligen kann.

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Details

Title
Das neue Financial Sustainability Reglement der UEFA. Eine empirische Analyse des Status Quo europäischer Fußballvereine
College
University of Bayreuth  (Accounting / Rechnungslegung)
Grade
1.3
Author
Arthur Kempf (Author)
Publication Year
2023
Pages
64
Catalog Number
V1763133
ISBN (PDF)
9783389204955
ISBN (Book)
9783389204962
Language
German
Tags
Financial Fairplay Financial Sustainability UEFA Football Earnings Klublizenzierung & Monitoring Stabilitätsanforderungen IFRS Nationale Rechnungslegung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arthur Kempf (Author), 2023, Das neue Financial Sustainability Reglement der UEFA. Eine empirische Analyse des Status Quo europäischer Fußballvereine, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1763133
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