Wie können Faszien gezielt trainiert und Körperwahrnehmung sowie Wohlbefinden im beruflichen Alltag gefördert werden? Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Evaluation eines selbstinstruktiven Faszientrainings für die myofasziale Armlinie im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung.
Im theoretischen Teil werden zunächst zentrale Grundlagen zu Schmerz, Schmerzverarbeitung und chronischen Schmerzen erläutert. Anschließend werden Aufbau und Funktionen des Fasziengewebes sowie der Zusammenhang zwischen Faszien, Bewegung, Stress und myofaszialen Beschwerden dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf selbst durchführbaren Behandlungsmethoden, darunter Faszientraining, Dehnung, Kräftigung, federnde Bewegungen und achtsamkeitsorientierte Körperwahrnehmung.
Im empirischen Teil wird das SeKA-Faszienprogramm – das Selbstinstruktive Körper-Achtsamkeitstraining – vorgestellt und evaluiert. Im Mittelpunkt steht ein Kurzprogramm für die myofasziale Armlinie, das unter anderem Übungen zur Körperwahrnehmung, Mobilisation, Dehnung, Kräftigung sowie zur An- und Entspannung umfasst. Die Untersuchung wurde im Kontext der betrieblichen Gesundheitsförderung durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte mithilfe von Eingangs-, Abschluss- und Programmbewertungsfragebögen sowie sportmotorischen Tests. Für das Armlinienprogramm wurden die Angaben von 101 Teilnehmenden ausgewertet.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Armlinienprogramm von den Teilnehmenden überwiegend als verständlich und wohltuend wahrgenommen wurde. 86,1 Prozent bewerteten das Programm als verständlich, weitere 13,9 Prozent als eher verständlich. Außerdem gaben 82,1 Prozent der Befragten an, sich nach der Durchführung zumindest eher energievoller zu fühlen. Ältere Teilnehmende berichteten dabei häufiger von einem gesteigerten Energiegefühl als jüngere.
Die Arbeit diskutiert die Aussagekraft der Ergebnisse kritisch und zeigt Grenzen der Untersuchung auf. Aufgrund des kurzen Erhebungszeitraums, unvollständig ausgefüllter Fragebögen und fehlender langfristiger Verlaufskontrollen können keine belastbaren Aussagen über nachhaltige Wirkungen getroffen werden. Abschließend werden konkrete Verbesserungsvorschläge für die Durchführung zukünftiger Programme entwickelt, darunter schriftliche Übungsanleitungen, eine strukturierte Teilnehmerkontrolle und langfristig angelegte Untersuchungsdesigns.
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- Nina Kirchschlager (Author), 2017, Myofaszial und achtsam trainieren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1763157